Zulöaer Anzeiger
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Der Reichskanzler bleibt in Genf.
Meßung derMeinlandbesprechung
Neue Konferenz am Sonntag.
Nach der neuesten Entwicklung ist die für Freitag ■M Sonnabend vorgesehene Rückreise des deutschen Aichskanzlers aus Genf nach Berlin aufgegeben worden. Wskanzler Müller wird in Genf bleiben und die Eschen Interessen, bei denen es sich in erster Linie wahr- Millich um den Zeitpunkt der Rheinlandräumung Mdelt, an Ort und Stelle wahrnehmen. Die Dienstag ^ne besonderes Resultat abgebrochene Konferenz der Außenminister der beteiligten Hauptmächte wurde Don- mstag fortgesetzt. Dabei ergab es sich nach der amtlichen Veröffentlichung, daß einige Punkte noch einiger Überlegung bedürfen. Die Besprechungen werden daher Lonntag fortgesetzt.
Die Donnerstagkonferenz dauerte etwas über zwei Stunden. Reichskanzler Müller und Staatssekretär von Schubert, die als erste das Hotel, in dem die Besprechung stalisand, verließen, teilten den wartenden Journalisten mit, daß die Besprechungen am Sonntag fortgesetzt werben. Briand gab die Auskunft, daß er mittags Genf verläßt und am Sonnabend abend wieder zurück sein wird. Briund nimmt in Paris bekanntlich an einem Ministerrat teil. Die deutsche Delegation ist in ständiger Fühlung mit dem Reichskabinett in Berlin. Der deutsche Standpunkt «de auch in der Donnerstagbesprechung unver- iuderi aufrechterhalten, wenn auch näheres nicht be- tatgegcbcn wurde.
Englands Haltung.
Der Amtliche Britische Funkdienst teilt mit, es ver- tast in London, daß die Haltung der britischen Regierung in 6er Rheinlandfrage genau die gleiche bleibe, die die Wenmg in ihrer Antwort auf eine Anfrage im Parla- Mit vor einiger Zeit bekanntgegeben habe. Diese Ant- >«1 erklärte, daß nach der britischen Ansicht die allgemeine Mumung des Rheinlandes vor der im Versailler Vertrag schesetzten Frist nur durch eine Abmachung zwischen den Mächten, deren Truppen durch die Räumung berührt werden, und der deutschen Regierung erfolgen könne.
Sollte eine solche Abmachung möglich sein, so würde dies der britischen Regierung sehr willkommen sein, die bereit sei, jeden Vorschlag in freundliche Erwägung zu ziehen, der zum Zweck der Räumung von den direkt beteiligten Parteien gemacht werden könnte.
Deutschland für allmähliche Abrüstung.
„„ In der in Genf tagenden dritten Kommission für Ab- rusiungsfragen gab Graf Bernstorff, der deutsche Vertreter, M Erklärung ab, in der er nochmals mit großem Nack- druck den Standpunkt Deutschlands zu der Abrüstungs- ndM darlegte. Graf Bernstorff wies auf die Erklärungen Es Reichskanzlers über die Abrüstungsfrage in der Poll- Nammlung hin, die keineswegs ein Parteiprogramm, Wern das Programm der drei letzten Regierungen.
M Programm finde die Unterstützung fast der Gesamt- m deutschen Volkes. Deutschland habe von Anfang Gedanken. einer etappenweisen Lösung der Ab- mgsfrage angenommen. Die erste Etappe könne und <2 eme merkbare Herabsetzung des gegenwärtige» ^"bes der Rüstungen bringen.
Die Genfer Rheinlandbesprechungen.
P Loudon, 14. September. In einem Bericht des Genfer ' u^itatters des Reuterschen Büros heißt es unter ande- lJ,. nm Sonntag stattfindende Wiederaufnahme der Rhein- «, ^prechungen werden aller Wahrscheinlichkeit nach mit der
„ -1}?9 ?" verschiedenen Seiten des Problems an einen ersiandigen-Ausschuß zur Prüfung enden. Es werde viel täli!^^ Fassung eines Ausschusses zur Prüfung der mili- alla-m" Unb finanziellen Seite des Problems gesprochen. Im teiL^?8^ ^ die Stimmung unter allen an der Errichtung
D^^ierten ziemlich Hofsnungsvoll. Pertinax bei Rn™ r... "®a*^ Telegraph" aus Genf, die Hauptaufgabe werde ^^^â. «Sachverständigen deren Schaffung angestrebt zu Dersoik t darin, dem Dawes-Plan eine endgültige Gestalt die Bo ^n, beispielsweise die Gesamtsumme zu bestimmen, der Diese Kn, "ischland entrichteten Jahreszahlungen entsprechen, in L» ^drrjchaft werde auch zu prüfen haben, welche Reform laut her ^Es-Plan eingefügt werden könnte, die den Ver- iinb, soweit r^S'?rchds an private Kapitalsanleger gestattet baß kick ^»..t-^^blich, auf eine Gewähr hinauslaufen würde, ftern normte r”b seinen Verpflichtungen nicht entziehe. Ee- worden bem Reichskanzler die Versicherung gegeben füllten 'wu^ Sachverständigen ihre Arbeit rasch durch- ein bestimmt ba& die Räumung stattfinden werde, wenn »len roorhpn V- ^an ?"dgültig von allen Mächten angenom- teid) btineapn '’t^“^05 ist der Ansicht, es werde in Frank- bes Daweo-mr iE gemacht werden, daß eine solche Reform ^icgsschâps, "!^ "".sich, gesondert von einer Revision der bes Dtheinim^ vC wirkliche Kompensation für die Räumung ^öbe tDahrirfin^rl111^ die alliierten Heere darstelle. Briand ullen, eine 911™ um diese augenscheinliche Lücke auszu- ^isierten «Rn..;, orentwurf für die Räumung des entmili- ^iten bei s unterbreitet, der die Kontrolle beider Kontrolle" >n„^sâ'deuischen Grenze vorsehe. Das Wort Mion werbe nJ ^duch nicht gebraucht werden. Eine Kom- yes Hüuun..sa t ""t> einer zum Artikel 4 des Rheinland- s^urission merk CU-^olltention ausgestellt werden. Diese (^»imentretcn C ni“)t ständiger Art sein. Sie werde nur ^»bc geoen V;"^"^ Frankreich oder Deutschland eine Be- I^^'^ondpâ?^? Partei bezüglich der Durchführung e' Wtwor 'hL ^ °dor eine Mage gegen stet formn« ^ 4 urmerkt, natürlich werde eine solche Kom-
Mission nicht bedeuten, daß Frankreich durch eine entmilitarisierte Zone behindert werde, die mit der gemäß Artikel 42 und 43 des Versailler Vertrages geschaffenen entmilitarisierten Zone auf der deutschen Seite verglichen werden könne. Es bedeute einfach, daß Deutschland, wenn es glaube, daß Frankreich einen Angriff beabsichtige oder vorbereite, und Frankreich, wenn es glaube, daß Deutschland einen Angriff beabsichtige oder vorbereite oder nicht voll die Bestimmungen für die Entmilitarisierung des Rheinlandes respektiere, in der Lage sein würde, an die Kommission zu appellieren, statt die Frage dem Urteil des Völkerbundrates in Genf zu unterbreiten. Voraussichtlich werde eine solche Kommission in praxi vielleicht nicht sehr bedeutungsvoll sein. Sie werde jedoch als eine Lösung für die Kontrolle des entmilitarisierten Rheinlandes dargestellt werden, die im Versailler Vertrag nicht vorgesehen war.
Pariser Vlätterstimmen über die gestrige Näumunasbesprechunp.
wtb. Paris, 14. Sept. Die Sonderberichterstatter der Pariser Blätter in Genf stellen gleichlautend fest, daß im Laufe der gestrigen Räumungsbesprechung die Verhandlungen Fortschritte gemacht haben. Rach ihren Veröffentlichungen stehen die Dinge folgendermaßen: Der Reichskanzler habe unter dem Vorbehalt der Zustimmung seiner Kollegen zugestanden, daß Sachverständige die Möglichkeit der Mobilisierung und Kommerzialisierung eines Teils der Dawes-Obligationen prüfen. Der Reichskanzler wolle jedoch die Versicherung haben, daß die Arbeiten dieser
Rebellion gegen Primo de Rivera.
Amsiurzverfuch in Spanien.
Massenverhaftungen.
Während der spanische König einen Besuch in Schwei den unternimmt und soeben ber der Durchreise in Kiel durch die deutsche Flotte begrüßt worden ist, glaubt man, wre schon kurz gemeldet wurde, in seinem Lande einem großen Komplott aus die Spur gekomnten zu sein, das sich wieder gegen die nun fünf Jahre bestehende Diktatur des Mrnlsterpräsidenteu Primo de Rivera richtete und seinen Sturz bezweckte. Es muß angenommen werden, daß diesmal die Monarchie weniger getroffen werden sollte als gerade das Regiment des Ministerpräsidenten. Denn unter den bekanntaegebencn Berhaftunaen befinden
KSnig Alfons und General Primo de Rivera.
sich in erster Linie solche liberaler und konservativer Politiker, denen Abneigung gegen den König oder Vorliebe zur Republik nicht nachgesagl werden kann.
Nach den anitlichen Bekanntmachungen ans Madrid war für die Nacht vom 12. auf den 13. September ein von verschiedenen Elementen und Personen angezetteltes Komplott geplant, das zur Stunde als gescheitert angesehen werden kann. Die notwendigen Verhaftungen sind vorgenommen und eine eingehende Untersuchung eingeleitet worden, um das von den Verschwörern verfolgte Ziel, die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel und den Umfang ihrer Verantwortung genau festzustcllen. Das Konrplott sollte den Stolz und den Ehrgeiz von Lenten befriedigen, die nicht an den Schaden dachten, den sie Spanien gerade in diesem Augenblick zufügen konnten, wo dieses in Genf einen neuen Beweis für die Achtung der Welt erhalten hat. Vielleicht war die Ursache des Komplotts der Verdruß und der Neid, die die dieser Tage stattsindenden gewaltigen Kundgebungen der Anhänglichkeit an die Regierung hervorgerufen haben.
Anhaltende Unruhe.
Von der spanischen Grenze wird berichtet, daß trotz der beruhigenden Versicherungen der spanischen Regierung die Bewegung gegen die Regierung Primo de Rivera in voller Entwicklung begriffen sei. Der Höhepunkt werde für den fünften Jahrestag des Regierungsantritts Primo de Riveras erwartet. Primo de Rivera hat an alle Mitglieder der bewaffneten Bürgerwehr einen Rundbefehl richten lassen, wonach die Mitglieder zu den Feierlichkeiten mit Karabiner und voller Munitionsmenge erscheinen müssen. Die Regierung hat einen genauen Bericht über die Gesamtausdehnung der gegenrevolutionären Bewegung und die Zahl der Verhaftungen angekündigt.
Als Zentralpunkte der Bewegung werden neben Madrid Valencia. Saragossa und Barcelona bczeichnct. Unter
Konferenz, an der deutsche Sachverständige teilnehmen würden, sich rasch vollziehen, damit die Entscheidung über das Ende der Rheinlandbesetzung nicht verzögert werde. In zweiter Linie, so erklärt man, verhandele man über die Kontrolle und plane die Einsetzung eines Vergleichs- und Feststellungsausschusses, der einen interlocarnistischen Charakter tragen solle. Es sei nicht mehr die Rede von elements stables also von einseitiger Kontrolle wie früher. Der Sitz des neuen Ausschusses sei nicht mehr im Rheinlande, sondern in Genf.
„Petit P a r i s i e n" berichtet, wenn man sich über die Mobilisierung eines Teiles der Dawes-Obligationen einige, oder wenn ein Einverständnis über die Regelung der Sicherheitsfrage erzielt werde, würden Frankreich und feine Alliierten die Räumung der zweiten Zone schon zum Ende dieses Jahres ins Auge fassen. Was die gesamte Räumung anbetreffe, die der Gegenstand einer sehr klaren grundsätzlichen Erklärung werde, so könne sie erst durchgeführt werden, wenn die ins Auge gefaßten Finanzoperationen festgelegt seien.
Briand erstattet dem Kabinett Bericht.
wtb. Paris, 14. September. Im heutigen Ministerrat wird Briand über die Arbeiten des Völkerbundes Bericht erstatten und auseinandersetzen, unter welchen Umständen er dazu gebracht wurde, seine Rede vom Montag zu halten. Gleichzeitig wird er über den Stand der mit dem Reichskanzler Müller wegen der Rheinlandräumung aufgenommenen Besprechungen berichten.
Kabinettsberatung über Genf.
wtb. Berlin, 14. September. Das Reichskabinett wird am Sonnabend zu den in der Mächte-Konferenz gemachten neuen Vorschlägen Stellung nehmen.
den Verhafteten befindet sich auch der Leiter der Gefängnisverwaltung im Justizministerium. Interessant ist der Umstand, daß der König sich vor der auf den 13. September festgesetzten Feier des Regierungsantritts Primo de Riveras ins Ausland begeben hat.
Feftgenommene politische Führer.
Verhaftet wurden in Madrid u. a. der Führer der Liberalen Republikanischen Partei Mexander Lerroux, in Barcelona die Würdenträger des Freimaurerordens, der Präsident der Katalanischen Liga für Menschenrechte, mehrere Journalisten sowie der ehemalige Deputierte Barrio Verro, in Valencia der Direktor der Zeitung „Pueblo de Valencia", Azzati. Weitere Verhaftungen erfolgten in den verschiedensten Landes- teilen und betrafen Mitglieder der Armee, Journalisten und sonstige Persönlichkeiten. Der Erzbischof von Saragossa, Vidal Y. Veraguer, wurde aufgefordert, sich in ein Kloster zu begeben, um der Strafverfolgung zu entgehen. Der Ministerrat hat die Verhaftung des früheren konservativen Ministerpräsidenten Sanchez Guerro, der gegenwärtig in freiwilligem Exil in Frankreich lebt, und des katalanischen Führers Cambo beschlossen. Mehrere tausend Personen sollen ins Gefängnis eingeliefert sein.
Die Aenderung des Schlichtungswesens.
Beratung am 16. Oktober.
Dem Vernehmen nach hat der Reichsarbeitsminister die Konferenz über die Reform des Schlichtungswesens auf den 16. Oktober angesetzt. Von Arbeitnehmerseite werden Mitglieder des Allgemeinen deutschen Gcwerkschastsbundes, von Arbeitgeberseite Mitglieder der Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände an der Konferenz teilnehmen. Nach dem Stande vom 24. Juli 1928 sind 402 Lohnverträge mit insgesamt über 5 Millionen Arbeitern von den Schlichtungsstellen erfaßt worden. 46 dieser Verträge sind durch für verbindlich erklärte Schiedssprüche zustande gekommen, 64 Verträge durch Vergleichsverhandlungen nach voraufgegangenem Schiedsspruch, 147 Verträge durch beiderseits angenommenen Schiedsspruch, 134 Verträge durch freie Vereinbarung. 1,88 Millionen Ar» beiter fielen unter die für verbindlich erklärten Tarife, eine Million unter die durch Vergleich vor dem Schlichter zustande gekommenen, 1,5 Millionen unter die durch beiderseits angenommenen Schiedsspruch entstandenen Tarife. Unter die in freier Vereinbarung zustande gekommenen Tarife fielen im ganzen eine Million Arbeiter.
Veschlüffe des Reichslandbundes.
Berlin. Der Bundesvorstand des Reichslandbundes beriet die aus der Lage der Landwirtschaft sich als notwendig er • gebenden Maßnahmen. Er beschäftigte sich mit der ungünstigen' Preisentwicklung an den deutschen Getreidebörsen und Vich- märktcn. Der Bundesvorstand des Reichslandbundes hielt vor allem eine Drosselung der Getreideeinfuhr durch die Reichs- regierung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für not« wendig. Gleichzeitig wurde gefordert: Stundung und Niederschlagung rückständiger und laufender Steuern, Verlängerung und Verbilligung der von öffentlicher Hand gegebenen Krevite, Ausgestaltung der Umschuldungsakti^n und Vorbeugungsmaßnahmen gegen die im Auslande vorbereitete Niederkämpfung der deutschen Zuckererzeugung. Die Lage auf dem Rinoermarkt brütige nach weiterer zielbewußter Ausgestaltung des landwirtschaftlichen Notprogramms gerade in diesen Punkten. Auch hier erscheine als besonders wichtig eine Einschränkung des ausländischen Wettbewerbs, dessen Druck durch d^e ihr gewährte Umsatzsteuerfreiheit noch erhöht werde. Aus dem Schweinemarkt sei die Lage keineswegs so gefestigt, daß von einer Sicherung der Rentabilität für die Zukunft, geschweige denn von einer Abdeckung der ungeheuren Verluste des Vop"' jahres die Rede fein könne. Besonders gefährdet sei der Absay von erstklassigen Schweinen infolge des großen Überangebotes von Fett und Schmalz. Daher erscheine die gegenwärtige autonome Zwischenregelung des Zolles für Fett und Schmalz als überholt, da bei ihrer Einführung ein ausgesprochener .Mangel an Fett unb Schmalz herrschte.