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ßuloaer Anzeiger

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Fulda, Freitag 26 Oktober

5. Jahrgang

Kieine Zeitung für eilige Leser

gicparationSagcnt Parker Gilbert unternimmt in «Idin die vorbereitenden Schritte zur Konstituierung der «Miionskonferenz.

\ au Thüringen ist nach langen Bemühungen eine neue Am gebildet worden, an deren Spitze der bisherige SratiUe Innenminister Paulßen tritt an Stelle des aus- ^Lencn Volksparteilers Leutheußer Die bisherige Re- rL bleibt erhalten bis auf den neuen volksparleilichcn «Minister Riedel.

V^r Raubmörder Heidger ist schwer verletzt nach heftigem «eltampf in die Hände der Kölner Polizei gefallen.

N

Die Reichsreform.

Leitsätze",Richtlinien",Entschließungen" auS be- . -au und unberufenem Munde, aus offiziellen, offiziö- Mnib privaten Federn über alles das, was mit der züchsreform in entferntestem Zusammenhang steht, Ä cs nun in Hülle und Fülle. Es gibt auch Konfe- M, Ausschüsse, jetzt auch Unterausschüsse, die ber» «ein und beraten. Aber so unrecht hat der Vor­ige des Deutschen Beamtenbundes nicht, wenn er in [einer Rede auf der Berliner Tagung dieses Bundes i:yrtc, daß man auch nur von den Anfängen einer 93er» dÄWsrcform nicht das geringste sehe.

Mchsreform und Verwaltungsreform hängen ja «s engste miteinander zusammen; die Neuorganisation ^Verhältnisses zwischen Reich und Ländern, die Be- iiitigimg lebensunfähiger, aber teurer Staatsgebilde ick» ja die Voraussetzung für eine Verwaltungsreform Wien, damit man endlich an einen Abbau der tost» Wen Vielregicrerei herangehen kann.

Tcuischlands Bevölkerung hat nämlich zurzeit etwa Mig Milliarden für öffentliche Bedürfnisse einschließ- Nlii Sozialversicherung anfzubringen gegen einen Vor- iüMrqg von sieben Milliarden. Und jene zwanzig »en dürften etwa ein Drittel des gesamten Volks- rÄmtns darstellen !

.»er das sind Dinge, die hunderttausendmal gesagt ® geschrieben worden sind. Will man in der Länder- crenz diesen Dingen wirklich auf den Leib rücken, so der zweite Unterausschuß, den die Konferenz einsetzte, ® ungleich wichtigere Aufgabe als der erste, weil dieser Aunter der Aufrechterhaltung und der Bildung distungsfähiger Länder über die Frage der territorialen Niederung des Reiches Vorschläge machen" soll. Dabei dm man so nebenbei ein kleines Lächeln einschalten: Arbeit des Ausschusses soll besonders jenen Ländern En> diedurch Gemenglage" einzelner Landesteile eine Enders erschwerte und kostspielige Verwaltung be- * »Durch Gemenglage" ein wundervoll plastischer »"»druck, dem Landwirtschaftsleben entnommen und Mierigkeiten wirtschaftlich hemmender Art darum treff» »W illustrierend. Auch der Bauer, dessen Landbesitz 3er» Ed und zerfetzt ist. wird nie auf einen grünen Zweig Wien. Darum wäre es ein recht erheblicher Fort­an, wenn die zahlreichen Exklaven, also diese Landes- 7 "M Gemenglage", durch Atlstansch in ihrer natür- M Umgebung aufgehen würden.

-wer nun der zweite Unterausschuß. D-m wird schier Mißliches, aber unendlich Wichtiges aufgepackt. Er

k l a r e A b g r e n z u n g d c r Z n st ä n d i g k c i 1 ,ZZe n R c i ch « u d 8 ä n d e r n bringen und sichern. ;^W welche Verwaltungsausgaben dem Reich, I den Ländern zukommen. Weiter: Vorschläge ^, welche Verwaltungsausgaben des Reiches nicht . ?"" bearbeitet und erledigt, sondern den Länder- ^llungcn übertragen werden sollen. Und schließlich JS Kelche Aufgaben allein den Ländcrverwaltungcn ,'Festen bleiben oder neu zu übertragen sind. Aber ,"'-in besonders schwieriges Arbeitsfeld wird diesem ,^/" Ausschuß zugewiesen, nämlich die Besciti- i;,fJ ° e s Dualis m u s zwischen dem Reich nnb tfbS n ë ^E Gliedstaat, der zwei Drittel des Reichs- 7,:? i'iufaßt, wobei aber hinzugefügt wird, daß diese iie i ^ Rahmen der Gesamtlösung erfolgen soll, ^izuführen Aufgabe des Ausschusses ist.

A» ,werden Unterausschüsse, die aus je drei Reichs- dU , : icchs Ländervertretern und zwei Sachverstän- ^»,?iiimmengesetzt sein sollen, werden nun Anfang A«d? zusammentreten ttnb ihre Arbeit beginnen ^^&' nachdem die Länderkonferenz von dem -ui;, ^" m-lwskanzler Marx einberufen wurde. Und nur " ?^en mögen glauben, daß wieder binnen W 'X sw Endresultat zu verzeichnen sein wird.

^ie Verfassung eine Reihe von Bestim- ^>^^ ^^" die Verwaltungszuständigkeiten zwi- iNi ma Säubern festgesetzt sind, aber seit der .^dieser Verfassung sindzcbn Fahre verstrichen, "er das Leben nicht stillstaud, aber auch bte sich änderten.

rA"UN wenigstens ein etwas genaueres 'Ncnht uu Hand dessen eine praktisch fort» r^t r ^ geleistet werden könnte und sollte. M âus^,, e 'ucht sein, vielmehr türmen sich die inneren -!!>!!!««» Schwierigkeiten sehr hoch. Die Strömungen »f Uurbelnd durch- und gegeneinander und es Morin hiJs '^r geschickten Hand, das Schifflein bei 'UUdurchzusteucrn.

^ätt^A^gierung hat die Landerregserungen auf. ??°n dc>/n^°?^üge für die Vertreter cinzusendcm *11. " andern in die Ausschüsse entsandt werden

*®«b für Deine Zeitung! A

Die Schlacht mit dem Raubmörder.

Wie Raubmörder Heidger verhastet wurde

Von drei Handgranaten schwer verletzt.

Der bisher vergeblich gesuchte Bandit Heidger konnte in Köln in dem von der Polizei belagert gewesenen Viertel in einem Hause gestellt werden. Zwischen dem Räuber und der Polizei entspann sich wiederum ein leb­haftes Feuergefecht. Die Polizei sah sich gezwungen, den Banditen -

mit Handgranaten zu bekämpfen.

Hierbei wurde Heidger schwerverletzt. Er ist in das Krankenhaus eingeliefert worden.

Der Polizei wurde gemeldet, daß Heidger sich in einem Mansardenzimmer der Villa der Colonia-Versiche- rungsgesellschaft aufhalte. Heidger war von einer Haus­angestellten entdeckt worden, die er m i t d e m T 0 d e be­drohte, falls sie ihn verraten würde. Es gelang ihr dennoch, die Polizei 31t benachrichtigen, die sofort ein größeres Polizeiaufgebot an Ort und Stelle entsandte. Sie stellte den Mörder in einem Mansardenzimmer. Der Aufforderung der Polizei, fid) zu ergeben, leistete Heidger keine Folge, im Gegenteil griff er wieder zu seiner Waffe und schoß auf die Polizcibcamten. Dabei wurde

ein Beamter in den Kopf getroffen.

Um die Polizeibeamten nicht weiterer Gefahr auszusetzen, zog man sich zurück und ging mit Handgranaten gegen ihn vor. Von drei Handgranaten am ganzen Körper schwer verletzt, wurde der Raubmörder ins Krankenhaus eingeliefert. Er schwebt in Lebensgefahr. Zu den Verletzungen des Polizeibeamten wird noch ge­meldet, daß die Kugel zwar auf operativem Wege aus dem Kopf entfernt ist, aber doch noch Lebensgefahr besteht.

3m Feurrkampf mit dem Verbrecher.

; über den Kampf mit Heidger werden folgende Ein­zelheiten bekannt: Der Verbrecher war zunächst vermutlich an der Fassade des Hauses in die oberen Räume geklettert. Er zwang die Dienstmädchen mit vorgehaltenem Revolver, ruhig zu bleiben. Diese benachrichtigten aber General­direktor Ortel, der zunächst seine Kinder einschloß. Als er auf nachdrücklichen Wunsch seiner Gattin die Kinder zu sich hinüberholen wollte, stand hinter der Tür im Eß­zimmer bereits der Mörder. Er hielt ihm die P i st 0 l e auf die B r u st mit einer Bewegung, sich ruhig zu ver­halten. Der Generaldirektor flüchtete in sein Badezimmer. Diese Bewegung hatte der Chauffeur beobachtet, der sofort auf die Straße lief und Alarmschüsse abgab Hierdurch j wurden die Streifen aufmerksam und das Überfallkom­mando konnte benachrichtigt werden. Schon nach wenigen Minuten war Heidger cingekreist.

Jetzt begann das schwierige Werk, fcstzustellen, In welchem Raum er sich verborgen hielt. Die Kriminal­polizei und die Schupoleute drangen in das Haus ein und durchforschten jeden Raum, bis man endlich ist das süd­östliche Eckzimmer der obersten Etage kam, wo sich Heidger verborgen hatte. Als er merkte, daß die Verfolger ihm auf den Fersen waren, rückte er sämtliches Mobiliar gegen die Tür. Die Polizcimannschaftcn versuchten, die Tür ein-

Kommt die Aeparatsonskorrferenz?

Besprechungen Gilberts in Berlin.

Beim Reichssinanzminister fand ein Essen statt, an dem der nach Berlin zurückgekehric Reparationsagent Parker Gilbert, der Reichskanzler Hermann Ri ü l l e r, bte Minister Hilferding und Curtins und Neichsbankpräsident Schacht teilnahmen. Parker Gilbert gab dabei eine kurze Darstellung über seine Reife nach Paris, London und Brüssel und die Ergebnisse seiner dortigen Unterredungen.

Donnerstag unternahm Parker Gilbert bereits die ersten Schritte zu einer offiziellen Vorbereitung seiner Be­strebungen, die Konferenz über die endgültige Schnlden- festsctznng für Deutschland ins Leben zu rufen. Er hat seine Besprechungen mit den zuständigen Stellen ausge­nommen und zunächst längere Zeit mit dem Reichsfinanz- minister konferiert.

In den nächsten Tagen sind cittgchende Besprechungen über die Zusammcnsetziing und den Tagungsort der ge­planten Kommission zu erwarten. Nach englischen Quellen wäre bei der Pariser Unterredung zwischen Poincarè und Churchill Berlin als der geeignetste Ort angesehen worden, wenn auch noch kein Beschluß gefaßt wurde.

Neue Aegieruug in Thürsugen.

Donnerstag konnte der Unterhändler für die Regie­rungsbildung, Abgeordneter Bauer, dem Landtags- /^räsidcntcn in Weimar folgende Minister liste vorlegcn:

Dr. Paulßen (Demokrat) Minister für Volksbildung und Wirftchaft; 2. Dr. Riedel Jena (Deutsche Volkspartei), Minister für Inneres und Justiz; 3. Tolle (Deutsche Volks- Partei), Finanzen. Staatsräte: 1. Port-Reuß sLaud- bund); 2. Mackeldcp-Rudolstadt (Laudbund); 3. Krausc- Stadt Roda (Wirtschaftspartei); 4. Wönue-Gotha (Wirt- schaftspartei); 5. Glöckner-Sonneberg (Demokrat).

Danach ist aus dem Ministcriuln ausgeschicdcn der bisherige Vorsitzende Dr. Leutheußer, an dessen Stelle der Demokrat Paulßen (früher Innenminister) tritt. Riedel ersetzt ihn in seinem Amt. Tölle verwaltet wie bisher die Finanzen. Staatsräte sind dieselben wie bisher.

zndrückcn. was aber nur teilweise gelang, da es eine seyr schwere Tür war. Bei dieser Gelegenheit erhielt der Obcrwachtmcister Maiboom einen schweren Kopfschuß. Man nahm nunmehr Handgranaten zu Hilfe und sprengte damit zunächst die Tür. Die Polizeimannschaften warfen eine zweite Granate in den Raum und forderten Heidger ^"uf, herauszukommen. Nach der zweiten Handgranate lud Vr nochmals seine Pistole und erst nach der dritten Hand^ granate schrie er, kam aber immer noch nicht heraus. Er saß unmittelbar neben der Tür zusammenire- kauert und hielt in jeder Hand einen schußfertiqen Re­volver, bis ihn schließlich ein unnermuteter Schuß zur Strecke brachte. Er hatte einen Brustschuß und einen Baukbscbuü erhalten und schwere Verlebuuneu im Gesicht. Der Raubmörder ist gestern abend an Herzschwäche gestor­ben. Der von dem Raubmörder schwer verletzte Polizei­oberwachtmeister Maiboom ist seinen Verletzungen erlegen. Das Schuldkonto der Gebrüder Heidger hat sich damit auf vier Todesopfer erhöht.

AbschiedsSriefe des Banditen.

Bei Hcidgcr sind Briefe anfgefundcn worden, die er aus Bogen aus Schreibblocks, die sich in dem Zimmer befanden, während der Belagerung geschrieben bat. Diese Briefe sind an den Vater, an die Geschwister, an ein Mädchen und an die Staatsanwaltschaft gerichtet. Diese Briese lauten:Liebe Geschwister, wenn Ibr mir verzeihen könnt, so verzeiht. Ich habe viel an Euch gekündigt. Aber ich strauchelte von einer Grube in die andere Immer, immer tiefer. Daß ich mal zum Mörder würde, hätte ich nie geglaubt. Lebt wohl! Ich bin ja doch Euer Bruder, lebt wohl! Heinz, Dich schadete ich vielleicht am meisten. Aber auch Du wirst dem Toten wohl verzeihen, was Du dem Lebenden nicht kannst."

Lieber Vater, die Zeit eilt. Sie kommen schon. Ich will Dir noch schnell danken für alles Gute, das Du an mir getan. Du warst so gut, wie ein Vater nur sein kann. Sei der Mtttter niemals böse und helfe sie durch Güte, diesen Schickfalsschlag zu ertragen. Lebe wohl, Papa! Dein Sohn Hans."

Der Brief an die Braut

lautet:Liebe Marie, wenn Dir auch vielleicht an meinen» letzten Gruße nichts gelegen ist, aber nein. Du zürnst mir nicht, denn Du hast mich geliebt, wie ich Dich. Ich habe viele Mädels kennengelernt, doch geliebt habe ich Dich, nur Dich allein. Liebe Marie, wenn Du meine Gedichte haben willst, so bitte den Herrn Staatsanwalt, er möchte sie Dir aus- händigen, und ich glaube, er wird es eventuell tun. Denn damit können sie doch nichts ansangen Wenn sie auch nicht schön sind, so schrieb ich sie noch in Liebe zu Dir Ich süsse Dich schnell noch einmal Sie kommen, sind schon zwei Türen nebenan. Lebe wohl! In Liebe Dein Hans "

An die Staatsanwaltschaft:Ich möchte Sie bitten, beim Karl Lindemann bei der Verurteilung zu berücksichtigen, daß Karl Lindemann wohl furchtbar leichtsinnig ist, aber allem solch einer Tat wie ein Überfall nicht fähig ist. Er stand vollständig unter meinem Einfluß. Er wollte ein Leben führen, ohne utel zu arbeiten, und er kam in meinen Bann und damit ins Ver­derben. Wollte er nicht mitmachen, so mußte er sich trennen und arbeiten, und das mochte er auch nicht gern. Ich höre grade. Wenn ich Munition hätte, hätte ich geschoßen. Daneben das Z. (Zuchthaus.) Kampfesmut! Wie lange wird's noch dauern. Bald werde ich am letzten fein.

Gleichzeitig legten die bisherigen Regierungsparteien dem Landtag einen Gesetzentwurf vor, wonach das Gesetz über die Gliederung der Landesregierung in Ministerien vom 8. März 1924 dahin abgeändert wird, daß sich die Landesregierung in fünf Ministerien gliedert, nämlich Finanzministerium, Jnnenministerum. Volksbildungs- -ministerium, Justizministerium und Wirtschaftsministe- Juni. Ein Minister kann mehrere Ämter übernehmen. Das Gesetz soll sofort in Kraft treten.

Gsvermg vor den Beamten.

Öffentliche Kundgebung.

Der in Berlin tagende Deutsche Deamtcnbund setzte am Donnerstag mit einer großen öffentlichen Kundgebung feinen Bundestag fort. U. a. bemerkte man als Vertreter der Rcichsrcgierung den Reichsinnenminister Severing ^ferner bett preußischen Finanzminister H ö p k e r - A s ch o f s, Staats­sekretär Dr. Abegg und Ministerialdirektor Dr. Brecht. Der Bundesvorsibende Flügel hieß besonders herzlich die Ver­treter des Beamtenbundes aus Danzig und dem Saargebtct willkommen.

Reichsinnenminister Severing erklärte in einer Ansprache namens der Reichsregierung, diese wisse sich verbunden mit einem freudigen, staatsbejahenden Berufsbeamtentum. Neben der Opferwilligkeit und Verant­wortlichkeit der deutschen A r b e i t e r s ch a f 1 sei es das Be­rn s s b c a m t c n 1 u m gewesen, das 1918 Volk und Land vor dem schlimmsten Chaos bewahrt habe. Das gleiche gelte für bic Zeit des Kapp-Putsches. Das Reich wissc diese Dienste zu schätzen und denke nicht daran, die Rechte des Berussbeamten- lums abzuschaffen oder zu mindern. Die baldige Vorlegung deâ

Beanttcnvertretungsgesches und der Beamtenrechtsvorlage zagte der Minister zu. Es fei ein Irrtum zu glauben, daß eine Verwaltungsreform durch einen Abbau von Beamten zu er­reichen sei. Nicht die Entlassung von Funktionären, sondern bic Abschaffung von Funktionen führe Ersparnlsmatznahmcn herbei. Erfreulicherweise habe die Länderkonferenz ein großes Hindernis aus dem Wege geräumt, nämlich die Atmosphäre deS Mißtranens zwischen Nord und Süd. Der Minister dankte dem Vorsitzenden für das Bekenntnis, daß sich das Äerufsbeamtcn- tum fest mit der Republik verbunden fühle, und appellierte an den Beamtenbund, die Beamten, die diesen Standpunkt nicht teilten, auf den richtigen Weg, der Republik, zu bringen. Er trete für die Besserung der sozialen Stellung der Beamten und für die freie Meinungsäußerung ein, habe aber auch die Republik gegenüber solchen Feinden zu schützen, die in den Reiben des Bcrufsbcanüentums standen.