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257 - 1928
Fulda, Mitiwoch, 31 Oktober
5. Jahrgang
irMsZMlin'Wte abenb in MviGPseii
-rppelin in Sturm und Regen
Meldungen und Vermutungen.
Graf-Zeppelin" hat auf seiner Rückfahrt zu- M seinen nordöstlich gerichteten Kurs beibehalten, bis i„ ein Wettergebiet geriet, das seine Fahrtgeschwindig- z offenbar infolge starker Gegenwinde, erheblich ver- wrte. Der Zeppelin hatte bis dahin eine Durchschnitts- Windigkeit von 80—90 Kilometer in der Stunde ent» Iw, also eine sehr erheblich langsamere Fahrtgeschwin- als zum Teil angenommen wurde. Der Zeppelin hic ganze Zeit hindurch
durch starken Regen dich es verständlich ist. daß er, obwohl er sich zunächst ^ der Dampferroute hielt, nur wenig gesichtet wurde. s:!wt jedoch mit den zahlreichen Leuchttürmen an den M von Kanada und später von Neufundland siwbindnna, um sich über das Wetter berichten zu M Der Zeppelin hat dann auf Grund der Wetter- »feinen Kurs stärker nach Norden aelegt, um Rücken- Nid zu bekommen und die an der Küste von Neufund- W wehenden Südwestwinde nuszunutzen. Diesen @r» Minden entsprechend ist der Zeppelin in der Nähe von kihRaee, der Südostspitze von Neufundland, gesichtet Men und am Dienstag morgen etwa 250 Meilen mid östlich von Neufundland. Während dieser
6at er infolge der südwestlichen Rückenwinde eine Fa^rie-schunndi^keit eut^i^^t, etwa 100 bis 110 ■ratter in der Stunde. Nenfnud'nnv selbst scheint er niefjf überflogen au haben. Das Sckiff dürfte dann Mu auf schlechtes Wetter gestoßen sein. Die Unbe- Mvchit seiner Positionsangaben dürfte u. a. hierauf MiMihren fein,. da er natürlich bei völlig unsicht- MKstmmel kein Besteck nehmen konnte. Nach weiteren ■ ''tn von Bord des Schiffes hatte sich das Wetter am
morgen soweit verschlechtert, daß das Schilf l'Nw Düdostkurs halten mußte. um nicht zu wèit nach W den abzukommen, also vorläufig damit zufrieden sein IX dem Sturm die Stirne zu bieten. Posi- »!is- und Sichtmeldungen dürften in den nächsten vier- Wwanzia Stunden ziemlich spärlich kommen, da der IMw ein um diese Jahreszeit wenig von Dampfern Mrenes Gebiet überquert. Auch funkentelegraphisch kiiie er mit Dampfern nur wenig in Verbindung kom- solange die zurzeit scheinbar bestehenden almosphäri- km Störungen anhalten. Das Luftschiff hielt lännere W mlt den amerikanischen Funkstationen Verbindung, I ledoch schlecht war.
ausge-
Richtung
Sie Hälfte der Fahrt zurückgelegt.
Friedrichshafen, 00. Oktober. (Vom Souderberichter- Ütt des W.T.B.). Während des Tages sind nur fpär- schlichten über die Fahrt des „Graf Zeppelin" in Michshafen eingelaufen, aber nach den Meldungen, ^" den frühen Abendstunden eingegangen sind, läßt km Standort ungefähr beregnen. Diese Meldungen p recht günstig. Danach befand sich der „Graf Zeppe- kBschcn 17 und 18 Uhr etwa auf dem 35. Grad west- Bkange und zwischen dem 45. und 40. Grad nördlicher M Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er also bereits UN- Mdlo Hälfte der gesamten Strecke hinter sich. Die L^t dürfte bereits über 4 500 Kilometer aus» l^'. Sie ist länger als die kürzeste Route, weil das M Mcn großen, nach Südosten or
■ ist 2^t steuert es etwa in juuvjMiu^v ^^-u,-».
anzunehmen, daß es die Hauptschwierigkeiten »;,^^ereits überwunden hat, und mit günstigem L v. durch ein großes Hoch fährt. Unter dem Ein- lb» ö” Berechnungen werden die Aussichten hinsicht- L ppl der Ankunft erheblich günstiger beurteilt, als [ .J^- .^n Kreisen des Luftschiffbaues rechnet man >2^ mit der Möglichkeit, daß das Schiff doch noch B ,’'05 Mittwoch abend ankommt. Es wird dann D^,,"^ ablchngcn, ob es noch in der Nacht oder erst I a mÄ9 morgen landet. Daß das Schiff schon bis Dm No^^^te Zeit gemacht hat, geht am besten aus I1 Xi l6'^ Mit der Europafahrt hervor, bei der es |i^Äcu unterwegs war und etwa 3 000 Kilometer j^ nlso in derselben Zeit, wie es für die bis- I otrc(tc gebraucht hat.
Der Standort.
ßjÄ Oktober. (WB.) Wie wir erfahren, steht k'iit ^ ^^uchsanstalt für Luftfahrt seit heute 15.40 m W»eUenftation an Bord des „Graf Zeppc- sLm^,,^dung, die weiter aufrecht erhalten wird. Miausgezeichnet.
7 3e’ S. Oktober. (W.B.) Nach Äieldungen soll » ^ute 12 Uhr mez. 300 Meilen norböft» lÄ Sie ^ncc (Neufundland) gewesen sein.
;;g. Oktober. Die Radiomarinceorpo- rinfolnp 'en Funkspruch vom Dampfer „Catulin" auf, »^raf Zeppelin" um 4.40 Uhr nachm. k ili Mn^?^ '^ Minuten nördlicher Breite und 37 Äle Wu n westlicher Länge gesichtet habe. Die p «on « ^(iudet fid) ungefähr 1 350 km nord- K ^j" Nace entfernt.
] ^"^hafeii, 31. Oktober. Nach den zwischen r?M J’ad>L5 beim Lu'
i^eii iß t,' “^ beim Luftschiffbau eingegangenen pb gi^.j ^ »Graf Zeppelin" zwischen dem 40. und M na* & ^uge nach Norden abacbaacn, statt J ^udosten zu halten. Es scheint sich
zu be-
ftätigen, daß das Schiff sich über dem 50. Grad nördlicher Breite befindet, also auf einer Route, die auf Irland zugeht.
wtb. Friedrichshafen, 31. Oktober. Nach Auskunft der Funkstation des Luftschiffbaues hatte Norddeich um 1.35 Uhr nachmittags zum ersten Mal direkte Verbindung mit dem „Graf Zeppelin".
wtb. London, 31. Oktober. Nach einer drahtlosen Meldung des holländischen Dnmpfers „Westerdyk" befand sich „Graf Zeppelin" um 12.15 Uhr nachts Greenwicher Zeit auf 48 Grad 47 Minuten nördlicher Breite und 22 Grad 3 Minuten westlicher Länge, also etwa 1 000 km westlich von der Slldwestspitze Irlands. Das Luftschiff, so heißt es in der Meldung weiter, hat südöstlichen Kurs bei nördlichen Winden. Das Wetter ist schön.
wtb. Friedrichshafen, 31. Oktober. (Vom Sonderberichterstatter des W.T.B.). Nach einer kurz nach 2 Uhr nachts von der Funkstation der Werst aufgefangenen Meldung von Bord befand sich „Graf Zeppelin" gestern abend 10 Uhr Greenwicher Zeit auf 26 Grad 25 Minuten West und 50 Grad 20 Minuten Nord. Das bedeutet also, daß Dr. Eckener tatsächlich auf der letzten Hälfte der Fahrt die kürzeste Strecke gewonnen hat und jetzt wahrscheinlich südlich von Irland den direkten Kurs auf Friedrichshafen hat, obwohl diese Route dem widerspricht, was gestern nachmittag von der Werft als wahrscheinlich angesehen wurde. Es ist anzunehmen, daß das Eintreffen des Luftschiffes in Friedrichshafen schon am Mittwoch abend erfolgt, wenn der starke Mitwind weiter so anhält.
wtb. Berlin, 31. Oktober. Der Standort des „Graf Zeppelin" war um 5 Uhr morgens Greenwicher Zeit 48 Grad 40 Minuten nördlich 15 Grad 5 Minuten westlich.
wtb. London, 31. Oktober. Nach einer Mitteilung der englischen Küstenfunkstelle Dewizes Radio befand sich „Graf Zeppelin" um 10 Uhr vormittags mez. schätzungsweise auf 10 Grad westlicher Länge. Damit hat sich das Luftschiff um die angegebene Zeit bereits südlich der irischen Westküste befunden. Die Entfernung zur Südwest- spitzc Englands beträgt von dort noch etwa 330 km.
Amerikanische Blätter über die Rückfahrt des Luftschiffes.
wtb. Newyork, 31. Oktober. Die Blätter heben die Schnelligkeit hervor, die der „Graf Zeppelin" bei seiner Rückfahrt entwickelt, und betonen, daß die Fahrt des Luftschiffes in Anbetracht der zunächst wenig günstigen Wetterlage eine erstaunliche Leistung sei. Dem blinden Passagier Clarence Terhune wird weiter ein beträchtlicher Raum in der Presse gewidmet. Man ist allgemein der Ansicht, daß er sich durch seinen Streich eine schöne Zukunft geschaffen habe. Die Marhrefunkstationen haben gestern nachmittag den Kontakt mit dem Luftschiff verloren. Nachrichten über den Verlauf der Fahrt treffen jetzt aus Europa ein.
Angebote zweier deutschen Firmen an den blinden Passagier.
wtb. Aachen, 31. Oktober. Die Zweigstelle Aachen der Firma Lemrhard Tietz Akt.-Ges., hat gestern abend an den blinden Passagier des „Graf Zeppelin" Clarence Terhune ein Telegramm aufgegeben, in dem sie ihm sofortige Anstellung in ihrem Geschäft anbietet.
Wie die Firma Karl Hagenbeck, Hamburg, inittcilt, hat sie an den blinden Passagier an Bord des Luftschiffes „Graf Zeppelin" ein Telegramm gerichtet, in dem sic ihm unter Berufung auf seinen bewiesenen Mut eine Anstellung in ihrem Betriebe, gegebenenfalls als Raubticrbändigcr, anbictct. ^
Friedrichshafen in7Erwartung des Zeppelin.
Der Generaldirektor des Zeppelin-Luftschiffbaues Graf Zeppelin, Colsntann, erklärte, daß er trotz der zur- zeit sehr schlechten Wetterlage über dem Atlantik noch damit rechne, daß das Luftschiff in den späten Nach- Mittagsstunden des Mittwoch in Friedrichs- Hafen eintreffen werde. Die Leitung des Luftschiffbaues habe mit der Stadt Friedrichshafen für die Ankunft des Schiffes einige Empfangsfeierlichkeiten vorgesehen. Am Abend finde ein von der Stadt Friedrichshafen gegebenes Essen zu Ehren Dr. Eckeners, der Besatzung und der Mitarbeiter des Luftschiffbaues statt. Im Anschluß daran werde sich ein F a ck c l z u g , an dem sich sämtliche Ar- heiter der Werft, Sportvereine von Friedrichshafen uns Umgebung und die Spitzen der Behörden beteiligen, durch die Straßen der Stadt zu dem Zeppelin-Denkmal begeben, wo Kommerzienrat Dr. Colsmann die Festrede halten werde. Mit einem großen Kommers werde die Feier ihren Abschluß finden. R c i ch s v c r k e h r s - minister von G u è r a r d wird zur Begrüßung des
.Graf Zeppelin* in Friedrichshafen eintreffen.
Ehrung des LuftschifferbauerS.
Die naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen hat den Oberingenieur Ludwig Dürr in Friedrichshafen, den Konstrukteur der Zeppclintuftschifse, ehrenhalber zum Doktor der Naturwissenschaften ernannt Dr Dürr ist damit dreifacher Ehrendoktor; er mürbe bereits 1916 von der Technischen Hochschule in Stuttgart und 1925 von der Technischen Hochschule in Graz promoviert.
Deutschlands jüngste Provinz.
Städte der Grenzmark.
Die Bewohner der Grenzmark Posen-Westpreußen beklagen sich, daß sie für den Durchschnittsdeutschen noch nicht entdeckt seien. Und doch ist dort allerhand zu sehen. Um nach guter deutscher Gewohnheit mit dem Historischen zu beginnen, so überrascht schon F r a u st a d t, die südlichste Grenzmarkkreiskapitale, durch die Fülle der geschichtlichen Erinnerungen. Da bietet das kleine Heimatmuseum mit seinen zahlreichen Funden aus altgermanischer Vorzeit ein Anschauungsmaterial dafür, wie sich schon damals die Stammeseigenarten schieden, so daß jeder Laie erkennen kann, welche Waffen und Gebrauchsgegenstände von den Burgundern und welche von den Vandalen stammen, wie man es kaum anderwärts finden wird. Und die beiden alten Kirchen, die katholische wie die evangelische, sind völlig wahre Kunst- k a m m e r n , gefüllt mit der engeren Heimat entsprossenen Schöpfungen. Wallburgen aus fernster Vorzeit — der mit uralten Eichen bewachsene Judenfriedhof von Flatow ist eine solche — und Burgen aus der Deutschritterzeit be- decken das Land. Naturschönheiten? Daran ist es so reich, daß jeder Fremde überrascht ist, es braucht nur an die herrlichen M i s ch w ä l d e r von D e u t s ch - K r o n e, in denen Hermann Löns zuerst den Weg zur grünen Natur fand, und an die vielen, vielen einsamen, versteckten Seen erinnert zu werden. Aber was vor allem die Grenzmark sehenswert macht, das ist ihr neues Leben. Nirgendwo im weiten Reich hat man so sehr wie hier das Gefühl, daß mit zäher Kraft, mit ungebroche- ner Unternehmungslust, allen Schwierigkeiten und dem drückenden Geldmangel zum Trotz, Aufbauarbeit geleistet wird, die sich in Ehren sehen lassen kann.
Da ist die neue Provinzialhaupt st adt Schneidemühl. Einst ein wenig bekanntes Mittel- städtchen, hat sich die Einwohnerzahl durch den Zustrom der Flüchtlinge und durch die Herverlegung der Verwal- lungsorgane in zehn Jahren verdoppelt und damit ist die Stadt vor große Aufgaben gestellt worden. Wer sie ein paar Jahre lang nicht gesehen hat. der wird sie kaum wiedererkennen, in so schnellem Tempo hat sie einen großstädtischen Anstrich bekommen. überall Bautätigkeit, überall Licht, glänzende Geschäftsauslagen, vornehm-behagliche Gaststätten, ein Verkehr, der sich seltsam von dem altertümlichen Hintergrund abhebt. Dann das mit amerikanischer Schnelligkeit aus dem Boden gewachsene Regierungsviertel. Einer der eigenartigsten Plätze, die Deutschland aufzuweisen hat, ein großzügig angelegtes Rechteck, noch unvollendet, mit Backsteinbauten umgeben, die beweisen, daß man auch mit wenigen Geldmitteln würdige, der Hoheit ihres Zweckes entsprechende Gebäulichkeiten errichten und dabei auf jeden äußeren Schmuck zugunsten der Schlichtheit verzichten kann. Die „neue S a ch l i ch k e i t", diesmal so, daß niemand über das Schlagwort lächelt, in einem vollendeten Ausdruck.
Aber noch viel erstaunlicher ist der Eindruck, den die Stadt Neu-Bentschen macht. Wer kennt denn die? Niemand, und das ist kein Wunder, denn die ist wirklich noch nicht ganz von heute. Die gute alte deutsche Stadt Bentschen hat uns das Friedensdiktat weggenommen, weil die Polen den wichtigen Bahnhof haben wollten. Da mußten wir an dem bedeutenden Grenzpunkt einen neuen Bahnhof erbauen und zu dem neuen Bahnhof auch gleich eine ganze neue Stadt. Vor fünf Jahren gab es da nichts als fliegenden Sand. Dann wurde der neue Ver- fchiebebahnbof angelegt, einer der größten, die wir im Reich haben, mit 65 Kilometer Gleisen, wenn alles fertig ist; dazu ein Bahnhofsgebäude für den künftigen Personenverkehr, das sich als erstes Wahrzeichen Deutschlands vor den aus dem Osten kommenden Reisenden sehen lassen kann. Der Grenzverkehr ist heute schon groß, besonders in Holz, für dessen Verarbeitung sich bereits industrielle Unternehmungen eingefunden haben. Die ganze zugehörige Stadt, die vorläufig erst 1500 Einwohner (in der Mehrzahl Beamte und Spediteure) zählt, aber sich in unabsehbarer Geschwindigkeit weiter vergrößern wird, ist aus einem Guß entstanden. Ein mächtiger, mit Blumen und einem Springbrunnen geschmückter Haupt- platz, uni den sich die aus freundlichen, farbigen Einfamilienhäusern bestehenden Straßen nach einheitlichem Plan gebaut herumziehen. Alles was notwendig ist und sein wird, ist bereits vorhanden: ein Gemeindehaus, Kirchen, zwei Schulen, zwei Gaststätten, ein Bäcker, ein Schlächter, ein Schuhmacher, ein Haarverschönerer, ein .Kausmann; glückliche Gewerbetreibende, denn sie haben vorläufig keine Sorge durch die Konkurrenz. Ein Arzt, ein Zahnarzt und ein Tierarzt sind zur Niederlassung veranlaßt worden und besonders der letztere hat sich nicht über Mangel an Arbeit zu beklagen. Denn er hat jährlich 2'4 Millionen G ä n s e z ü u n t e r s u ch e n, die hier von Polen her durchkommen, an manchem Tage 44 Waggons!
Ein gesunder, zukunftssicherer Fortschritt, das ist das Kennzeichen dieser Städte des viel verlästerten und wenig bekannten Ostens. Auch die alten Klein- und Mittelstädte stehen nicht zurück. Kanalisation und Wasserleitung, Krankenfürsorge und Erholungsheime; es wäre zu wünschen, daß wir überall im Reiche schon so weit wären wie hier. Viele schmerzliche Erinnerungen birgt das beiß- umstrittene Land. Den Ehrenfriedhof der Opfer des polnischen Bandeneinfalls in Tirschtiegel und anderen Orten wird kein Deutscher ohne Wehmut betreten können. Aber das teure Blut ist nicht vergebens geflossen. Die durch ihre tapfere Gegenwehr beim Vaterlande gebliebene Bevölkerung zeigt, daß der alte Ostmärkergeist nicht er- labmt ist und daß Deutschlands jüngste Provinz den Willen hat, ein Vorbild zu werden, soweit ihre Kräfte reichen, um gutes Altes zu erhalten und besseres Neues tu gestalten. SÄ.