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D. 2161928

Fulda^Donnerstag, 13. September

5. Jahrgang

Die Genfer Räumungsaussprache

Mlelonferenz über das Rheinland

Vorläufig kein Ergebnis.

Wie vorauszusehen war, hat die erste Besprechung ... tzauptdelegierten der Mächte Deutschlands, Englands, 'mlkrcichs, Italiens und Belgiens, zu denen sich auch 2 dxr Vertreter Japans gesellte, keine überraschenden Mlüsse gefaßt, ist nicht einmal zu Ende geführt Sen denn wie die herausgegebene amtliche Veröffent» »a sagte, findet der stattgesundene Meinungsaus» Mi Donnerstag seine Fortsetzung. Aus der englischen Nation vernahm man, ein endgültiger Râumungs» M sei Dienstag nicht festgesetzt worden. Die Aussprache w rwar vollständig, aber sehr umständlich gewesen, da mau die Verbandlunaen in drei Sprachen übersetzen

mche. Einzelheiten * hätten nicht festgelegt werden können, man habe aber die Hauptfrage umriffen, um eine Grundlage zur weiteren Aussprache zu schaffen.

Diese unwesentlichen Angaben müssen der Öffentlich- leit wohl oder übel genügen. Ob die Fortsetzung der Besprechung ein anderes Resultat ergeben wird, ist einst­weilen vollständig in Dunkel gehüllt.

Ueber den deutschen Standpunkt

erfährt man in Berlin, daß der Reichskanzler in der Mchtekonferenz nochmals in aller Form dargelegt habe, "utschland besitze einen moralische« und einen rechtlichen âspruch auf die Räumung der Rheinlande. Diese sönnt wt keineswegs irgendwie erkauft werden, wenn auch Mallelverhandlungen in der Reparationsfrage nebenher Meii könnten, falls die Besatzungsmächte darauf be» Mden.

Eine Brücke für die Überwindung der Gegensätze siebt Min Berlin noch nicht. Jedenfalls werden sowohl dre Delegation wie die anderen Delegationen sich mit heimischen Regierungen in Verbindung setzen und W Instruktionen einholen. Bisher bleibt es für die 2,4 bei den bestehenden Vollmachten. Irgendwelche wn Zugeständnisse kommen zurzeit nicht in Frage.

n Generalsekretär der Interparlamentarischen Union, ^,-8°-Norwegen, brachte im dritten Ausschuß den leb- x,,^", Wunsch seiner Regierung zum Ausdruck, daß nun 'ien möge.

Weitere Abrüstungsdebatten.

^ den Ausschüssen der Völkerbundversammlung be- Arbeiten, da die Generaldebatte beendet ist. r^thche Delegationen sind in den Ausschüssen vertreten. r Generalsekretär der Jnterparlamentaris' ^^-'iorwegen, brachte

eithfirf Wunsch seiner Regierung zum ziubuiuu, ^. S /!^as in der Abrüstungsfrage gescheh in^i^^ten für die Abrüstung seien bisher höchst unbe»

^E^!?ufen. Man müsse von den nebensächlichen neben o Erörterungen zu positiven Entschlüssen über- .^ange tritt für einen ständigen Ausschuß ein, der heit^^!^ ichrckte^ der Abrüstung überwachen soll. Sicher» ichlnsson^b könnten ja leicht bei gutem Willen abge» ^eit ^ Deutschland stehe z. B. nahezu mit hâlj^j/^o^alschen Staaten in einem Schiedsvertragsver-

Unierreduog MüllerZaleski.

-lusienminu^'^ Reichskanzler Müller und der polnische reduna ^âMi hatten Mittwoch eine längere Unter» ^gelnd'pn ->°" die Zwischen Deutschland und Polen zu ^tauhmri.» £Ctt insbesondere im Hinblick auf die Wie» t»WunaPn .3^ deutsch-polnische« Handelsvertragsver» Wille inJ1 ^^ârt wurden. Auf beiden Seiten kam der ^toehenL»6^ Hoffnung zum Ausdruck, daß alle noch Lösung finden mögen "^"W bald eine befriedigende

^'^uig-a»,,« an den MNerbund.

darunter d-^M^ ^on elf internationalen Verbänden, dem Präsiddn^ Eberband der Friedensgesellschaft, haben "ud bein 61^ rrT Völkerbundversammlung, Zahle, ?ruminond °^ralsekrctär des Völkerbundes, Sir Eric . ^ölkerb'nn^^^^Ibeinsaulen Appell übereicht, wonach ""8 auf bald^-"m^ praktische Maßnahmen in der Rich» 2? Präsident J^dnrklichung der Abrüstung ergreifen Ä in dieser^â?E^ erkannte an, daß der Völker. d»^Ntön fei m; èEstung noch nicht so weit vorwärts» â^riedèns'un^ ^ wünschenswert wäre. Das Gefühl ^r Wge» bd der Sicherheit in der Welt müßten sieb ' um ewe endgültige Lösung herbeizuführen,

Franzöfistber Rinifimai am Freitag.

In Paris ist für Freitag ein Ministerrat einberufc« worden, zu dem auch Außenminister B «i a n d aus Genf eintreffen wird. Briand soll dem Vernehmen nach über die durch seine Rede in Gens geschaffene neue Lage und die eröffneten Rheinlandsverhandlungen berichten.

Briand und Cushendun. - Mittlers Rückreise.

Mittwoch fand eine längere Unterredung zwischen Briand und Lord Cushendun statt. In dieser Aussprache dürfte ausschließlich die Rheinlandfrage behandelt worden sein. Briand wird Donnerstag nach Paris zurückfahren. Ob und wann er nach Genf zurückkehrt, steht noch nicht

Reichskanzler Müller wird Ende dieser Woch-, vor» aussichtlich am Freitag oder Sonnabend, nach Berlin

zurückkehren. Auf der Rückreise dürfte er in Baden- Baden mit Dr. Stresemann ein Zusammentreffen Haden. Es besteht der Eindruck, als ob in den gegenwärtigen Verhandlungen auch die Frage der Rückkehr des Saar- gebietes an Deutschland eine Rolle spielte.

Pertiuax über die Genfer Rheinlanddefprechungen.

wtb. London, 13. September.Daily Telegraph" veröffentlicht folgenden Bericht von Pertinax aus Genf: Die Verhandlungen über die Rheinlandräumung nehmen eine prak­tischere Wendung, als am Dienstag abend erwartet wurde. In Beantwortung der Ausführungen des Reichskanzlers, der eingehend dargelegt hatte, daß Deutschland sowohl rechtlich als auch moralisch auf Räumung Anspruch hat, erklärte Lord Cushendun, der der Führer der Kommission geworden ist, daß die Frage, wenn sie auf streng rechtlicher Grundlage behandelt würde, wahrscheinlich nicht gelöst werden könne. Er betonte die Notwendigkeit der Verrichtung praktischer Arbeit. Ein wich­tiger Vorschlag wird seit Dienstag erwogen, nähmlich die Ernennung einer Kommission, die das Räumungsproblem tm Zusammerchang mit einer endgültigen Regelung der Repara» tionsfragen untersuchen und sich bemühen werde, einen Än- näherungsweg zu finden. Es wird allgemein angenommen, daß Lord Cushendun der Urheber des Planes sei. Außerdem verlautet von sehr gut unterrichteter Seite, daß die Frage der Kontrolle des entmilitarisierten Rheinlandes, die Paul Boncourt Briand geraten habe, neu aufzuwerfen, vielleicyr neu geprüft werden könnte. Es scheine in gewissen Kreisen vorgeschlagen worden zu sein, daß eine Art britisch-französisq» deutsch-italienisch-belgische Kontrolle im Rahmen des Locarne- Paktes eingerichtet und auf beiden Seiten der deutfch-franzöfi- schen Grenze zur Anwendung gebracht werden könnte. In dem Bericht von Pertinax heißt es weiter: Man erwartet, daß der deutsche Reichskanzler den Standpunkt seinerRegierung auf der heute vormittag stattfindenden Sitzung darlegen und möglicher­weise Gegenvorschläge machen werde. Briand wird daher in der Lage sein, morgen vormittag in Paris einige endgültige Gedanken in der einen oder anderen Richtung zu unterbreiten.

Die Räumung.

DerVorwärts" nimmt die für heute vorgesehenen Genfer Räumungsverhandlungen zum Anlaß, noch einmal das Räumungsproblem in einem Leitartikel eingehend zu be­handeln. Es heißt darin unter anderem: Die deutsche Repu­blik hat ihre Vertragstreue bewiesen. Frankreich und Europa haben Bürgschaft über Bürgschaft für Deutschlands Friedens­willen erhalten. Niemand in Deutschland ist gesinnt, die Ab­kürzung der Vesatzungsfrist um einige Jahre mit besonderen moralischen oder finanziellen Opfern zu bezahlen. Daß die heutigen Verhandlungen schon zu einer festen Vereinbarung führen könnten, wird kein vernünftiger Mensch annehmen. Daß sie den Weg zu weiteren Besprechungen offenhalten, die dann in absehbarer Zeit zu einem befriedigenden Ergebnis führen, muß man im Interesse Deutschlands, Frankreichs und ganz Europas hoffen und fordern.

Vertreter des Saargebietes beim Reichs­kanzler.

wtb. Genf, 13. September. Reichskanzler Müller empfing gestern eine Abordnung von Vertretern der verschiedenen poli­tischen Parteien des Saargebietes. Hierbei wies der Reichs­kanzler die Gerüchte über die Bereitwilligkeit der Reichsregie­rung, das Warndt-Gebiet gegen bestimmte Kompensationen ab­zutreten, mit aller Entschiedenheit zurück.

Kleine Zeitung für eilige Leser

* Die Besprechungen der Hauptmächte in Genf über He Rhernlandraumung haben noch zu keinem Resultat geführt sie sollen aber am Donnerstag fortgesetzt werden.

* Reichskanzler Müller hatte in Genf eine Konferenz mit dem polnischen Außenminister Zaleski über die schwebenden deutsch-polnischen Fragen. Auf beiden Seiten kam der Wunsch bei^ufülren"^ ^^ es bald gelingen möge, eine Einigung h«r-

* Das dem deutschen Reichspräsidenten mittels der Hinde«, burgdankspende dargebrachte Familiengut Neudeck in Ost­preußen wurde dem dort weilenden Präsidenten bei feierlicher Überreichung der Schenkungsurkunde als Eigentum übergeben. , * Hugo Stinnes hat seine sämtlichen Aufsichtsratsposten bei etwa 20 Aktiengesellschaften infolge der gegen ihn er­hobenen Beschuldigungen niedergelegt.

Begleitmusik.

Nach der allgemeinen Empörung über die Aus­führungen Briands zerbricht man sich nun in der offiziellen öffentlichen Meinung den Kopf über die psycho­logischen Beweggründe für Briand, derartige Ausführun­gen sozusagen mit geballter Faust Deutschland gegenüber zu machen. Solche Untersuchungen sind eigentlich recht überflüssig, denn es kommt ja schließlich bei jeder poli­tischen Handlung und Briands Rede war eine politische Handlung erster Ordnung nur darauf an, was damit bezweckt, erreicht oder verhindert werden soll. Nur mit der Tatsache der Rede ist zu rechnen, mit ihrem Inhalt, den politischen Gründen, sie zu halten, und den Wirkun­gen, die sie auslösen muß.

Erfreulicherweise hat denn auch der deutsche Reichskanzler in Genf, wo er nach Briands Beispiel die Vertreter der internationalen Presse zusammengerufen hatte, sich einfach damit begnügt, jenes Rätselraten nicht etwa mitzumachen, sondern nur auf den Inhalt der Rede Briands einzugehen. Den Ausführungen des franzö­sischen Außenministers die Zähne auszubrechen, konnte ihm dann nicht schwerfallen; brauchte Müller doch im allgemeinen nur zu wiederholen, was er schon als Diskussionsredner vor der Völkerbundversammlung aus­geführt hatte. Es ist noch nicht so lange her, daß Dr. Stresemann einmal gesagt hat, die allgemeine Ab­rüstung werde den Prüf st ein für den Völker­bund abgeben. Müller nimmt diesen Gedanken auf, weil ja in den Völkerbund das in dem Versailler Vertrag ge­gebene Versprechen hineingebaut ist, die deutsche Ab­rüstung solle der Anfang der allgemeinen Abrüstung sein. Der deutsche Reichskanzler ist sogar noch einmal ausführ­lich auf die von Deutschland in ein paar Jahren durch, geführte Abrüstung eingegangen, die eine Leistung dar- stellt von einer Größe, daß ihr selbst die Gegner die An­erkennung nicht versagen. Der Krieg voo morgen würde wahrscheinlich ein so schneller Angriffskrieg sein, daß der Angegriffene gar nicht Zeit hstte. ungerüstet seine Industrie für Rüstungszwecke erst noch umzustellen.

Fast Punkt für Punkt vermochte der Reichskanzler mit schneller Handbewegung die anklagenden Andeutun­gen oder direkten Anschuldigungen Briands in ihren geradezu katastrophalen Irrtümern und Irreführungen zu erledigen, aber ob er damit auch nur das geringste erreicht hat, die Schwaden der neuen Stickluft in Genf fortzublasen, wird angesichts dieser ein­seitigen Diskussion wohl recht zweifelhaft bleiben. Bei derKonferenzüberdieRheinlandräumung, an der außer England und Frankreich auf der anderen Seite auch noch das dabei völlig unbeteiligte Italien und Japan teilnahmen, ist vorläufig nichts heraus­gekommen. Man legte einander die verschiedenen Stand­punkte dar, die seit langem festgeleat sind und von denen man nicht abgehen will. Ziel der französischen P o l i 1 i k ist dabei, die Räumungssrage vor allen Dingen mit dem Problem der interalliierten Schulden an Amerika, also letzten Endes einer endgültigen Regelung der deut- sch-n Revarationsmblungen zu veranicken

Es ist nicht weiter auffallend daß in bieten hochv?N- tischen Getriebe in Genf der englische Vertreter fast mir eine Statistenrolle spielt. Das englisch-französische Flottenabkommen als unzweifelhafter Ausdruck engsten politischen Zusammenhandelns zwischen England und Frankreich hat die Führung ganz in die Hände der Pariser Regierung und damit Briands in Genf gelegt. Im Schatten dieser allgemeinen politischen Lage von heute stehend, ist alles, was in Genf geschah, geschieht und geschehen wird, zu verstehen, nicht zuletzt Briands Rede und nun die Verhandlungen oder Ver­zögerungen in der Räumungsfrage. Selten bat nach dem Kriegsende Frankreich eine derartig gbsolnt führende Rolle in Europa gespielt, wie dgs heute der Fall ist.

Und nur ein Echo dgvon ist es, wenn bei Beendigung der frgnzöftsch-englischen Manöver im deutschen Rheinland der Oberkommandierende der Besatzungstruppen, Gene­ral G n i l l e a u m a t, in seiner Schlußansprache in die säbelrasselnden Worte ausbrach: Die Manöver hätten der deutschen Bevölkerung gezeigt, daß es noch eine fran­zösische Armee gäbe, mit der man stets werde rechnen müssen, falls die diplomatischen Instrumente nicht ge­nügen sollten. Das ist der Tanz zu der Melodie, die man in Genf spielt und das festzustellen ist wirklich wichtiger, als sich in flache oder tiefgründige Untersuchungen über die Ursachen merkwürdiger rednerischer Leistungen ein» rulasscn.

Stillstand der französisch-chinesischen Berhandlunse».

wtb. Paris, 13. September. Wie der Korrespondent des 1Petit Parisien" aus Peiping meldet, sind die französisch- chinesischen Verhandlungen zur Regelung der Zwischenfälle von 1 Nanking zum Stillstand gekommen, da die französische Regie­rung die Vorschläge der nationalistischen Regierung für un, annehmbar halte.