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5 Zulöaer /lnzeiger

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^203^1928

Fulda, Mittwoch, 29. August

5. Jahrgang

Kleine Zeitung für eilige Leser

I . Llcksaußenininister Dr. Stresemann ist auf der Rückreise in Baden-Baden emgetrofsen, wo er einen mchr- I Kuraufenthalt nimmt und am nächsten Sonntag mit I ^Kmler Müller-Franken eine Unterredung haben wird. I 'n Berlin fanden im Anschluß an die Interparlamen- ' Konferenz Unterredungen zwischen deutschen und ' < »ii Parlamentariern statt, die eine Annäherung der Länder in den schwebenden Fragen erleichtern sollen. - b Reichsbahn soll beabsichtigen, ihre Tariferhöhung ab I 1 Her d. & durchzuführen.

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W Minderhettenproblem..

I K August wird in Genf der Vierte Europäische rwmwl^ eröffnet. Der Name selbst könnte k tiâM irreführen. Es handelt sich bei dieser Zusammen- Uknistmdie Vertreter der nationalen Min- K 0 e i t c n in den einzelnen Staaten, besonders in die auf Grund der Friedensverträge neu entstanden I sicher einen beträchtlichen Zuwachs an Land und damit an Mitgliedern fremder Stationen gewonnen haben, neue Genfer Kongreß erfuhr gewisserrnaßen eine f Weitung durch die Verhandlungen der Berliner Tagung I Mrparlamentarischen Union. In dem Berichte des Wemralsekretärs spielte die Behandlung der Minoritäten i dm einzelnen Staaten ein" eroße Rolle. Es konnte t dethalb nicht ausbleiben, > sich in der Vollversammlung

W du Union eine längere Debatte über das Minoritäten- MMmentsvov. Dabei fand besonders die Rede des Ver- d a deutschen Minderheiten in Lettland, Schie- 'rrf-rf^ Fn«-rett«. dm mit Br- MEslen Wußte, daß sich die Lage der Minder- MM im aPaemeinen verschlechtert habe. Von Lettland er löblicherweise zugestehen, daß man dort schon Mmi'Merhin erträgliche Lösung gesunden hat, so daß es I bet teutschen Minderheit in Lettland möglich wurde, sich Waltidzam Lettischen Staate einznstellen. so daß von dieser Weite ans wohl kaum Erschwernisse für Lettland zu er- FWnjinb.

d Wie Herr Schiemann gleichzeitig feststellte, bat^r- die Anzahl der Beschwerden der Minder- Bftiten beim Völkerbünde nachgelassen. Er hat Wei gleichzeitig den Nagel auf den Kopf getroffen, als er die Erklärung abgab. daß bei den Minderheiten der Wmd zu Klagen nicht geschwunden ist, sondern daß diese das Vertrauen zum Völkerbünde ver- k lncn haben. Das ist eine Feststellung, die sich immer- der Völkerbund gesagt sein lassen muß. Hier hat der Möllnbund ein Urteil von Leuten, die nack den Statuten Meö Völkerbundes durchaus als seine Schützlinge zu Welien haben.

, Der Minderheitenkongreß fällt mit den Beratungen Mee Nkerbundrates zusammen. Von verschiedenen Sei- das als ein Mangel hingestellt, weil sich die WAniderheilen dadurch der so wichtiaen Resonanz durch die begeben. Es wäre vielleicht praktischer gewesen, Me Tagung vorher abzuhalten, um gewissermaßen dem Wmerbnndrate die Wünsche der Minderb^Uen in den ge- WMn Beschlüssen vorlegen zu können. Ein Hinderungs- diese frühere Tagung des Minderheiten- , W^ mar allerdings tzie Interparlamentarische es ist zu hoffen, daß der Völkerbundrat we- I üW Anregungen dieser Union nicht vor- . mir »as Deutsche ist die Minderheitenfrage besonders. : k»/,^ des Herzens geworden. Durch die Friedens- I so viele deutsche Volksgenossen unter die l binf sl '^mder Nationalitäten gekommen, daß man V ^ ,;^kann, daß die Minderheitenfrage für Europa BßrmtJ V ^' Wche Frage geworden ist. Aus diesem I mJ c kein Wunder, wenn alle Staaten mit einer I t&L^^W Minderheit nur Gegner dieser Mino- s^llung sind und es bei den Völkerbundverhand- r!»?^^^en, als ob es sich hier um Bagatallen und WtM»? um innere Angelegenheiten des betreffender!

"^"delt. Besondere Quertreibereien wurden teitchfn,?? "/".Polen gemacht, die auf dem letzten Minder- I 'Wofern eine Sabotage versuchten, als sie Md ^l'uiktion einer friesischen Minderheit in Deutsch- Mvibt 5 unterdrücktes Volk gefunden zu haben en ^",.^""u unter Protest mit einigen anderen als man den Friesen das Reckt der |Me 9 uf bem Minderheitenkongreß nicht zugestehen bisherigen Erfahrungen ist es nicht anzu- n dem biese Minoritätentagung Wesentliches ber nationalen Minderheiten ändert. Mhallen Ki?^?ü"lch die Reden nicht überall ungehört » ^,//^ien dazu dienen, das Gewissen »Uschiedenen urütteln, der man zeigt, wie von UMtes Gul dersucht wird, der Minderheit ihr B^ite wird ^brache, zu rauben. Von italienischer der aerino->!5^ dervorgehoben, daß es für Italien M^ten keine Min^oMiualen Anzahl von fremden Ele- M^essen. dgf,^ â nderhertenfrage gibt. Hier wird immer Us^e vereinreu- '<§ ^k um über daS ganze Land zer- U"ol, umIndividuen, sondern, wie in Süd- V^er Spracke k ?°mplexe mit eigener Kultur und Vielleicht lassen sich alle die Iden -^^"urzeln !ub?»glauben, durch Zwang eine Minder- khi^5°bs gehen IL1?^6' die Worte Schiemanns durch n unterstrich, daß man mit KV»* mm/dan n? Assimiliation erreichen Whei, ^^ändnis si^^" burch wohlwollendes Eingehen M â erreichen kann'^ätionale Eigenart der Minder- Men^?^" "tuen auch wenn sie zwangs-

B b Element dieses S^t ^â^ ^inegliedert ist, doch ein

Kellogg-Vertrag und

Einladung zum Friedeus-att

au alle Mchie.

Dr. Stresemann in Baden-Baden.

in

Nach der Unterzeichnung des Kriegsächtungspaktes Paris am Montag gab der französische Minister des Äußeren, Briand, ein Diner, zu dem die bevollmäch- tigten Unterzeichner der verschiedenen Mächte, darunter auch Dr. Stresemann, das Diplomatische Korps sowie die Mitglieder der französischen Regierung und eine Reihe von Deputierten und Senatoren erschienen waren. Im Anschluß an das Essen wurde ein Empfang abgehalten. Dienstag mittag kurz nach 12 Uhr reiste der deutsche Außenminister Dr. Stresemann mit dem fahrplanmäßigen Zuge von Paris nach Baden,

Dr. Stresemann unterzeichnet den Kellogg-Pakt, /

^ aden ab. Auf der'Fahrt zum Bahnhof fuhr ihm der Wagen des Potizeipräfektcn von Paris voraus. Auf dem Bahnhof wurde Stresemann von einem Vertreter des französischen Außenministeriums und den Herren der deutschen Botschaft empfangen. Dr. Stresemann verab- schiedete sich herzlich noch vom Kupcefeuster aus. Auf der- Reise nach Baden-Baden begleiteten ihn Legationsrat Redlhammer, Konsul Bernhard sowie der ärztliche Be­rater, Professor Hermann Zondeck. Kurz vor seiner Ab­reise hatte Dr. Stresemann noch eine Rundfahrt durch Paris unternommen.

Zahlreiche Delegierte fremder Mächte hatten am Montag den Wunsch geäußert, von Dr. Stresemann empfangen zu werden, so u. a. der englische stellvertretende Staatssekretär Lord Gufbenbun und der belgische Minister

Abrüstungsfrage in Prag

Die Weltkirchentagung.

Nach den einleitenden Reden wandte sich die Welt- konferenz für Frieden und Freundschaft der Kirchen ihrem eigentlichen Hauptverhandlungsgegenstande zu: der Ab- rüstungsfrage. Der Franzose Elie C 0 u n e l l e behandelte zunächst das Abrüstungsprogramm vom weltlichen Stand­punkt aus und forderte eine internationale Polizei, die sich jedoch weniger auf Macht stützen solle als auf die öffentliche Meinung. Den Kellogg-Pakt hält der Vertreter des französischen Protestantismus nicht für weitgehend genug. Der Kriegsöchtungspakt müsse alle Staaten der Welt umfassen. Schließlich sprach sich der Redner zur Aufrechterhaltring, des Friedens für ein obligatorisches Schiedsgericht aus. Der amerikanische Professor Hull erinnerte an das Versprechen, das den Mittelmächten bei Unterzeichnung des Friedensvertrages gegeben worden sei, daß nämlich ihre Abrüstung nur das Vorspiel zu einer allgemeinen Abrüstung sein solle. Er forderte eine

' einfache und klare Kriegsächtung

seitens der Kirche. Angesichts der Furcht, die noch immer die Welt beherrscht, sei es nicht zu erwarten, daß eine Ver­sammlung von Diplomaten oder sonst irgendwelchen Fn- teressenlengruppcn weitgehende Forderungen erheben würde; von einer Versammlung von Kirchenführern müßte' jedoch eine solche Erklärung gegen den Krieg er­wartet werden.

Als deutscher Vertreter nahm der Marburger Umver- sttätsprofessor D. Rade das Wort. Er sprach über das Thema:Moralische Abrüstung, eine erste Notwendigkeit". Der Redner wies auf die nicht auszudenkenden Schrecken hin die der nächste Krieg über das Volk der Nichtkombat­tanten bringen würde. Sollte es demgegenüber nichts wirken, wenn die christlichen Kirchen einmütig den Völkern und Staaten zuriefen, nbzulassen von dem gottlosen Wahnsinn?

Der frühere englische Parlamentarier Dickinson- London stellte fest, daß die Friedensverträae durch die Völker-

des Äußeren Hymans. Dr. Stresemann konnte diesen Wünschen jedoch mit Rücksicht auf seinen noch nicht ge­festigten Gesundheitszustand keine Folge leisten. Strese- Anann wird in Baden-Baden für mehrere Wochen Aufent- "alt nehmen. Am Sonntag hat er eine Besprechung mit Dem Reichskanzler Müller- Franken, der auf der Reise nach Genf in Baden-Baden Station machen wird.

Gedankenaustausch CoolidgeDoumergue.

Der Präsident der Vereinigten Staaten hat an den Präsidenten der Französischen Republik nach der Unter­zeichnung des Paktes ein Telegramm gerichtet, in dem er ausdrückt, er sei sicher, daß überall in der Welt der Wille zum Frieden bestehe. Mit dem Pakt sei ein großer Schritt vorwärts geschehen zur Aufrechterhaltung ber friedlichen Beziehungen zwischen den Ländern und ein hochwichtiges Dokument in der Geschichte der Zivilisation geschaffen. Präsident Doumergue antwortete, auch nach seiner Überzeugung entspreche der Pakt den tiefsten Wünschen der Menschheit und er sei sicher, daß auch die bei der Unter­zeichnung nicht anwesenden Mächte alsbald sich an dem Friedensinstrument beteiligen würden.

Einladung an die Nichtunterzeichner.

Nach einer amtlichen Mitteilung aus Paris hat die amerikanische Negierung ihre Vertreter in den interessierten Staaten sofort angewiesen, den Regierungen der Mächte, die den Pakt nicht unterzeichnet haben, die Tatsache der Unter­zeichnung und den Text des Vertrages mit den Beitritts­bedingungen bekanntzugeben. Es wird dabei bemerkt, daß die Regierungen schon jetzt dem Vertrage beitreten können, ohne sein Inkrafttreten abzuwarten. Nur bei zwei Mächten sei Amerika nicht in der Lage gewesen, die Einladungen aus­zusprechen: erstens bei Sowjetrußland, mit dem sie keine diplo- malischen Beziehungen unterhalten, und zweitens bei A f g h a- n i st a n, das sie zwar anerkanni habe, wo sie aber keinen offiziellen Vertreter besitze. Die französische Regierung hat deshalb die Mitteilung an diese beiden Mächte übernommen.,

Rußlands Anilvort.

Der französische Botschafter Herbette in Moskau über­reichte dem stellvertretenden Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten. Litwinow, die offizielle Einladung an die Sowjetregierung, dem Kellogg-Pakt beizutreten. Litwinow ersuchte den Botschafter, ihm ein Verzeichnis aller Regierun- gen zu übermitteln, denen die gleiche Aufforderung zugegangen sei. Ferner bat er um Einsichtnahme in die gesamten diplo­matischen Aktenstücke, die sich auf den Kellogg-Pakt beziehen.

Litwinows Abrüstungszweifel.

Gleichzeitig gab Litwinow eine Mitteilung der Sowjets regierung an den Generalsekretär des Völkerbundes bekannt, in der Ablehnung der durch Deutschland vermittelten Einladung zur Teilnahme an der Vorbereitungskommiffion des Völkerbundes 3nm Entwurf einer Vereinbarung über die Kontrolle der Rüstungsindustrien ausgesprochen wird. Dazu, sagt die russische Ablehnung weiter:

Da durch den Völkerbund nichts geschieht, um die tatsâch- Ache Abrüstung durchzuführen, ist die Sowjetregierung der Meinung, daß ihre Teilnahme an der Konferenz zur Vor­bereitung der Kontrolle über die Rüstungen nur dazu bei- tragen würde, die Völker der Welt in die täuschende Meinung zu versetzen, daß etwas für die Aufrichtung des Friedens geschieht.

bundsatzuna die Bedingung allgemeiner Abrüstung ge­bunden seien. Das Vertrauen zuni guten Willen der be­teiligten Staaten sei erschüttert. Der Leiter des Internatio­nalen Arbeitsamtes in Genf, Albert Thomas, der am per­sönlichen Erscheinen verhindert war, hat seine Rede schriftlich eingeschickt, die zur Verlesung kommt. Im Wirken für dauernden Frieden auf der Grundlage von Gerechtigkeit und Freiheit erblickt Thomas das gemeinsame Ziel von Kirche und .Arbeiterschaft.

Auch die Rede des am Erscheinen verhinderten griechischen Gesandten in Paris, Politis, wurde verlesen. Die Hol- länderin Frau van Eeghen berichtete über die Friedens- arbelt der verschiedenen internationalen Frauenverbände.

Neutsch-polnische Konferenz in Verlin..

Parlamentarische Aussprache.

Im Rahmen der Tagung der Interparlamentarischen Union zu Berlin kam es am Montag und Dienstag aus Veranlassung der Mitglieder der polnischen Delegation zu Besprechungen zwischen den Mitgliedern der deutschen und der polnischen Delegation. Die Verhandlungen leitete Reichstagspräsident Löbe.

Nach längerer Debatte wurde folgende Veröffent­lichung beschlossen: ,

Anläßlich der Tagung der Interparlamentarischen Union fanden auf beiderseitigen Wunsch Besprechungen zwischen Delegierten der polnischen und denen der deut­schen Gruppe statt. Sie bezogen sich zunächst und vor­nehmlich auf den deutsch-polnischen Handels­vertrag und seine Voraussetzungen. Dabei wurden aber auch politische Fragen und solche kultureller An­näherung der beiden Staaten untereinander besprochen. Es wurde die Möglichkeit der Fortsetzung eines unmittel­baren Kontaktes der Parlamentarier beider Staaten in Aussicht genommen. Auf beiden Seiten wurde es dank­bar empfunden, daß diese Aussprache stattfinden tonnte/*