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Watt Mzeiger

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Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg

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Fulda, Freitag, 2. November

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5. Jahrgang

Vor einer zweiten Amerikafahrt ?

Nach der Fahrt.

»er schimmernde Riesenleib des LuftschiffesGras Hegt jetzt wieder in seiner heimatlichen Halle Friedrichshafen und ruht sich aus vom langen Wege - vom Kampf mit den Elementen. Leise schwankt er jfiiicn .Haltetauen hin und her und träumt von seine» von jubelnden Mengen und festlich geschmückte« Sten, vom Lichtmeer der Großstädte und den eis- illenbesäten Wogen des nördlichen Ozeans. An allen rilerttippen hat ihn die kundige Führerhand seines wl und Meisters Dr. E ck e n e r sicher vorbeigeführt. Willig gehorchte er jedem Druck des Steuers und im jnèii Hafen wartet er jetzt darauf, bis er zu neuen gM und neuem Ruhm herausgezogen wird, um in sein Ms Element zu tauchen und seinen beflügelten Lauf r chcn. Indessen ist sein Lob in aller Munde und die ImM von ihm kreist um den ganzen Erdball, der einst / Reich seiner Fahrten werden soll. Nicht ohne einiges Mn sah man ihn zum ersten Flug aufsteigen, und Buch verfolgten seinen Weg klopfenden Herzens.

2H ist es geschafft und der Beweis erbracht daß der Lebenstraum des alten Grafen ane Mâjee, der Lnftschisfverkehr über den Ozean hinweg, alten Kontinent zur Neuen Welt, kein leerer Wahn sondern möglich und durchführbar ist. Ohne Über- MMit können wir Deutschen stolz sein auf dieses deutscher Geist hat diese Tat erdacht, deutsche MM und deutscher Wagemlit sie ausgeführt. Vom M-iermilden Grafen Zeppelin an über Dr. l^iux und.Dr. Dürr bis zum einfachste» Werft-- WkW der die Schrauben bohrte, haben alte teil an 11 Lorbeerkranz, den der jetzt schlummernde Luftriese in seiner Ozeanfahrt heimbrachte.

Der Rückflug des «Gras Zeppelin".

Vor einer zweiten Amerikafahrt? tote ^ener erklärte nach der Ankunft des Lus Uw CU1 diesbezügliche Anfrage, daß er die erwartete 1(1.1a" Berlin nicht antreten werde. Das Schiff in / vMMhr zunächst noch einmal überholt und dann Zeit einen zweiten Amerikas!»« antreten.

Der Vegrühungsabend.

1- November. (Vom Sonderberichter- Bei dem heute abend aus Anlaß desGraf Zeppelin" veranstalteten Festakt Stadtschultheiß von Friedrichshafen, Schnitzler, fcULv herzlich willkommen. Geheimrat Fisch vom 7^ sprach das Bedauern des .nVWe rs aus, heute abend nicht mehr mtt= ^w' Er verlas dann das Schreiben des N Dr. v. Euerard an Dr. Eckener Rttüee6raibm zwischen Dr. V. Guörard und dem -h'schen Bundesminister Schürff.

«ub N,Ä'^ der Schiffahrtsgesellschaften feierte Dr. Rn x»/ ^dsmitglied der Hamburg-Amerika-Linie, die l'W <1. Zeppelin", der das goldene Band des i^onioS0^11 habe. Für den Württembergrfchen >Hde s "ub überreichte Dr. Mattes-Stuttgart die Ur- Durr ,.»^ .^^"Mitgliedschaft an Dr. Eckener und pniann sur den Bayerischen AutomobilNub Dr. Äi P euchen die Goldene Medaille.

Aufsichtsrates und des Vorstandes der fs â»s Mansa begrüßte Direktor Milch die Besatzung pit zmi^^^'n" mit dem Wunsch guter Kamerad- I Sann ir ^"ftschiff und Flugzeug.

^ 1 ^ Dr. Eckener das Wort.

wtb. Friedrichshafen, 2. November. In der auf dem gestrigen Festabend von Dr. Eckener gehaltenen Rede heißt es unter anderem: Ich habe die Fahrt über den Ozean durch die Luft nie für eine kleine Sache ange­sehen, aber was wir auf der Rückfahrt erlebt haben, war so schwer, daß ich zu der Auffassung gelangt bin, der Ozean ist noch lange nicht bezwungen. Dr. Eckener schilderte dann die Schwierigkeiten der Fahrt durch den Nebel und Sturm bei Neufundland, bei der das Schiff ein ganzes Stück abgetrieben wurde und durchzubrechen drohte und fuhr fort: Gewiß hat das Schiff dank seiner Konstruktion stand­gehalten, aber auch nur, weil wir die Beanspruchung auf ein Mindestmaß heruntergedrückt hatten. Das Schiff Sat sich gut bewährt, aber wir müssen stärkere Schiffe auen, damit die Transozeanfahrt nicht nur durch Aus­weichen vor Unwettern möglich ist.

Keine Verlegung der Friedrichshafener Werke.

wtb. Friedrichshafen, 2. November. Bei dem im An­schluß an den Festakt veranstalteten Fackelzug hielt Gene­raldirektor Colsmann und Dr. Eckener Ansprachen an die Bevölkerung, wobei Direktor Colsmann alle Meldungen dementierte, die von einer Verlegung der Zeppelin-Werke von Friedricl-shafen nach irgendeinem anderen Orte wissen wollen.

Oberst Herrera über die Aussichten des Ueber- seev.rkehrs mit Luftschiffen.

wtb. Newyork, 2. November.Associated Preß" zu­folge hat der Oberst Herrera, der die Zeppelin-Fahrt als Passagier mitgemacht hat und sich jetzt auf der Reise nach Buenos Aires befindet, erklärt, daß durch Verbes­serung des Wetterdienstes und ben geplanten Bau größerer Zeppelin-Luftschiffe die künftigen Transozeanfahrten sich noch einfacher und erfolgreicher gestalten würden als die jetzt beendete erste Rundfahrt.

Ein Markstein in der Geschichte der Luftfahrt.

Friedrichshafen. Reichsverkehrsminister v. Guörard richtete an Dr. Eckener vor seiner Abreise aus Friedrichshasen ein Schreiben, in dem er der Führung des Luftschiffes die Gluck- Wünsche der Reichsregierung, des Reichstages und des deut­schen Volkes übermittelte. In dem Schreiben heiß: es bann weiter- Hum ersten Male ist die Verbindung zwischen Deutsch­land und Amerika hin und zurück von einem Fahrzeug der «üfte bewerkstelligt worden. Diese Tatsache ist ein Merkitem in der Entwicklung der Luftfahrt. Neue Entwicklungsmog, lichkeilen eröffnet dieser glückhafte Flug, der trotz Ungunst der Jahreszeit lind der Elemente gelungen ist. Sie haben der Welt erneut bewiesen, daß es nicht heißen darf: .Luftschiff oder Flugzeug", sondernLustschiss u n d Flugzeug". Des­halb wird aber auch dieser Flug in unserer so schnell lebenden und so leicht vergeßlichen Zeil keine Episode sein, sondern ein bedeutsamer Schritt in der Entwicklung zur Beherrschung der «ust die Vie Menschen emporhebt in das All.

Berlin, 1. November. (W.B.) Reichspostminister Dr. Schätzl hat Dr. Eckener folgendes Telegramm gesandt: Zur 'wohlgelungenen Heimfahrt Ihnen und der Besatzung herzliche Glückwünsche. Glück aus! für die Zukunft, (gez.) Schätzl.

Amerikanische Vlätterftimmen zum Fluge.

wtb. Washington, 2. November.Washington Post" erklärt in einem Leitartikel: DerGraf Zeppelin" wird der Vater einer großen Flotte ähnlicher Luftschiffe werden. Das Prinzip des Starrsystems hat sich glänzend bewährt, nur müssen, wie Dr. Eckener sagt, Eeldleute einspringen und seinen Plan verwirklichen. Diese Rundreise des Gras Zeppelin" zeigte, daß sich Luftschiffahrten, selbst wenn der Reiz der Neuheit dieser Art der Beförderung abgeschwächt sein wird, rentieren, und daß vor allem sich

stets genügend Passagiere und Postausträge finden werden, um den Ueberseeflug zu einem guten Geschäft zu machen.

Sogar der konservative, sonst nicht leicht in Begeiste­rung zu versetzendeEveniny Star", die meistgelesene Abendzeitung Washingtons, führt in einem Leitartikel aus, daß die Reife ein Triumph für Deutschland sei und das deutsche Volk mit Recht auf diese Glanzleistung stolz sein dürfe. Von welchem Gesichtspunkt aus man sie auch immer betrachte, habe diese erste kommerzielle Rekordrund­reise die Möglichkeiten derleichter als Luft-Flugschiffe" überzeugend dargetan. Trotz aller Schwierigkeiten, die die Fahrt nach Amerika verlangsamten und zur Aufgabe des geplanten Ueberlandfluges in Amerika zwangen, stehe diese Fahrt als epochemachende Leistung in der Weltge­schichte da, und ihr Ruhm werde nie verblassen. Dr. Eckener habe 124 Personen nebst vieler Post und Fracht über eine Strecke von fast 15 000 km mit nur einer Zwi­schenlandung in etwa 180 Flugstunden von Deutschland nach Amerika und zurück gebracht. Die Rückfahrt habe die staunenerregend kurze Zeit von zwei Tagen 21 Stun­den gedauert, und die ganze Welt gratuliere Deutschland in dieser Stunde seines Triumphes.

wtb. Newyork, 2. November. Die hiesigen Morgen­blätter heben in Leitartikeln die Epoche machende Be­deutung der Zeppelin-Fahrt hervor.World" schreibt, ihre Hauptbedeutung liege darin, daßGraf Zeppelin" den ersten Transozeanflug ausführte, der einigermaßen fahr­planmäßig erfolgte.Tribune" führt aus, die Frage des Transatlantik-Luftverkehrs fei nicht mehr ein Problem der Ingenieure, sondern der Bankiers und des Publi­kums.Newyork Times" erklärt, die finanziellen Aus­sichten des Luftschiffverkehrs seien durchaus günstig. Die Posteinnahmen hätten diesmal schon ein befriedigendes Ergebnis äehabt. Passagiere würden sich auch stets finden und die Paketbeförderung könne gesteigert werden. Es bestehe kein Zweifel, daß die Finanzierung des Luftschiff­verkehrs ein lohnendes Unternehmen sei.

Mas die französische Presie sagt.

wtb. Paris, 2. Nov. Die Presse fährt fort, die Fahrt desGraf Zeppelin" zu besprechen.

Petit Journal" nennt es eine unleugbar wun­dervolle Leistung, in dieser Jahreszeit bei Wind und Wet­ter die Reise von Friedrichshafen nach Lakehurst und um-, gekehrt zu machen, die das Flugzeug gegenwärtig unmög­lich vollbringen könne. Allerdings stecke das Flugzeug fo-I zuzagen nock in den Kinderschuhen. Die Deutschen könnten auf ihren Erfolg stolz sein. ,

V 0 l 0 n t é" schreibt, von der sportlichen Seite gesehen, ist dieser Flug ein Triumph aber was zweifellos noch wich­tiger ist, es ist auch ein großer technischer Erfolg.

Selbst der rechtsstehendeA v e n i r" gibt zu, daß die doppelte Probe, die der Zeppelin bestanden hat, seinem Er­bauer und Piloten Dr. Eckener zur Ehre gereiche. Das Blatt gibt seiner Genugtung darüber Ausdruck, daß Dr. Eckener an den französischen Luftfahrtsminister ein Begrü­ßungstelegramm gesandt habe.

F i g a r 0" erkennt an, daß nunmehr die Möglichkeit eines regelrechten Luftschiffverkehrs zwischen Amerika und Europa gegeben ist.

Ten Versuchen, durch kritische Bemerkungen den Wert des Zeppelin-Fluges herabzusetzen, tritt der sozialistische P 0 p u l a i r e" entgegen, indem er schreibt, die Reise des Zeppelin mit 60 Passagieren, seine triumphierende Rückkehr nach Friedrichshafen nach Ueberquerung der Ozeaneinöde und der Stürme des Himmels ist ein wunderbares Ergebnis.

Bau einer Zeppelin-Halle in Florida.

wtb. St. Petersburg (Florida), 2. Nov. Die Eoodyear- Zeppelin-Eo. bereitet hier den Bau einer Luftschiffhalle vor.

Blutige Zusammenstöße in Lemberg

Polnische Telegraphen-Agentur. In Lemberg wurde gestern mittag von ukrainischen Chauvinisten in der ukrainischen Kirche eine Totenmesse für die Opfer der polnisch-ukrainischen Kämpfe vom Jahre 1918 abgehalten. Während des Gottesdienstes hielten zwei ukrainische Ab­geordnete aufreizende Reden, in denen sie die Gemeinde zu feindlichen Handlungen gegen die polnischen Behörden ausforderten. Die Kirchenbesucher verließen darauf unter feindlichen Kundgebungen gegen Polen die Kirche und griffen die Polizei mit Revolverschüssen an, wobei zwei Polizeibeamte verletzt wurden. Der Polizeikommandeur sandte darauf eine berittene Polizeiabteilung zu Hilfe, die gleichfalls von den Manifestanten angegriffen wurde. Schließlich aber konnte die Menge zerstreut werden. Am Nachmittag bildeten zahlreiche polnische Studenten einen Zug, an dem sich auch Einwohner der Stadt beteiligten, um der Entrüstung der Lemberger Bevölkerung über die Herausforderung seitens der ukrainischen Chauvinisten Ausdruck zu verleihen. Der Zug, der durch die von Ukrainern bewohnten Straßen marschierte, wurde von dem Balkon am Gebäude der ukrainischen Gesellschaft Proswita aus mit Revolverschüssen empfangen. Einige polnische Studenten wurden dabei verletzt. Während dieser Vorfälle zerstörte der Pöbel einige ukrainische Ge­schäfte und Läden. Insgesamt wurden bei den Zusammen­stößen 15 Personen verletzt. Gegen 11 Uhr abends war die Ordnung wieder hergestellt. Eine Untersuchung ist eingeleitet.