ful-aer /Anzeiger
O^^^erungsbehinSeru durch Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg |g£*g Zulöa, unö Haunetal. Zulöaer Kreisblatt ^g Vereins Deutscher Zeitungsve» Reöâsu unö Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 ♦ §srnfprech-R«sthlnß Nr.-S-
«r Postscheckkonto: Kranksurt a. M. Nr.1-00- llach-ruck »« «U * »«seh«,»« slrNkel nur mR atntOtmmgabt. ZrU-a« fhtyiger'erstattet.
Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg
Fulda, Mittwoch, 3. Oktober
Tlazefsrnprels: Für Behörden, Genostenschaf. ten,Banken usw. beträgt die Kleinzrile 0.30 M., für auMoârtige Tiustraggeber 0.25 Mk.,für die Revamezeiie 0.90 Mk. u. alle anderen 0.15 Mk* Reklamezelle 0.60 Mark ♦ Bei Rechnungsstellung hat Zahlung innerhalb 8 tragen zu erfolgen ♦ Tag» und Platz Vorschriften unverbindlich.
5. Jahrgang
Kleine Zeitung für eilige Leser
„ -Präsident v. Hindenburg verlebte seinen 81. Geburts« Stillsten Familienkreise aus seinem Jagdgut in der "Li&t Größere Veranstaltungen fanden infolgedessen tu Au nicht statt.
Norstand der Deutschen Volkspartei erläßt eine Ev '' «ach der er die Zugehörigkeit von Mitgliedern feine: Heu in Reichs- und in Landtag zum Stahlhelm «ich L für tunlich erachtet.
! jrai Zeppelin" befindet sich noch auf seiner Dauerfahrt n heute abend in Friedrichshasen eintreffen.
ß ein fahrender Gefell...
.«aus aus der Steinwüste moderner Großstädte so hjjie nur möglich, L u f t h u n g e r — das ist die Sehn- ^Mr Menschen von heute, die die Sehnsucht nach i freier Natur weit stärker verspüren als unsere tounb Großväter, denen die moderne Entwicklung zur Mzusammenballung in den Riesenstädten noch nicht kunb Licht verbaute. Und die noch nicht so sehr wie Mutige Generation das „Heraus in die Natur!" als
Mcs Gegengewicht gegen die Gefahren unseres Menseitalters mit seinem rasenden Tempo brauchten.
Wam, zögernd nur hob auch das Jugendwan-
)trn ba§ Haupt, rieb sich die Augen und schallte mit DM, hoffmmgsfreudigen Blicken in die schöne Welt is kachle löste sich die Jugend von dem oft allzu straff Misten Gängelband der Älteren. Häufiger, immer NM durchzogen die Trupps der „Wandervögel" die Kuch« Lande, strömten darüber hinaus auch den Schön- |tÄ in die Arme. Die Jugend ent- Mit^cii t f d) l a n b. Zahlreicher wurden Schüler- 'ÄkM wo privater Opfersinn viel
IMMaS Hemmendste — die Kostenfrage des Wan- I fa- - erträglicher machen half. Der Heuschober
f Nhid)t mehr als einziges Nachtquartier für die âUM,, wanderlustige Jugend zu dienen.
fee große Organisation, der Verband für ^sche Jugendherbergen, tat ein übriges, -der früher rein privaten Fürsorgetätigkekt erwächst !Arbeiten und Schaffen, an dem Reich und Länder regen Al nehmen. Por allem: auch finanziell mitwirken. <* 'st erkannt, welch' schwere Pflichten der Staat seiner wachsenden Jugend gegenüber hat. und längst ist »»nbtoaitbern hinausgewachsen über die Kreise der «r und Studenten. Der Heranwachsende jugendliche die Jugend beiderlei Geschlecht«, die der Zwang «Aiverb aus den Vureauschemel oder hinter den «nsch zwingt — sie alle, die ganze deutsche Jugend U die zahlreichen Bünde und Vereinigungen die die sMchwlach Feld und Wald, Tal und Berg, aber auch «den Schönheiten deutscher Städte befriedigen wollen.
Mbw Kasseler Tagung, die d^ Verband für «Jugendherbergen gerade jetzt veranstaltet, konnte wieder einmal zurückblicken auf große Fortschritte, M w man auch die tatkräftige Unterstü^ang nicht bloß MNahes und der Länder, sondern aucb ber Lanvesver- MEgsanstalten und Krankenkasien a'v "kennen. Daß M °^mehr verlangt, ist angesichts b# ; Zweckes, die KiiS.^"fl^^öerbetgcn reichlich zu vermehren, durch- Ä'C* ^ tadeln, ebensowenig, daß man für Aus- des Schulwanderns eintritt. Auch die ReichS- M- Schaft um ein Entgegenkommen bei den Fahr- denn der Geldbeutel ist schmal bei der ÄS °ber weitgesteckt sind die. Ziele der Wander-
"sch mehr verlangt, ist angesichts tu ; ^ Jugendherbergen reichlich zu wèrn
Ä^^ y^ mehr tun die Länder rings um Deutsch- tat, >Mgendwandern; zu Tausenden nnd aber
~ 8« politischen Zwecken freilich - schickt der t*. ,T ^laat Jugendliche hinein in die Bergwelt Süd- ^"^Englands Boy-Scouts trifft mani in ganz Man, m °l ö arme Österreich kann auf einen ganz mtsschwung des Jugendwanderrrs zurück- Ä»!^ . ober hier kommen manche Schattenseiten W-n »r-' ^'^ der gesunden Entwicklung manchen H ^^m und die zur Vorsicht mahnen. Gewiß W ?^ Bewegung weniger als sonst etwas ein- m"?aukratische Bevormundung, aber — man Site ”" den traurigen Fall im Juli d. I., als ein Nraiih« r^ Berliner Zeichenlehrer, mit ihm dk ^orii^- ^"Mrigen Schülern führerlos und ohne gierte- auf dem Matterhorn herum-
^iilati»„-k s verschwand einer dieser Bargsteiger. ’S £nlrct^h hat Selbstdisziplin!und Er- Pba§ beim Führertum zur Voraussetzung gliche "Aim Wandern umfaßt nicht bloß das un- Men (eibl' rctcn mancher Wanderhorden, die ihren E Andrinsnur 8U Recht tragen, sondern auch 'Wicten"^ d°a Elementen als Führer, das ?We w Wanderungen, bei denen eigensüchtige ?WrorJfJ-?' womöglich mit öffentlichen Geldern, ^klano rd/olen. Und dies ist durchaus nöcht selten ?°p>m/si^'?.^odeffen schärfere Prüfung, weil Ver- M ist, i» /tc Jugend nur übernehmen darf, wer fei "ich, ’JWn- Rücksichtslos aber ist gegen jene :ter borin?c seltenen Auswüchse jugendlicher > v ^itJi^^11' dm die Natur nur als Tummel- und M / H o m M u n g s l o s i g k e i t e n be- ^Gelegenheit, sich in übelster Form „aus- L'-^be hAfi, ?jör das Jugendwandern zum Teil in ^°p^ geriet, wurde ihm auch lu^fl^ Dichtkunst ist in großer i¥^ Poesie des Wanderns, aber eine Poesie, 'N bieiom m" ehrfürchtiger Liebe zur Natur. I ^' und in ki^ Leiste der Natur naht, wird sie ganz I M ausnehmen.
Gesteigerte innenpolitische Regsamkeit.
Länderkonferenz in Berlin.
Staats- und Ministerpräsidenten versammelt.
Dienstag traten im Reichskanzlerpalais in Berlin die Staats- und Ministerpräsidenten der deutschen Länder zusammen, um den Bericht des Reichskanzlers Müller über die Genfer Beratungen entgegenzunehme'u. Die Sitzung ist bekanntlich auf den Wunsch Bayerns einberufen worden. Sic soll den Regierungsstellen der Länder Gelegenheit geben, sich eine Meinung über die außenpolitische, Lage zu bilden und ihre Ansichten arrszutauschcu.
An der Dienstagsitzung nahmen der Reichskanzler Hermann Müller und die Minister Curtius, Gröner, ©itérarb, Hilferding, Koch, Schätzel und Severing teil, außerdem Staatssekretär von Schubert unb die stimmführenden stellvertretenden Bevollmächtigten im Reichsrat sowie die Beamten des Auswärtigen Amtes, die der deutschen Delegation in Genf angehört haben.
Erschienen mären ferner für Preußen Ministerpräsident B r a u n . für Bauern Ministerpräsident Dr. Held, für Sachsen Ministerpräsident Heldt, für Württemberg Dr. Bolz, für Baden Staatspräsident Dr. R e m ru e I e, für Thüringen Dr. Leutheusser-, für Hessen Staatspräsident Adelung, für Hamburg Oberbürgermeister Dr. Petersen, für Mecklenburg-Schwerin Ministerpräsident Dr. Schröder, für Oldenburg Ministerpräsident von F i n k h, für Brailnschweig der Vorsitzende des Staatsministeriums, Minister Dr. Jasper, für Anhalt Ministerpräsident D e i st, für Bremen Bürgermeister Dr. D o n a n d t. für Lippe der Vorsitzende des Landespräsidiums, Präsident Drake, für Lübeck Bürgermeister Löwigt, für Mecklenburg-Strelitz Staatsminister Frei- herrvonReibnitz, für Waldeck Landesdirektor Präsident Dr. Schmieding und für Schaumburg-Lippe der Vorsitzende der Landesregierung, Staatsrat Lorenz.
Das Reichâbinett
beriet Montag in der gleichen Angelegenheit. In der Sitzung gedachte vor Eintritt in die Tagesordnung der Reichskanzler des Geburtstages des Reichspräsidenten, dem er die herzlichen Glückwünsche der Reichsregieruna übermittelt hat. Das Kabinett nahm alsdann den Bericht des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes von Schubert' über die Arbeiten der Völkerbundversammlung und des Völkerbundrates in der Zeit nach der Abreise des Reichs-, kanzlers von Genf entgegen. Ferner beschloß das Reichs- kabinett die Ernennung eines Nachfolgers im Vorläufigen Neichswirtschaftsrat für den ausgeschiedenen Reichsfinanzminister Dr. Hilferding in der Person des Leiters der Forschungsstelle für Wirtschaftspolitik, des früheren Redakteurs des Handelsteils der Frankfurter Zeitung, N a p h t h a l i.
Schließlich wurde als Termin für die Tagung des Ausschuffes für Verfasiungs- und Verivaltungsreform die Zeit vom 32. bis 24. Oktober festgesetzt.
MiguKg der Genfer Verhand!ungen.
Berlin. Die Mitglieder des Reichskabinetts und die Mi^ Nisterpräsidenten, die hier über die Genfer Verhandlungen b^ bieten, billigten nach einer offiziösen Auslassung einmütig bt< Haltung der Deutschen Delegation in Genf.
„Graf Zeppelin" auf großer Fahrt.
Leiters Probefahrt für Amritt.
„Graf Zeppelin" über der englischen Küste.
wtb. London. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" passierte 9705 Lowestoff im Fluge nach nordwestlicher Richtung.
wtb. Hamburg. Das Luftschiff überflog um 2.25 früh Esens in Osffriesland.
wtb. Bremen. Um 2.55 früh überflog das Luftschiff die Stadt aus Richtung Hamburg.
„Graf Zeppelin" über Kiel.
„Graf Zeppelin" überflog heute kurz nach 6 Uhr Kiel in Richtung Flensburg. Das Luftschiff bot an dem klaren Morgenhimmel einen prächtigen Anblick. Durch das Surren der Propeller wurde die Einwohnerschaft aus dem Schlafe geweckt.
„Graf Zeppelin" über Hamburg.
wtb. Hamburg, 3. Oktober. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist um 6.45 Uhr über Hamburg eingetroffen. Ein Flugzeug gab ihm auf dem Fluge über die Stadt, in der sich trotz der frühen Morgenstunde auf Dächern und Straßen schon ein zahlreiches Publikum angesammelt hatte, das Geleite. Das Luftschiff schlug die Richtung nach Ludwigslust ein. Nach den letzten Meldungen ist die Ankunft in Berlin gegen 8.30 Uhr zu erwarten.
wtb. Wittenberge. „Graf Zeppelin" hat um 8 Uhr Wittenberge passiert in Richtung Berlin.
wtb. Berlin. Entgegen anderen Meldungen ist die Ankunft des Zeppelin-Luftschiffes erst gegen 9 Uhr zu erwarten.
Volkspartei gegen Stahlhelm.
Eine größere aufsehenerregende Entschließung hat soeben die Deutsche Volkspartei gefaßt, die sich ziemlich entschieden gegen die neuerlichen Bestrebungen des „Stahlhelm" richtet und nicht verfehlen wird, in den nächsten Tagen zahlreiche Auseinandersetzungen herbeizuführen. Es kommt dabei namentlich in Betracht die Stellung der Volkspartei den Deutsch nationalen gegenüber, bi»1 zum „Stahlhelm" nach wie vor in ziemlich engen Beziehungen stehen. Der Beschluß der Volkspartei lautet:
Der Vorstand der Reichstagsfraktion der Deutschen Vottspartei hat sich in Anwesenheit von Mitgliedern der Fraktion, die auch dem Stahlhelm angehören, eingehend mit den letzten Vorgängen im Stahlhelm und insbesondere seinen letzten Kundgebungen beschäftigt. Die Anwesenden sind einstimmig zu folgender Aufsaffung gelangt:
Die Deutsche Volkspartei hat seither die überparteilichen Bestrebungen des Stahlhelms mit Sympathie ver- folgt und es begrüßt, daß auch ihre Mitglieder sich an diesen Bestrebungen beteiligten. Mit den neuerlichen Vorgängen hat sich der Stahlhelm indes aus das Gebiet einer von seiner früheren Zielsetzung abweichenden politischen Betätigung begeben. Mit Rücksicht aus die sich hieraus mit Notwendigkeit ergebenden Konflikte zwischen Partei- und Stahlhelmzugehörigkeit hält es der Vorstand für politisch nicht mehr möglich, daß Mitglieder der Fraktion weiterhin dem Stahlhelm anaeüören."
Inwieweit diese Entschließung auf die innenpolitische Haltung der Parteien in nächster Zukunft von Einfluß sem wird, muß sich zweifellos zeigen.
In diesen Tagen ist auch der Jung deutsche Orden von der jüngsten Proklamation des Stahlhelms und der angeschlsossenen Organisationen abgerückt und hat dem in einem Schreiben an den R e i ch s p r ä s i d e n t e n Ausdruck, gegeben. Der Jungdeutsche Orden nennt unter Forderungen folgende:
Die politische Gleichheit aller Staatsbürger und die gerechte Behandlung aller in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht muß gewährleistet sein. Jedes Spiel mit der Wieder- Herstellung der Dynastien auf dem Boden des Legitimismus muß unmöglich gemacht werden. Plutokratische Einflüsse auf die Volksvertretung, die Bebrrrschuna der Parteien durch Truste und Konzerne müssen ohne Ansehen der Partei beseitigt werden. Aufsichtsratsmilglieder privater Erwerbsgesellschaften dürfen nicht Volksvertreter sein. Das Koalitionsrecht aller Stände und Berufe mutz für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer in Arbeitgeberverbänden, Innungen und Gewerkschaften gewährleistet sein.
♦
Keine Reichszuschüsse für die Technische Nothilfe m?hr.
Reichsinnenminister Severing hat dem Leiter der Technischen Nothilfe mitteilen lassen, daß die bisher zur Verfügung gestellten Reichsmittel ab 1. April 1929 nicht mehr ausgezahlt werden. Von diesem Termin an Werder» lediglich noch Mittel zur Abwicklung bereitgestellt. Der- vom Reich zur Unterhaltung der Technischen Nothilfe zur Verfügung gestellte Betrag beläuft sich auf rund zweieinhalb Millionen Mark.
wtb. Berlin. „Graf Zeppelin" hat 8.50 Uhr nach Meldung der Spandauer Zeitung Staaken überflogen.
Gruß der Neichshauptstadt an „Gras Zeppelin".
wtb. Berlin, 3. Oktober. Oberbürgermeister Vöß entsandte dem „Graf Zeppelin" auf funkentelegraphischem Wege folgenden Eruß: „Dem „Graf Zeppelin", seinen Erbauer und seinen Führer grüßt die Bevölkerung und Verwaltung der Reichshauptstadt herzlich. Das neue Luftschiff möge als willkommener East bei uns einkehren."
wtb. Berlin. „Graf Zeppelin" ist um 9.02 Uhr über Berlin eingetroffen.
e
Ueber dem Verlauf des Nachtfluges wird zusammen« fastend folgendes berichtet: „Graf Zeppelin" kreuzte während der Nacht, nachdem er die englische Küste verlassen hatte, über der Nordsee. Um Mitternacht wurde Borkum überflogen, um 2.30 Uhr überflog er Ostfriesland. Kurz von 3 Uhr erschien das Luftschiff über Bremen in Hellem Mondschein. Die hell beleuchteten Kabinen waren deutlich zu erkennen. Von Bremen aus nordsüdlichen Kurs nehmend, überflog zwischen 5 u. 5.30 Uhr „Graf Zeppelin" Flensburg, die Vaterstadt Dr. Eckeners. Nach 6 Uhr erschien der Luftkreuzer am klaren Himmel über Kiel und traf um 6.45 Uhr über Hamburg ein. Nachdem er Ludwigslust und 8 Uhr Wittenberge überflogen hatte, näherte er sich gegen 9 Uhr der Reichshauptstadt. Um 8.50 Uhr wurde der Flugplatz Staaken nordwestlich von Berlin passiert.
Von Berlin aus tritt der Zeppelin die Rückfahrt nach Friedrichshafen an, da Dr. Eckener noch vor Einbruch der Dunkelheit dort einzutreffen gedenkt.