Einzelbild herunterladen
 

Ml-aer Anzeiger

^in^^ ^ieferungobehinöerungen durch Tageölait für Rhön und Vogelsberg LMLL« im- Haunetal. Zâer Kreisbla«

Ei. Vereins Deutscher Zeitungover- Re-akttoa rm- Geschäftsstelle: Mühlraftraße 1 Zernsprechaflnfthlaß Nr.-S-

SPostscheckkonto:Scans furt a.BL Nr-Iöoo- VachSruck »«Bitt* verseh«,«,Artikelmrr«st<6g»0«ie*ga»t .Solde« fta3»tg«' gestattet

241- 1928

Fulda, Freitag, 12. Oktober

ten,Banken usw. beträgt -ie Klemzeile 030HIL, für auswärtige Mstraggeber 0.25 Mk., für die Reklamezeile 0.90 Mk. u. alle «nderea 0.15 Reklamezeile 0.60 Mark Bei Rechnungsstel« lang hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfol­gen Tag- und Platzvorsthrkstea unverbindlich.

5. Jahrgang

EKS

Kleine Zeitung für eilige Leser

«onkordaisverhandlungen zwischen Preußen und dem sollen soweit gediehen sein, daß sie alsbald das Ka- M beschäftigen werden.

,^jx Fahrt desSraf Zeppelin* ist über Südfrankreich i Er hat bei Bordeaux das Festland verlassen.

^3 englische Kabinett hat beschlossen, die Dokumente über ^ englisch-französische Flottenabkommen baldmöglichst zu Mnilichen.

i Oer Welfenschatz.

Ldas Heute hinein klingt es wie aus grauer Lie it: Welfenschatz. Schulzeiterinnerungen Pi wach an Heinrich den Löwen, der einst seinem fei die Lehnstreue brach, aber, glücklicher als dieser, IM unversehrt von dem Kreuzzug zurückkehrte, den .['I Sühne und aus politischen Gründen hatte Mhmen müsse. Er kam zurück, mit Geschenken W Byzanz reich beladen, er mehrte seinen Schatz, ^dieser mächtige Sachsenherzog schon vorher angesam-- matte. Dem frommen Sinne der Zeit entsprechend, Lu diese zahlreichen Kunstwerke Gegenstände des kirch- M Ritus', Reliquienbehälter, Kruzifixe von teilweise harter Schönheit und Kostbarkeit. Glanzstücke mittel* ^er Goldschmiedekunst in Deutschland.

Lin droht auch diesem Schatz wie so vielen fast zahl- «Kunstwerken jeder Art die Gefahr, hinauswandern hjiM toeil ihn sein Besitzer, der frühere Herzog Ernst «tw Braunschweig, jetzt Chef des Hauses Cumber- «.mbas Ausland verkaufen will, wie der Herzog IrLnw? Geldmangel. Für zehn Millionen Dollar ist

Musch atz er ist inzwischen nach der Schweiz ge- IMAiden für jeden potenten Käufer zu haben, der lik Mings nur als geschlossenes Ganzes übernehmen MtsiMn als Ganzes erhalten muß.

I Mich werden gegen den früheren braunschweigi- WßiHog wegen seines Vorhabens Vorwürfe erhoben, fâârfests läßt er mitteilen, daß er sich nicht leichten Wi von diesen Kunstschätzen trennt, die über 700 Lire im Besitz seines Hauses waren; doch er sei aus Istellen Gründen dazu gezwungen. Sein Vater, der Ichrbene Herzog von Cumberland, der die Versöhnung I ^ Hauses mit dem Deutschen Reich vollzog, galt ja lâsehr reich.

Auch der jetzt lebende ehemalige braunschweigische pW erhielt bei der finanziellen Auseinandersetzung be« ! tztichc Vermögenswerte zugesprochen. Doch sein Haus noch immer den Anspruch auf eine Forderung nicht Mgeben, von der gerade jetzt wieder öfter gesprochen M die ober mit jenem Welfenschatz nichts zu tun hat. MM setzt von diesem Welfen schätz die Rede ist, so P cttvas allerdings weniger Ehrwürdiges in der Er- rmilW aus: der Welfe nfonds, das Vermögen des M Königs von Hannover, der 1866 bekanntlich seinen

C '^ wurde 1867 von Preußen eine Summe Millionen als Vermögen zugewiesen, aber dann entzogen, als die entthronten Fürsten von Han- und Hessen mit diesen Geldern preußenfeindliche WMn trieben. Bekanntlich hat dann tiefer Welfen- K. wg. ,.R e p t i l i e n f 0 u d s" eil: - nickt immer Änliche Rolle gespielt, bis das Fahr 1913 einen W unter die Streitfrage zu ziehen schien.

Mil? ^ ^ Inflation ist von dem Welfenfonds nicht

^geblieben und das ehemalige Herzogshaus war EM gegen Zahlung einer erhöhten Aufwertung LE ®on ihm erhobenen Ansprüche zu verzichten; auch den Welfenschatz nicht zu veräußern Preußen lehnte das ab, ebenso den 9ln- l^toate§: auch das Reich erklärte sich autzer- »-M für den Ankauf notwendige Summe her- MM liegt die Gefahr nahe, daß auch der Welfen- r na$ Amerika antritt.

EM^ürmer be§ Weltkrieges, die nach Europa MM» ^sissladungen von Geschützen, Munition und M n»k,, ^^gerät hinüberlieferten, haben dafür nicht "us Europa bezogen, sondern schleppten auch fort, was sozirsagen nicht niet- und Wik» " lediglich, um snobistischer Besitzer dieser MdWnI»*" Je'n- um Eigentümer in Massen wahllos ti aor fo-ll^r Kunstwerte zu werden. Geld spielte tL^ A?^e bis lange, viel zu spät nach dem littet -ander diese Ausfuhr von Kunstwerten Mi» Am schlimmsten vielleicht ist ja Öfter- M«H;z Weise ausgeplündert worden, iiijli. ' P1 vieles wurde sogar von Staats wegen Briten "°" 5)61 Kaufsumme den Staat am Leben Sofien Kunstwerk, das so hinauswandert. M ^Urt§lanb dieses Schatzes ein Stück, ein

W mtur' seiner Geschichte, verliert ein Stück »JE" Wer. Aber die Not, das Unvermögen. 'Wbm^ ^u hemmen, spricht leider allzuoft Wort. Selbst wenn man den Wer' M uur halb so hoch einschätzt, wie KvfotottÄ tut. so wird es trotzdem kaum M ' in ' ^aglichkeit geben, mit einem Dollarmil- cr>?^?^uz zu treten, pn es reizt, den Welfen-

^ ^pfer eines Brandes.

5«h

j hun. «uT« ^'"^ VIUHVC».

ZM ^!rülcu,,,'-^"u.negbc geriet aus einer undichten x,5 Petr,lei,n. ^^ttung der Birma Oil Company auS- » tamen '" «raud. 47 Eingeborene, darunter i)t,'C?« Sinnes,1" ^" Flammen um. Über 20 wurden H187US dein ^uen der umliegenden Dörfer hatten ver- *^tit einend, 3 Rohrleitung austretende Petro- urneu Gebrauch zu sammeln.

Ueber dem Ozean

Glück ab,

In Richtung aus. die Azoren.

TinFunkspruch

wtb. Paris, 12. Oktober. Nach einer Meldung des Journal" aus Casablanca hat die dortige- Funkstation einen Funkspruch aufgefang^n, in dem das LuftschiffGraf Zeppelin" mitteilt, daß an Bord alles wohl sei und daß es heute gegen Mitternacht die Azoren zu erreichen gedenke.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" flog um 7.50 Uhr nach­mittags deutscher Zeit über Barcelona.

Havas berichtet aus Madrid, daß sich aus Nachrichten der Flugleitung über die Fahrt desGraf Zeppelin" ergibt, daß das Luftschiff Gegenwind zu überwinden hat und eine Fahrtgeschwindigkeit von 80 km in der Stunde entwickelt.

In der Karte sind die auSqeführlen Transatlantikflüge eingezeichnet, auch der Weg desSt. Raphael* von Upavon tSüdengland) nach Ottawa (Kanada). Eine genaue Flugbahn desGraf Zeppelin" ist nicht festgelegt worden, doch besteht die Wahrscheinlichkeit, daß Dr. Eckener denselben Weg nehmen wird, wie im Jahre 1924.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" hat gestern abend

11.40 Uhr Castellon de La Plana überflogen.

wtb. Madrid, 12. Oktober. (Graf Zeppelin" über dem Ozean.) Das LuftschiffGraf Zeppelin" überflog heute früh um 5 Uhr den Hafen von Gibraltar in Richtung auf die Azoren. Es befindet sich jetzt über dem Ozean.

Die Luftschiffhalle in Lakehurst, dieGraf Zeppelin" in Amerika beziehen soll.

Das Nottenabkommtn wild veröffentliHt.

Amtlicher Entschluß in London.

Nach der Sitzung des englischen Kabinetts wurde mit­geteilt, daß mit dem Eintreffen der italienischen Note nun« mehr die Antworten sämtlicher Mächte in London ein- gelaufen sind, denen das englisch-französische Flotten­kompromiß zwecks Rückäußerung unterbreitet worden ist. Unter diesen Umständen besteht nach amtlicher Auffassung kein Anlaß mehr, die auf das Flottenkompromiß bezüg­lichenwesentlichen" Dokumente der Öffentlichkeit vor. zuenthalten. Die Publikation wird nunmehr erfolgen, sobald die für die Veröffentlichung eines Teiles der Papiere notwendige Zustimmung anderer Regierungen in London vorliegt.

Horan noch nicht aus Paris ausgewiesen.

Eine halbamtliche Veröffentlichung in Paris besagt, dem amerikanischen Journalisten Horan, der wegen der Enthüllungen über das Flottenkompromiß für eine Zeit­lang verhaftet wurde, sei auf Grund der Unterredung des Präsidenten des amerikanisch-englischen Journalistenver- bandes in Paris mit dem Generalsekretär des Auswärtigen Amtes die Erlaubnis erteilt worden, bis zum Abschluß der Untersuchung über die Entwendung des französischen Geheimdokumentes in Paris zu verbleiben. Horan hätte sonst bis Donnerstag Paris verlassen müssen. Als man Horan die Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung ^Mitteilen wollte, warmer jedoch nicht auffindbar. Man ist aber sicher, daß er sich noch in P^ris aufhält. Über die Art und Weise, wie Horan arretiert wurde, hat Berthelot sein Bedauern gegenüber Bird ansgedrückt. Große Auf­regung hat in Paris die Drohung des amerikanischen Zeitungskönigs Hearst hervorgerufen, in dessen Auftrag Horau gehandelt hat:Frankreich solle fick vorsehen, daß seine Machinationen und seine Geheimdiplomatie nickt zu einem neuen Kriege führen, bei dem es nicht auf die Unterstützung der Vereinigten Staaten rechnen könne."

Graf Jeppelin"

Günstige Wetterlage westlich der Azoren.

wtb. Newyork, 12. Oktober. Das Wetterbüro erklärte auf Grund der von Dampfern eingelaufenen Meldungen, daß die Wetteraussichten für das Gebiet zwischen Nord­amerika und den Azoren auf dem voraussichtlichen Kurs des Luftschiffes günstig seien. Bei dem südlichen Kurs des Luftschiffes werde Regen voraussichtlich vermieden wer­den. Es verlautet, daß große amerikanische Funkstationen denGraf Zeppelin" erreicht hätten. Die Brooklyn- Station der Radio-co. of America fing gegen 7 Uhr Newyorker Zeit eine Nachricht vom Hapag-DampferNew­york" auf, laut welcherGraf Zeppelin" die Atlantik- Küste Afrikas gegen 2 Uhr morgens Newyorker Zeit, also 24 Stunden nach seiner Abfahrt, zu erreichen hoffte. Eine Funkstation in Pittsburg- will heute früh dem Luftschiff Grüße der deutschen Zeitungen in Pittsburg"

senden. Die deutschen Vereine in Pittsburgh haben be­reits Grüße gesandt.

Helle Begeisterung in Newyork.

Die Meldung vom erfolgten Start desGraf Zep­pelin" wurde sofort von allen großen Newyorker Zeitun»' nen in Extraausgaben aus den Straßen verbreitet. _ Den Seitungëüerfâufern wurden die Extrablätter buchstäblich 'u§ der Hand gerissen. Aus allen Verkehrsmitteln, in de^ Untergrundbahn und aus den Omnibussen ist der Zep­pelinflug das Gesprächsthema.

Vorbereitungen in Amerika.

wtb. Newyork, 11. Oktober. Das Kriegsamt ordnete an, daß alle verfügbaren Flugzeuge demGraf Zeppelin" das Geleit geben sollen, sobald er sich der Küste nähert. Falls das Luftschiff nachts eintreffe, seien die Flugzeuge wegen der erhöhten Gefahr nicht als Eskorte zu verwen­den. Da Staatssekretär Kellogg sowie Marinesekretär Wilbur verhindert sind, der Ankunft des Zeppelins bei­zuwohnen, werden Hilfsmarinesekretär Warner und der Leiter der Aeronautischen Abteilung des Marineamts beim Empfang de- Luftschiffs in Lakehurst anwesend sein.

Bergmann macht ein H für ein £

Neue Belastungen gegen Dr. Jacoby.

Im Verlauf der weiteren Vernehmungen im Bergmann- Prozeß belastet der Angeklagte Bergmann den Mitangeklagten Dr. Jacoby dadurch, daß er sagt, er habe bereits vor dem Februar 1927 mit Jacoby in loser Verbindung gestanden. Schon im Jahre 1925 führte er einen Prozeß, in dem ein gewisser Lackner eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben hatte. Dr. Jacoby hat ihm gesagt, er sollte die Strafanzeige.

nicht gegen Lackner, sondern gegen Hackner

machen, dann werde die Sache an sein Dezernat gelangen. Angekl. Dr. Jacoby:Bergmann hat mir 1925 diesen Fall erzählt und ich habe ihm gesagt, daß tch den Buchstaben L. nicht bearbeite. Nachher bekam ich die Anzeige gegen Hackner. Als ich feststellte, daß es ein falscher Buchstabe sei, habe ich dte Sache sofort an den zuständigen Dezernenten abgegeben und mich um die Sache nicht weiter gekümmert." Bors.:Bisher haben Sie immer die Behauptung aufgestellt und ich bin auch stets der Ansicht gewesen, daß Sie von 19 2 4 b i s 19 2 7 mit Dr. Jacoby nichts zu tun gehabt haben." Angekl. Bergmann: Als ich im Juni 1925 in meiner damaligen Strafsache aus dem Gefängnis entlassen worden war, nahm ich vorübergehend eine Wohnung in Lankwitz. Ich weiß genau, daß ich von dort mit Dr. Jacoby über meine Sirafsache telephoniert habe." An- aeklagter Dr. Jacoby:Es ist absolut aus der Lust gegriffen, daß ich mit ihm über seine Strafsache gesprochen habe." Im weiteren Verlauf der Sitzung sagte Frau Bergmann auf die Frage des Vorsitzenden:Wann haben Sie zum ersten Male von Staatsanwaltschaftsrat Dr. Jacobv gehört?": ,1924 Der Anlaß war, daß mein Mann sagte, er müsse sich im Edenhotel mit Dr. Jacoby und Jolenberg treffen. Er gab mir 300 Mark, die ich

in ein lucificS Kuvert stecken sollte.

Die mußte ich Dr. Jacoby geben. Als Dr. Jacobv ins Cafâ kam, ging mein Mann hin und gab ihm das Kuvert, dann nahm mein Mann die Brieftasche heraus und gab ihm noch Geld. Als ich ihn nachher fragte, sagte mein Mann, ja, Dr. Jacoby brauchte mehr für einen Freund, dem muß er auch etwas abgeben."