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Fulda, Dienstag, 16 Oktoo»r'
5. Jahrgang
„Graf Zeppelin" in Lakehurst gelandet.
wtb. Lakehurst, 15. Oktober. Das Luftschiff „Graf Zeppelin"
ist um 5.38 Uhr amerikanischer Zeit glatt gelandet.
Der letzte Teil der Fahrt.
Geschwindigkeit des „Graf Zeppelin" über dem Fest- ff 4 Newyork, 15. Okt. „Graf Zeppelin" war, wie be- I 5 um 3.45 Uhr über Kap Charles, um 7 Uhr über Etare Die Entfernung von Kap Charles bis Bal- beträgt mit Einbeziehung des Umweges über Long Ka rund 330 Kilometer. Das Luftschiff hat also auf Strecke eine Stundengeschwindigkeit von über 100 DUmeter entwickelt.
I mit Washington, 15. Okt. Die hiesige Marinestation Mi einen unvollständigen Funkspruch auf, welcher besagt, Fräs Zeppelm" werde Newyork überfliegen und von MM Lakehurst fliegen, wo die Landung erfolgen »Me Dann werde die Eesamtflu^strecke sich auf etwa »W Meilen belaufen. Das Luftschiff habe noch Betriebs- btt für weitere 65 Flugstunden ausreichen würde.
„Graf Zeppelin" über Havre de Grace.
I Ä Baltimore, 15. Oktober. „Graf Zeppelin" über- »M 1.53 Uhr (7,53 mitteleuropäischer Zeit) den be- Rennplatz Havre de Grace.
L MLewyork, 15. Oktober. Um 2.10 Uhr (8.10 mez.) W m ti; Luftschiff „Graf Zeppelin" über Wilmington 1 MA).
Ä Washington, 15. Okt. Während Tausende von den Wm und aus den Fenstern nach Süden Ausschau nach t« Zeppelin hielten, erschien das Luftschiff unerwartet 8 dein Osten. Es steuerte unmittelbar auf das Weiße Ns zu. Seine Mannöver bewerkstelligte es ohne Schwie- Wen. Der silbern glänzende Rumpf des Schiffes bot m prächtigen Anblick. Nachdem es noch Eesckäftsviertel Muzt hatte, überflog es ziemlich niedrig das Weitze iiiiis. Die Dächer wimmelten von Menschen. Das Dröhnen in Motoren hallte in den von den Menschen erfüllten Etagen wider. Als das Luftschiff sich dem Weißen Haus «heile, verließ Coolidge seinen Arbeitspult, begab sich «i die Tür und stand dort kurze Zeit fast unbemerkt unter m dort versammelten kleinen Gruppe. Coolidge beob- W das Luftschiff mit bloßem Kopfe minutenlang, dann Mtt in sein Arbeitszimmer zurück. „Graf Zeppelin" Wich über Washington eine große Schleife, wobei ivde von Flugzeugen das Luftschiff begleiteten. Es Mmsiog das Marineamt, die historischen Potomac-Parks, W das Denkmal Washingtons herum, richtete seinen Kurs Dämels über das Weiße Haus, überflog dann die MMMore-Werft und entschwand 12.38 llbr den Blicken ihaulustigen Menge.
Jubelnder Empfang in Baltimore.
Mâ^imore, 15. Oktober. Kurz vor 1 Uhr tauchte E^ Zeppelin" am südwestlichen Horizont aus dem Eh” oerne auf und überflogbald darauf das Zen- Ew S)?dt, wo er von der Menschenmenge, die die W»,.^^ Plätze, Balköne und Dächer besetzt hielt, mit ■hSr.« I begrüßt wurde. Unter dem schrillen Heulen EiSS Schiffssirenen setzte das stolze Luftschiff Moralischem Flug seine Fahrt in Richtung Philadel- EM^” soeben eingetroffenen Meldung ist das Luft- E ö Zeppelin" um 7 Uhr abends nach unserer Zeit E o k?1! aus gesichtet worden. Baltimore ist die EisLr -^5 Maryland. Von Baltimore aus geht I^iA weiter nach Philadelphia. Die Strecke Balti- »ilnÄ- ^ ist rund 150 Kilometer lang, die von ■Mliiirr? , • <"ch Newyork ungefähr ebenso lang. Aus
A wnd gemeldet, daß die dortige Luftschiffhalle Witz 2 Empfang bereit ist. Das ältere Zeppelinluft- Ete aeriirf?161 Eleinere Luftschiffe sind in der Halle zur WZHâ,<, Morden, damit genügend Platz für den „Graf Eikh mi»^011^11 ist. Eine gewaltige Menschenmenge ■"wie wngesammelt, die Straßen nach Lakehurst Ehst m "n durch eine Riesenzahl von Automobilen E'ht w t? bleberfliegung Washingtons wird noch Ihutail zahlreiche Menschen dort auf den Dächern Itzda^N turmisch begrüßten. Das Luftschiff über- EfMc link v ’ ^as höchste amerikanische Regierungs- 3oo S0?C deutsche Botschaft. Die Flughöhe war Irlich and die Beschädigung der Tragfläche war E^mX tt^^chen.^ Von dem einen Horizontalsteuer D Mert' fc^c Hälfte. Trotzdem schien der Flug nicht ■ ■p^enburo „2^ nt Coolidge hat an Reichspräsident von W klii^j " ad an Dr. Eckener Glückwunschtelegramine
Wtb. «^“i Zeppelin" über Philadelphia.
Okt. Um 2,47 Uhr (8,47 Uhr I a>Hi^ » '-"raf Zeppelin" das Rathaus von Phila-
Iwtb. iftc Trenton überflogen.
I Ä,"^raf Okt. Um 3 Uhr (9 Uhr mez.) über- I ^119 auf ^Xrcntott im Staate New Jersey in
■ ^A^Ä Zeit überflog das Luftschiff ■ »on c. also um diese Zeit Zweidrittcl der adelphia nach Newyork zurückgelegt. Da
der genannte Ort rund 50 Kilometer von Newyork entfernt ist, dürfte das Luftschiff schon vor 10 Minuten das Stadtgebiet von Newyork erreicht haben.
„Graf Zeppelin" über Newyork.
wtb. Newyork, 15. Okt. Um 3.50 Uhr (9.50 Uhr mez.) ist „Graf Zeppelin" über Newyork eingetroffen.
Die Beschädigung.
Die Beschädigung des Luftschiffes am linken Höhen- ftcuer machte es notwendig, kurz vor dem Überfliegen der Bermudasinseln beizudrehen und sich vom Winde treiben zu lassen, um es zu ermöglichen, die Tragflächen auszubessevn,
was bei einer Fahrt gegen den Wind infolge der starken Luftströmung unmöglich gewesen wäre. Auf der weiteren Fahrt zwischen den Bermudasinseln und der Küste, einem von allen Seeleuten gefürchteten Gebiet, hielten widrige Winde und Wetterstörungen die Fahrtgeschwin- digkeit des Schiffes weiter auf. In Friedrichshafener leitenden Kreisen äußerte man sich dahin, daß das Schiff eben
ein ausgesuchtes Wetterpech
hat. Es scheint sich dabei gerade um solche Wetter gehandelt zu haben, die zuweilen an dieser Küste auftreten und wobei Regen- und Sturmwolken mit solch ursprünglicher Gcschwindigkeii dahineileu. daß oft selbst Wetterstationen davon überrascht werden. Bei diesen tropischen Wetterfällen bzw. Regengüssen werden selbst große Seeschiffe in ihrer Fahrtdauer bis zu 24 Stunden auf« gehalten und erleben noch andere Dinge als das Luftschiff.
Am Montag mittag um 12 Uhr befand sich das Luftschiff
genau 100 Stunden unterwegs.
Interessant ist es in diesem Zusammenhang, daß die längste Fahrtdauer eines Zeppelinluftschiffes bisher 10 1 Stunden war, und zwar war dieses Schiff von dem jetzigen Stellvertreter Dr. Eckeners, Dipl.-Ing. Lehmann, geführt. Diese längste Fahrt wird also in ihrer Dauer durch den „Graf Zeppelin" überboten werden.
Ein weiterer Grund zur Verlangsamung der ursprünglich innegehablen Geschwindigkeit bot auch die Notwendigkeit, möglichst
an Betriebsstoff zu sparen,
da die Fahrtdauer bei der Herrschenden schlechten Witterung nicht vorherbestimmt werden konnte und ein Durchfliegen ungünstiger Witterungszonen die äußerste Kraft der Motoren im Notfall beanspruchen kann. Das Schiff hat für 120 Stunden Betriebsstoff an Bord und für die gleiche Zeit ist auch
Proviant für die Fahrgäste und die Besatzung mitgenommen worden, so daß es nicht nötig war, die Essensrationen irgendwie zu beschränken.
Die Fahrt des Luftschiffes ist nicht so reibungslos verlaufen wie die des „Z. R. 3". Aber gerade in der Überwindung der vielen Hindernisse, die sich entgegen» stellten, liegt der Beweis dafür, daß, wie Dr. Eckener cs ausdrückte, das Schiff
nicht lediglich ein „Schönwetterschiff"
ist, sondern in der Lage ist, den Elementen zu trotzen und diejenigen, die sich ihm anvertrauen, durch Sturm und Drang zum sicheren Hafen zu bringen.
Über die schwere Sturmsahrt des Zeppelins, die zu der
Beschâdtguitg des Luftschiffes führte, werden jetzt interessante Einzelheiten bekannt. Das
Luftschiff wurde durch eine gewaltige Bö auf- und nieder« geschleudert. Der Fahrgäste bemächtigte sich in dem kritischen Augenblick eine nervöse Stimmung. In der Passa« gierkabine entstand ein großes Durcheinander. Tische und Stühle fielen um, die Passagiere wurden gegeneinander« geworfen, so daß sie zeitweilig ernste Mienen auffetzten. Jedoch gelang es Dr. Eckener und seinen Vertretern Flemming und Lehmann bald, die Ruhe wiederherzustellen und den Passagieren das Sicherheitsgefühl, das sie während der ganzen Fahrt des Luftschiffes gehabt haben, wiederzugeben. Wie berichtet wird, zeichnete sich die englische Journalistin Lady Drummond Hay bei den Aufräumungsarbeiten dadurch aus, daß sie dem Kellner- hals, wieder die Ordnung in der Kabine herzustell->r-. Auch der preußische Innenminister Grzesmski, der im Auftrage des Reichsrates die Zeppelinfahrt mitmacht, soll sich an diesen Säuberungsarbeiten beteiligt haben, indem er die auf den Boden geflossene Milch aufwischte. Alle im Laufe des Montags vom Bord des Luftschiffes bekannigewordenen Nachrichten stimmen darin überein, daß die Stimmung wieder durchaus zuversichtlich und an Bord alles wohl war
Wie die „Vossische Zeitung" meldet, hoffte man auf dem Luftschiff, die Havarie an der Stabilisierungsfläche, die am Sonnabend eintrat, in kurzer Zeit reparieren zu können. Aber den Stürmen, in die das Luftschiff bald darauf geriet, war das notdürft, geflickt. Steuerorgan nicht gewachsen. Am Sonnabend Morgen riß es wieder. Es blieb nichts übrig, als das Luftschiff vorerst treiben zu lassen, um von neuem die Reparatur auszuführen. Als sie nunmehr glücklich beendet war, hatte sich die Wetterlage so verändert, datz der „Graf Zeppelin", der sich nördlich der Bermudas befunden hatte, im Bogen die Inselgruppe südlich umfahren mutzte. Das Schiff konnte sich nicht mehr weiteren Stürmen aussetzen. Glücklicherweise traf es in der Nähe des Festlandes ein etwas günft. Wetter an, so datz es von dem nächsten Kurs auf Land abweichen und gleich nordwestlich auf Lakehurst zu ausbiegen konnte.
600 qm Stoff für die Ausbesserung des „Graf Zeppelin".
wtb. Lakehurst, 15. Okt. Ein Funkspruch des „Graf Zeppelin" an die hiesige Marinestation besagt, datz der zur Ausbesserung der beschädigten unteren Fläche der linken Stabilisierungsflosse 600 qm lleberzugsstosf benötige. Die Marinestation funkte zurück, datz genügend Material zur Ausbesserung vorhanden sei. In Washington konnte man, als das Luftschiff die Stadt überflog, von der Straße aus deutlich ein großes Loch an der linken Stabilisierungsfläche erkennen, durch das das Gerippe sichtbar war. Trotzdem schien die Steuerfähigkeit des Luftschiffes in keiner Weise beeinträchtigt zu sein.
Der Betrieb in Lakehurst.
Lakehurst! Bis vor vier Jahren kannte man es bei uns kaum dem Namen nach. Damals, als der erste große Zeppelin, der „Z. R. IIP, der jetzt „Los Angeles" heißt, nach Amerika flog, erfuhr man in deutschen Landen zum erstenmal etwas Genaueres über Lakehurst und über den großen Apparat, den sie dort aufgemacht hatten, um das deutsche Luftschiff großartig, das heißt „echt amerikanisch", zu empfangen. Was will das alles aber besagen gegen das Gewaltige, das man in diesen. Tagen von Lakehurst zu hören bekam! Zu Zehntausenden sind die Amerikaner aus allen benachbarten und etlichen entlegenen Bundesstaaten nach Lakehurst gepilgert, um den „Graf" landen zu sehen. Auf Schusters Rappen sind sie gekommen und in Wägelchen und selbstverständlich in Lord-Automobilen. Meilenweit und in