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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg?
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*242-1928
Fulva. Samstag, 13. Okto lree
5. Jahrgang
Kraf Zeppelin
morgen mittag in Newyork?
M Zeppelin" im Kreuzfeuer der Funkstationen.
Zes Meeres und des Radios Wellen.
«lm Abend des ersten Fahrtages sah sich Dr. Eckener ^h die Wetterverhältnisse gezwungen, einen anderen L zu nehmen, als bei seinem ersten Amerikaflug. In Frankreich änderte er seinen westlichen Kurs und fuhr U M a r s e i l l e an der südöstlichen Küste Spaniens Ma. ^n Newvork ist ein drahtloses Telearamm von
„Graf Zeppelin"
»M britischen Dampfer „Cymeric'" eingegangèn, wonach
Kas Zcppelin" am Freitag morgen sieben Grad West- Wr Länge, 35 Grad nördlicher Breite, in westlicher Wung fliegend, gesichtet wurde. Der angegebene Stand- Wliegt südwestlich von Gibraltar, etwa 300 Kilometer südlich Kap St. Vinzent. Diese Meldung wird scheine s hung aus Horta (Azoren) bestätigt, daß der Metin den Weg über Madeira nimmt. Nach den »erliegenden Wettermeldungen wird von Madeira ab
der nächste Teil der Fahrt«
^Voraussicht nach glatt verlaufen r w erst auf der Ate der Etappe A z 0 r e n—B e r nt u d u s wird sich ein Gruckgebiet, das,sich augenblicklich von der Ostküste
Der Weg des Luftschiffes.
MtinfAJ^ nach Südosten vorschiebt, tnitcr Umständen '" ist e«^""? Umfliegung notwendig machen. Jmmer- ^ Möglich, daß sich die Wetterlage bis dahin Men wiede^^d ändert. Von den Bermudainseln ab
Je Fog., „ günstige Ostwinde lÄrlant» Newyork beschleunigen. Die durch das WAde £'vu den Azoren sich erstreckende, immer noch 7 »an ^^, 'druckgebiet hervorgerufenen Weststürme ^^^r J$ umflogen. Es ist anzuneymen, daß wird 1" ^r die nächsten 24 Stundest glatte Fahrt
Die mutmaßliche Flugdauer.
wtb. Newyork, 13. Oktober. Die hiesigen Meteoro
logen sind über den Zeitpunkt, an dem der „Graf Zeppelin" hier eintreffen dürfte, verschiedener Meinung. Einige
Sachverständige weisen darauf hin, daß möglicherweise star
ker Gengemvind in der Nähe der amerikanischen Küste den
Flug verlangsamen könnte, so daß die Landung erst am Sonntag abend zu erwarten wäre.
über dem Ozean.
wtb. Newyork, 12. Okt. Nach Meldungen der „Associated Preß" ist „Graf Zeppelin" auf der Strecke Gibraltar— Madeira von 5 Dampfern gesichtet worden. Die Funkstation der Radio-Marine-Torporation in Chatan (Massachusetts) hat 6.10 Uhr abends amerikanischer Zeit einen Funkspruch des „Graf Zeppelin" ausgefangen, in dem es heißt: Das Wetter ist warm und sommerlich. Wir steuern unmittelbar die Bermuda-Inseln an und hoffen, falls das Wetter gut bleibt, Sonntag vormittag Amerika zu erreichen. Wir fahren mit einer Geschwindigkeit von 85 Seemeilen.
wtb. Horta, 12. Okt. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat um 22 Uhr örtlicher Zeit die zur Azoren-Gruppe gehörende Insel San Miguel in einer Entfernung von 30—35 Meilen passiert. Das Wetter ist regnerisch und unsichtig. Der Sturm ist abgeflaut.. Das Luftschiff hatte eine Geschwindigkeit von 81 Seemeilen.
wtb. Bern, 12. Okt. Die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt stand gestern abend um 10.25 Uhr wieder mit ; dem „Graf Zeppelin" in Verbindung. Der Empfang war - ausgezeichnet. *
Ein Funkspruch.
wtb. Newyork, 13. Oktober. Die Funkstation Thalham in Massachusetts hat heute nacht 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit folgenden weiteren Funkspruch vom „Graf Zeppelin" aufgefangen: „Wir befinden uns 520 km westlich von Madeira in einer Höhe von 420 Metern mit einer Stundengeschwindigkeit von durchschnittlich 120 km.
Das Wetter ist gut. Fahrtrichtung Bermuda. Wir hoffen, wenn das Wetter sich hält, Sonntag mittag einzutref« sen. An Bord alles wohl. „Graf Zeppelin"."
Oie Funkstation des „Graf Zeppelins
die den Anforderungen der großen Fahrt nicht gewachsen zu sein scheint, gibt allenthalben zu Klagen über die Berichterstattung von Bord des Schiffes Anlatz. Der Bericht eines Funkamateurs, der versuchte, während der Nacht mit dem Luftschiff in Verbindung zu treten bzw. es zu hören, bestätigt diese Klagen in vollem Umfange. Hiernach klappte der Wechsel- verkehr schon am Donnerstag nachmittag miserabel, da offenbar nicht nur Norddeich den Zeppelin schlecht empfing, sondern der Zeppelin selbst auch
mit den größten Emfangsschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Die Folge war, daß der Verkehr etwa drei Stunden, in der Zeit von 19.00 bis 22.00 Uhr abends, völlig unterbrochen war. Bezeichnend dafür ist, daß selbst die Friedrichshafener Funkstation den Zeppscnder über Frankreich nicht mehr hören konnte. Auch die Berichte über den Erfolg des Kurzwellenverkehrs müssen als Phantasie angesprochen werden. Vom „Zeppelin" direkt war nach 3 Uhr überhaupt nichts mehr zp hören, nur aus ganz kurze Zeit aus Welle 2400 Verstän- diguugsversnchc mit einem unbekannten Dampfer. Obgleich inzwischen auch Norddeich den Dampfern Order gegeben hatte, Telegramme und Antworten des Luftschiffes zu übermitteln, war nichts mehr zu empfangen bis aus den Austausch eineS Glückwunsches zwischen „Columbus" und dem „Zeppelin", sowie die Stationen der Schiffe „Karlsruhe", „München". „Stuttgart", „Berlin" und „Orinoko" Dann wieder die Nacht hindurch nichts. Wenn man berücksichtigt, daß bei der letzten Amerikafahrt des „Zeppelin" dieser einwandfrei bis weit über die Azoren hinaus zu hören gewesen ist, ist dies ein sehr schlechtes Ergebnis. Um so mehr, als amerikanische Kurzwellenstationen einwandfrei zu hören waren.
Gutes Funktionieren der Funkanlage des „Graf Zeppelin".
wtb. Friedrichshafen, 12. Okt. Zu der Meldung über angeblich ungenügendes Funktionieren der Funkanlage an Bord des „Graf Zeppelin" teilt die hiesige Werft mit, daß die Funksprüche der Bordstation im Verkehr mit anderen Funkstellen auf der Fahrt über Frankreich und Spanien in Friedrichshafen ausgezeichnet gehört wurden.
wtb. Friedrichshafen«, 13. Okt. Wie wir erfahren, beruht die falsche Auffassung über ein Versagen der Funkanlage des „Graf Zeppelin" auf der Tatsache, daß alle Meldungen, die vom Luftschiff für die Presse ausgesandt wurden, verschlüsselt waren und durch irgendeinen unerklärlichen Irrtum nicht entschlüsselt werden konnten, so daß man nur auf Nachrichten bzw. Standortsmeldungen von Schiffen usw. angewiesen war, die das Luftschiff gesehen hatten. Die Werftstatian kannte zeitweilig aus den gleichen Gründen ebenfalls nicht den Standort des Luftschiffes.
Amerika in Erwartung.
wtb. Newyork, 13. Oktober. Hier wurde eine durch Rundfunk verbreitete interkonfessionelle Andachtsübung abgehalten, bei der ein stilles Gebet für den Erfolg des Zeppelin-Fluges verrichtet wurde. Es sprachen katholische und protestantische Geistliche. Zum Schluß wurden die letzten Meldungen über den Flugverlauf verlesen.
wtb. Washington, 13. Oktober. Der Hilfssekretär des Marineamtes, Warner, gab bekannt, daß Zivilflugzeuge während des Anfluges und der Landung des „Graf Zeppelin" das Gebiet der Marineflugstation Lakehurst nicht überfliegen dürfen. Warner erklärte weiter, das Publikum werde zur Besichtigung des Luftschiffes nach Möglichkeit zugelassen werden, doch dürfe die Besichtigung in keiner Weise die Sicherheit des Luftschiffes gefährden. Dies bleibe die erste Bedingung für die Besichtigung.
Das Bersicherungsproblem.
Das Versicherungsproblem des Luftschiffs „Graf Zeppelin" ist bei der Neuartigkeit des Risikos einstweilen noch schwierig, insbesondere solange dem Versicherer noch nicht Gelegenheit gegeben ist, den nötigen Ausgleich zu finden, der versicherungstechnisch nur durch das Gesetz der großen Zahl bestimmt wird. Wie beim L.Z. 126 beteiligten sich auch diesmal wieder alle deutschen Versicherungsgesellschaften an der Versicherung des „Graf Zeppelin". Der Versicherungswert des Luftschiffes ist mit 3,2 Millionen festgesetzt worden, der versicherte Wert selbst aber nur in Höhe von 75%, also mit 2,4 Millionen 3L#L Die Versicherungskosten sind trotzdem sehr erheblich. Die Versicherungsdauer ist für alle Fahrten mit Beginn der Probefahrten auf vier Monate bemessen worden. Um nun aus eigener praktischer Erfahrung ein Bild über den Umfang des Risikos zu gewinnen, und im Interesse der Förderung des Versicherungsgedankens in der Luftschiffahrt, nimmt Direktor von Tyszka an der Amerikafahrt teil.