Zuloaer Anzeiger
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^207^1928
Fulda, Montag, 3. September
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5. Jahrgang
Kleine Zeitung für eilige Leser
. m-ukskanzler Müller-Franken mit den übrigen noch in f „ verbliebenen Herren der deutschen Delegation ist nach j und batte unterwegs eine Besprechung mit I ^Stresemann in Baden-Baden.
Untersuchungssache gegen Hugo Stinnes jun. haben Vernehmungen und Haussuchungen stattgefunden, die bs- K Material zutage gefordert haben sollen.
' «c^n -Thüringen ist bisher keine Vereinbarung über die Bil- I ' Ljer Negierungskoalition zu erzielen gewesen.
I ’ An einer französischen Pulverfabrik ereignete sich eine e Dtmamitexplosion. Acht Arbeiter wurden getötet und «Mschwer verletzt.
n
Mtzlaub und Amerika.
^cr russische Kommissar für Auswärtige Angelegen- hriieK Litwinow, hat dem Moskauer französischen Bot- Mter mitgeteilt, daß die Sowjetregierung bereit ist, den «riecisächtungspakt zu unterzeichnen. Der Weg über den französischen Botschaster mußte gewählt «rdcn, weil die Vereinigten Staaten die Sowjetregie- « nicht anerkannt haben und deshalb auch keine Ver- irefuna in Moskau unterhalten. Deshalb hatte man den irniizösischen Botschafter in Moskau beauftragt, die ameri- imische Einladung zur Unterzeichnung des Kellogg- Pâs zu übermitteln. Der französische Vertreter war ja zu dieser Vermittlung besonders geeignet, da der Unter» zeichnungsakt in Paris vor sich gegangen ist.
Den Gepflogenheiten der Sowjetregierung ent» Zechend hat man es bei dieser Gelegenheit nicht unter» lagen, auch über andere Dinge, die man mit dieser An- Mlegenhci! für verbunden erachtet, sich das Herz auszu- Mim. Was ein großer Teil der Weltpresse gegen» über dem Kellogg-Pakte und seinen Wirkungen nur verblümt aussprach, das hat Herr Litwinow mit größter Offenheit getan. Er wies bei dieser Gelegenheit auf ben schroffen Gegensatz hin, der in der Tatsache liegt, daß man sich in Paris zur Unterzeichnung des Kellogg- PM» bcreitfand, aber gleichzeitig die Abrüstungsfrage nach jeder Richtung hin sabotiert. Erst kürzlich hat sich ja Minow bewogen gefühlt, bei der Genfer Abrüstungs- kMMissioil anzufragen, ob das Versprechen eingelöst werden wird, die Kommission noch vor der Völkerbundver- fummlung zusammentreten zu lassen. Dafür ist aber gar leine Aussicht vorhanden, zumal wir erst dieser Tage wieder das Schauspiel erlebten, daß man sich in der Frage der Kontrolle der privaten Waffenfabrikation nicht einigen konnte, so daß auch die Erledigung dieser wichtigen An- «elegenheit so gut wie ins Wasser gefallen ist. Man hat dier bei allen beteiligten Staaten, mit Ausnahme der durch die Kriegsverträge zwangsmäßig entwaffneten, wieder feststellen können, daß jeder für die Abrüstung des Adern ist, aber selbst nicht den Anfang machen will. Das V cm Zeichen, wie sehr das M i ß t r a u e n n 0 ch i m m e r ui der Welt vorherrscht. Es ist deshalb nicht Mivichtig, wenn Herr Litwinow der Welt wieder einmal m Gemüte führt, ein wie großer Wahnsinn es ist, dem «mge die Ächtung erklären zu wollen, aber andererseits sofort eine völlige Abrüstung in die Wege zu leiten.
„Än gewisser Beziehung kann man in d r Tatsache der Änderung zur Unterzeichnung des Kellogg-Paktes an âilhmd eine Art Anerkennung der Sow jetten du r ch die Vereinigten Staaten sehen, '^^ikanischer Seite wird man das zwar bestreiten. E,d^ufforderung zur Unterzeichnung liegt aber ohne
Meinung, daß ohne Beteiligung einer so Ö Macht, wie es Rußland auf alle Fälle ist und blei» A ^d' jedes internationale Abkommen nur ein 93rudj»
Etwas Ähnliches haben wir ja auch in 2'aW Die Vereinigten Staaten halten durch ihren 'tenrK in Schanghai der Nankingregierung die zur Unterzeichnung des Paktes zugehen mA • Vereinigten Staaten haben aber auch die ItzjsU Sregrenmg noch nicht anerkannt. Die nationa- Pk.ss.^^uesische Regierung kann, wie die chinesische «ahnn rK Recht hervorhebt, in diesem Schritt eine Maß-
■ Röen, die einer Anerkennung gleichkommt.
bitt* h;n Uage der Anerkennung der Sowjetregierung èntl-^ M ^""ilten Staaten beschäftigt schon lange die eine iwl m^uuull beider Länder. In Amerika hat man Ander«-^^"^"« gegen das Sowjetsystem überhaupt. Diäten ^"He man natürlich nicht, daß die 93er» schölten d^ä", f1^ selbst aus dem guten Geschäft aus- ^iackt' hioÂ. unleugbar doch eines Tages mit Rußland dafür w™ln kann, zumal ja Anzeichen vorhanden sind ânt'dak n^" fu Rußland immer mehr einzusehen be» An. p. „ ^, nicht mit dem Kopf durch die Wand rennen deute auf mn™ f(^beâ Weltsystem läßt sich eben von ^0Netoi§^ *"cht auf den Kopf stellen, wie es der Jaffer in tun will. Er hat deshalb schon viel ^ auch fürd^- ^wmunistischen Wein gegossen und wird ^c ganze Reib" ?Un rüsten. Dazu kommt noch, daß Ekland Fuß wuerlkanischer Firmen schon längst in Wesentlich eXXstV ^uben. Das dürfte zukünftig noch Rehungen oski,,v^it werden, wenn diesen privaten Be- uiZlelle diplomatische folgen.
” K«^cnbllr9 Mittwoch in Berlin.
5(1 aug von Hindenburg kehrte von
Sinin? ift fiSJ^ Jugd ist sehr gut verlaufen, bei y von Schilâr ^r^ident von Hindenburg mit der Sei'HiAi ?5h acfahrcH '?? General Hemmer narb Reitberg «A't längÄ".; w° er un Frauenkloster sich mit der MA c IainâMi luy.A uuterh^elt. Abends kehrte er wieder- Minck», ^m SbcU ^-Am Dienstag wird er in München- bL"' um sich"Lt^Mben Tages verläßt Hindenburg dem D-Zug wieder iTid) BsMn zu
Franko - britisches Flottengeheimnis.
Der Marinepakt London-Paris.
Ruf nach Veröffentlichung.
Mit der größten Hartnäckigkeit wird nach wie vor jede Lüftung des Schleiers verhindert, der über dem Flottenabkommen zwischen England und Frankreich ruht. Amerika steht der Sache mit dem äußersten Mißtrauen gegenüber, was z. V. dadurch bewiesen wurde, daß Herr Kellogg auf seiner Heimreise es fast brüsk verm.ed, englischen Boden zu betreten. Die englischen Blätter bemühen sich zwar angelegentlich, das ganze Abkommen als ziemlich harmlos hinzustellen, ohne damit irgendwo viel Glauben zu finden.
Das Londoner Blatt „Exchange Telegraph" meldet aus angeblich zuverlässigster Quelle, die Abmachung sei aus keinen Fall als ein Übereinkommen zur Zusammenarbeit beider Länder in Kriegs- und Friedenszeiten auszu- faffen, es werde vielmehr dazu beitragen, den Weg zu einem allgemeinen Übereinkommen in der Abrüstungsfrage
Zer ReWsizler firkit RHMMesrciullii.
Das wichtigste politische Problem.
Reichskanzler Müller sagte vor seiner Abreise aus Berlin nach Genf dem Berliner Vertreter des „International News Service" auf dessen Frage, welches zurzeit das wichtigste politische Problem für Deutschland sei, u. a.:
Das ganze deutsche Volk ist sich ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit im gegenwärtigen Zeitpunkt in nationaler Hinsicht in einem Wunsche einig. Es ist dies die BuiWefrnng der aus deutschem ^Uebiet stehenden französischen, englischen und belgischen Besatzungsarmeen in Stärke von rund 67 000 Mann. Man versteht nicht mehr in Deutschland, weshalb diese Truppen auf deutschem Boden belassen werden, nachdem sowohl auf dem Gebiete der Reparationszahlungen als auch aus dem Gebiete der militärischen Abrüstung Beweis über Beweis erbracht worden ist, daß man deutscherseits gewillt ist, den den früheren Gegnern gegenüber übernommenen Verpflichtungen voll und ganz nachzukommen.
Kein Staat hat mehr für allgemeine Sicherheit getan als. Deutschland. Deutschland hat mehr als irgendein anderes Land abgerüstet. Das in der Vergangenheit von uns Geleistete, das für die Zukunft von uns Gewollte gibt uns das Recht, zu fordern, daß die Besatzungstruppen unser Land verlassen.
ReWbMzler Müller bei Dr. ©trefemaan.
Die letzten deutschen Beauftragten für die Beratungen in Genf reisten Sonnabend ans Berlin ab. Die Gesaintdclegatiou besteht nunmehr aus folgenden Herren: Führer der Abordnung ist Reichskanzler Hermann Müller. Delegierte: Staatssekretär von Schubert und Ministerialdirektor Gau», stellvertretende Delegierte: Graf Bcrnftorsf und die Ab- geordneten Dr. B r e i t i lt' c i d , Prälat Kaas, iM n r o n R h e i n b a ben , Sachverständige: Staatssekretär v. Simo », Reichsprcssechcf Zechlin Admiral Baron Freiibcrg, Bölkerbundreferent im Auswärtigen Amt Baron Weitz- s z ff c r, Oberst von Bötticher. Graf Schwerin.
Reichskanzler Müller unterbrach die Fahrt 'n Baden- Baden mehrere Stunden, um sich mit dem Reichsaußenminister Dr. Stresemann ausführlich über die schwebenden Fragen zu unterhalten.
Wichtige Fragen aufgeschoben.
In Genf selbst trat der Völkerbundrat Sonnabend erneut zu einer öffentlichen Sitzung zusammen, in der Fragen von geringerem Interesse zur Behandlung kamen. So wurde der Tätigkeitsbericht des Ausschusses für internationale geistige Zusammenarbeit ohne Aussprache angenommen und der Generalsekretär beaufhugt, den Vorentwurf einer Konvention zum Schutze des wissenschaftlichen Eigentums allen Mitgliedern unb Nichtmitgliedern des Völkerbundes zur Kenntnis zu bringen. Bei dem Bericht der Mandatskommission besprach der holländische Autzuiminister Bcelacrts van Blokland als Berichterstatter insbesondere die Stellungnahme des Ausschusses zu dem zwischen England und deniEmirvon
Zogu I.
Proklamation des albanischen Königs.
In der Sitzung der Konstituierenden Nationalversammlung zu Tirana wurde die von der Kommission ausgcarbeitcte Verfassungsreform durch AMamation angenommen. Der Regimewechsel fand in der Kammer nach erfolgter Proklaination Zogus zum König von Albanien, die mit 101 Kanonenschüssen angekündigt wurde, Beifall. Eine neungliedrige Kommission begab sich zur Villa Zogus, um ihm die Königskrone anzubieten.
Später begab sich Zogu, begleitet von Kavallerie- offizieren und von der begeisterten Bevölkerung, in das Parlament zur Eidesleistung. Gleichzeitig wird bekannt, daß die Führer der Republikanischen Partei einen Aufruf veröffentlicht Haven, in dem sie unter Drohung mit einer Revolution ein Eingreifen des Völkerbundes und der Großmächte gegen die Tyrannei des neuen Königs von Albanien jordern.
frei ^u machen. Alle Schiffsgattungen, die noch nicht den Bestimmungen des Washingtoner Vertrages unterliegen, würden in zwei Klassen, in Angriffs- und VerteidigungS- einheiten, eingeteilt. Neben den Schlachtschiffen würden nur die großen Kreuzer, die mit stärkeren als mit 15« Zentimeter-Geschützen ausgerüstet sind, und die Unterseeboote mit einem weiten Aktiusradius zahlenmäßig und in ihrer Gesamttonnage beschränkt werden.
Der, Ruf nach genauer Veröffentlichung des Abkommens erschallt dagegen in England recht deutlich von der Oppositionsseite her. Denn mit den von Zeit zu Zeit gegebenen Andeutungen will man sich nicht zufriedengeben. So erzählt ein Genfer Mitarbeiter des „Petit Parisien", außer den Sachverständiaen der beiden Admiralitäten batten auch Briand, Sir Austen Chamberlain, Paul-Boncour und der Generalsekretär Philipp B e r t h e l 0 t an den Verhandlungen teilgenommen. Hilfskreuzer, Torpedoboote, Torpedobootszerstörer und kleine Unterseeboote könnten nach Belieben und ohne Kontrolle gebaut werden.
Trans'jordanien abgcschlosieneu Vertrag, ferner die Bemerkungen über die Lage in Syrien und schließlich die Ergebnisse der Untersuchung über den Aufstand tu W e st- Samoa. Nach der Auffassung der Mandatskommission bedürfe der englische Vertrag mit dem Emir von Transjordanien einer Abänderung der Bestimmungen des vom Völkerbundrat 1823 genehmigten Mandatsvertrages über Palästina. Lord Cushendun wandle sich in einer längeren Begründung gegen diese Auffassung.
Auf Vorschlag des Berichterstatters wurde eine Ent« schließung angenommen, mit der der Rat ausdrücklich anerkennt, daß der Vertrag zwischen Großbritannien und dem Emir von Transjordanien mit den Grundsätzen des MandalS übereinftimmt, die vollkommen in Kraft bleiben.
Nach kurzen Erklärungen Paul-Boncours über die im Gange befindliche Schaffung bei Verfassung für SNri e n, wozu er für Frankreich als Mandarsmachl weitgehende Handlungsfreiheit verlangt, und der Zustimmung Lord Cushenduns zu den Ergebnissen der Untersuchung über bte Aufstände in Samoa wurde der Gesamtbericht vom Rat genehmigt.
Der letzte Punkt der Tagesordnung war der Bericht beä Sonderausschusses zur Ausarbeitung einer Konvention übn die Kontrolle der Rüstungsindustrien. Auf Vorschlag DeS rumänischen Ratsmitgliedcs soll diese Frage, über die bekanntlich im Sonderausschuß weitgehende Mein» gSvcr- schiedcnheitcn bestehen, der Bölkcröundversammlung über« wiesen werden.
In der anschließenden »tichtöffentlichen Sitzung behandelt« der Rat das Gesuch der ungarischen Regierung um Weiterbehandlung des rumänisch-ungarischen Optantenstretts in der jetzigen Ratstagung.
Aniwori an Kostarika
Monroedoktrtn wird nicht besprochen,
Der Völkerbundrat in Gens stellte Sonnabend in einer geheimen Sitzung den Text der Antwort an Kostarika fest, das eine genaue Aufllärung über die Bedeutung der amerikanischen Monroelehre gefordert hatte. In der Note wird festgestellt, daß der Völkerbundrat für eine Auslegung der Monroedoktrin nicht zuständig sei, da diese Frage über den Rahmen seiner Zuständigkeit hinausgehe. Die Auslegung der Monroedoktrin könne nur durch die unmittelbar interessierten Staaten erfolgen.
Ferner sagt die Antwort, daß anläßlich der Verhandlungen auf dem Versailler Friedenskongreß über den Artikel 21 des Völkerbundvaktes, der die Monroedoktrin erwähnt, Wilson die Erklärung abgegeben habe, der Völkerbund sei eine Erweiterung der Monroedoktrin, da er die territoriale und politische Unabhängigkeit der Mitgliedstaaten des Völkerbundes garantiere. Kein Artikel des Paktes des Völkerbundes vermindere die souveränen Rechte oder Vervflichtungen irgendeines Mitgliedes des Völkerbltndes. Daher könne der Völkerbund bet Streitigkeiten zwischen den lateinamerikanischen Staaten oder bei Streitigkeiten eines lateingmerikanifchen Staates mit einem anderen Staat jederzeit eingreifen.
Deutschlands Zahlungen pünMch erfüllt.
Parker Gilberts Bericht.
Der Generalagent für die Reparationszahlungen teilt mit, daß in dem mit dem 31. August dieses Jahres abschließenden vierten Jahr des Dawes-Planes Deutschland alle Zahlungen int vollen Umfang und pünktlich gemacht hat sowie daß Überweisungen in einem Betrage vorgenommen worden sind, der den Jahreseingängen im wesentlichen gleichkommt. Die Zahlungen beliefen sich auf 1746 Millionen Goldmark mit Einschluß zweier Zahlungen zur Vollendung der dritten Jahreszahlung, bU erst im September 1927 eingingen und sich auf 75 M^- lionen beliefen. Die vierte Jahresrate selbst beläuft sich auf 1750 Millionen Goldmark und die beiden Zahlungen, die zu ihrer Vollendung notwendig sind, insgesamt rund 79 Millionen Goldmark, werden im September 1928 fällig.