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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
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Fulda, Dienstag, 30 Oktober
Auf der Heimfahrt
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N §raf Zeppelin" über dem Ozean
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-'-mnork. Um 14.33 Uhr mitteleuropäischer Zeit befand * « „Graf Zeppelin" aus dem,42. Grad nörd- «reite und dem 66. Grad westlicher Lange, was unge-
Sinnbort von 720 Kilometer östlich des amerikani-- bÄlandes entspricht. Um 10.15 Uhr (16.16 Uhr mittel- befand sich das Luftschiff auf 42,26 Grad
Kr «reife und 64.15 Grad westlicher Länge. — Wie der r Lakonia" meldet, hat er den „Graf Zeppelin" um , ^"amerikanischer Zeit 90 Meilen südwestlich von Kap ß Mciischottlandl gesichtet.
Jet „Graf Zeppelin" überflog die Trinity Bucht um Minuten amerikanischer Zeit (1.05 Uhr mez.). Das M flog niedrig mit östlichem Kurs. Es herrscht ^Wetter bei heftigen südwestlichen Winden.
Ein blinder Passagier.
Der „Lok.-Anz." meldet von Bord des „Graf Zeppelin": Um 6 Uhr morgens wurde ein blinder Paffagier an Bord entdeckt. Ein 17jähriger blonder amerikanischer Junge, der bei einem Rechtsanwalt arbeitet. Wir haben um 6.30 Uhr das Feuerschiff Pollock paffiert. Jetzt ist es trotz herrlichem Sonnenaufgang über dem Ozean sehr kalt.
Nach Meldungen von Bord des „Graf Zeppelin" muß der an Bord befindliche blinde Passagier Geschirr waschen. Nach seiner Entdeckung erhielt er zunächst zu effen, da er völlig ausgehungert war. Er machte bereits als blinder Passagier die Jungfernfahrt des größten amerikanischen Motorschiffes „California" mit.
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Die Wetterlage über dem Ozean.
Das Ceeslugreferat der Deutschen Seewarte gibt über Wetterlage auf dem Nordatlantischen Ozean heute Mittag folgende Uebersicht: Der Wetterlage auf ” Aordatlantischen Ozean gibt eine Tiefdruckrinne das W, die verhältnismäßig weit nördlich von dem Labradors und der Davis-Straße bis nach den Mund dem europäischen Nordmeer verläuft. In ihr Tiefdruckkerne erkennbar, von denen der eine Barometerständen von 750 mm an der Nordoftküste k- ^brador, der zweite mit nur 745 mm auf 56 Grad E ? und 28 Grad Westlänge liegt. Südlich von der WUrinne zieht sich ein Gürtel hohen Luftdrucks von k ^rern des nordamerikanischen Festlandes bis zu der Meir Halbinsel hin. Hochdruckkerne befinden sich in .. festlich des nordamerikanischen Seengebiets, zwi- M .-öermuben und Neufundland und im Raume â den Azoren und Portugal. Ausläufer der nörd- k greifen allerdings weit südwärts in
^ayuruckbürtel hinein. Ein Ausläufer des Labrador- JW längs der amerikanischen Ostküste und rückt W?? ^gen das Vermuden-Hoch vor, während ein Aus- Zweiten Nordatlantischen Tiefdruckgebiets bis ^ «„-„âdbreite und 45 Grad Westlänge herabreicht.
wird beim Ablauf von der amerikanischen Mr-zunächst unter den Einfluß des ersten Tiefaus- «Id^ °u n’ der ihm böige, zwischen Südwest und West- b^,â ^wankende Winde, wechselnde Bewölkung und ^ioli^- gens^ bringen wird. Hält das Luft- k es VK^s südlich von 43 Grad nördlicher Breite, so Men K66: schwachwindiges Wetter antreffen. Weiter k das Durchfahren des von den Bermuden RtliSn^ran^ reichenden Hochdruckgebietes ebenfalls bringen. Oestlich von 50 Grad fiten wttd der Wind bei Annäherung an ben «K äufer auf Nordwest drehen und in Böen, Rn K15 60 Kilometer Stundengeschwindigkeit aus- k uÄ1 Erden auf der Rückseite des Ausläufers fern .^^elschauer niedergehen, die strichweise von begleitet sein werden. Ueber der östlichen mem o.^^d^lantischen Ozean wird das Schiff je dessen ^hr verschiedene Witterungsverhältnisse r mit sck>m„^^rt, es in das Azorenhoch hinein, so hat h fetter ch'^'udigem, heiterem und größtenteils sichti- r'tet nörhr;^1 Ie^nen- Setzt es seinen Kurs dagegen riten nttE^1’ ^ daß es noch unter den Einfluß des ? Tiefdruckgebiets kommt, so werden P ^itiae LÄri0cn Wolken ungünstiges Flugwetter, nV. Milche Strömung, aber rasches Vorwärts- ^.bedingen. Im Allgemeinen stellen die k ^ eine ^W®röb Nordbreite stehenden westlichen I t "haltnismäßig rasche Rückreise in Aussicht. R ein/^^"lchte besagen, daß der „Graf Zeppelin" Ren, b0Vonc stürmischen Wetters werde durchfahren peit erhöh^rde die Windrichtung seine Fahrgeschwin-
Wie Associated Preß aus Rye im Staate Newyork berichtet, erklärte der blinde Paffagier des Luftschiffes, Clarence Terhune, der nach seiner Vaterstadt den Spitznamen St. Louis führt, in der vergangenen Woche geheimnisvoll zu seinen Freunden, er werde bald weggehen. Die Freunde glaubten, er meine Californien.
Der Wortlaut des Telegramms Dr. Eckeners an Präsident Coolidge.
Das Telegramm, das Dr. Eckener an den Präsidenten Coolidge richtete, hat folgenden Wortlaut:
„Beim Verlassen Ihres großen Landes gestatten wir uns, die Gefühle aufrichtiger Dankbarkeit für den liebenswürdigen Empfang, den Sie und das amerikanische Volk uns bereitet haben, zum Ausdruck zu bringen."
Der Unterstaatssekretär im Marineamt, Warner, richtete folgenden Funkspruch an Dr. Eckener:
„Bedauere lebhaft, daß es mir unmöglich ist, Lakehurst nor dem Abflug zu erreichen. Wünsche Ihnen gute Fahrt bis Friedrichshafen. Wir sind dankbar dafür, daß drei Marineoffiziere Gelegenheit zur Teilnahme an der Fahrt haben und sehen mit Freude Ihrer nächsten Amerikafahrt entgegen. Persönliche Grüße an alle an Bord."
Der deutsche Botschafter in Washington an Dr. Eckener.
Washington, 29. Oktober. (W.B.) Der deutsche Botschafter sandte, sobald er die Nachricht vom Abflug des „Graf Zeppeflin" erfahren hatte, folgenden Funkspruch an Dr. Eckener: „Empfangen Sie, sehr verehrter Herr Dr. Eckener, beim Verlassen des amerikanischen Festlandes nochmals den Ausdruck meiner Bewunderung und meines Dankes für das hier im deutschen Interesse Geleistete. Ich wünsche Ihnen, ^brern Schiff und allen Mitreisenden glückliche Heimfahrt. Gez. Prittwitz."
„Graf Zeppelin" im Funkverkehr.
Nach einer SNeldung der Associated Preß teilte das technologische Institut in South Dartmouth (Massachusetts) um 7.30 Uhr mit, daß es mit dem Luftschiff „Graf Zeppelin" etwa 1 Stunde lang in drathloser Verbindung gestanden habe. Die Verständigung sei zwar schlecht gewesen, doch habe man aus den verstümmelten Berichten entnehmen können, daß an Bord alles wohl und auch die Wetterlage günstig sei.
Das Büro der Hamburg-Amerika-Linie in Newyork teilte mit, daß der Dampfer „Deutschland", als er sich südlich von Sable Island befand, mit dem „Graf Zeppelin" um 4 Uhr nachmittags Greenwicher Zeit in drahtlosem Verkehr gestanden habe.
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5. Jahrgang
Hapagdampfer „DeutWand", der, wie gemeldet, t „Graf Zeppelin" in Funkverkehr getreten war, ....... . Aus Halifax wird be-
mit dem „Graf Zeppelin" in Fi konnte das Luftschiff nicht sehen. _ , „ richtet, daß die dortige Flottenfunkstation einen Funk- spruch der Station Canso auffing, wonach diese gegen 6.50 Uhr Newyorker Zeit einen Augenblick lang mit dem Luftschiff in Verbindung gestanden hat, wobei jedoch schlechter atmosphärischer Bedingungen wegen eine Positionsan
gabe nicht zu erhalten war.
Auch der Norddeutsche Lloyd hat seinen sämtlichen auf der Flugroute des „Graf Zeppelin" befindlichen Schiffen die Anweisung erteilt, über eine eventuelle Sichtung bzw. den jeweiligen Standort des Luftschiffes auf funkentelegraphischem Wege zu berichten.
Frau Tasto erhielt von ihrem Gatten, der sich an Bord des „Graf Zeppelin" befindet, folgenden, um 6.45 aufgegebenen Funkspruch: „Bei Tagesanbruch fahren wir über dem Nordatlantik. Die Motoren arbeiten tadellos, das Wetter ist wundervoll."
Der erste Tag der Rückfahrt.
wtb. Newyork, 30. Okt. Es wird hier angenommen, daß der „Graf Zeppelin" bis etwa 6 Uhr früh mez. ungefähr ein Drittel der Gesamtstrecke Lakehurst—Friedrichshafen zurückgelegt hat. Die Fahrgeschwindigkeit in der Nähe der Neüfundlandküste wird auf zeitweilig 160 km geschätzt, wobei man den starken Rückenwind in Rechnung stellt. Doch wird aus den zuweilen widerspruchsvollen Positions- und Kursmeldungen geschloffen, daß der „Graf Zeppelin" mehrfach intensiveren Sturmzonen auswich und durch Zickzackkurs günstigere Winde suchte. Offenbar litt das Luftschiff in der Höhe von Neufundland unter Sturm- wetter, das in der Presse als „wilde Nacht über der Neufundlandküste" beschrieben wird. Nach einigen Meldungen sollen sogar rollende oder zirkelnde Bewegungen des Luftschiffes festgestellt worden sein. Indessen äußerte sich der Sekretär des Marineamts und Leiter des Marineflug-
wesens Warner, der den „Graf Zeppelin" eingehend be« fichtigt hat, er sei Überzeugt, daß das Luftschiff, das seine Stabilität bereits auf der Herreise bewiesen habe, nach Reparaturen durchaus flugtüchtig sei.
den vorgenommenen Reparaturen
Weiterhin betonte Warner, der „Graf Zeppelin" werde die Rückfahrt sicherlich gut bestehen, höchstens könnte sie durch widrige Winde verlangsamt werden. Den Washingtoner Wetterberichten zufolge wird das Luftschiff mindestens 400 Meilen von der Küste ozeanwärts Sturmwetter
haben. Auf Grund der verschiedenen Wetterberichte wird vielfach erwartet, daß das Luftschiff sich dem Zentrum konvergierender Stürme nähere. Die Blätter bringen ausführlich einen Ueberblick über den ersten Tag seit der Abfahrt von Lakehurst. Viel Raum wird auch Clarence Terhune gewidmet, der sich den Ruhm gesichert habe, der erste blinde Passagier eines Luftschiffes zu sein. „World" bringt eine ausführliche Lebensgeschichte und schildert die früheren Erlebniffe Terhunes als blinder Passagier.
Die letzten Wetterberichte.
Die letzten Washingtoner Wetterberichte erwarten besseres Wetter für den „Graf Zeppelin", sobald der Ostatlantik erreicht sein wird. Genaue Voraussagen seien schwierig, weil Berichte von Ozeandampfern und sogar von Landstationen noch fehlen, doch sei östlich der großen Neufunb- land-Bänke für wenigstens 800 km eine bessere Wetterlage zu erwarten. Die Tiefdruckzone an der Nordwestküste Irlands werde wohl bis zum Herannahen des Luftschiffes verschwunden sein.
Ein englischer Publizist für BewAigung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland.
,wtb. London, 30. Oktober. In einem Aufsatz der „Daily News" von J. A. Spender heißt es: Der Locarno- Vertrag hat die Möglichkeit eines deutsch-französischen Krieges zur Voraussetzung. Man darf fragen, in welcher Lage England sich befinden würde, wenn es gezwungen sein sollte, an der Seite eines entwaffneten Deutschland gegen ein Frankreich zu kämpfen, das mit Englands Zustimmung überwältigend ausgerüstet ist. Wenn das Zugeständnis an Frankreich bezüglich der ausgebildeten Reserven seine Gültigkeit behält, dann muß England unvermeidlich dafür eintreten, daß auch Deutschland zur allgemeinen Dienstpflicht zurückkehren darf.
Dtt vergessene Fahrplan.
München. Wie die Münchener Post berichtet, ist der Sachverhalt bei dem großen Eisenbahnunglück vom 15. Juli tut Münchener Hauptbahnhof nach dem Ergebnis der Untersuchung folgender: Der Lokomotivführer des Nürnberger Schnellzuges vermißte kurz vor der Abfahrt seinen Fahrplan, den er vorschriftsmäßig bei sich haben mutz. Während er sich nun einen neuen beschaffte, beauftragte er den Heizer mit der Bedienung der jedem Reisenden bekannten letzten Bremsprobe. Da diese Tätigkeit dem Heizer völlig ungewohnt war, unterließ er cs, den Bremshebel wieder in seinen ursprünglichen Stand zu bringen. Das dadurch bedingte Eindringen von Luft in die Bremsvorrichtung wirkte bald nach der Ausfahrt in genau gleicher Weise wie das Ziehen der Notbremse, so daß der Zug kürz vor der Donnersberger Brücke, also der späteren Unglnckssteüe, automatisch zum Stehen kam. Diese unselige Verknüpfung von Umständen bildete so den Ausgang der fünf Minuten später eintrelcnden Katastrophe.