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Mloaer Anzeiger

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AS-19L8

Fulda, Dienstag, 18. September

5. Jahrgang

Oberschlesien treu zum Reich.

Mnburgs Gchlesienfahrt. Visierter Empfang im Industriegebiet, ^«èilbsvrüsidcnt V. Hindenburg ist auf seiner ,â ahrt Montag früh in O p p e l n eingetroffen und * der Behörden und dem Kommandeur des «Lises General Hasse, empfangen worden. Nach- ! « Reichspräsident die aus dem Bahnhofsvorplatz Ehrenkompagnie abgeschritten hatte, wurde er Xt Oberpräsidenten Dr. Proske in einer kurzen I.â begrüßt. In der Erwiderungsansprache betonte 1 Reichspräsident, es sei schon lange sein Wunsch ge- M Oberschlesien zu besuchen; er freue sich, nunmehr versäumte nachholen zu können.

i Die Herren bestiegen darauf die bereitgestellten Auto- Mc um, unter den begeisterten Hochrufen der dicht- MâNten Menschenmenge, die Fahrt ins Industriegebiet Meten. Bis zur Stadtgrenze bildeten die Oppelner Kleine, Innungen, Feuerwehr, Eisenbahner und Schüler Spalter.

Hiânburg besucht die Stadt Hindenburg.

I M der Reichspräsident etwa um die Mittagszeit in Mildenburg (früher Zabrze) eintraf, um die feierliche 1 Miteinlegung zu einem neuen Kinderheim vorzu- BM mürbe er auf dem Festplatze von einer gewaltigen »menge mit stürmischen Hochrufen begrüßt. Ein leitete die Feier mit der Uraufführung eines dem M Siebenten gewidmeten Werkes eines Hindenburger Aschen ein.' Oberbürgermeister L uk a s ch e k be- I M kraus den ReichspräsideMen in seiner Paten- jiOt Zer Reichspräsident erwiderte mit Dankes- 1 Hti ®b führte dann die ersten drei Hammerschläge

1 pirMiiemlegung des Hauses mit den Worten:

Ätze ich den Grundstein zu diesem Hause mit dem ^s IM W in ihm stets ein liebevoller Geist Menschen-

LMPl Pflege herrsche, daß hier ein gesundes neues WW Heranwachsc und daß der Stadt Hindenburg iH« glüelliche Zukunft beschieden sei!"

Zit Reichspräsident setzte darauf die faiitabt Beuthen fort. Unterwegs

der der

âze bei Ruda h a m m er vorbei, wo die Chaussee »mittelbar an der polnischen Grenze entlang führt. 30 Aemn der Landstraße entfernt standen polnische Grenz- Bemte mit dem Karabiner in der Hand.

Eine Hindenburg-Gedenktafel.

Aus dem Ringe in Beuthen wurde der Reichs- Weni wieder von einer ungeheuren Menschenmenge Oberbürgermeister Dr. K n a k r i d entbot den ««meiisgruß, worauf dem Reichspräsidenten der Mmjruirk der Stadt dargereicht wurde. An dem Hin - ^^WGymnasium, in dem der Reichspräsi- Besehlshaber der Ostarmee im Jahre 1914 sein m to aufgeschlagen hatte, wurde zur Erinnerung i Besuch von damals und heute eine Gedenk» I angebracht.

Oberschlesien must zu neuer Blüte gelangen.

^ ging es nach G l e i w i tz. Auf der l%w ^aren die Landstraßen von Vereinen, Uon Schulen, Selbstschutzorganisationen, un^ non Bergknappen in ihrer kleidsamen I "^aumt. In Stubendorf unterbrach der

tz Reichskanzler bei Dr. Stresemann

N Ergebnis von Genf.

Ler Woche eine deutsche Note? S hin Müller traf von Genf kommend Mon-

? Mdkr *M Begleitung des Staatssekretärs W» T des Rcichspresscchess Ministerialdirektors sofort JL ^^Eaben ein. Der Reichskanzler Riemann Ar .Reichsminister des Auswärtigen Dr. Lie butrfiLLV, dem er eine längere Besprechung Mette SqJ S ^ang der Genfer Verhandlungen gc- » ? in den Der Reichskanzler verließ Baden- Rh. «^»"dstundcn wieder und begab sich nach ^reitâ ^^i man damit, daß der Reichs- < Linette' »L. Woche in einer amtlichen Note an .Ler London, Rom und Brüssel die Lunin dkr Verhandlungen über die Rhein- Aus $ouh ^ L werde.

N die ofsiL«" man halbamtlich, daß Deutsch- > m»<èünäle erökkn Verhandlungen durch die diploma- ! "M toerhp UCo UL den Ort der nächsten Konferenz Rauben M»»7°^^sis^udun will dem Kabinett 4 ^cbe s15eranthi»«9 Bericht erstatten, und obwohl er Kabinett fLunS Qctyanbelt hat, ist er überzeugt, Äk^ Anstimmen werde und ^4CLe^uWn ihre Befriedigung über i °°Mhrunq-^-drucken und alles tun würden, nm ^0 a 1 ordern.

^5 Genâ^?^^^^^^^ Mark verlangt.

ivlssen"da^^dtter der LondonerDailh r Aed??^Eionsfumm/^ politischen Kreisen von einer «; diese S^don 40 bis 45 Milliarden Mark inWwmic ^erhfnLmc '^Erde als ausreichend be- I ""'"4 U bockn der eurapäijchen Länder

n und viEe^mM Mimn Überschuß

Reichspräsident die Fahrt für wenige Minuten, um die vor einigen Tagen hundert Jahre alt gewordene Frau Bialas zu beglückwünschen. In G r 0 ß ° S t r e h l i tz ließ sich der Reichspräsident den General Höfer, den Führer des Oberschlesischen Selbstschutzes während des polnischen Aufstandes, vorstellen.

Im Haus Oberschlesicn in Gleiwitz begrüßte Ober­bürgermeister Dr. Geißler das Staatsoberhaupt. An­schließend daran hielt Landrat Dr. Urbanek- Beuthen, der ehemalige Leiter des deutschen Plebiszitkommissa­riates, eine Begrüßungsansprache im Namen der Land­kreise.

In seiner Erwèdrrnngsansprache wies der Reichs­präsident darauf hin, daß er nunmehr Gelegenheit habe, aus eigener Anschauung die besonderen Nöte des In­dustriegebietes kennenzulernen und auch gleichzeitig zu sehen, was an Wiederaufbau bereits wieder geleistet wor­den sei. Die Grundlagen für die Erhaltung und den Aus­bau des uns verbliebenen Teiles Oberschlesirns seren gelegt und es werde eine nationale Aufgabe Deutschlands sein, aus diesem Lande wieder das kräftige industrielle Wirt­schaftsgebiet des Ostens werden zu lassen. Der Reichsprä­sident leerte dann sein Glas auf eine neue Blüte Ober- scblesiens.

Der Besuch des Reichspräsidenten in Oppeln.

wtb. Oppeln, 18. Sept. Vor dem Negierungsgebäude , in Oppeln sand gestern abend zu Ehren des Reichspräsi­denten ein Fackelzug statt, an den sich ein Empfang beim Obcrpräsidenten anschloß. Nach einer Ansprache des Ober- präsidenten erwiderte der Reichspräsident unter anderem, daß er in dem ihm bereiteten Empfang nicht eine Ehrung seiner Person erblicke, er fasse sie als ein kraftvolles Be­kenntnis treuer Anhänglichkeit zum preußischen Staat und deutschen Vaterlande auf. Mit besonderer Befriedigung erfülle ihn der nationale Wiederaufbau in Oberschlesien, i Der, MnM MMM Teil Ler KepâWng könne ver­sichert sein, daß die deutsche Regierung es für ihre Pflicht halte, nicht nur die gesetzlich garantierten Minderheito­rechte, sondern auch die Menschenrechte anzuerkennen und zu achten.

Dank an Oberschlesien.

In seiner Erwiderung dankte der Reichspräsident der Provinz Oberschlesien für die freundliche Einladung und für die glänzende Aufnahme, die ihm zuteil geworden sei.

In den Kundgebungen sehe er mehr als eine Ehrung seiner Person, er fasse sie auf als das kraftvolle Bekennt­nis treuer Anhänglichkeit zum Preußischen Staat und zum deutschen Vaterlande. Oberschlesicn habe noch lange nach dem Kriege in der Ungewißheit um sein staatliches ^Schicksal gestanden. Aber trotz aller Bedrängnis und auck> -ungeachtet aller trügerischen Verlockungen habe in de» schwersten Notzeit die oberschlesische Bevölkerung ihre Treue zum angestammten Vaterland ge­halten, als sie bei der Abstimmung im März 1921 sich mit einer Mehrheit von 60 Prozent für das Verbleiben bei Deutschland aussprach. Die polnischsprechende Bevölkerung könne versichert sein, daß die deutsche Regie­rung es als ihre Pflicht betrachte, nicht nur die gesetzlich garantierten Mindcrhcitsrechte, sondern alles, was die heutige Kulturwelt als allgemeine Mcnschheitsrechtc an­erkenne, zu achten und zu schützen.

zu erhalten. Die Verhandlungen über diese Frage würden allerdings erhebliche Zeit in Anspruch nehmen. Für die Festsetzung eines endgültigen Reparationsplanes gebe es zwei Wege, und zwar die Ausarbeitung eines Planes auf verhältnismäßig schmaler Grundlage innerhalb der Lei­stungsfähigkeit des europäischen Geldmarktes und die von der Mitwirkung Amerikas abhängende Bereitstellung eines umfassenden Planes.

Heute Kabinettssitzung.

Heute früh trifft Reichskanzler Hermann Müller wie­der'in Berlin ein. Nach den bisherigen Dispositionen wird lautLokalanzeiger" bereits im Laufe des heutigen Tages eine Kabinettssitzung stattfinden.

Polen meldet sich auch.

Der polnische Außenminister Zaleski erklärte Montag einigen polnischen Pressevertretern, er habe alle Veran- lalluna anzunehmen, daß in den kommenden diplomat»-

Verhandlungen über die Räumung des Rheinlandes u,id über die Einsetzung der Feststellungs- und Bcrgleichs- fomtniffion auch die Interessen Polens mit beruclsichtuZ werden. Erklärungen wird von polnischer Seite hin- waefuat daß gegenwärtig die Absicht bestehe, die Vcr- aleichs- und Feststellungskommission in der Richtung aus- rubauen daß sie auch für Streitfälle zwischen Deutschland und Polen sowie in allen Fragen, die die deutschen Ost- arenzen betreffen, zuständig sein würde. Die deutsch» ^eleaation hat in den Genfer Verhandlungen eine der- rtrtine Bindung natürlich niemals angenommen. Es Leint aber erforderlich zu sein, daß jetzt nachgeprüft wird, inwiefern die Erklärungen des polnischen Außenministers

die Einbeziehung Polens in die Rheinlandverhand- lungen eine Berechtigung haben.

Genfer Zollberatungen.

, In Fortsetzung der Aussprache über die Wiri- fchaftsfragen beklagte sich in Genf in der Rats­sitzung der ungarische Delegierte, daß die meisten Länder die Verwirklichung der Beschlüsse der Weltwirtschafts­konferenz noch nicht in Angriff genommen haben, vor allem in bezug auf den Zollabbau. Loucheur faßte die Er­gebnisse der Generaldebatte zusammen und erklärte, daß vor allem drei verschiedene Besorgnisse in bezug auf die Tätigkeit der Wirtschaftsorganisation des Völkerbundes Aestzustellen feiten: man befürchte, daß die wirtschaftliche Aktion des Völkerbundes die staatliche Souveränität beein­trächtige, daß sie den Bedürfnissen der wirtschaftlich schwach entwickelten Länder nicht genügend Rechnung trage und daß die Landwirtschaft vernachlässigt werde. Keine dieser Befürchtungen bestehe zu Recht, da dieWirlschaftsorganisa- tion des Völkerbundes bestrebt sei, allen Bedürfnissen Rechnung zu tragen und weder zu schnell noch zu langsam den bezeichneten Wea ru befdireiten.

*

Wechsel auf die Zukunft.

Daß in Genf eine Sitzung des Völkerbundrates statt­fand, daß außerdem auch der Völkerbund selbst zu einer Tagung zusammentrat, interessierte die Öffentlichkeit dies­mal womöglich noch weniger als sonst: die Konferenzen derGroßen" außerhalb jener Sitzungen und Tagungen, die Besprechungen über die Räumung des Rhein­landes standen im alles beherrschenden Mittelpunkt, gaben dieser Völkerbnndtagung das historische Gepräge.

Was ist nun bei diesen Verhandlungen eigentlich herausgekommen? Die von den Vertretern der sechs Länder Deutschland, England, Frankreich, Belgien, Italien und Japan gemeinsam verösfentlichte Erklärung betont, daß man sich in drei Punkten geeinigt habe was sich aber als ein wenig allzu hoffnungssroh erweist, wenn man auf den Inhalt eingeht. Ganz unzweideutig ist nämlich nur der eine Punkt, daß für die vollständige und endgültige^ Regelung des Reparationspro, blems eine besondere Kommission von Finanzsachver­ständigen der sechs Mächte eingesetzt werden soll. Sofort fragt man aber: Und Amerika? Dieses Land war und ist ja an dem Dawes-Plan besonders interessiert! Hinter dieser Regelung taucht doch das Problem auch der interalliierten Schulden auf, doch mögen das Sorgen von übermorgen sein; denn die Arbeit jener Kommission wird zu schnellen Resultaten sicherlich nicht führen. Und ^é zweiteA b e r", das man vom deutschen Standpunkt aus an die Einigung in diesem Punkt hängen muß, ist die Frage, ob nichtdieRheinlandränmnng später von Frankreich an die wirklich erreichte Regelung der Reparationssrage geknüpft, von ihr abhängig gemacht wird. Gesagt hierüber ist nichts, der in den Besprechun. gen zutage getretene tiefgehende Gegensatz der An- schauungen bleibt bestehen und Briand erklärte nach Beendigung der Konferenz den französischen Presiever- tretern,es verstehe sich von selbst, daß die Räumung deâ Rheinlandes erst erfolgen könne, wenn es zu einer vollen Einigung über die damit in Zusammenhang stehenden Fragen gekommen sein werde!"

*

Sie ist zwarangeschnitten" worden, diese Frage bc Rheinlandräumnng natürlich einer vor dem 10. Januar 1930 bzw. 1935 zu erfolgenden und die sechs Großen" sprachen es aus, daß diese deutsche Forderung dervorzeitigen" Räumung nun Gegenstand offizieller Verhandlungen werden soll. Das wenigstens hat deutsche Delegation erreicht, zu diesem Zweck ging der Reichskanzler nach Genf. Aber unser Hinweis dar­auf, daß Deutschland die Voraussetzung des Artikels 431 des Versailler Vertrages völlige Abrüstung und Er­füllung der Zahlungsverpflichtungen geschaffen und so­mit rechtlichen Anspruch auf sofortige Rheinland­räumung habe, ist glatt abgelehnt worden, ebenso dir Verweisung auf Locarno- und Kellogg-Pakt. Was bleibt sind also diplomatische Verhandlungen und von den Räumungstermin für die zweite Zone trennen uns nw noch 15 Monate. DieEinigung" in diesem Punkte be­deutet also sozusagen nur einen Wechsel auf die Zukunft ivobei wir heute noch gar nicht wissen, welche Summ« auf diesen Wechsel geschrieben werden iuirb. Vongroß­zügigen Gesten" und dergleichen ist dabei gar nicht mehi die Rede, die Gegenseite wird vielmehr jedes Zugeständnis so teuer und so real wie möglich verkaufen. Deutschland- Regierung ihrerseits darf sich aber ebenso natürlich nich einen Schritt über das hinausdrängen lassen, was wn in Versailles unterschreiben mußten.

*

Das versuchte man schon bei den Besprechungen über den dritten Punkt dieser Genfer Einigung vorzubereiten Hier handelt es sich um die Schaffung der neuenFest- st e l l n n g s - und V e r g l e i ch s k 0 m m i s s i 0 n" füi das Rheinland, über deren Zusammensetzung, Funktio­nieren, Arbeit und Lebensdauer die sechs Regierunger noch verhandeln sollen. Die Einigung über dieses neue Gebilde ist also nurgrundsätzlich" erfolgt, aber dies« Kommission ist die Hauptvoraussetzung für einevor­zeitige" Rheinlandräumung! Und gerade hierbei platzten die Gegensätze aufeinander! Deutschland will sie erst ins Leben treten lassen, wenn die fremden Truppev abgezogen sind, und dann nicht länger am Leben lassen als bis zum 10. Januar 1930 in der zweiten bzw. bis zum 10. Januar 1935 in der dritten Zone. Die Gegenseite aber steht auf dem Standpunkt, daß der Locarnopakt die Grundlage für die Tätigkeit dieser Kommission sei, ihre Tätigkeit sich auf die ganze entmilitarisierte Rheinlandzone erstrecke und so lange erfolgen solle, als der Locarnopakt bestehe. Also auf eine vorläufig un­absehbare Dauer! Bezieht sich doch die Aufgabe dieser Kommission auf die EntmUitarisierungsbestimmunge»