. ni leben Werktag. Bezugspreis: monat- 7».j âfemngsbehinöerungen durch ^Gewalten"/ Streiks, Aussperrungen, usw. erwachsen dem Bezieher keine ^ â Verlag Friedrich Threnklau, Fulda, Vereins Deutscher Zeitungsver- ^Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Hr. 16009
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Fulda, Donnerstag, 20. September
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5. A.chrpang
U „Zeppelin" über Eübdeutschland
vite Fahrt des „3.127".
Eckener zufrieden.
««(ibetit sich die Landung des „Graf Zeppelin" nach «asten Probefahrt glatt und unter dem Jubel der *.J vollzogen hatte, äußerte sich Dr. Eckener be- EL 'über den Verlauf der Wcrkstättensahrt. Er er«
Pie Geschwindigkeiten die Erwartungen über- ELtotctt und daß man mit einer Marschgeschwindig- 120 Stundenkilometern ohne weiteres rechnen 1Auch die Steuerung habe vorzüglich funktioniert, k Mutilation des Schiffes sei so gut, daß er am liebsten EiÄiff zu einem Luftkurort machen würde. ADviudigkeitsmcffungcn hätten aus der Strecke LMilhshafen—Ravensburg stattgefuudcn. Die größte Ktie auf her Werkstättcnsahrt habe 1400 Meter betragen. E jt. Eckener weiter erklärte, beabsichtigt er, die nächste Donnerstag auszuführen.
■ Liber Donnerstagfahrt werden außer der Besatzung Eiflern Vertreter der Presse sowie der Versuchsanstalt MSufischisfahrt teilnehmen. Zurzeit ist man auf der mit der Ausarbeitung der Ergebnisse der Messun- Prüfungen der gestrigen Fahrt mit den sich dar- »gebenden kleinen Änderungen am Schiff selbst be- WW, während die Führer und Steuerleute aussühr- kl'M gchiberichte ausarbeiten.
I Zweiter Aufstieg des „Graf Zeppelin".
Friedrichshafen, 20. Sept. Der Sondcrberichter- WMdes W.T.B. meldet, „Graf Zeppelin" ist um 8 Uhr MMN zweiten Fahrt aufgestiegen. Das Luftschiff ist WwWml ordnungsgemäß und glatt aus der Halle ge- MchWidèn. Bald darauf setzten die Motoren ein un) »ER vom Erdboden. Das Schiff schlug zuerst west- taein und kreuzt jetzt über dem Bodensee. Es ■ chmchen, daß es die ersten anderthalb Stunden MrÄ^Kegend bleibt, um Messungen und Prüf"""en ■-Warnen unb darauf seine eigentliche Reise über Süd- mM antreten wird.
über die nächsten Fahrten
fnb entgegen den immer wieder auftauchenden üngeb« A Reiseplänen des Luftschiffes keine Pläne vorhanden, fafoirb von Fall zu Fall entscheiden, wohin die Fahrt Ith soll. Der große Aktionsradius des Schiffes ge- «t es, sich einige taufend Kilometer von der Basis in Mchshafen zu entfernen, so daß Fahrten innerhalb Mas oder auch über das Mittelmeer und die an- proben Länder ohne weiteres möglich sind. Nur für große Fahrten ist die Frage der Unterbringung und âsversorgung entscheidend. Deshalb kommen die gereinigten Staaten zunächst für eine Fernfahrt allein in «Acht, da alle übrigen Luftschiffhäfen entweder noch ® WiggefteKt oder aber nicht für Triebgasversorgung. Rietet sind.
„Wir fahren."
LH^ vor dreißig Jahren war es. Vesjerwlfsen, ä Spott oder Schlimmeres stellten sich wie einst
Zeppelin, so auch jetzt dem Bau des neuen E es entgegen, das den Namen jenes Mannes bloß das mußte überwunden werden, k^„^,schwereres: die Kostenaufbringung. Mit dem " ^vg Dr. Eckener durch alle deutschen â tiefer Träger der geistigen Erbschaft Zeppe- hinübergesteuert hatte nach Nord- » sicher jn bcr Ost-Westrichtung von Kontinent c de" Atlantik überflog, ist gar oft auf Mißende Gesichter gestoßen. Aber er hat sich u.icht enttäuschen lassen in seinem felsenfesten | fahren!"
mssi^ ^wsmal wieder, gerade so wie nach dem Un« lie®jPon ®^terhingen, half das deutsche Volk.
^^ ^er Neubau des Luftriescn kosten sollte, ermöglichten es, daß nun der erste »hiti geschaffen werden konnte, den man r$Un^ darf gegen unseren Willen. Was Mn „ das Erbe Zeppelins verwalten, in jahre- Maltdis^! vollendeten, halten sie fest, vermag ihnen ein I âr icihren^ me^r 8« entreißen. Die Jesseln fielen Ebe^ ber Nicsenschatten eines „Zeppelins" fiiete^. «v^^ des Bodensees, des „Schwäbischen Äröan^^nesigcr als je zuvor ist dieser Schatteu. r^inS das neue Luftschiff, seit sich Gras FW bipfn, ^^."^^ mit seinem Werk cmporinagte. So r^erai’Lh ^^'f^ wurden Opfer entfesselter Elemente, Unglücksfälle — aber auch so manche Ring frL "'N - im Kriege. Auch für sie galt nur die Ren!1 ’ gwßter, stets wachsender Gefahren: „Wir f'^tfen.1 das neue Werk anderen, friedlichen ^'>Zed^ci„!üU Holzer Freude mag es die Männer iitit ?^^U erfüllen, daß man in Italien und in O?" niytfe -'N Luftschiffen, die Deutschland dorthin berfioht ^.nichts anzufangen weiß, sie nicht zu Hebbel „L /"Ngs um den Erdball aber foll den Ä?°8t er "s?^ weite Fahrt führen und an seinem also wi>>?^ss^"âmen das „Graf Zevpelirr". fcl^it selbst „ns Ka§ "Zeppelin" zur Welt sprechen, I Mlett x-^° der Name des Mannes, der cs schuf. - er unbeirrbare, niemals W entmuti-
acnde, sich zäh durch alle Hinderniffe Hindurcharveiteude Wille stand: „Wir fahren!"
Es gab eine Zeii — noch gar nicht sebr lange ist es her —, da hat man in Friedri cbsbafen — Milchkannen produziert. sollte die Luftschiffballe abgebrochen werden auf Befebl der Entente, lag die Werft fast verödet da. Aber der Geist Zevpelins lebte fort erstand zu neuem Wirken. Nicht stehenbleiben auf dem Punkt, der erreicht, ist! — so wurde denn jedes neue Luftschiff, das entstand, zu einem Fortschritt gegenüber seinem Vorgänger. Obne
Der erste Ausstieg des „Graf Zeppelin".
viel Wesens daraus zu machen. erarbeitete man die Möglichkeit, den raschen Fortschritten in der Eroberung des Luftraumes ebenso rasch zu folgen, um Aufbau- und Ausbauarbeit leisten zu können, die zu einem neuen Erfolge führte, die einen sicheren, zukunstssrohen Unterton hergab für das Wort: „Wir.fahren!" . .
Und wenn das neue Luftschiff draußen ist der Welt Zeuanis ablegt von deutscher p^gic ^v^em Können, das trotz aller Qsmmun mochte, Zeugnis ablegt für nimm« rastendes Weitem arbeiten, — dann trägt der „Graf Zepvelm symbolisch an seinem Bug auch den Willen des deutschen ^o.kes hinaus rings um den Erdball: „W i r fahren.
Nachklänge zu Genf.
Bayern verlangt Bericht an die Länder.
In München hat ein Minifterrat stattgesunden, bei dem die Anschauung zum Ausdruck kam, daß es nicht genüge, wenn der Auswärtige Ausschuß des Reichstages über das Ergebnis der Genfer Verhandlungen unterrichtet würde. Bayern hätte wegen der Pfalz ein besonderes Interesse an allem, was die Räumungsfrage beträfe. Ministerpräsident Held will auch im Sinne der Ministerratsbesprechung an Reichskanzler Müller das Ersuchen richten, die Staatspräsidenten bzw. Ministerpräsidenten zu einer Besprechung nach Berlin zu bitten.
Nach Mitteilung von zuständiger Stelle war bis Mittwoch von dem Wunsche des Landes Bayern auf Einberufung einer Länderkonferenz zur Prüfung der Räu- mnngsfrage noch nichts bekannt. Es wird darauf hingewiesen. daß, falls ein derartiger Wunsch geäußert werden sollte, seitens der Reichskanzlei keine Bedenken geltend gemacht würden.
Reichskanzler Müller-Franken wird in der nächsten Woche Gelegenheit haben, vor dem Auswärtigen Ausschuß des Reichstages noch einmal eingehend über die Genter Ergebnisse zu berichten und die Absichten der deutschen Re- gierung hinsichtlich der Fortführung der dort eingeleiteten Werbandluuaen auf divlomatischem Weae darzuleaen.
Der Antrag der bayerischen Regierung, die Minister- präsroenten der Länder zu einer gemeinsamen Belmeckung der Genfer Verhandlungen nach Berlin einzuladen, ist gestern nachmittag in der Reichskanzlei eingegangen. Ein Termin für diese Konferenz steht aber zur Zeit noch nicht fest.
Eine Kundg bung im besetzten Gebiet.
wtb. Mannheim, 20. Sept. Wie die „Neue Badische Landeszeituntz" meldet, hat der Vorstand des Verbandes der Stadt- und Landkreise des besetzten Gebietes in seiner gestrigen Sitzung in Ludwigshafen a. Rh. nach eingehender Beratung nachstehendes Telegramm an den Reichskanzler gerichtet:
„Der in Ludwigshafen versammelte Vorstand des Verbandes der Stadt- und Landkreise des besetzten Gebietes spricht dem Herrn Reichskanzler für feine zielbewußte Vertretung der Interessen des besetzten Gebietes in Genf aufrichtigen Dank aus. So sehr die gesamte Bevölkerung des besetzten Gebietes den Tag herbeisehnt, an dem ihr die materiell und seelisch schwer empfundene Last der Besatzung abgenommen wird, weist sie doch den Ee- daukeu einer Befreiung durch weitere Belastungen des Reiches auf politischem oder finanziellem Gebiet weit von sich. Der Verband bittet, an diesem Standpunkt bei den weiteren Verhandlungen festzuhalten, aez. Ober- M'rgermersty Kul^Mainz."
Kleine Zeitung für eilige Leser.
* Der Reichspräsident wurde in Schlesiens Landeshauptstadt Breslau mit großem Jubel empfangen.
* Der deutsche Botschafter in Paris, Herr von Hoesch, weilt augenblicklich in Berlin und wurde vom Reichskanzler Müller empfangen.
* „Graf Zeppelin" ist heute morgen 8 Uhr zu seiner zweiten Fahrt über Süddeutschland aufgestiegen.
* Bei den weiteren Abrüstungsverhandlungen in Genf wird Graf Bernstorff einen neuen deutschen Vorschlag vertreten.
Der deutsche GnlschließungsentVurs zur Abrüstung.
Genf. In der dritten Kommission der Völkerbundver- sammlung brachte am Mittwoch Graf B e r n st o r f s gegenüber dem ersten von Paul-Boncour Vorgelegen Cntschließuugs- entwurf einen deutschen Gegenantrag über die WcUerMrüng der AbrüstungsarbciSen und Einberufung der otzg. u.incn Konferenz ein, der der Botlvkrfammiuug ur Annahme vorgelegt werden soll.
Sresiau empfängt den Reichspräsidenten.
Erinnerung an Schlesiens Notzeit.
Von Natibor fuhr der Reichspräsident Dienstag nachmittag nach Breslau, wo er mit ungeheurem Jubel empfangen wurde. Die ganze Stadt war festlich geschmückt und in den Straßen standen Hunderttausende, die das Staatsoberhaupt mit Hurra-, Hoch- und Heilrufen begrüßten. Die offizielle Begrüßung erfolgte im Oberpräsidium, wo sich auch Fürstbischof Dr. Bertram, der höchste katholische Würdenträger in Deutschland, eingefunden hatte. Auf die Begrüßungsreden erwiderte der Reichspräsident mit einer Ansprache, in der er an Schlesiens Notzeit im Jahre 1914 erinnerte.
Es habe die Gefahr eines Russeueinsaücs bestanden und die Räumung Schlesiens bis zur Oder und die Preisgabe und Zerstörung des Industriegebietes hätten in das Gebiet denkbarer Möglichkeit gehört. Durch einen befreienden Flankenstoß deutscher Truppen sei dann die Provinz vor den V"sien bewahrt worden. Noch heute höbe KM. 1 -;. irm« «4 ë&uiH^. ^ ^âz uno Rea-iriegtz^eit â»U Michtagon hätten, zu leiseu, aber ^euu die Deutschen in Einigkeit zusammen standen und ihre hi ^.urru und Notzeiten erprobte Kraft in einigem Wollen zusammenfaßten, würden alle Schwierigkeiten überwunden werden.
Am Abend formierte sich in den Hauptverkebrs- straßen Breslaus ein gewaltiger Fackelzug. Als der Reichspräsident mit seinem Gefolge das Oberpräsidium verließ, erscholl vom Turm des Rathauses das Deutschlandlied. Hindenburg fuhr in das Laudeshaus, wo er vom Vorsitzenden des Niederschlesischen Provinzialaus- schusses, dem Fürsten von Hatzfeld-Trachenberg, begrüßt wurde.
Besuch in den Hochschulen und im Rathaus.
Mittwoch vormittag fuhr der Reichspräsident zunächst zur Friedrich-Wilhelm-Universität, wo ihn der Rektor Prof. Dr. Wollenberg begrüßte. Es folgte ein Besuch der Technischen Hochschule, vor der die Studentenschaft Aufstellung genommen hatte. In der Aula wurde der Reichspräsident von Rektor Prof. Dr. G 0 t t w e i n begrüßt. Er fuhr dann zum Messehof und zur Jahrhunderthalle, wo er die Huldigung der Schuljugend entgegennahm. Hindenburg richtete eine kurze Ansprache an die Kinder, an die sich der Gesang des Deutschlandliedes schloß. Von der Jahrhunderthalle begab sich der Reichspräsident nach dem Rathaus, wo er von den Bürgern meistern und Kämmerern der Stadt empfangen wurde. Auf die Begrüßungsworte des Oberbürgermeisters Dr. Wagner erwiderte der Reichspräsident mit einer kurzen Ansprache, die mit den Worten schloß:
„Ich bin überzeugt, daß die Stadt, die so oft in der preußisch-deutschen Geschichte eine Rolle gespielt hat, rhre Aufgabe, als Mittlerin auf allen Gebieten des Handels und der Kultur zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarn, zwischen dem Westen und dem Osten Europas zu dienen, noch nicht erschöpft hat."
Es folgte eine Besichtigung des Fürstensaales des Rathauses, an die sich eine Fahrt nach Waldenburg anschloß. Im Rathaus fand hier eine feierliche Begrüßung des Reichspräsidenten durch den Oberbürgermeister Dr. Wiesner und den Landrat Franz statt.
Brand im Armenhaus.
Ein gefährlicher Brandstifter gefaßt.
In Wildenberg bei Kronach (Bayern) fand die diesjährige Kirchweih einen tragischen Abschluß. Im Armenhaus brach ein Brand aus, wobei der dort wohnende 71 Jahre alte Invalide Peter Heublein im Bett schlafend von dem Feuer überrascht wurde. Als man den alten Mann entdeckte, war es bereits zu spät. Heubleiu starb an den erlittenen furch.'baren Brandwunden kurz* Zeit nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus.
In Oberkunewalde (Sachsen) bemerkte der Nachbar des Schmiedemeisters Jäschke Feuer in dessen Scheune. Gleichzeitig bemerkte er auch einen jungen Mann, der sich dort in verdächtiger Weise aufhielt. Der Mann wurde der Gendarmerie übergeben, die in dem Verhafteten einen 21jährigen Maurer Harig aus Oberkunewalde fest* stellte. Der Verhaftete gestand auch die Anlegung des Brandes. Aus seiner Vernehmung ging hervor, daß er auch vermutlich als Brandstifter bei den acht Bränden in Frage kommt, die sich im Frühjahr und Sommer dieses Jahres in der dortigen Gegend ereigneten und wobei den Flammen Wohngebäude und eine größere Anzahl von Scheusen mit Erntevorräten rum Opfer fielen.