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1928
Fulda. Montag, 5. November
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5. Jahrgang
$ Jet Arbeitskrieg in der Eisenindustrie
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3m Kampfgebiet.
^tialeitëerflärung des Schiedsspruchs beantragt.
Wildem schweren Arbeitskonflikt in der Eisenindustrie Arbeitgeberverband Nordwest in einer Sitzung w ihm zugegangenen Begründung der Verbindlich. Wttklärunq des Schiedsspruches Stellung genommen U die Begründung mit einer Gegenerklärung beant- f EK heißt darin zum Schluß, daß auch nach der U iicken Seite hin die Begründung der Verbindlichkeits- in keiner Weise stichhaltig sei. Die Nichtigkeits- Rimnn sei seitens des Arbeitgeberverbandes bereits ttrant Es dürfte sich empfehlen, die Entscheidung der Meitsgcrichte zunächst in Ruhe abzuwarten.
Keine direkten Verhandlungen.
I Sion direkten Verhandlungen zwischen Arbeitgebern Arbeitnehmern im Eisenkonslikt ist nichts bekannt. Mkrsowenig ist etwas davon bekannt, daß solche Verhand- anqcbahnt werden. Die allgemeine Lage ist ruhig, verlautet, ist der Führer der Christlichen Gewerk- Mini S t e g e r w a l d , im Aussperrungsgebiet ein» um eine Vermittlungsaktion einzuleiten Der MMon-likt wird wahrscheinlich auch die Angestellten Mi unberührt lassen. Von den Vereinigten Stahlwerken einzelne Angestelltengruppen aufgefordert, sich zur MMng zu halten, um unter technischer Leitung gewisse zu verrichten die sonst von Arbeitern ausgeführt Die Gewerkschaften haben Protest gegen diese WWme erhoben und zur Klarstellung eine gerichtliche VbMng beantragt.
Fürsorge- und Schutzmaßnahmen.
■ ,1m Zusammenhang mit der Aussperrung wurden D er «tââdnetenversammlung in Bochum mehrere ■trm;c eingebracht. Oberbürgermeister Dr. Ruer teilte Bt, daß eine gemeinsame Sitzung der Ver - ictcr der Industriestädte stattfinden soll. Vom öohlfahrtsrimt wurde zugesichcrl, Bedürftige nach Prü- M der Lage ansreichend zu unterstützen. Es sollen zu- W 700 000 Mark angcforderl werden. Ein sozial- kvoiratischer Antrag auf Einrichtung von !»lksküchen wurde angenommen. Aus der Stadt kürzte sich ein D e m o n st r a t i o u s z u g zum Stadt- W, wo die Stadtverordnetenversammlung abgehalten
derverbandes warnt ihre Mitglieder vor Demonstrationen und Provokationen politisch links eingestellter Kreise, fordert sie auf, sich von Straßen und Plätzen frnzuhalten, nicht die Wrts- Häuser zu besuchen und volle Ruhe und Besonnenheit wahren.
Wird die MgisruNg im Arberis- konflèki vermittel?
Die st illgelegten Hüttenwerke.
Der Stivegungsprozeß im rheinischen Industriegebiet nimmt seinen Fortgang. Während die Hochöfen der Hüttenwerke noch nicht ansgeblasen sind, sondern vorläufig unter Dampf gehalten werden, sind bei den meisten Hüttenwerken inzwischen die Martinöfen erkaltet. Sie stehen vor dem Zusammenbruch. Der Neuaufbau der Martinöfen nimmt mindestens sechs Tage in Anspruch. Die Meinungen über die Entwicklung der Bewegung sind durchaus verschieden. Während man sich im Arbeitgeberlager auf eine mehrwöchige Dauer der Stillegung vorzubereiten scheint, verlauten bei den Christlichen Gewerkschaften Gerüchte über eine bevorstehende Vermittlungsaktion auf Grundlage der Neuregelung des Arbeitszeit- abkommens. Ein Jnitiativschritt der Regierung könnL bereits für die allernächsten Tage erwartet werden.
Die Angestellten und die Aussperrung.
Die im Afabund zusammengeschlossenen Angestellten» organisationen haben für die Zeit der Aussperrung eine
dreigliedrige Zentralkommission ernannt, die in engster Fühlungnahme mit dem Deutschen Metallarbeiterverband den Verlauf der Aussperrung beobachten soll Der Ge- Werkschaftsbund der Angestellten hat seine Mitglieder auf- gefordert, Notstandsarbeiten und alle Arbeiten abzu» lehnen, die nicht zu den Dienstobliegenheiten der An-
gestellten gehören werden.
Die Frage
Der Vorstand
und sonst von Arbeitern verrichtet
der Arbeitslosenunterstützung.
der Reichsanstalt für Arbeitsvermitt-
lung und Arbeitslosenversicherung wird am Montag zusammentreten. Der Vorstand dieser Anstalt wird sich mit den technischen Maßnahmen zu befassen haben, die für den Fall zu treffen sind, daß die Arbeitslosenunterstützung im Eisenindustriestreit gezahlt werden müsste. Die Reichs, anstatt fällt somit nicht die grundsätzliche Entscheidung darüber, ob Arbeitslosenunterstützung gezahlt werden soll oder nicht. Dies würde vielmehr Aufgabe des Spruch- senats der Reichsversichernngsanstalt sein für den Fall, daß gegen die Ablehnung der Auszahlung der Erwerbslosenunterstützung durch die örtlichen Instanzen Einspruch erhoben werden sollte.
Reichstag und Aussperrung.
Reichstagspräsident Löbe hat den Ältestenrat des Reichstages zu einer Sitzung am Vormittag des Dienstags, 6. November, einberufen. In dieser Sitzung soll darüber entschieden werden, ob der Reichstag, der bekanntlich am 13. November seine Arbeit wieder aufnehmen will, nicht wegen der großen Aussperrung im Westen schon zu einem früheren Zeitpunkt einberufen werden soll.
Ws WG" M GO der ReRchMPtslOt
In Staaken singetroffen.
Glänzender Verlaus der Nachtfahrt.
wtS. Berlin, 5. November. 8.45 Uhr ist das
'“'he. Polizei verwehrte jedoch den Demonstranten ^en 'Oz zum Stadtpark. Im Stadtpark hat auch eine csprcchung der Polizeipräsidenten des ’yirtö stattgefunden.
Sie aus Moskau gemeldet wird, hat die Inter- Senate Arbeiterhilfe beschlossen, die materielle Unter» ' Sung für die in Westdeutschland im Lohnkampf Stehen» lajli A übernehmen. Die Organisation übernimmt ab
November den Unterhalt von 3000 Frauen und übern.
Luftschiff „Graf Zeppelin" über dem Flugplatz Staaken eingetroffen. Das Luftschiff überflog den Flugplatz in 200 Meter Höhe unter dem brausenden Jubel der Menge und fuhr in Richtung Berlin weiter. Kurz vor 9 Uhr erschien der Zeppelin über der Stadt. Trotz des regnerischen Wetters waren die Dächer besetzt von Schaulustigen, die das Luftschiff begrüßten, das seine Schleifenfahrt über dem Osten und Morden der Stadt fortsetzte und dann nach Staaken zurückfuhr.
die Führergondel zur Landung auf. Die Landung erfolgte 300 Meter vom Ankermast entfernt. Das Luftschiff wurde über den Flugplatz hinweg zum Ankermast geschleppt und um 10.33 festgemacht.
wtb. Staaken, 5. November. Schon im frühen Morgengrauen bot der Flugplatz Staaken, wo heute der Zeppelin landen soll, ein lebhaftes Bild. Zahlreiche Autos und Autobuste rollen heran. An allen Straßenkreuzungen steht ein großes Aufgebot von Schutzpolizei, die in muster-
iientw
Aè Lage in den Randgebieten. — Neue Tarifkündigungen.
zurückfuhr.
wtb. Berlin, 5. November. Als das Luftschiff „Graf Zeppelin" nach Beendigung seiner Schleifenfahrt über der Stadt wieder über dem Flugfeld Staaken eintraf, sandte es um 9.25 Uhr folgenden Funkspruch an die Leitung des Flugplatzes: „Da Landung bei ungünstigen Windverhält-
gültiger Weise den Verkehr der großen Menschenmaste regelt. Viele Fußgänger kommen, die es f schlechten Wetters nicht nehmen lasten wollen, kunft des Luftschiffes am Platze zu sein. Unter ihnen ist die Jugend stark vertreten. Man sieht viele bunte Schüler- mützen. auch viele Angehörige der Reichswehr. Die eintreffenden Nachrichten ließen eine so frühe Ankunft des
sich trotz des i, bei der An-
Ein Dielbeneideter.
ter ter te (
r.ue zusammenfassend als Randgebiet der nordwest- Kluppe bezeichneten vier Tarifgebiete der Metall- Hagen-Schwelm, Arnsberger Verbandsbezirk, f^n-Dillenburg und südöstliches Westfalen, sind von k - Aussperrungen in der nordwestlichen Gruppe nicht be- sieben der gemeinschaftlich von allen drei Metall» k «tcrverbänden ausgesprochenen Kündigung des Lohn» uiHagen-Schwelm sind von den vierzehn im Arns- ^Aerbandsbezirk (Gebiet des märkischen Sauer- w Geltung befindlichen Lohntarifen vier gekündigt k^ ^m Tarifgebiet des Arbeitgebervereins für das Westfalen und im Tarifgebiet des Siegerländer Gruben und Hütten, der auch den Dillenburger a umfaH sind Tarifkündigungen bisher nicht I. "od'.glich die Eisenerzgruben der zur norwest- s "„gruppe gehörenden Vereinigten Stahlwerke wurden besteht aber die Gefahr, daß der gesamte >? i^Mburger Erzbergbau, der fast ausschließ- U 3 die Ruhrindustrie beschäftigt ist, in abseh» k «ât wegen Absatzmangels st i l l g e l e g t wird, i^rbe der Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke ' 'Hohenlimburg und Letmathe und die Dolomrt» We ''Hilden, die zum Konzern der Vereinigten Stahl- v ^ben ihre 600 Arbeiter entlassen, rièra Gewerkschaften (Deutscher und Christttcher ^kijs^terverband) haben den Rahmentarif, der die hi'irik V^t, sowie das Lohnabkommen für die Metall» unteren Kreises Solingen zum v mber 1928 gekündigt. Die Aussperrung wird Ku°ahlfe Produktionsei nschränkungs» k'" bcrabi‘ P Ruhrbergba u zur Folge haben.
IwKreisen ist zunächst allgemein beab- [kunn h e'k .Produktionseinschränkungen durch Em- Bcl'^'^ "rschichten und nicht durch Entlassungen ^uSaften vorrunebmeu.
^ ^ Sonntag im Aussperrungsgebiet.
bf^n^w^M ?^ Gewerkschaften hielten am Sonntag km Eichen o^^Är-Bezirk Versammlungen ab, um zur äugen >Stellung zu nehmen und Entschließungen zu ^riitlirf) Clllcr 'n Düsseldorf abgehaltenen Versammlung r>tB organisierten und christlich gesinnten Metall» h^Siien' L.1131^6 einstimmig eine Entschließung an Krtit, "^ u. a. besagt: Es wird von der Nerchsreglerung Staatsautorität geltend macht und dw ^' ânia?°"^°rdwest zur Anerkennung von Gesetz um «at. Die Leituna des Christlichen Metallarbeiter-
Der blinve Zcppelinpassagier Clarence Terhune.
nisten und ungeübter Haltemannschast Schmierigkeiten und Gefahren hat, werden wir Abflauen des Windes abwarten." Das Luftschiff wird also vorläufig seine Kreuzungsfahrten über Berlin und dem Flugfeld fortsetzen.
wtb. Staaken, 5. November. „Graf Zeppelin" erschien um 9.46 Uhr zum drittenmale über dem Flugplatz Staaken und warf das Landungstau ab. Um 9.48 setzte
Luftschiffes kaum erwarten. Um so größer war die Freude, als plötzlich um 8.45 Uhr das Luftschiff aus den grauen Wolken tauchte. Ein ungeheurer, nicht aufhören wollender Zubel erhob sich.
Die Nachtfahrt.
wtb. Berlin, 5. November. (An Bord des „Graf Zeppelin", 7 Uhr morgens). Das Luftschiff „Graf Zeppelin", das in Friedrichshafen um 2.17 Uhr aufgestiegen war, nahm seinen Weg über Stuttgart, Darmstadt, Frankfurt a. M., Gießen, Kassel, das um 6.30 Uhr überflogen wurde. Der bisherige Verlauf der Nachtfahrt ist glänzend.
wtb. Frankfurt a. M., 5. November. Um 5.05 Minuten passierte „Graf Zeppelin" Frankfurt a. M. in nördlicher Richtung, um 5.30 befand sich das Luftschiff über Eießen.
wtb. Kassel, 5. November. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" passierte heute morgen etwa um 6.25 die Stadt Kassel. Das Luftschiff war am fahlen Morgenhimmel von verschiedenen Stellen der Stadt gut zu sehen.
wtb. Hannover, 5. November. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat um 7.10 Eoslar in Richtung Braunschweig überflogen. Das Luftschiff nahm von Eoslar den Weg über Vienenburg und Hornburg und überflog Schöppenstedt 7.45 Uhr.
Eindrücke bei der Fahrt.
„Graf Zeppelin" wird den Ozean nicht mehr sehen.
Von Bord des Graf Zeppelin. 5. November. Der Mond im letzten Viertel steht am Himmel, Sterne leuchten in die kühle Novembernacht, das Wetter ist also für die Fahrt des „Graf Zeppelin" nach der Reichshauptstadt schon viel günstiger geworden, als man erwartet hatte. Um 2.20 Uhr setzte sich das Luftschiff in Bewegung, um 2 30 Uhr erhebt es sich in sein Element. Da wir Zeit haben, können wir uns einen Umweg leisten, dem auch die Wettermeldungen nahe liegen und überfliegen um 3.20 Uhr Stuttgart, ein Anblick von unerhörter Schönheit.
In Salon hat sich inzwischen reges, geselliges Leben entwickelt. Dr. Eckener selbst begrüßt seine Gäste, die von seinem anmutigen Töchterlein und seiner freundlichen Sekretärin mit einem Glase Schaumwein und Kaffee bewirtet werden. Im übrigen versammeln sich die Passagiere um Dr. Dürr, den Erbauer des Luftschiffes, um Dr. Maybach, dem Schöpfer der berühmten Motore, die sich so glänzend bewährt haben, um den württembergischen Finanzminister Dr. Dehlinger und um die drei amerikanische Marine-Offiziere, die ebenfalls an Bord sind.
Aus Berlin kommen schlechte Wetternachrichten, die mit einigem Kummer ausgenommen werden, weil sich alles auf den in