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Fulva, Dienstag, 4. September
5. Jahrgang
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Fliegerglück und -ende
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Die Grönlarrö-KLieger gereiiei
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5« Todessturz des französischen Handelsministers. - ^as Verkehrsflugzeug, das den französischen ^âlsminister Bokanowski, der zugleich Leiter der hMÄustschifsahrt ist, vom Flugplatz Le Bourget zu â Augveranstaltung des Luftfahrklubs der Auvergne Wmont-Ferrand führen sollte, ist, zwei Minuten, unrein cs den Flugplatz verlaffen hatte, in 500 Meter ^. in Brand geraten und abaestürzt. Sämtliche In-
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Der französische Handelsminister Bokanowski.
Zweiwöchiger Marsch durch die Eiswüste. ^^Die schwedischen Flieger Hassel und Kramer, die Mitte August zum Fluge von Amerika nach Schweden mit einer Zwischenlandung in Grönland starteten und seitdem verschollen waren, sind, wie aus Mount Evans auf Grönland gemeldet wird, gerettet worden. Nach einer zweiwöchigen außerordentlich beschwerlichen Wanderung durch die Eiswüste wurden sie von der Hobbs-Expedition gesichtet und geborgen. Die Hobbs-Expedition war durch Eskimos auf die Rauchsignale der beiden Flieger aufmerksam gemacht worden. Beide sind wohlauf. Sie wurden mit einem Motorboot von Hobbs nach Mount Evans gebracht.
Gerüchte um Amundsen.
Die Nachrichten über die Auffindung von Trümmern, die von dem^ Flugzeug Amundsens herstammen sollen und als
^^"f? Tod gelten haben in Norwegen allgemAne »Her "“gelost die sicherlich in aller Welt geteilt wird werden neue Gerüchte aus T r 0 m s 0 e herbreitet ^HÖ^auT“^ das Zeehundfängerfahr.eng
ein bl^ Blaker Der Kapitän berichtete, naß
ein anderes Fahrzeug der Seehundfängerflottille Ioveucr" das zurzeit in der Nähe von Franz-Foseph-Land liege, vor etwa L^n b^^ ein Lagerfeuer beobachtet bâ des Schiffes sei man so überzeugt davon gewesen Kicktet ^ babm, daß man sofort versucht habe, die nehmen eI erreichen Dieser Versuch sei jedoch ni bt gelungen. Man hält es für ausgeschlossen, daß es sich um das k^euer einer Fangergrupve handelt, sondern glaubt vielmehr daß es die Nobilesche Ballongruppe sein könne bei der Reb möglicherweise Amundsen befinden könnte. ' $
Zwischenlandung auf dem Pekingflug.
Die Flieger Ristiz und Zimmermann, die in Dessau zn einem Langstreckenflug nach Peking gestartet sind, sind aus oem Moskauer Flughafen gelandet, weil die Wetterverhältnisse, vor allem die geschlossene Wolkendecke und heftiger Regen, bW Weiterführung des Unternehmens als Nachtflua verhinderten. Es steht noch nicht fest, ob die Maschine zunächst nach Tc"au zurückgebracht und dann ein neuer Versuch unternommen wird oder 00 die Flieaer von Moskau weiter nach Osten starten.
sind, sind aus dem
etterverhältnisse,
Der Völkerbund bei der Arbeit
^ 1W" haben den Tod gefunden, und zwar außer Handels- n' MMEer Bokanowski der Direktor der Internationalen I Wchiffgesellschaft, Lefanc, der Pilot Hain, der Mecha- «iker Vidal und der Funkentelegraphist Willins.
^^t l Die Ergebnisse der sofort von der Staatsanwaltschaft maß M Flugsachverständigen eingeleiteten Untersuchung über ms Unglück zeigen einwandfrei, daß der Unfall auf Ge- Mvmdigkeitsverlust zurückzuführen ist. Erst nach dem Wsschlagen auf den Boden geriet das Flugzeug in Brand. M ist anzunehmen, daß die fünf Insassen bereits vor dem l'Mtu^ des Feuers gestorben sind. Propeller und Maior schlugen mit großer Wucht auf den Boden, der in» der Trockenheit besonders hart war, auf. Der Apparat legte sich vollkommen über die Insassen.
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Ein Angenzeuge berichtet.
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■Mroptjj folgendermaßen: „Ich befand mich am Rande
Flugplatzes als das Flugzeug in e'-a 150 Meter M°^?"^^^og. Plötzlich machte der Apparat eine M^Uurve, was den Eindruck erweckte, als ob er landen ° ^ ^ stürzte jedoch steil ab und geriet etwa 100 ■HMhh 0 bcr Straße, die den Flugplatz begrenzt, in £<...„, Ns kurz nachher Soldaten des dort stationierten
-chkâf sxl . â kurz nachher Soldaten des dort stationierten w-g-4 j'j^,,;^^ herbeieilten, fanden sie nur noch einige - Flugzeuges vor. Ate ^eta
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Mi^ v ”118 oeroeteuten, fanden sie nur noch einige Flugzeuges vor. Die Leichen der Insassen linr Unkenntlichkeit verbrannt. Die Hitze, die Liter brennenden Benzins verursacht wurde, . ’ daß sich die Rettungsmannschaften dem nähern konnten. Man mußte dem Ver- tz^^ltwzeß hilflos zu sehen und erst nach einer Äh»,„4 6 die Flammen erloschen, war es möglich, Èhir Die Körper der fünf Insassen waren beim Keife ''/^ Apparat geschleudert worden und auf diese loiii fpn Ier !dm begraben. Die Leiche Bokanowskis Hengebli (” ^"er Uhr erkannt werden, die um 9.15 Uhr
9 Tagung des Böller-undes eröffnet
.Erstes Zusammentreffen Mülle r—B r i a n b^ .
Von dem finnischen Außenininister Procope, jetzigem Ratspräsidentcil, wurde in Genf am Montag die neunte Versammlung des Völkerbundes mit einer Begrüßungsansprache eröffnet. Procope sprach zunächst aufrichtige Wünsche für die Wiederherstellung von Dr. Stresemann und Sir Austen Chamberlain aus und gab bann eine Zusammenstellung der feierlichen Verpflichtungen aller Vizlkerbuudlmtglieder, Mx dejr-UultureWu rMrUt und für bie Erhaltung des Friedens einzutreten, der eine wesentliche Vorbedingung jeden Fortschritts sei. Nur durch dauernde Anstrengungen könne die internationale Zusammenarbeit und der Frieden gewährleistet werden.
Im zweiten Teil seiner Rede beieuchtete Procope aus dem Arbeitsfeld des Völkerbundes insbesondere zwei Gruppen von Fragen, nämlich die Arbeiten, die im vergangenen Jahre im Verfolg der Weltwirtschaftskonferenz vorgenommen wurden, und die Bemühungen, durch internationale Maßnahmen jenes Gefühl der Sicherheit zu erzeugen, ohne daß, wie er sagte, das Ideal des Völkerbundes nicht erreicht werden könne.
Oie Oeuischen im Saale.
Das Schauspiel des Aufmarsches der Delegationen zur Eröffnungssitzung der Völkervundversammlung hatte auch dieses Jahr wieder ein zahlreiches Publikum angelockt, das im Reformationssaal mit Interesse die Begrüßung der einzelnen Delegationen untereinander beobachtete. Die deutsche Delegation erschien als eine der ersten. Sie begab sich sofort an ihre Plätze, die sich gleich links direkt vor der Rednertribüne befinden. Staatssekretär von Schubert übernahm die Vorstellung von Reichskanzler Hermann M ü l l e r , der nach Ankunft der französischen Delegation Briand aussuchte und diesen« sein Beileid anläßlich des Todes des französischen Handelsministers Bokanowski aussprach, nachdem bereits am Sonntagabend Staatssekretär von Schubert der französischen Delegation einen Beileidsbesuch abgestaltet hatte. Zahlreiche Delegationen und Tclegationssührer. darunter Lord Cushendun und der zum erstenmal erschienene österreichische Bundeskanzler Seipel hielten sich für kurze Zeit an den Bänken der deutschen Delegation zur Begrüßung des Reichskanzlers auf.
Die Versammlung wählte mit 44 von 50 Stimmen zu ihrem Präsidenten den dänischen Gesandten in Berlin, Herrn Zahle.
Natspräsident Procope beglückwünschte den Gewühl» ien, der unter dem Beifall der Versammlung den Präsi- dentcnstuhl einnahm und für die seinem Land und ihm persönlich mit der Wahl erwiesene Ehre dankte.
Auf seinen Vorschlag hin wurden von der Bundesversammlung Svmpathietelegramme an den Reichsminister des^ Äußern Dr. Stresemann und an den englischen Außenminister S i r A u [t e n Chamberlain abgesandt, außerdem ein Beileidstelegramm an die französische Regierung anläßlich des Todes des Hand-us- ministers Bokanowski und des vor einigen Tagen im Haag verstorbenen Vizepräsidenten des Ständigen Internationalen Gerichtshofes, Weiß.
Müller-Franken und Briand.
Der deutsche Reichskanzler Müller war »->"^.-rg abend von Baden-Baden, wo er eine zweistündige Urner» redung mit Dr. Stresemann gehabt hatte, in Genf mit seiner Begleitung eingetroffen. Ebenso traf der französische Außenminister Briand am Sonntag ein Die übrigen parlamentarischen Mitglieder der deutschen Delegation, Staatssekretär z. D. von Rheinbaben, Prälat Kaas und Frau Lang-Brumann waren bereits im Laufe dcs Rachmittags in Genf angekommen.
Viel beachtet wurde eine viertelstündige Unterhaltung zwischen Briand und Müller-Franken, die sich an dessen Beileidsworte wegen des Todes Bokanowskis anschloft. Die Herren unterhielten sich eifrig unter Teilnahme hei deutschen Staatssekretärs von Schubert.
Es war die erste Begegnung zwischen dem Reichskanzler Müller und Briand in Genf. Es besteht allgemein der Eindruck, daß bereits in dieser Unterredung weitere Verhandlungen in Aussicht genommen worden sind.
Man rechnet damit, daß der Reichskanzler nicht länger als eine Woche in Genf bleibt. Ferner verlautet, daß er an der Tagung des zum 11. September einbenrenen sozialdemokratischen Parteiausschusses teilnehmen wird, möglicherweise jedoch nach Abschluß der Tagung wieder nach Genf zurückkehren soll. Über den Gang der zu erwartenden Verhandlung zwischen dem Reichskanzler und Briand über die Räumung des Rheinlandes tauscht matt nur Vermutungen aus.
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Briand sollte mitfliegen.
iiiic beri,^ Außenminister Briand hätte beinahe, $lah Jtt"!."'ird, ebenfalls in dem Unglücksflugzeug ^bütei s,°?wew Bokanowski soll ihm dringend an- !Nch in seinem Flugzeug nach Genf zu
nbcr -’orMlungen Poiucarös hin habe Briand Wrb anlßf iÄ abgelehnt. In der französischen Presse Ntiinben schweren Unglücks heftige Kritik an den " «u französischen Flugwesen geübt.
Mte bu’1 SLJlgl ^’ Alter von 49 Jahren erreicht. Er be- Ädellaiivi,^ ..^"chschnle und wurde später Anwalt am Geordneter ^"ris. Am 10. Mai 1914 wurde er als toCn'0,ratÜcben gewählt, wo er der republikanisch-
Mitoivffi a(s ^',rcH. angeb Bei Kriegsausbruch trat »Krieges ^s-j^Nulllger in das Heer ein, wurde im Laufe Ä Unb °" der So »»i'"k°â>te den ganzen Feldzug in Frank- Manowski Vränwi^. Il^lsront mit. Nach Kriegsende wurde Kackt ^lellung toeVentr^ »«d beeinflußte in
N die ranzösische Wirtschaftspolitik der W ^usschgk^. 'l seinen Anregungen beruhen verschiedene M allem anch do^ ".r^dolitische Gesetze Frankreichs. So feinem Minmä-u französische Wirtschaftsabkommen Ministerium abgeschlossen worden.
SonbcriuanoM Leichenseier.
Mos u^?* nach Paris'^^^ bic Leiche des Handelsministers lal'ellc 0 bcm Handelsmim^ ^urde unmittelbar vom Bahn- lostet ^"gerichtet würd?" ^ ^ ubergesührt, wo eine Not- Rt- An der N 'a?'° Beisetzung findet auf Staats- lnhnicn "° bc§ in Geni n^ werden sämtliche Minister mit 1 en- weilenden Außenministers Briand teil»
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Klarheit.
- Die neunte Völkerbundversammlung ist Montag in Genf durch den finnischen Außenminister Procope eröffnet worden. Für Deutschland ist insofern gegenüber den bisherigen Völkerbundversammlungen eine Änderung cinqetreten, als nicht Reichsaußenniinister Dr. S t r e s e - m ä n n, sondern der Reichskanzler H e r m a n n M u l l e r die deutsche Delegation fuhrt. Es war sonst nicht üblich, daß die Ministerpräsidenten in eigener Person ihr Land im Völkerbünde vertraten, es mußten denn ganz besondere Umstände hierfür sprechen. Die Anwesenheit Müllers gerade auf dieser Tagung des Völkerbundes hat eine besondere Bedeutung, da in Deutschland, wenn auch nicht in den offiziellen Verhandlungen selbst, so doch in den so wichtigen privaten Nebenunterhandlungen Dinge auf dem Spiele stehen, die das ganze deutsche Volk bewegen. Aus diesem Grunde ist es von großer Wichtigkeit, daß der deiltsche Reichskanzler, der offiziell nach innen und nach außen die deutsche Politik vertritt, auch in diesen Fragen mit den fremden Mächten unterhandeln wird. Deutschland hat immer seinen Verständigungswillen und seinen Friedenswillen nicht nur betont, sondern auch Beweise dafür gegeben. Auf diese Tatsache hat der Reichskanzler noch vor seiner Abreise nach Genf einem auswärtigen Pressevertreter gegenüber hingewiesen. Der Reichskanzler hat auf der Fahrt nach Genf einen kurzen Abstecher in Baden-Baden gemacht, wo ihm Dr. Stresemann noch genaue Informationen über den Inhalt seiner Pariser Resvrechungen mit Poincarè und Briand gab, so daß er also im Bilde ist, was in Genf auf ihn wartet.
über die Pariser Unterredungen Stresemanns ist bisher Authentisches nicht bekanntgeworden. Nach allem, ^<3 aber zu erfahren war, muß man annebmen, daß es
sich in Paris gewissermaßen um die Verhandlungen gehandelt hat, endlich einmal reinen Tisch in b e * deutsch - französischen Beziehungen zv- machen. Es wäre verfehlt, wenn man sich deutscherseits einem allzu großen Optimismus hingäbe. Davor schrecken die Spuren der Vergangenheit. Die für Deutschland augenblicklich wichtigste Frage ist die schnelle Räumung des Rheinlandes von fremder Besatzung. Das hat Reichskanzler Müller in der Unterredung mit dem Pressevertreter besonders unterstrichen. Von französischer Seite ist immer erklärt worden, daß es in diese Frage nicht von Frankreich allein abhänge, sondern auch von den anderen Alliierten. Da diese aber im entscheidenden Moment immer in dasselbe Horn zu blasen pflegen, wie unser westlicher Nachbar, so ist es nur richtig, wenn der Hauptwert und das Hauptgewicht in den diplomatischen Unterhaltungen auf die französische An-, j i df t gelegt wird.
Frankreich hat besondere Schmerzen, die auf finanziellem Gebiete liegen. In T h 0 i r p wurde seinerzeit angeregt, Frankreichs Finanzlage durch Mobilisation der deutschen Eisenbahnobligationen zu mildern. Diese Frage trat aber infolge Eingreifens Poincarès in den Hintergrund. Der französische Staatshaushalt für das nächste Fahr balanciert, so wird wenigstens versichert. Man weiß indessen, daß der Ausgleich des Haushalts nur durch ein Finanzkunststück möglich wurde, bei dem die deutschen Dawes-Zahlungen eine große Rolle spielen. Über diese muß deshalb gerade im französischen Interesse einmal völlige Klarheit geschaffen werden. Bei Deutschlands Zahlungswilligkeit ist nicht daran zu zweifeln, daß der französische Etat sich auf dieser Grundlage einige Zeit im Gleichgewicht halten läßt. Der Etat ist aber noch sehr un« beständig. Eine gewisse Stabilität. Wird erst eintreten.