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Moaer Anzeiger

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Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg"

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Fulva, Donnerstag, 27. September

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5. Jahrgang

Parade der 15000

wie Parade vor dem

Schluß der Hindenburg-Manöver.

1 hindcnburgâanöver in Schlesien fanden ihren 4 einer großen Parade vor dem Reichspräsi- der etwa 15 000 Mann teilnahmen. Der Mini! befand sich bei Obersohra, wo Hindenburg, an Mdenden Militär- und Kriegervereinen vorbei« r Irmisch begrüßt am Mittwoch vormittag ein« Parade, die von schönstem Herbstwetter be« Mr, wurde von dem Oberbefehlshaber des ^lömmandos I, General von Tschischmitz, befehligt. !.Wpräsident nahm den Vorbeimarsch der Truppen nii erhöhten Podirnn aus ab. Ihm zur Seite stand uDwchrnnnistcr Gröner und hinter ihm hatte der L Chef der Heeresleitung, Generaloberst v. Seeât, M Aufstellung genommen. Jnfanterieabteilungen die Parade, ihnen folgten Maschinengewehre, Lotset, Pioniere, eine Kraftfahrabteilung, ein Rad- tobatatfloH, Nachrichtenabteilungen, Artillerie und M Sie Kavallerie im leichten Trabe. Nach Beendi- y Vorbeimarsches fuhr der Reichspräsident nach W Möverquartier, Schloß Joachimstein, zurück, MWs tt dann die Rückreise nach Berlin antrat.

Wehrmacht und Volk

I Stab in Genf immer neue Erdschollen in die Wulfen werden, in der man die vor zehn Jahren Weltabrüstung beigesetzt hatpreisend mit fern Sieben", erhielt die Bevölkerung des- Mi Alandes praktischen politischen Anschauungs- die Veranstaltung der englisch-französischen

i iiüTruppenmassen doch nur ein kleiner Teil des fei Heeres! in modernster Bewaffnung, R von Flugzeugen in der Luft, zahlreiche Tank- per und Batterien schwerer und schwerster Arril- R Ar Dröhnen war die Begleitmusik zu Briands «üer - Deutschlands Kriegsbereitschaft.

Mischer Anschauungsunterricht als Nebenwirkung dm euch die deutschen Manöver, die sich in UW Tagen vor den Augen Hindenburgs in M abspielten. Neichswehrminister Gröner hat "u EMritik nur ausgesprochen, was sich ebenso der p4r, Soldaten und Offizieren, immer wieder auf- Wicden Zuschauermassen: die Armut an modernen Mitteln, aber auch der Wille in der Truppe, diese W wettzumachen durch H ö ch st m ö g l i ch e Sei* Fähigkeit im Rahmen des uns in Versailles Ma. Schon die beiden letzten Jahre des Welt- MKschlugen ja selbst die Schützenlinien, stellten den MMpser fast auf sich selbst, zerstörten meist die Ver- hinten und nach beiden Seiten. Die Front-- r sich auf in Einzelkämpfe als einzig mögliche ^^überlegenen Angriffsmaterials.

MR Entwicklung ist weitergegangen, weil der Einzelkämpfer selbst Träger immer stärkerer P wurde, das einfache Gewehr schon fast ver- So ist fast wichtigste Aufgabe militärischer » Midie Ausbilduna dieser Einzelver-

s ö N lichkeitzu schnellem, aber überlegtem selbständigen Handeln geworden. Die zwölfiährigè Dienstzeit des deutschen Reichswehr-soldaten ermöglicht dies besonders einst (1919) nach des Generals Foch Ansicht in sogar ge­fährlicher Weise. Auch jetzt darau erinnerte Gröner spricht man gerade unter Hinweis aus diese lange Aus­bildungszeit von der Reichswehr als derm o b e r n st e n" Arm è e der Welt: Ausrede ist cs, um eigene Ab­neigung gegen jegliche Abrüstung zu verschleiern und im übrigen waren es ja dieGroßen Vier", die in Ver- sailles alles bis aufs kleinste, bis auf Patronenzabl und den letzten Tragriemen, bei der Reichswehr festgesetzt haben. Auch und vor allem ihre Gestalt als Söldnerheer.

Unsere Reichswehr hat cs vermieden, der nahe­liegenden Gefahr eines solchen Söldnerheeres zu erliegen. Wohl jeder Deutsche kann unterschreiben, was Gröner über die gute Haltung, die straffe Mannes­zucht bei der Reichswehr sagte. Gröner sprach weiter darüber hinaus den Wunsch aus, die Öffentlichkeit sollte immer mehr aufgeklärt werden vor allem über den G e i st d e r R e i ch s w e h r und der heißt: n u r sachl i ch e s, nur militärisches Arbeiten zu kennen als, wenn auch nur kleines, aber doch nicht schwaches Macht­instrument des Staates und damit Stütze für den Staat. Fern jeder Tages - und Parteipolitik. Daß die Führer der Reichswehr gerade an diesem oberste n Grundsatz festhielten trotz mancher uns ja jetzt be­kannten Verlockung, war die Voraussetzung dafür, daß sich das deutsche Volk und seine Wehrmacht nicht fremd und kalt gegenüberstehen, sondern daß wir die deutschen Jungen, die sich auf zwölf Jahre hindurch zu dem viel­fach so entsagungsvollen, nur geringe Aussichten auf Hochkommen und Beförderung bietenden Dienst in der Reichswehr verpflichten, immer nur als Söhne unseres Volkes betrachten können.Förderung des Stolzes und der Liebe zur Reichswehr" verspricht sich Gröner davon, wenn er der Öffentlichkeit Arbeit und

Geist des kleinen Heeres zeig,; Weckung und Stärkung ch im ganzen Volke als Folge dieses Siebe.

des Wehrwillens am

Stolzes und dieser Siebe.

Vergangen ist die Schule der allgemeinen Wehrpflicht für das deutsche Volk: im Volksheer von einst fand der Wehrwillen seine Verkörperung. Das ist zerschlagen bis auf den geringen Rest, den die Reichswehr darstellt. Aber sie wirkt durch ihr bloßes, wenn auch bescheidenes, Dasein wenig nach außen, von woher uns selbst ein Kleinstaat fast mühelos überrennen könnte, wohl aber nach innen als Vorbild. -

Oie Leistungen der Truppen

während des ganzen Manövers waren außerordentlich groß. Die Tagesleistungen einzelner Aufklärungsabtei­lungen betrugen über 100 Kilometer. Die reitende Artillerie brachte es auf Marschleistungen bis zu 80 Kilo­meter, also großartigen Leistungen, die den Leistungen inr August 1914 im Westen in keiner Weise nachstehen dürften. Dabei blieb aber und das ist das entscheidende der Gesundheitszustand der Truppen durchaus gut. Während der ganzen Übungen vom 17. bis 26. September betrug der Krankeubestand der Truppe nur 1,2 Prozent. Auch die Kavallerie hatte trotz der großen Leistungen nur einen ganz geringen Abgang von Pferden; denn der Pferde­abgang betrug nur 2,9 Prozent.

ixplofionsungliick in Melilla

pt 60 Tote, über 200 Verletzte. ^A Cpanien gehörenden marokkanschen Fort Cab- r ^8 "n Munitionsdepot in die Luft. In dem ^tfen 20 000 Kg. Pulver. Man vermutet, daß ^° Todesopfer unter den Trümmern liegen.

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U ainW$en Meldungen über die Katastrophe befin- den Verletzten auch 8 Soldaten und zwar ^, " ^d ein Eingeborener, die jedoch verhältnis- L öetI^t sind. Die neue Katastrophe hat in W) von Trauer über den Theaterbrand er- L "^" niederschmetternden Eindruck gemacht.

H, E.^^mmandant von Marokko, General San Lnj ?te ^u der Katastrophe: Das Unglück ist sicher- ki ein^^^^ökeit zurückzuführen, denn schwarzes keinët - & "^^ von selbst, sondern nur unter Einwirkung. Die Explosion war so kèvkis h^^ig, weil das Pulver sich in einem Teil 'n dem die Zwischenwände von riesiger PMui60n ^uri° glaubt sich zu erinnern, daß nervorräten noch andere Explosivstoffe lagen.

General San Jurjo, der gestern abend um 9.30 Uhr von Madrid nach Melilla abgereist ist, erklärte, daß nach den über die Explosionskatastrophe auf dem Fort^Cabre- rizas letzten ihm zugegangenen Nachrichten

die Zahl der Opfer 215

betrage, daß aber außerdem noch verschiedene verstüm­melte menschliche Körperteile unter den Trümmern ge­funden worden seien. Der größte Teil der Opfer ist durch die riesigen Steinblöcke getötet worden, die die Explosion aus den an der Basis bis zu 12 Meter starken Mauern des Forts Eabrerizas herausgerissen hat. Wie ergänzend gemeldet wird, lagerten im Forts nicht nur Echwarz- pulver-Vorräte, sondern auch für die Herstellung von Ge­schoßen bestimmte Vorräte an rauchlosem Pulver. Unter den Verwundeten befindet sich unter anderen ein Mann, der durch einen stürzenden Balken grauenhaft verstümmelt ist. Als er geborgen wurde, fand man neben ihm seine 4 Kinder entseelt auf.

In den Hospitälern von Melilla befinden sich 215 bei der Explosionskatastrophe Verletzte in Behandlung. So­viel sich übersetzen läßt, betrügt die Zahl der Toten 57. Verschiedene Gebäude, vor allem das Fort Maria Christi­ana, sind beschädigt worden.

rter

Kleine Zeitung für eilige Leser

* Die neunte Völkerbnnbvonamm'ung ist .geschlossen worden, ebenso die 52. Tagung des Völkerbundrates. ,

* Die Hindenburg-Manöver sanden mit einer Parade vor dem Reichspräsidenten ihren Abschluß.

* Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist zu einer neuen Werk­stättenfahrt aufgcsticgcn.

* Der Kriegsanleiheskandal nimmt immer größeren Umfang an. Ähnlich wie bei den Kriegsanleihen sind auch Kommunak- obligationen in betrügerischer Absicht als Altbesitz angemeldet worden.

* In Melilla (Svan.-Marokko) ereignete sich ein Cx- plosions-Unglück, bei der über 60 Tote und 200 Verletzte zu beklagen sind.

Dr. Eâener als Veohachter.

Die zweite Werkstättenfahrt desGraf Zeppelin".

Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist in Friedrichshasen zu der angekündigten Werkstättenfahrt aufgestiegen. Die Fahrt diente vor allem dem Zweck, das Funktionieren der Funkstation endgültig festzustellen und die Wirkung des Umbaues an den Motorengondeln ausznprobieren

Dr. Eckener ist nicht mitgefahren, sondern hat, wie er es bei den früheren Gelegenheiten auch machte, vom Lande aus die Manövrisrbewegitngcn beobachtet, so z. B. auch die Wirkung des Luftdrucks auf die Hülle. An Bord be­fanden sich etwa 25 Gäste, darunter auch Ministerial­dirigent Brandenburg und die anderen Vertreter des Reichsverkehrsministeriums und der Deutschen Versuchs­anstalt für Luftfahrt, außerdem Vertreter der Konzern- werke der Luftschiffbangesellschaft und der Kommandant derLos Angeles". DaS Schiff manövrierte immer in der Nähe des Bodensees und landete am Mittwoch abend wieder in Friedrichshafen.

Die LustiüchLigkèiiserklürung mit Vorbehalt.

Über die offizielle Lusttüchtigkeitserklörung desGraf Zeppelin" hat in Jriedrickishafen eine gemeinsame Besprechung zwischen Vertretern des ReichsNerkehrsminisierinms, der Deut­schen MrsychSanstalt für Lusliahri und des Lustschifsbaues Zeppelin stattgefnnven. Hinsichtlich der Zulassung des Luft­schiffes kamen alle drei beteilialen Stellen zu folgendem Er­gebnis: Nach befriedigendem Verlauf einer

Probefahrt mit Krastgas wird die Versuchsanstalt dem Reichsverkehrsminister eine Luft- tüchtigkcilserklörung ausstellen, die mit bestimmten Borde­ll alten bezüglich aerobnmimifcher, statischer und allgemeiner Betriebsfeststellungen versehen ist. Diele sveststernnaen können ihrer Natur nach erst im Laufe eines längeren Betriebes des Luftschiffes gemacht werden. Wegen der Vorbehalte werde die Bersuchsanstalt dem Reichsverkehrsminister Vorschlägen, die Zulasiung des Luftschiffes,

befristet bis zum 1. April 1929, auszusprecklen. Während dieser Zeit soll der Luftschiffbau be- rechtiat fein, alle in seiner Absicht gelegenen Fahrten mit dem Schiff âüszuführen. Die Vorbehalte werden bis zum 1. Avril zu klären sein, woraus dann der endgültigen Zulassung des Luftschiffes Nichts mehr im Wege stehen würde.

Vie Amnestie m Preuße»

Berlin. In einer Pressebespreckmug gab der preußische Justizminister Schmidt einen Überblick über die Reform des Strafvollzuges in Preußen. Für diese Reform kommt be­sonders eine bessere Versorgung in ärztlicher und erzieheriiche'°- Einsicht in Frage. Auch die Zeitungszensur für Gefanaenk, die in der Öffentlichkeit starken Angriffen auSaefcpt war. ist ge- mildert worden. Im Verlaufe seiner AuSsübrnngen gab ^er Minister einiae interessante Zahlen über die Wirkung der Amnestie in Preußen vom 14. Juli bekannt. In Prellten sind im aanzen 1109 Verfahren niedergeschlagen worden. Im ganzen ist bis zum Anfang dieses Monats die Amnestie in 2850 Fällen in Preußen zur Anwendung gekommen.

Der neue mexikanische Präsident

Der zum provisorischen Präsidenten von Mexiko gewählte frühere Staatssekretär des Innern Portes Gil erklärte öffentlich, er werde die Politik des Präsidenten Calles fort­setzen und ferner Versuchen, das soziale Programm des er- morbeten Präsidentschaftskandidaten Obregon zu verwirk­lichen.

Meb es Haus: derFuldaer Anzeiger"!