Lulöaer Anzeiger
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Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg Zul-a- unö Haunetal *Zulöaer Kreisblatt
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Fulda, Montag, 27. August
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5. Jahrgang
M HW die deutsche Reichsflagge.
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Mrzeichnungd-sKellogg-Nattes
U Deutschlands Vertretung in Genf. I ; <L der Ankunft des Reichskanzlers Müller-Franken . ^.! die nm 3. September erfolgen soll, wird Staats- von Schubert als stellvertretender deutscher «m«Wer die deutschen Interessen bei der beginnen- qMbundra tstagung an erster Stelle wahrnehmen.
M AWkabinett entschloß sich zur Entsendung des niM h° Reichsaußenminister Dr. Stresemann be- M-M infolge seines noch nicht ganz gefestigten Gc- ,„M,Hustandes die Reise nach Genf unterlassen muß, vielmehr sofort von Paris nach der Unterzeichnung des MiM-Paktes nach Baden-Baden gehen will.
I hm Besuche Dr. Stresemanns in der französischen WOlstadt schreibt „Manchester Guardian": Auf offiziellen würden am Montag in Paris deutsche Usuell wehen. Dieser beispiellose Vorgang sei sym- |m für eine neue Ära. die mit der Unterzeichnung DPakies, wie die ganze Welt hoffe, beginnen werde.
Rußland will beitreten.
I 8on Was Hs n g t 0 n wurde nochmals in einer offb zicken Erklärung betont, daß innerhalb 48 Stunden nach MM Unterzeichnung des Kellogg-Paktes in Paris Mdmotische Vertreter der Vereinigten Staaten den Aus- Billigen Ämtern der Länder, die an der Unterzeichnung KäteiM''’1?’», eine Abschrift des Vertragstertes über- «tank sie von der Unterzeichnung des Vertrages in Kote setzen werden. Gleichzeitig werden die diplo- Mschen Vertreter die Regierungen, bei denen sie akkre- Pfat sind, zum Beitritt einladen. Insgesamt werden ■ Sauber eine derartige Einladung erhalten. Rußland pM nicht durch die amerikanische Regierung, sondern ; vomuMtlich durch die französische Regierung aufgefor- Ä/mden, dem Pakt beizutreten. Der russische Volks- MiMM Bucharin sagte in einer Rede zu Moskau, M die Sowjetunion dem Kellogg-Pakt beizutreten bereit Mm noch einmal ihre wahre Friedensliebe zu erkennen MMben. Die Sowjetunion sei bereit, den Pakt mit zu vMzeichncn, um auch den Feinden der Sowjetunion Mn Zorwand für die Rüstungspropaganda zu nehmen.
Illumination und Festbankett.
Paris wurden die letzten Vorbereitungen mit Weitster Eile betrieben. Der dort seit Freitag weilende Menimische Staatssekretär Kellogg machte einen WM Höflichkeitsbesuch bei Briand, der alsbald erwidert MM. Weitere diplomatische gegenseitige Besuche mit «ertretern verschiedener Länder schlossen sich an. Nach kMibnung der Regierung weht von allen öffentlichen M müden die Trikolore. Das Außenministerium trägt
i "^"^ an der Unterzeichnung beteiligten ■ ™)ie, barunter selbstverständlich auch /
■ die deutsche Reichsflagge.
I,®-.*' die staatlichen und stähzUchen Gebäude Wbi i Ä ^ ausländischen Delegiert«; wurden bei KitmJ c J?on Vertretern des Präsidenten der Repu- MiMs â^Slerung, speziell Vertretern des Ministe- MiiâÄ^?^' begrüßt. Montag abend findet im äußern ein großes Bankett für die Pakt-
I ks i>Z^ Diplomatische Korps und die Vertreter feffi und der politischen Welt statt, an= I »ns/ '‘ ®mVf«n0 in den Räumen des Auswärtigen k ubiiiiden mit einem Gartenfest.
I Giresemanns pariser Reise. M^Nang durch Botschafter Hoesch. * “‘Riemann hat am Sonnabend abend Berlin ! fei»« Iras am Sonntag nachmittag in Paris ein. |2 von Hoesch hatte sich an die belgisch-sranzö- Mr« begeben, um dort den Minister zu begrüßen. fcZ^ war ein offizieller Besuch Dr. Wen ë bemi Minister des Äußeren, Briand, vorge- Wiönt tn'.^E^bax darauf in der deutschen Botschaft von i=?In bem am Sonntagabend stattfinden- M Stresem^^sekretär Kellogg gegebenen Esten nahm Mn Zg^ ann nicht teil, jedoch der deutsche Botschaften
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EWsch-kranMche See-Entente.
Wie h®rief Chamberlains.
Nb" ntcLt L°«et Korrespondent des „New Port ^"'bcriainZ ' , N ^^ er die Abschrift des Briefes ^"dlnno !,®nonb- der. wenn er echt sein sollte, die " 'âlt. ^d^t englisch-französischen Verständiauna W. M” «Wblidjer Brief ist vom 23. Kuli k'°«en der ^^^f heißt es. daß sämtliche Dis- ""deren mitS»?61 beiden Flotten der Admiralität See aoifS?? werden müßten. Diese Entente ^"dienen ^iden Ländern solle dem Welt- lüf. e(Nfinta bea mÄ, gleichen Grundlagen arbeiten, die ftein "°llkmn,..,° ^bundes führten. Beide Flotten â J^ Programm der Zusammenarbeit »en Meere m.«^ Stillen Ozean und im Mittel- kein 'Lotten mnn.^t^ außerdem hätten die N5f und Kästen E!!- S« gemeinsame Aufgabe, die IMtM° »um Koki^Wn^1^, ^»eans und die Küsten NS^h beider LKn^^ »" f^ütjeu- Die Flottensach- W^jO^u treffe« $u s?61 ^brden nunmehr ihre Dis- I h ‘"'^«iä fefiÄ“1* Suftfaajwer.
r Die Lage im Nahen und Fernen Osten erheische engere und häufigere Fühlungnahme zwischen den beiden Ländern. Falls ein den Weltfrieden bedrohende Ereignis eintrete, würden zwischen beiden Regierungen Beratungen darüber stattzufinden haben, ob gemeinsame Aktionen er-, griffen werden sollten, um Angriffsmaßnahmen einer anderen Macht zuvorzukommen, die nach Meinung einer der beiden Regierungen den Frieden störe. Das gemeinsame Abkommen wolle Völkerbund und Prinzipien des Schiedsgerichts sicherstellen. Es sei der einzige Weg zur Kriegsverhinderung. Die Beratungen, die zwischen beiden -Regierungen stattgefunden hätten oder stattfinden würden, medeuteten aber nicht ohne weiteres, daß es England und Frankreich die Verpflichtung anferlege, dem Partner bewaffnet beizuspringen oder mit ihm in künftiger kriegerischer Auseinandersetzung zusammenzuarbeiten.
Die Hauptunterzeichner des Kellogg-Paktes
Kellogg
Benesch
Briand
(Frankreich)
(Amerika) (Tschechoslowakei)
Manzoni i Cushendun Zaleski
(Italien) t (England) (Polen)
Russischer Abrüflungsvorstoß in Genf.
Für sofortige Einberufung der Abrüstungskonferenz.
Fn Moskau wird eine Anfrage veröffentlicht, die Litwinow wegen des Zeitpunktes der Wiedereinberusung der Abrüstungskommission am 20. August a«i dm Bo:r- sitzenden des Vorbereitenden Abrüstungsausschusses des Völkerbmrdes, Louden, gerichtet hat. In dem Schreiben wird daraus hingew«esen, daß auf der lebten Tagung dre russische Delegation den Entwurf eines Abkommens über die teilweise Äbâstung unterbreitet habe. Der Vorbereitende Abrüstungsausschuß habe mit Stimmenmehrheit be- schlossen, die Prüfung dieses Vertragsentwurfs bis zur nächsten Tagung des Borbereitenden Abrüstunasaus- schusses zu verschrieben. Jedoch se, ein Termin für die Einberufung der nächsten Tagung nicht festgesetzt worden. Ein Beweggrund für die unbestimmte Vertagung der Em- berufnng der nât fisten Session fc- durch das englisch- französische Flottenkampromiß nunmehr beseitigt' Ohne sich auf eine Bewertung dieses Kompro- Misses einlassen zu wollen, müsse festgestellt werden, daß schon das Zustandekommen ^ses Kompromisses den Grund für die Vertagung der Arbeiten des Abrüstungsausschusses beseitige. Außerdcin müsse darauf hlnge- wie eu werden, daß der größte Teil der Abordnungen die an der fünften Tagung te.laenommen hatten, unkt dem Eindruck des Vorschlages Kelloggs, den Krieg für ungesetzlich zu erklären, gestanden habe. Es sei auch zu bedenken daß die Urheber des Paktes davon sprachen, daß kein Zusavnnenhcmg zwischen dem Kellogg-Pakt und der Abrüstung Destehe.
Aus diesem Grimde erlaube er sich in seiner Eigen- sckâ als Mitglied des Vorbereitenden Abrüstungsausschusses dem Präsidearten die Frage vorzulegen, welche Tat- sachen es immöalich gemacht hätten, die Vorbereitende Ab- rüstungÄommission vor der bevorstehenden Tagung des Völkerbyndes Mammenzurufen.
Kleine Zeitung für eilige Leser
* Das Reichsbahngericht hat sich für eine Erhöhung dell Eisenbahntarise ausgesprochen. y
- * Der in Paris tagende Internationale Studentenverbanll hat eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Deutschen Swdenten» verband beschlossen. Infolgedessen schied die Deutsche Stuben» tenschaft aus der bisher bestehenden Arbeitsgemeinschaft aus^ ‘‘ * Der russische Volkskommissar Bucharin erklärte, daß Ruß^ land dem Kellogg-Pakt beitreten werde.
* Auf der Newyorker Untergrundbahn entgleiste ein Zug, wodurch zahlreiche Personen getötet und verletzt wurden.
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Oer neue König von Albanien.
Wie die Königswahl vor sich ging
Aus Tirana wird gemeldet: Die vor einigen Tagen gewählte Verfassunggebende Nationalversammlung hielt am Sonnabend ihre erste Sitzung ab, in der auch Achmed Zogu erschien. Die Eröffnungsrede hielt der Minister des Äußeren, Elias Beg Vrioni, worauf die Abgeordneten Achmed Zogu eine stürmische Ovation bereiteten. Darauf verließ dieser das Parlament. Die Nationalversammlung nahm sodann das Gesetz über die Proklamierung des Königtums an und faßte einen formellen Beschluß, die Krone Achmed Zogu anzubieten. Dieser Beschluß wurde durch eine besondere Abordnung Achmed! Zogu mitgeteilt, der die Wahl zum König an* nahm. Gleichzeitig wurde die Königliche Stan- h a r t e auf dem Parlamentsgebäude gehißt. Die Geschütze feuerten einen Ehrensalut ab, womit dem Volke Albaniens die Wahl des Königs bekanntgegeben wurde.
Ansprache des polnischen Staatspräsidenten an Vertreter der Bauernschaft.
wtb. Warschau, 27. Aug. In Spata, der Sommerresidenz des polnischen Staatspräsidenten, begann gestern das zweitägige Erntefest, zu dem Bauernabordnungen aus allen Teilen Po- lentz..,e.Metroffen wa^ep- Diesem Fest wird unter der gegenwärtigen Regierung besondere Bedeutung beigelegt. Der Staatspräsident und sämtliche Minister, ^weit sie nicht zur Zeit im Auslande weilen, nahmen daran teil. In seiner Ansprache an die Vertreter der Bauernschaft betonte der Staatspräsident die Bemühungen der gegenwärtigen Regierung, deren führende Gestalt Marschall Pilsudski sei, die Bauernschaft zu unterstützen und zu fördern. Der Präsident warnte zugleich in deutlicher Anspielung auf die radikalen Parteien vor den wirklichkeitsfremden Phantasten, die das Land unsinnigen reformatorischen Versuchen aussetzen wollten. In noch schärferen Worten sprach der Präsident unter Anspielung auf die kommunistischeAgitä« tion von Leuten bösen Willens, auf welche die Bauern gleichfalls nicht hören sollten. An dem. Erntefest nehmen über 10 000 Personen teil.
Die Erhöhung der Bahniarife<
Zustimmung des Reichsbahngerichts.
Wie zuverlässig gemeldet wird, hat das von der Deut-» schen Reichsbahngesellschaft und dem Reichsverkehrs-« Ministerium angerufene Reichsbahngericht sich der Notwendigkeit der Erhöhung der Reichsbahntarise mit einer gewissen Begrenzung nach oben nicht verschließen können. Die Reichsbahn erwartet die Übermittlung des Urteils in den nächsten Tagen.
Die Reichsbahn hatte seinerzeit ihren Geldmehrbedarf auf 250 Millionen Mark beziffert; in welcher Höhe das Reichsbahngericht das Vorliegen eines Geldbedürfnisses anerkennen wird, ist noch nicht bekannt, doch wird erklärt, daß die kommende Tariferhöhung ungefähr dem ursprünglichen Antrag der Reichsbahngesellschaft entsprechen dürfte.
Da die Vorbereitungen der Reichsbahn für die Erhöhung seit langem getroffen sind, ist diese voraussichtlich schon am 1. Oktober zu erwarten, und zwar sowohl für Personen- wie Güterbeförderung. Im Güterverkehr sollte nach den ursprünglichen Plänen der Reichsbahngesellschaff eine Erhöhung von 10 bis 11 Prozent eintreten. Jnv Personenverkehr soll eine Tariferhöhung, wenn irgend möglich, mit der Einführung des Zweiklassenshstems, d. h. des Übergangs zu einer Polster- und einer Holzklasse, verbunden werden.
Reichsbahn gegen MohoimWrauch.
Aufklärung im Dienstilnterricht.
Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn Hak nach Benehmen mit dem Hauptbeamten- und -betriebsrat ein Schreiben an den Deutschen Verein gegen den Alko- bolismus gerichtet, in dem sie darauf hinweist, daß das Reichsbahnpersonal von der Erkenntnis durchdrungen sein muß, daß die völlige Enthaltsamkeit in der Dienstbereitschaft und im Innendienst an Bedeutung gewinnt, je mehr die Reichsbahn dazu übergeht, die Berriebs- leistunaen, insbesondere die Zuggeschwindigkeiten zu erhöhen. Die Reichsbahn ist der Auffassung, daß die Mäßigkeitsbestrebungen am besten gefördert werden durck eine planmäßige Aufklärung der Bediensteten über die Nachteile und Gefahren des Genusses geistiger Getränke. Diese Aufklärung soll geschehen im Dienstunterricht innerhalb des Lehrplans der Verwaltungsschulen sowie im Dienstvortragswesen. In diesem Zusammenhänge wird empfohlen, einem Eisenbahnmäßigkeitsverein beizutreten, •vtn in diesem seine Kenntnisse zu erweitern, sowie durch Einwirkung der Reichsbahnärzte und durch einschlägigen Lesestoff in den Aufenthalts- und Übernachtungsräumen. Die Aufklärungsarbeit ist durch geignete Maßnahmen nachdrücklichst zu fördern.