Zuloaer Anzeiger
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D, 254 — 1928
Fulda, Samstag, 27. Oktober
5. Jahrgang
Meine Zeitung für eilige Leser
, «Ine Sitzung des Reichskabtnetts beschäftigte sich mit den / ^iiunassragen für die geplante internationale Konferenz SJH der deutschen Kriegsschuldenfrage.
ms schwebende Verfahren gegen die Zentrale der deutschen j-nAunisten wurde auf Beschluß des Reichsgerichts in Leipzig
• Der 6implonc$pre§ stieß in Rumänien mit einem Cchnell- '„-chminen. Bisher wurden 31 Tote und 50 Verletzte aus ' Irummern geborgen.
Kesseltreiben.
Ai Kampf in der Stille. — Zuckerbrot und Peitsche. —
Rußlands Umklammerung.
In Deutschland haben wir alle Hände voll zu tun, um
^unerhörte Fülle aufregender Tagesereignisse, sensatio-
MMord-, Aufruhr- und Betrugsprozesse zu bewälti»
^. Fast scheint es so, alD waren wir auch in dieser Be- Dung mitten in der Amerikanisierung unserer gesamten ^-Verhältnisse begriffen, und soviel läßt sich jeden- lik wohl mit Sicherheit behaupten, daß die verehrlichen
Dglieder der bestbekannten Perbrechergilden von New-
Wlund Chikago die neuesten Berichte über die Hand- pauatcn kämvfe in einer vornehmen Köl- mBilla mit bewundernder Anerkennung aufgenom-
«haben. Die beiden jugendlichen Helden dieses außer-
Milichcn kriminalistischen Dramas sind dem Kessel-
Mn so ziemlich der gesamten Kölner Polizeimacht
Wto zum Opfer gefallen und die Justiz braucht sich
!«nicht mehr weiter um sie ;u bemühen. Wenn es
M- gekommen wäre, hätte man in diesem Falle viel-
Mlic fß7^'- a"^s e5r?m»M mg^en »än^-n ob die An» imdes ReichsjUstizminWcrs an die Länderregierun» mladesurieile bis znr endgültigen Einigung 'W Beibehaltung oder Abschaffung der Todesstrafe «'«um Strakgesetzbuch nicht mehr vollstrecken zu lassen, «Xib« den Tatsachen des Lebens ausnahmslos durch ßhki worden wäre.
! *
Ein Kesseltreiben anderer Art geht indessen jenseits 7 Rheins in den vor zehn Jahren „wiedergewonnenen" mvmzcn der Französischen Republik vor sich. Dort haben K den Genralratswahlen die H e i m a t r e ch t l e r oder, * die Franzosen sagen, die Antonomisten. abermals Am eonz ausgesprochenen Sieg über die unentwegten ^Aöslinae im Lande davongetragen. Eine besonders m Herrn Poincarè recht schmerzliche Lektion, nachdem er A versuchen, nach der Peitsche auch etwas Zuckerbrot auf ^Stimmung wirken zu lassen, wahrhaftig nicht gerade hMtem gewesen ist. Aber die Elsässer wollen sich nun Aml ihre Sprache und ihre volkstümlichen Sitten und Meuche ebensowenig nehmen lassen Ivie ihr gutes Recht «eigene Verwaltung in den engeren Landesangelepen- W und wenn dieParilerHerren in diesen Dingen keinen 'M verstehen wollen, in Straßburg und in Kolmar setzt man MAN erst recht aus die Hinterbeine. Das angeblich so ^malische Frankreich scheut fick' nicht, don mit großen Mellèn zu Generalräten gewählten R i ck l i n unb die Ausübung ihres Mandats zu untersagen. ^I lutonomisten werden vor Gericht ^-stellt. wo sie verhandeln müssen. weil s i" kein Wort 0 verstehen, während der zu ihrer Aburteilung s» ?c ^f chtcr der deutschen Sprache völlig unkundig mit den Rechten des Landes geradezu (, J °J.U der getrieben — das beste Mittel, die schon He'; i"r_. sich zur Halsstarrigkeit neigenden Bewohner â Besinnungslosigkeit zu reizen.
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''üwin regelrechten Kesseltreiben darf man Älnm^-^ '". wohl auch im Hinblick auf die geheimen .tz»"â>ch militärischen Verhandlungen sprechen, die -»b^i,^) stanzen Sommer über im europäischen Osten w,»™^ ^aren und die jetzt, wie cs scheint, ihrem ’hinnVr ^^ entgegenreifen. Um das polnisch-
^ l l i t ä r a b k 0 m Nt c N müssen sich in ^Wii»^. ..^°?cn unb Monaten weitere Schutz- und Tizian,? Eo ähnlicher Art gruppiert haben, deren ge- sich gegen niemand anders als gegen «tz^„"oland richten kann. Nicht umsonst ist >iU. Attischen sattsam bekanntgewordenc fran- ^iio IHlS 5c Rond monatelang zwischen Riga, Wo, f 'dwi. Prag, Bukarest, Sofia und Belgrad ^crii* "gereist, und Marschall P i l s u d s k i hat 'Ncuurut ^"â Gesundheitsrücksichten seinen ganzen I. ^nnphnl ' v1^ rumänischem Boden zugebracht. Wcrhpi.^'."^ Dazwischen sind andere Generals- und ^nberc \ I,i,t5 und hergegangen, unb was ins- MoKohiAfl^ vielbeschäftigten Außenminister der ^iicsfl Ästchen.Republik betrifft, so ivirb man Herrn ‘Wntn*™ ^in Unrecht tun, wenn man seine ver- Äen 912,.. Europäischen Visiten mit diesen anti- p^ialls s^^M^^vgen in Verbindung bringt. Soviel ist ^Mebiifll’ ?'^^ als wahrscheinlich, daß die großen Asr- und n, l ^cr Tschechoslowakei bereits mit Muni- ^‘igt sjii^ '°^v Arnicelieferttngen für Rumänien be» Jef ein ^„Zweifelhaft ist im europäischen Osten ^X bcron H^3 Systetn von Militärverträgen aus- Aiitis in o^ntlichcr Zweck in Moskau gewiß kein ''1 ^rahiiiA.^L65 "un wirklich auf die Schaffung ! ?^ ist n^on Staates unter polnischem Einfluß ab» Ä^Xiiat r,^ ob man sich auf einen Angriffs- âM einer n,rrv1CT »uur" auf gemeinsames Vorgehen 1,5. das; ^„^‘l^Wn Offensive, die Tatsache bleibt bc» 5*1 utu n>.â??^^^at sich einer regelrechten Ein- Lio >wa«n^^^t sieht, nach dem berühmten, bei uns t-^die M,,5w erfolgreich erprobten Muster.
!^"chicii ;ä ^ verstehen werden, besser als wir ■itÜL? ' "w btefer UtnffAtHMtßfitH* i-AAlipUirt 1U
Schwere Eisenbahnkatastrophe.
Zwei Schnellzüge zertrümmert.
31 Tote unb 5 0 Verletzte.
Der von Bukarest kommende Simplonexpretz ist auf dem Bahnhof Recca, acht Kilometer von Slatina entfernt, mit einem Schnellzug zusammengestosicn. Die Züge prallten so heftig aufeinander, daß ein Schlafwagen des Simplonexpresses vollkommen zerstört wurde, ferner zwei Personenwagen, ein Gepäckwagen und der Postwagen des Schnellzuges.
31 Personen wurden getötet,
nach den bisher cingelarifcnen Meldungen, und 50 verletzt. 25 Berwundctc wurden in das Krankenhaus von Slatina übergeführt.
Am meisten litt der Schlafwagen Bukarest— Paris, der vollständig zertrümmert wurde. Die darin be» fiudlichcu Insassen sind alle tot, darunter auch der Direktor der Bukarester Vertretung der Ford-Kraftwagen-Gesell- schafl, der italienische Ingenieur Rocca nebst Frau und Tochter. Der katholische Bischof Trigon entging wie durch ein Wunder dem Tode. Von den weiteren Insassen des Wagens vermißt man von bekannten Persönlichkeiten den rumänischen Militärattache in Paris, Tataranu. und den französischen Journalisten Lacotte. Nach den eingetrof» fenen Berichten bietet die Unglücksstätte
ein wüstes Bild der Zerstörung. Sanitätsmannnschaften und Hilfszüge wurden herangezogen, doch konnten trotz anstrengender Arbeit noch nicht alle Toten und Verletzten unter den Waggons herausgezogen werden. Mehrere Wagen sind vollständig zer
Die Rückfahrt des ,Graf Zeppelin'
Start voraussichtlich Sonntag.
Dr. Eckener teilte dem Marineamt mit, der „Graf
Zeppelin" werde am Sonntag zum Aufstieg für die Rückfahrt bereit liegen. Er ersuchte um die Beschaffung von
Wettermeldungen für die Fahrt. Die Marinestation ließ erklären, daß sie über einen Vorrat von 735 000 Kubikfuß
Blaugas verfüge und etwa 140 000 Kubikfuß Wasserstoff liefern werde. Gestern nachmittag um 2 Uhr amerikanischer Zeit wurde mit der Auffüllung des Blaugases an Bord des Zeppelin begonnen. Die Landungsmannschaften erhielten Befehl, sich von Sonntag nachmittag 5 Uhr an bereit zu halten, um beim Aufstieg des „Graf Zeppelin" zur Rückfahrt nach Europa Hilfsdienste zu leisten.
Der Rundflug aufgegeden.
Dr. Eckener hat den geplanten Rundflug des „Graf Zeppelin" nach dem mittleren Westen der Vereinigten Staaten aufgegeben.
An die Mitteilung, daß der Besuch des „Grafen Zeppelin" in den Staaten des mittleren Westens aufgegeben werden müsse, anknüpfend, erklärte Dr. Eckener noch, er
Die ReparaSionsfrage«
Sitzung des Reichskabinctts.
In Berlin finden andauernd Besprechungen zwischen den einzelnen Reichsministern folgte dem Reichskanzler und dem Reparatiousaacnten Parker Gilbert zur Vor- bereihma der geplanten Schuldenregehmgskon^eren$ rwt
Für Freitag nachmittag war eine Sienna des Reichskabinetts anacfaat. Die Tagesordnung für diese Sitzung bildete ebenfalls die Angelegenheit der zu erwartenden Konferenz. Man nahm an, das; nach ausführlichen Referaten des Reichskanrlers und einzelner Minister das Kabinett Stellung nehmen werde zur Zusammensetzung und dem Tagungsorte der Konserenz.
Ob aber im Augenblick schon der Zeitpunkt gekommen ist zu einem bestimmten Beschluß des Reichskabinetts, muß angesichts des zwischen London, Paris und Roni stattfin- denden lebhaften Meinungsaustausches beztveifclt werden.
MndatSkommjssion des Völkeâmdes.
Die früheren deutschen Kolonien.
Die ordentliche Tagung der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes wurde in Gens durch den Präsidenten Marguese Tbeodoli-Italien eröffnet. Der deutsche Vertreter bei der Mandatskommission ist Gebeim- rat K a st l. Das schtvcizcrische Mitglied der Kommission, Prof. Rappard, betonte daß diesmal die Arbeit der Mandatskommission zum erstenmal au-b die Anerkennung des deutschen Delegierten gefunden habe.
Der voraetraEue Geschäftsbericht über das letzte Ouattal beschäftigt sich besonders mit der Mkobolfraqe und den Positariffraaen. Ans ihm geht unter anderem hervor, daß auf die Anfrage der Mandatskommission über die Regelung der Staatsbürgerschaft in den 8- und 6-Nlan- datsgebieten (früher e deutsche Kolonial-
trümmert. Die Eisenbahnstrecke ist 15 Kilometer lang unfahrbar geworden, so daß die nachkommenden Züge nur mit großer Verspätung eintrafen. Aus Bukarest und Craiova sind mehrere Sanitätszüge abgefahren. Die bisherige Untersuchung hat ergeben, daß der Zusammenstoß durch falsche We^ichenstellung entstanden ist.
Der verunglückte Expretzzug verkehrte regelmäßig zwischen Paris und Bukarest. Der Zug läuft von Bukarest über Temesvar, Agram, Laibach, Verona und Mailand. Nach Durchführung de? Simplontunnels wendet er sich dann nach Nordwesten nach Paris. Auf der östlichen Strecke der Fahrt sind mehrfach Räubereien voraekommen.
hoffe, die jetzt aufgegebene Fahrt nachholen zu können, wenn das Luftschiff auf dem geplanten zweiten Ozeanflug wieder nach den Vereingten Staaten komme. Der Hauptzweck seines ersten Fluges sei gewesen, zu zeigen, daß die Strecke über den nördlichen Atlantischen Ozean sowie andere überseeische Fahrten mit dem Lenkluftschiff sicher und verläßlich zurückgelegt werden können. Um diesen Hauptzweck der Fahrt nicht zu schädigen, sei es wesentlich, die Rückfahrt nach Europa ohne allzu große Verzögerung anzutreten.
^as Zeppeliy-Nachrichten-Monopol.
Rach Drahtberichten der deutschen Botsckaft in Washington hat Dr Eckener gegenüber dem von Ministerialdirigent Brandenburg im Auftrage des Reichsverkehrs- minifteriums an ihn gerichteten Ersuchen, das Nachrichten- Monopol für die Rückfahrt aufzuheben, dargelegt, daß er infolge bestehender rechtlicher Bindung auch bei bestem Willen dazu nicht in der Lage sei. . Er bitte daher ernstlich, dosi die deutschen Reichsstellen und die Oeffentlichkeit seiner Zwangslage Rechnung tragen möchten. Dr. Eckener soll es gelungen sein, in den Vereinigten Staaten die öffentliche Meinung ihre anfängliche Verstimmung über das Monopol vergessen zu lassen. Die Presse hat dort eine Begeisterung für ihn und sein Werk an den Tag gelegt, die von vielen als noch bewegter wie aus Anlaß des Köhl- Fluges betrachtet wird.
Mandalsaebiete die Benennung „Staatsangehörige von Rnanda-Nrnndi" erhalten hätten. Zum Schluß sprach der Belgier Orths über seine Rette in die beloifchcn Mandats- neMefe unb wies ans die Notwcndiakeii einer engeren Fühlungnahme zwischen der Mandatskommission unb den Mondatsaebieten bin. Die übrinen Delegierten erklärten, boü ihre R-giernngen berartiae iBemühnnaen untersten würden Die offenste Sitzung der Mandatskommission wurde damit geschlossen
Verkehrsnot in der Ostmark.
Der Verkehrsverband Ostmark hielt seine diesjährige Haupttagung in Schneidemühl ab und beschäftigte sich in erster Linie mit der Notlage des so stark leidenden Grenzlandgebietes im Osten. Besucht war die Tagung aus allen Teilen Ost-Brandenburgs und der Grenzmark Posen-Westpreußen.
Aus dem Tätigkeitsbericht ging hervor, daß die Mitgliederzahl von 23 auf 66 Städte bzw. Landgemeinden sich erhöht habe. Besonders günstig habe der Eisenbahn- ausschnß des Verbandes gewirkt. Ebenfalls haben sich die Werbemaßnahmen des Verbandes bewährt. Sodann folgte die Porstandswahl. Der Vorstand wurde ergänzt unb an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Schmidt- Bomst Landrat von M a i b 0 m - M e s e r i tz gewählt. Weiter trat Bürgermeister Dr. Krause in den Vorstand ein.
Die Versammlung gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Reichsregierung von ihrem Entschluß, die erst seit einigen Jahren gewährte Reichsgrenzmarkhilfe einznstcllen, absehen und wenigstens noch für die nächsten Jahre neue Zuschüsse zur Verfügung stellen werde. In einer einstimmig angenommenen Entschließung wurde cs bedauert, daß die Grenzmark Posen Wcftprcußen und die großen Städte Ost-Brandenburgs immer uoch nicht