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D. 209 - 1928

Fulda, Mittwoch, 5. September

5. Jahrgang

Hindenburg

Sie Arier am Deutschen Museum.

Grundsteinlegung für das Studiengebäude.

Reichspräsident v. Hindenburg traf Dienstag Zmittag von seinem Sommeraufenthalt zu Dietramszell 1 München ein, um sich an der Grundsteinlegung für das ZMengebäude am Deutschen Museum zu beteiligen. Reichspräsident wurde begleitet vom bayerischen Held und wurde von den Vertretern W Wichs- und Staatsbehörden empfangen. Die Stadt geschmückt. Man sieht zahlreiche Landesflaggen, tau auch die alte Reichsslagge und aus den behördlichen Gebäuden der Stadt die neuen Farben Schwarz-Rot-Gold. Auf dem Bahnhof hat Reichspräsident v. Hindenburg die Front der Ehrenkompagnic der Reichswehr abgeschritten, worauf alsbald die Abfahrt erfolgte.

Im Museumsgebäude waren als Vertreter der Aeigsregierung zugegen die Reichsminister Severing, Schätzel und Hilferding, das bayerische Ge- iMminisierium mit Dr. Held an der Spitze und ein Gloger Kreis von Ehrengästen. Die Festlichkeit begann mit dem Einzug der Zünfte. die die Grundsteinkassetten geleiteten, und einigen Musikvorträgen.

Dr. v. Siemens,

der Präsident des Vorstandsrates des Deutschen Museums, hielt die erste Rede, in der er an die Grundsteinlegung des Museums vor 22 Fahren erinnerte. Er gab einen Überblick. Hf1# die Fortschritte der Technik in den letzten 100 Jahr"!! und die Entwicklung bis heute, die irr Deut­schen Museum veranschaulicht werden. Aber auch Schrift und Zeichnung müßten herangezogen werden zur Ver- uMändigung und zu diesem Zwecke solle das Studien- gcbäude errichtet werden.

Aeichsm'nister des Innern Severing

fühlte aus. das Deutsche Museum sei nicht das Werk einer lltinen Schicht Privilegierter, sondern komme den breiten Msmassen zugute. Aber der Bau dränge zu einer zweckmäßigen Ergänzung mit Bibliothek. Plansammlung md Vortragssälen. Deshalb habe diesesr Tag eine hohe Bedeutung für die Kulturentwicklung des gesamten Bolles. Mit dem Studieninstitut werde dem erhabenen Friedenswerk des Museums weitere Förderung geleistet.

Bayerischer Kultusminister Or. Goldenberger betonte, daß an der Ausführung und Ausstattung des Studiengebäudes nicht nur die verschiedenen Zweige der Wissenschaft, Industrie und Technik sich opferfreudig be­teiligten, sondern ihr Interesse hätten darüber hinaus auch die weitesten Kreise des deutschen Volkes durch Stif- lungen und sonstige Mithilfe gezeigt. Der Minister sprach allen Beteiligten den Dank aus und gab sodann bekannt, daß der Mufeumsring in Gold an 20 und in Silber mit Goldplatte an 17 besonders verdiente Persönlichkeiten in diesem Jahre von der bayerischen Staatsregierung ver­nehm werde. Unter den Empfängern des Ringes be- Wn sich Reichspräsident v. Hindenbu g, Reichstags- Mstdeni Löbe, Reichspostminister Dr. Schätzel, Reichs- '^'Minister a. D. Dr. Köhler, Reichsbankpräsident Dr. Wilt, der Chef der Marineleitung, Admiral Zenker, Zahlreiche Vertreter der Industrie, der Kunst und Beamtenschaft.

Aeßammerfchläge des Reichspräsidenten â?^prâsident von Hindenburg führte nunmehr die FEmerschläge auf den Stein mit den Worten: Arbeit, deutschem Aufstieg und deutscher Zu- biene dieser Bau. Alles Streben und Schaffen, das «n^lei stet wird, möge geleitet sein von dem Gedanken: âNirrs Vaterland!" bpl^^'^^^prästdenten folgten Ministerpräsident Dr. (ünbA < ^§m*nifter des Innern Svering, Kultusminister Arberger und der Leiter des Museums Oskar von der w« < V dem Deutschlandlied endete die Feier. Bei SeiAa^.-rV dachte die zahlreiche Volksmenge dem ^'chsprastdenten Huldigungsruse dar.

JHebe Hindenburgs beim Festbankett.

fteite-L^ sand nachmittags ein von der

«ebenes ^»m"^ ?ud der bayerischen Staatsregierung ge- V i^banM statt, bei dem Reichspräsident lind ifn m ?t^?ur9 das Worte an erster Stelle nahm aussuhrte:

Männer der"^."^- ^bsondere Freude, so viele bedeutende lammen mit

klne besondere Freude, so viele bedeutende .........putschen Wissenschaft und der Wirtschaft zu- rischen Lanv^"- ^tretern des Reiches und der baye- Dank abTuftat^ begrüßen zu dürfen und ihnen den NmunLL?! das, was sie für die neue Unter- ^crl des ».^stet haben. Der neue Studienbau wird das Wirkung zwisa.p» d^Museums krönen und die Wechsel- N"le Haus L^rbert und Wissenschaft fördern. Dieses lands bestimmt ye^». Angelegenheit des ganzen Deutsch- b" Menschheit'.^Wn Volke und darüber hinaus ' 3 dienen als ein

Mt -»*** »er Eintracht

W" Fortschrtzten^» Streben nach wissenschaftlich-tcch. i L ® ° 9e"«X Ä Erreichung Wer WuW« am A?uf dem Gebiet? ^" ^ e n sind nicht nur vor- TrnN!^ Gebieten '^ der Kunst, sondern auch von jeher «u geme?^ Die schöne alte ^üil k^ ^ und Stawn-»^^° kultureller Dinge durch. Schaft ist hi» "^Wallung, durch Wissenschaft und r au^ 'n der Not unseres Volkes nicht

in München.

untergegangen. So haben das Reich und alle deutschen Länder sich gern damit einverstanden erklärt, das Deutsche Museum und alle seine Ergänzungen in Bayerns Haupt­stadt zu errichten. Das Deutsche Museum ist ein leuchtendes

M8MN

Das Deutsche Museum in München.

In der Ecke der Schöpfer des Museums Oskar von Miller.

Erst 1930 Abrüstungskonferenz.

Rheinlüüdsfragen M Genf.

R e i ch s k a n z l e r M ü l l e r i m Präsidium.

Bei der Wnist der Vizepriistdenien für die Vollver- lammlungen des Völkerbundes in Genf wurde der deutsche Reichskanzler Müller - Franken mit 38 Stimmen ge­wählt. Ferner Briand, Lord Cushcudun für England, der kanadische Ministerpräsident Mackenzie, der Italiener Graf Adatschi und Bundeskanzler Seipel-Lsterreich. Ferner wurden die Präsidenten der einzelnen Kommissionen ge­wählt. Die sechs Vizepräsidenten bilden zusammen mit den Kommissionsprâsidenten, dem Präsidenten der Voll­versammlung und dem Bureaupräsidenten das Bureau der Vollversammlung.

Nach der Wahl des Präsidiums beschloß man, den An­trag Englands auf Untersuchung des Opiumhandels nach- 1 träglich auf die Tagesordnung zu setzen, die auch im einzelnen genau geregelt wurde. . Von dem deutschen Außenminister Dr. Stresemann ist ein Danktele­gramm eingelaufen, in dem er die Hoffnung ausfpriM, an der nächsten Völkerbundversammlung wieder teil­nehmen zu können.

Die ^äumungsfrage.

Montag fand keine weitere Besprechung zwischen der deutschen und der französischen Delegation über die Räumungsfrage statt, wie man es vorher erwartet Harte. Ein Termin für die Ausnahme der offiziellen Verhand­lungen ist nicht festgesetzt. Man erwartet aber, daß zu­nächst eine Aussprache zwischen dem deutschen Reichs­kanzler Müller und Briand stattfinden wird, an die sich dann Verhandlungen zwischen Deutschland und den Mächten, die in der Botschafterkonferenz vertreten sind, anfchließen sollen. Aus deutscher Seite soll man ent­schlossen sein, unbedingt an den bisherigen Forderungen auf Räumung des gesamten Rheinlandes festzuhaltcn. Aus englischen Quellen hört man, daß die britische Re­gierung ihre Stellungnahme der Auffassung Frankreichs und Belgiens anpassen werde.

Kleine Zeitung für eilige Leser

* Unter Teilnahme des Reichspräsidenten von Hindenburg fand in München die feierliche Grundsteinlegung zum Studien­gebäude -am Deutschen Museum statt. Beim Festbankett hielt der Reichspräsident eine begeistert aufgenommene Rede.

* Wie in Genf verlautet, will Frankreich beantragen, die Ab­rüstungskonferenz bis 1930 hinauszuschieben.

* Der bekannte Schriftsteller Bruno Wille ist auf seinem Gut Senftenau am Bodensee gestorben.

* Die beiden französischen Ozeanflieger Aflolant und Lefèvre sind nach einem mißglückten Versuch zum zweitenmal zum Fluge nach Newyork aufgestiegen.

Das AmerilanisOe FreigabegeseH.

Berlin. Es wird vielfach beobachtet, daß Reichsangehörigc, welche Anspruch auf die Herausgabe ihres in Amerika beschlag­nahmten Vermögens haben, sich nicht darum kümmern, in der Meinung, daß die amerikanische Regierung von sich aus die Rückgabe bewirken werde. Demgegenüber muß darauf hinge­wiesen werden, daß die deutschen Eigentümer sich mit einer Eingabe an den Treuhänder wenden müssen, was unter ge­wissen Formen zu geschehen hat, die ausdrücklich die Begw tragung auf Rückgabe enthalten muß und welcher die nötigen Unterlagen beizufügen sind. Ein solcher Antrag muß bis zum 2. April 1929 gestellt sein, sonst geht das Eigentum endgültig verloren. Um Formfehler, die vorkommen können, gegebenen­falls noch beseitigen zu können kann man sich an den Deutsch­amerikanischen Wirtschaftsverband wenden, Berlin NW. 7, Neue Wilhelmstraße 1214, oder an die amerikanische Abtei­lung des Bundes der Ausländsdeutschen, Berlin NW. 6, Luisenstraße 2628, welche bereit sind, auch Nichtmilgliedern Auskunft zu erteilen.

Zeichen deutscher Kultur geworden. Das heute angefangene Haus soll dre Sammlungen des Museums durch eine große technische Bibliothek, durch Forschungslaboratorium, durch Arbeitszimmer und Lehrsäle ergänzen und jedem nutzbar werden. Mögen von hier aus reiche Ströme fruchtbringenden Schaffens ausgehen und möge diese Stätte eine einigende Wirkung für das ganze deutsche Volk ausüben. Mit diesem Wunsche erhebe ich mein Glas auf gesegnete Arbeit und glückliches Weitergedeihen."

Stürmische Zurufe der Festversammlung folgten bet Ansprache Hindenburgs. Nach ihm sprach der bayerische Ministerpräsident Dr. Held. Er sprach den Festgästen namens der Staatsregierung den Willkommensgruß aus, insbesondere dem Reichspräsidenten. Durch ihn bekunde die ganze deutsche Nation ihr freundliches Interesse an dem großen weltumfassenden Werk, zu dem zur endlichen Vollendung des Deutschen Mu­seums der Grundstein gelegt worden sei. Der Ministerpräsident dankte dem Reichspräsidenten für die warmen Worte der Anerkennung der Mission Bayerns für die Entwicklung von Kunst, Wissenschaft und Technik, die für Bayerns Volk ein neuer Ansporn sei, im Sinne seiner Mission weiter zu schaffen und zu gestalten zu seinem eigenen Glück und des Reiches Ehre und Wohl­fahrt. Dem Reichspräsidenten und der durch ihn ge­gebenen Verkörperung des deutschen Tatwillens weihte der Ministerpräsident sein Glas.

Dann sprach Neichsbankpräsident Dr. Schacht. Da-f Bankett war von musikalischen Vorträgen umrahmt. Am Abend fand die Festvorstellung im Prinzregententheater statt.

Frankreich will das Schuldenproblem mit der Râu- mungssrage verbinden und wahrscheinlich finanzielle Gegenforderungen ausstellen. Aus dem amerikanischen .Staatsdepartement sind nach Genf Mitteilungen gelangt, nach denen die amerikanische Politik gegenüber den euro­päischen Fragen sich durch den Kellogg-Pakt nicht ge­ändert habe. Amerika werde sich in die Frage der Rhein- landräumung nicht einmischen. Es sei Sache Europas, diese Angelegenheiten selbst zu erledigen.

In einer Unterredung zwischen Briand und dem österreichischen Bundeskanzler Seipel wurden die schwie­rigen finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse Öster­reichs erörtert. Der Bundeskanzler soll die NolwendigKit einer starken Hilfe für die österreichische Gesamtlage zum Ausdruck gebracht haben. Im wesentlichen wurde der Dienstag mit diplomatischer und organisatorischer Klein­arbeit ausgefüllt.

Vorläufig keine Abrüstung.

Pariser Blätter sagen über die Haltung Frank^lchH in der Abrüstungsfrage, daß man nur aus Grund einer weitgehenden europäischen Entspannung zu einer all­gemeinen Abrüstung gelangen könne. Diese Entspan­nung sei jedoch nur möglich durch die allgemeine Rege­lung der Reparationen und Kriegsschulden. Dem könnte sich die vorzeitige Rheinlandräumung anschließen. An­gesichts dieser Lage würde es zweckmäßig sein, hr Ein­berufung der Abrüstungskonferenz bis 1930 zu ver' ben.

über das englisch-französische Flottenab imen glaubt das englische BlattDaily Telegraph" feststcllen zu können, daß cs sich um drei Hauptpunkte handele und zwar um folgende: 1. Unterseeboote unter 600 Tonnen Wasserverdrängung werden der Rüstungsbegrenzung nicht unterèvorfen. 2. Kreuzer mit einer geringeren Bestückung als 17-Zentimeter-Geschützen werden von der allgemeinen Abrüstung ausgeschlossen. 3. Kleinere Torpedofahrz-uge und andere Hilfsschiffe werden in ein allgemeines Ab­rüstungsschema nicht einbezogen.

Praktisches Christentum.

Die Internationale Kirchrakonferenz für praktische» Christentum in Prag behandelte in ihrer zweiten Vollsitzung wichtige soziale Fragen der Gegenwart. Die Ergebnisse dec Beratungen der Konferenz sollen in einer Reihe formeller Er­klärungen zusammengesaßt werden Zur Verhandlung stehen insbesondere die Fragen des Glücksspiels und des Alkoholmiß­brauchs sowie Probleme, die das internationale Zusammen­leben der Völker betreffen. Das Arbeitsfeld ist dadurch wesent­lich erweitert worden, daß die evangelischen Kirchen folgender Gebiete offiziell in den Rat der Christenheit ausgenommen worden sind: Indien, Japan, China, Latein-Amerika, West­asien und Nordafrika. Der Weltprotestantismus ist damit ein- he'Nich zusammengeschlossen Es ist beschlossen worden, mit dem Weltbund für internationale Freundschaftsarbeit der Kirchen in engere Fühlung zu treten.

Bekämpfung des Wohnungselends.

In der dritten Vollversammlung am Dienstag legte ver Generalsekretär des Sozial-wissenschaftlichen Forschungs­instituts, das von der Stockholmer Weltkirchenkonferenz seinerzeit ins Leben gerufen wurde, ein umfassendes Programm über die Fortführung des sozialen Kirchenwerkes vor. Der Berliner Universitätsprofessor Dr. T i t i u s unterbreitete den Plan einer Internationalen Kreditgenossenschaft der Kirchen. Die kapitalkräftigen Christen aller Länder sollen aufgerufen werden, gegen genügende Sicherheiten, aber zu mäßigem Zins­sätze Geld zu leihen. Der Zweck der geplanten Gründung ist die Bekämpfung des Wohnungselends. Die Christen aller Länder sollen darüber unterrichtet werden, daß sic ein christliches Werk tun, wenn sie verfügbare Kapitalien zu Heimstätten und Siedlungsarbeit zur Verfügung stellen, und zwar zu Zinsen, die es auch dem Mann des Volkes mit großem Kindersegen ermöglichen, ohne eine zu seinem bescheidenen, Einkommen unerträgliche Last auf sich zu nehmen, zu einem gesunden Heim zu kommen.