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M-aer Anzeiger

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^ 260 1928

Fulda, Samstag, 3. November

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5. Jahrgang

AchmmZW md Vetnebsstillegmttii.

ft Lohnbewegungen

m der Elfenmdustne.

von außen-

mständen abgelehnt werden,

'm Ruhrgebiet nach der Aussperrung.

R einem Ausruf des Deutschen Metallarbeiterverbandes L killten- und Metallarbeiter werden diese zur strengsten angehalten. Die Mitglieder werden ersucht, seine HL. verrichte,l, die nicht entsprechend dem Schiedsspruch L wird Die Mitglieder sollen nur den Anweisungen rhraanisation Folge leisten, jede Einmischung von außen- L, Seite sott unter allen Umständen abgelehnt werden, EL Flugblättern und Handzetteln, die von unberufener s tammen, soll keinerlei Beachtung geschenkt werden. Auch , Gütliche Metallarbeiterverband hatte in zahlreichen Orts- i Versammlungen seiner Funktionäre anberaumt, die 5 â verhandelten. Die Lage im Aussperrungsgebiet ist M ~iC Arbeiter werden von ihren Gewerkschaften von der Li. kcrimehalten, um Ansammlungen und eventuelle Ruhe- ' »Men vi vermeiden. Bei den. Christlichen Metallarbeiter- R^ tragen sich die Ausgesperrten in Listen ein, die den, «ibciiÄimt ivcitcrgegeben werden, um Anspruch auf ^beils- -ii'Mterftützuna zu erhalten. Die drei Gewerkschaften haben Mt ciugemeinsames Vorgehen beraten.

r i>gs die Arbeitnehmer nach Weisungen der Gewerk- !tzmn vor den einzelnen Fabriken erschienen, um die .M aufzunchmen, fanden sie keinen Einlaß. Die Werke * sämtliche Betriebe stillgelegt, die Feuerung gelöscht i H sogar ihre Lehrlinge beurlaubt. Auch Notstands- leiten sollen nicht verrichtet werden. In einem Auf- Lber Gewerkschaften wird erneut auf ben Ernst der M hingewiesen und aufgefordert, nicht eher die Arbeit Miauszunehmen, als nicht eine gesetzliche Regelung

Der Standpunkt der Arbeitnehmer f Lie Funktionäre des Christlichen M i deiierverbandes haben zum Eisenkonflikt u. Ile folgt Stellung genommen: Die Stellungnahme der »werkschaften beruht auf rechtlich einwandfreiem Tat- Wand. Die Verbindlichkeitserklärung ist rechtzeitig er- ht. Durch die Verbindlichkeitserklärung des Schieds- hmches ist nach deutschem Recht ein neuer Tarifvertrag Miande gekommen. Die Tarifvertragsparteien sind ver- Dichtet, diesem Rechtszustand nach zu handeln. Mißliche Metallarbeiterverband stellt sich rückhaltlc

stellt sich rückhaltlos a u s Iben gegebenen Rechtsboden Der Verband Miro nichts unternehmen, was gegen die ihm durch die ^ttbindlichkeitserklärung auferlegte Friedenspflicht ver- W. Die Arbeitnehmer, soweit sie entlassen sind, erheben I infolge dieser Rechtslage Anspruch auf die staatliche ?! r b c j t s l 0 s e n u n t e r st ü tz u n g. Der Verband Md die arbeitslosen Mitglieder unterstützen. Für den Jadeit, der dem Verband aus dem Vorgehen des -llbeitgebcrverbandes Nord-West und der ihm angeschlos- Rn Werke entsteht, wird er Schadsnerfatzan- ikrnch erheben.

Ter Gewerkverein Deutscher Metall-

.mb eiter H. D. gab eine Erklärung ab, in der es u. _a. Rt: Die für die Aussperrung gegebene Begründung sei Mo unverständlicher, als die bestrittene rechtliche Frage Mohne Aussperrung zu klären war. Das kochen des Arbeitgeberverbandes richte sich prinzipiell «das Schlichtungswesen und lasse die wirtschaftlichen Mge der Arbeiterschaft sowie weiterer wirtschaftlicher Rie völlig außer acht. Der Gewerkverein werde in dem ZMungenen Kampf seine Mitglieder auch nach der Wllchen Seite hin weitgehendst unterstützen.

Die Rechtfertigung der Arbeitgeber.

, .,^ Arbeitgeberverband der Gruppe Nord-West teilt R Während der Arbeitgeberverband Nord-West im Mn, verantwortungsbewußten Kampf um das Lohn- .." damit das Preisniveau steht. Haben die Gewerk- «llen in den Randgebieten die Löhne gekündigt. So L?on den Gewerkschaften in Hage n der Lohntarcs W- In Osnabrück, Peine Bielefeld, L^°bn und Velbert sind ebenfalls, für insge- M <000 Arbeiter die Lohntarife gekündigt worden. ^Gewerkschaften haben hier die gleichen wirtschaftlich ,^Men Forderungen wie beim Arbeitgeberverband . -West, gestellt, sie zum Teil sogar noch überboten. L^ ersichtlich, daß die Gewerkschaften auf der R Linie eine generelle Lohnerhöhung er- >- ? wollen. Es bestätigt sich also die Befürchtung, l^i'^k ^ehöhung des allgemeinen Lohnniveaus beim hS^ Nord-West, die wegen der gespannten nqasivlage nicht möglich ist, eine Ankurbelung a wten überwiegenden Lohnnr» Mlde m^^en unerwünschten Folgen nach sich ziehen MnL/ioc0 im Spätherbst dürfte etwa ein Drittel aller «ij 3 oblaufen. Wie würden die Auswirkungen der bdr! n ber Gewerkschaften erst im kommenden Frub- ! ^h,, "enn die restlichen zwei Drittel der geltenden Rer 's "wen zum Ablauf gekommen sind? Damit tritt Mitnpl0^ in die Erscheinung, daß der Kampf des 'Wh^ Nord-West für die Erhaltung des i 'RièniÄ.»^ ein Kampf für die Erhaltung des. in aam Deutschland ist.

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^licw ^^ b'rwerbslosenuitterstützung im Eisenloiiflikt. ^"^rbci^I' ^" der Konferenz der Funktionäre der drei inn^ wurde die Rechtslage bezüglich der be- ! '^ bcsm,.?^bslosenunterstützung für die Verbandsmit- i ;" kam »fe1- ?in gemeinsamer Beschluß für die Offent- "--Ä d"5" zustande. Alle drei Verbände nahmen aber ^cratunaen einbeHia den Standpunkt ein, daß

bic durch die Aussperrung in der Gruppe Nordwest betroffenen Arbeiter berechtigt seien, Erwerbslosenunterstützung zu be­ziehen. Die Verbände sind sich noch nicht ganz einig ge­worden, ob zur Klärung der Streitfrage die Feststellungsklage eingeleitet werden soll Jm übrigen wurde über die von den einzelnen Verbänden ergriffenen Selbsthilfsmaßnahmen zur Unterstützung der Mitglieder verhandelt. In den einzelnen Verbänden wurde weiter über bte Rechtslage der Erwerbs« losenunterstützung verhandelt.

Die Polizei und die Ausgesperrten.

Bochum. Im Bochumer Polizeipräsidium sand unter dem Vorsitz des Polizeipräsidenten Stieler eine Besprechung mit den Gewerkschaften und den drei an der Aussperrung beteiligten Metallarbeiterorganisationen von Bochum, Witten, Herne und Wanne-Eickel statt. Der Polizeipräsident bat, auf die Aus- gesperrten in dem Sinne einzuwirken, daß die öffentliche Ord­nung und Sicherheit nicht gestört werden. Solange dies bei" Fall sei, würden polizeiliche Maßnahmen nicht getroffen; werden. Er hoffe, daß es zu unliebsamen Vorkonunnissen nicht kommen werde.

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DieLohabtwtgimgen in derTeMvdustrie

Was di e Arbeit g e b e r f a g e n

' In einer Pressebesprechung der Vereinigung der Deutschen Arbeitgebervdrbände machte Dr. Klauer, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Deutschen Textilindustrie, einige Ausführungen 311, der Lohnbewegung und zur Lage in der Textilindustrie. Die Auswirkungen der Lohnerhöhungsforde­rungen machten etwa 40 Prozent aus Die Realverzinfung in der Textilindustrie habe etwa 5 Prozent betragen. Dem an sich guten Jahre 1927 seien Krisenjahre vorangegangen. Die Arbeiter hätten aber an dem besseren Ergebnis tatsächlich ir^ starkem Maße teilgenommen, da im Jahre 1927 bte Löhn.- In der Texttlinbustrie um 15 Prozent gestiegen seien. Die Erhöhung der Belastung der Industrie durch die Lohn­erhöhung betrage 134 Millionen, während aus der anderen Seite infolge der Arbeitszeitverordnung ein Ausfall von 5S Mill. Arbeitsstunden zu verzeichnen sei. Zurzeit könne in der B aumwollind u st r i e nur etwa die Hälfte der Ar­beiterschaft voll beschäftigt werden, in den anderen Industrien, abgesehen von der Le i n e n i n d u st r i e, wo die Verhältnisse ganz schlecht liegen, sei die Lage etwas besser. Das deutsche Lohnniveau liege um 40 bis 60 Prozent höher als in den Staaten, mit denen die deutsche Industrie hauptsächlich in Wett­bewerb stehe.

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Absahttise im Siegerländer Erzbergbau.

Betriebsstillegungen. 1500 Arbeitern gekündigt.

Nach einer Verwaltungsmitteilung sollen die zum Konzern ter Vereinigten Stahlwerke A.-G. gehörigen Eisen­erzgruben St. Andreas, Vereinigung, Pelers- b a ch und V i n g e r t s h a r d t am 15. November stillgeleg» werben. Den Belegschaften dieser vier Gruben ist am 1. No­vember gekündigt worden. Von dieser Maßnahme werden etwa 1200 Bergleute betroffen. Große Haldenbestände und Absatzmangel bilden die Ursache dieser Matznahme. Die Erz­grube Friedrich Wilhelm im Kreise Siegen, von der Firma Friedrich Krupp in Essen betrieben, ist, wie angekündigt, ebenfalls infolge Absatzschwierigkeiten am 1. November still- gelegt worden Etwa 250 Bergleute werden in diesem Falle arbeitslos. Eine Anzahl kleinerer Erzgruben im Kreise Siegen kommt in Kürze gleichfalls zum Erliegen. Den Beleg­schaften ist bereits gekündigt worden. Mit dem Konflikt in der Westdeutschen Ei-senindustrie stehen diese Stillegungsmaß­nahmen nicht in Verbindung, denn schon seit Monaten letdet der Siegerländer Erzbergbau an einer sich immer mehr zuspitzem- den Abfatzkrike.

Einschränkung der

Verbmdlichkeiiserklärung.

Die Arbeitgeber zur Schlichtungsreforrn.

Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände hat dem Reichsarbeitsminister Wisscll die von ihr m der gemem» samen Besprechung vom 16. Oktober im Retchsarbettsmtnizte- rium in Aussicht gestellten Reformvorfchläge für das deutsche Schlichtungswesen überreicht. Die Vereinigung sieht in der Don ihr erstrebten Reform des Schlichtungswesens keine ein- fettiae Interefsenfrage des Unternehmertums, sondern eine Frage, von deren Lösung die gesunde Weiterentwicklung unseres sozialen Lebens, vor allern aber die Schaffung des sozialen Friedens abhängt.

Das Unternehmertum ist zum Grunds atz de r Schli ch- t u n g positiv eingestellt und erkennt auch die Noiwendlgkett staatlicher Schlichtungstätigkeit an. Zur Stauung der Selbst­verwaltung und Selbstverantwortung der Beteiligten wird aber dem tariflichen Schlichtungswesen der Vor- ruggegebcm e^nken ^ Arbeitgeberseite richten sich-gegen die V e r b i n d l i ch e r k l ä r u n g von Sch'.edssprilchen weil sie neben den schwerwiegenden wirtschaftlichen Bedenken vor allem das Verantwortungsgefühl der Parteien und den Willen zu ehrlicher Verhandlung und Verständigung stifte- Li ch beseitigt Daher wünscht die Arbeitgeberschaft eine Anderuna der jetzigen S ch l i ch t u n g s v e r 0 r d n u n g. Ausgehend von dem Grundsatz, daß es nicht Aufgabe , des Staates ist in die Sphäre privatwirtschaftlicher und Privat- rechtlicher Angelegenheiten, wie sie die Regelung der ArbettS- bebinaungen darstellt, von sich aus zwangsweise elnzugreifen kann infolgedessen ein Eingreifen des Staates nur dort als berechtigt anerkannt werden, wo es sich um Fragen handelt,

. ihrer Bedeutung und Auswirkung nachweislich über den Kreis der wirtschaftlichen und sozialen Interessen der streitenden Parteien hinausgehen. Diese Voraussetzung liegt

>1 kakaenden zwei grundsätzlichen Fällen vor:

11 1 Arbeitsstreitiakeiten in den sog. lebenswichtigen «1 p t re b e n", 2. bei Streitigkeiten,welche die deutsche Volks­wirtschaft so stark treffen, daß die L e b e n s m ö g l i ch k c 11 e n der Gesa Nitbevölkerung bedroht sind". Durch diesen Antrag soll einmal die jetzt vorhandene Möglichkeit des Kwangseingrisss ohne Vorhandensein eines öffentlichen Inter­esses überhaupt beseitigt, außerdem der in der zweiten Aus- süürnngsverordnung enthaltene Begriff desöffentlichen Interesses" eindeutiger aeletzliÄ sestgelegt werden. _ _

Die Durchführung dieser Vorschläge bedeutet eine wesem- liche E i n s ch r ä n k u n g der Verbindlicherklärung. Diese Ein­schränkung bildet die Grundlage der Vorschläge für das Ver­fahren, unter dem die Verbindlicherklärung erfolgen soll. Die Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände schlägt die Ein­richtung einer zentralen Reichsschiedsstelle vor, deren Vorsitzender mit Zustimmung beider Parteien für einen längeren Zeitraum mit weitaehender Fundierung keiner Stel­lung zur Sicherung seiner Objektivität und Unabhängigkeit er­nannt Wird. Diese völlig neutrale und unpoli­tische Stelle soll die Aufgabe haben, aus Antrag einer der Parteien in der Reichsregierung zunächst das Vorliegen der Zuktändigkeitsvoraussetzunaen für eine etwaige Verbindlich- erklärung und sodann bei Bejahung dieser Frage materiell die Fähigkeiten des ergangenen Schiedsspruches nach der wirb, schaftlichen und sozialen Seite hin zu prüfen. Im Falle der Bejahung dieser Fragen kann alsdann die Reichsschiedsstelle den Spruch der Reichsregierung zur Verbindlich­erklärung empfehlen. Der Ausfvrucb der Verbindlich­erklärung erfolgt alsdann durch die Reichsregierung als Akt der Staatshobeitsverwaltung, da ra^ den oben gemachten Vorschlägen über den Umfang der Verbindlich- erklärung dieser Zwangseingriks nur dort in Fraae kommen soll, wo unmittelbar das vom Staate zu schützende Allgemein- intereffe auf dem Spiele steht.

Interalliierter Gedankenaustausch.

Antworten zur Konferenzfrage nächste Woche.

über die Berliner Anregung zur Abhaltung einer endgültigen Kriegsschuldenkonferenz findet zurzeit ein lebhafter Meinungsaustausch zwischen den beteiligten Mächten statt, der sich voraussichtlich noch einige Tage sortsetzt. Es wird damit gerechnet, daß die Antworten der Mächte auf die deutschen Vorschläge Anfang nächster Woche in Berlin eintreffen.

In London weilte im Auftrage Mussolinis inzwischen der bekannte italienische Industrielle Pirelli, der als Hauptdelegierter Italiens in das Reparationskomitee entsandt werden soll. Pirelli hatte mit Churchill und anderen führenden Persönlichkeiten des Schatzamtes längere Unterredungen. Pirelli fuhr nach Paris, wo er wahrscheinlich mit französischen Persönlichkeiten weitere Unterredungen haben wird, und kehrt dann nach Rom zurück, um Mussolini Bericht zu erstatten,

Totenfeier an den deutschen Kriegergräbern in Ivry.

Paris. Auf, dem Friedhof in Ivry bei Paris fand cor« ben deutschen Kriegergräbern unter zahlreicher Beteiligung der deutschen Kolonie eine Gedenkfeier statt. Botschafter von Hoesch chleifen in den Reichssarben ge- bie deutschen Frauen legte Frau für den deutschen Hilfs»

legte einen Kranz, dessen S halten waren, nieder. Für Gesandtschaftsrat Dr. Dumont und st verein, der im Laufe des letzten Jahres feine Tätigkeit wieder

ausgenommen hat, Paul Block einen Kranz nieder. Botschafter von Hoesch gab Kenntnis von den Arbeiten, die im abge­schlossenen Jahre zur Erhaltung und Ausschmückung der deut­schen Kriegergräber in Frankreich durchgeführt wurden. Fast ausnahmslos habe man feststellen können, daß die französische Gräberverwaltung den Ruhestätten der deutschen Helden eine Fürsorge habe angedeihen lassen, die das bescheidene Maß der vertraglich übernommenen Verpflichtungen überschreite.. Aller­dings dürfe man sich nicht verhehlen, daß die Grenzen der zur Pflege der deutschen und auch der französischen Kriegersried- höfe zur Verfügung stehenden Mittel enger gesteckt seien, als das deutsche und das französische Volk zur Ehrung ihrer Toten es wünschten. Hierauf gedachte der Botschafter vor allem der segensreichen Tätigkeit des Volksbundes, der im abgelaufenen Jahre die Ausgestaltung von 33 Sam melfriedhöf en durch Instandsetzung und Errichtung von Ehrendenkmälern in Angriff genommen habe. Gleiche Arbeiten würden auch auf einer weiteren Anzahl von Friedhöfen im kommenden Früh- zahr eingeleitet. Diese Arbeiten würden nach den Entwürfen eines eigens für diese Aufgabe gewonnenen Architekten im Ein­verständnis mit der französischen Gräberverwaltung durchge­führt. Durch das verständnisvolle Zusammenwirken der deut­schen und der französischen Gräberverwaltungen sowie deS Volksbundes werde in absehbarer Zeit den in Frankreich ruhenden toten Kriegern, soweit die Umstände es zulassen, ein«, ihren Taten entsprechende Ruhestätte bereitet werden.

Das Endergebnis der englischen Munizipalwahlen.

Nach dem endgültigen Ergebnis der Munizipalwahlen in England und Wales (ohne London) erhielten die Konservativen 65, die Liberalen 15 und die Unabhängi­gen 31 Sitze. Die Arbeiterpartei gewann 111 Sitze. In den Londoner Bezirken gewann die Arbeiterpartei 77, die Unabhängigen 1 und die Liberalen 17 Sitze, während die Konservativen 95 Sitze verloren.

D!e Kommunisten fordern Neichstagselnberufvvg.

LautRoter Fahne" hat die kommunistische Reichs­tagsfraktion die sofortige Einberufung des Reichstages zwecks Stellungnahme zum Kampf in der Hütten-Zn- dustrie beantragt.

Erschiehung eines Deutschen durch einen luxemburgischen Zollbeamten.

wtb. Paris, 3. November. Ueber die Erschießung eines Deutschen durch einen luxenburgischen Zollbeamten meldet Echo de Paris" aus Longwy: Vorgestern hatten zwei in Mont-Saint-Martin wohnende Deutsche einen Spa­ziergang in Luxemburg gemacht. Abends bei ihrer Rück­kehr gerieten sie an der Grenze mit zwei luxemburgischen Zollbeamten in einen Wortwechsel. Die Beamten folg­ten ihnen auf französisches Gebiet bis auf 125 Meter nach. Es kam zu einer Schlägerei. Einer der Zollbe­amten zog seinen Revolver und feuerte auf den 26 Jahre alten Deutschen Otto Frantzel, der am Kopf getroffen und getötet wurde. Die Zollbeamten begaben sich dann auf luxemburgisches Gebiet zurück. Die Gendarmerie von Mont-Saint-Martin hat die Staatsanwaltschaft von Briey benachrichtigt.