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ifuloaer Anzeiger

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J . -^en Werktag. Bezugspreis: monat- ^mark VeiLiefemngsbehinderungen durch ^ Gewalten", Streiks, Aussperrungen, usw. envachsen dem Bezieher keine ^ â Verlag Friedrich Threnklau, Fulda, Ä 6t6 Vereins Deutscher Zeitungsver- ^Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr.i6soo

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

Zulba- unö Haunetal -Zul-aer Kreisblatt

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863 - 1928

Fulda, Mitlwoch, 7. Noremer

5. Jahrgang

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Kleine Zeitung für eilige Leser.

, M.; den gestrigen Vorwahlen zur Neuwahl des amerika- Staatspräsidenten wurde der Republikaner Hoover

£ LuftschiffGraf Zeppelin" ist von seinem Besuch in «-Mbauptstadt am Dienstag nachmittag wieder nach LÄfen zurückgekehrl.

, Kesamtiiiinisterium Poincarè in Frankreich hat über« Lb seinen Rücktritt erklärt, nachdem vier sozialistisch- ° - Minister, darunter Herriot und Sarraut, dem Minister- HMN mitgeteilt hatten, von ihren Posten zurücktreten zu

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I Vor zehn Jahren.

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V lind drinnen?

L imersuchungskommissionen sind eingesetzt worden, Mndigc Protokolle entstanden über deren Arbeit, was sc E das Ende draußen und daheim herbeigeführt habe. ,t E Resultat? Ebenso zwiespältig wie damals sind d M deute noch die Ansichten.

e U -Mürbt die Körper, zermürbt die Geister. Auch e M denen, die in der Heimat waren, lasteten die Kriegs- 1= Wider mehr als vier Jahre in furchtbarer Härte. Auf b »W nnd Weib, Greis und Kind. Der Hunger! !- W die Gesichter und hager der Leib. Die aufs äußerste n Wgebilbete Organisation vermochte nicht mehr heran-

- »Wen als da war, führte bei dem dumpfen Drange

- Leben-zu-wollen häufig genug auch zur Verheim-

l zu Schleichpfaden. Dazu die unerhörte

- Mchbeit - namentlich der Frauen für die Kriegs- Miiinisse. Mangel nicht, nein, grause, schwere Not e bis dort, wohintenherum" der G e i st des

1. in u s sättigende Nahrung fand. Als vor kurzem

- MM dieErnährungsausstellung" stattfand, da sah . ihrer historischen Abteilung alle jeneErsatz"- ' die der durch Not cmporgepeitschte erfindc- oder spekulative Geist gemacht hatte und die doch li M ivirliicher Ersatz waren und sein konnten. Wie ein t batte sich die Hungerblockade um den Hals : Mr Mittelmächte gelegt und das Wort von der Mglischen Krankheit" erhielt eine furchtbare Bedeutung.

*

j Dazu die immer hoffnungsloser werdenden Nach­ten von den Fronten! Vier Jahre lang hatte die 'M um Angehörige Millionen deutscher Familien ge- Äi: das schwere Los der Hinterbliebenen konnte leichter

s trogen werden, solange noch Hoffnung war, daß i Mann, Vater oder Sohn um Sieg, nicht vergebens Men war. Auch damit war es vorbei. Die Massen m|t fertig, Waren ausgehungert, trugen ihr Schicksal I Dumpfer Verzweiflung, Demgegenüber boten die , § Punkte Wilsons eine geringe Aussicht, wenig- ; ms einigermaßen, wenn auch unter schweren Verlusten, Wjutommen aus der Not. Aussicht auf einen, wenn ! schmerzvollen, Frieden. Aussicht auf Brot, über« - Aussicht, irgendwelche Aussicht. Das erschlug Wen inneren Widerstand.

Unb bann keine Führung. Innenpolitische Kämpfe ,c,t vielen Monaten, Streiks mit oft politischen Hermen zeugten davon, daß es mit dem inneren sneben längst vorbei war. Am Steuer« «beg Staates keine feste Führerhand mehr, sondern M^ opfiges, häufig zerspaltenes Kriegskabinett, dem schon auch offiziell die Macht übertragen hatte. » iiu«, wohin man sah. Wie die Mißstimmung wuchs U», getrieben wurde, warum sie immer fühlte. oben i>A: . ^ wehr zu finden, und ihn schließlich auch Jeen hat, und wer sie zur Explosion brachte, Fragen wie Streitfragen auch heute noch. M'WM hielten sich einfach an das, was war: und nun einmal die Tatsache, daß wir äußerlich wie ^w vor dem Zusammenbruch standen. Und man Aber auch hier die Pilatusfrage, bte "'Ende: Was ist Wahrheit?

Maßregeln hatten nun doch dazu- den entscheidenden Oktobertagen die engere Mmz^?zwischen denRegierenden" und den Massen Mkdk^; § nicht mehr da war, jene von diesen als das 1^^ angesehen wurden. Die Ab- »e s v r Kaisers wird gefordert als des sichtbaren Mckmi! ?r Regierung. Gefordert von der Sozial- Mn ^ °ls der größten Massenpartei, als jahrzehnte- M Ä^tn eines Svstems, dem jetzt die Kraft nicht I ^rlw» ""ante, einen Weg aus bem hereingebrochenen n 'n Minden. Dumpf gvollte schon die R e v 0 l u - Ws E?^ Rußland das erste Signal gegeben hatte. 11 "verreich war schon zerbrochen ein zweites U^lamme^nige Tage$, bn ^""^ Deutschland ÄS » hatten das deutsche Volk und das ^hUtrh^J gleistet; unsagbar schwer mußte jetzt bte ENc gerben, als man sich nicht mehr verhehlen liefen Es, Not und Tod der Millionen, umsonst %gC|l Nicht vom Feind ist Deutschland gc- dcrn vomHungerbcsicgt tvorden.

Dr. P r i tz e.

. Stöltings, ^" ungetreuer Stadtrat verhaftet.

^l» Pr. Hier ist der Justizinspektor a. D. Herdèt-, i M^tobet ini/^^^^allandtages und Stadtrat in Luck, am Listen RanrLcL^em dringenden Verdacht der Untreue in

1 Muifcn ^ dle er als Konkursverwalter in einer Anzab^ " vcgangen haben soll, verhaftet worden. ^

Rücktritt der französischen Regierung.

Pomcares Kabinett demissioniert.

Der Staatspräsident nimmt den Rücktritt an.

Ministerpräsident Poincars richtete ein Schreiben an den Staatspräsidenten Doumergue, in dem er den Gesamtrücktritt des Kabinetts erklärt. Das Schreiben hat solgcnden Wortlaur:Ich habe soeben von meinen Kol­legen Herriot, Queuille, Perrier und Sarraut das bei- gefügte Rücktrittsschreiben erhalten. In der Absicht, eine Zusammenarbeit zu erhalten, die ich für das öffentliche Wohl für nützlich hielt, habe ich seit langem gesagt, daß, wenn irgendeines der Kabinettsmitglieder zurücktreten sollte, ich mich gezwungen sehen würde, unsere Gesamt­demission zu geben. Ich habe daher die Ehre, sie Ihnen zu überreichen." Staatspräsident Doumergue hat die Demission angenommen. Unmittelbar vorauf ging der Gesamidemission ein Besuch der radikal-sozialistischen Minister Herriot, Sarraut, Perrier und Queuille bei dem Ministerpräsidenten, bei dem sie Poincarè ihr Rücktritts- gesuch überreichten.

Sie hatten bereits an dem morgens unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik in Elysse stattgefundenen

Die amerikanischen Präsident­schaftswahlen.

Hoover gewählt.

wtb. Newyork, 6. Nov. (11 Uhr nachts.) Eine ameri­kanische Zeitung bezeichnet in einer Sonderausgabe Hoover als gewählt. Nach der Bezeichnung des Blattes erhielt Hoover 340 Wahlmännerstimmen.

Auch der demokratischeWorld" gibt den Sieg Hoovers zu.

Smith beglückwünscht Hoover.

wtb. Newyork, 7. November. Gouverneur Smith, der die Wahlresultate der Demokraten entgegennahm, um sich zunächst dazu zu äußern, sandte um Mitternacht, als sich das Ergebnis der Wahlen überblicken ließ, folgendes Te­legramm an Hoover:

Ich beglückwünsche Sie herzlich zu Ihrem Sieg und bitte Sie, meine besten und aufrichtigsten Wünsche für Ihr körperliches und seelisches Wohlergehen und für den Erfolg Ihrer Regierung entgegenzunehmen."

Grey gegen Englands Irrweg.

Dasunglückliche" Abkommen mit Frankreich.

Lord Grey bezeichnete in einer Rede das englisch- französische Marineabkommen als ein merkwürdiges und sehr unglückliches Kompromiß. Man kann das Kom­promiß als einen Fehler insofern betrachten, als cs in Deutschland und Italien den Eindruck hervorgerufen hat, daß wir mit Frankreich eine neue politische Entente ge­schlossen haben. Die Wirkung auf die Vereinigten Staaten ist am verhängnisvollsten gewesen; sie hat dort zur Folge gehabt, daß alle weiteren Erörterungen über die Marinevereinbarungen vorläufig aufgeschoben worden sind und daß man dort an neue Seerüstungen denkt. Kann man sich etwas Einfältigeres ich brauche das Wort im schlimmstmöglichen Sinne vorstellen, als einen Entwurf aufzustellcn, von dem man wußte, daß er für die Vereinigten Staaten unannehmbar ist? Das Ab-- kommen hat sich als ein falscher Start erwiesen. Die Regierung sollte erklären, daß cs zu Ende ist, und zwar nicht nur die M a r i n e v e r c i n b a r u n g, sondern auch der m i l i t ä r i s ch e T e i l.

Ministerrat nicht mehr teilgenommen. Die Arbeiten zur Neubildung des Kabinetts sind sofort begonnen worden.

Die Ursachen der Krisis.

In Paris herrscht natürlich ungeheure Aufregung und auch in allen politischen Kreisen des Auslandes mutz die plötzliche Krisis in Frankreich die angestrengteste Aufmerksamkeit auf sich lenken. P 0 i n c a r é hatte bereits in den letzten Tagen erklärt, daß er sein an­gefochtenes Finanzprogramm unter Umständen mit der Drohung des Rücktritts bei etwaigen Abänderungsver­suchen durch die Kammer verteidigen werde. Aber den eigentlichen Ausschlag für die jetzige Entwicklung gab doch der Parteitag der Radikalsozialisten in An­gers. Unter Führung des vielgenannten Caillaux unternahm der linke Flügel der Radikalen bei Schluß des Kongresses noch einmal einen Vorstoß gegen das Kabinett Poincarè, das sich als ein Ministerium der nationalen Einigung bezeichnete. Der Vorstoß gelang und es wurde eine Resolution angenommen, in der bei Kongreß dem von dem linken Flügel propagierten Mindestprogramm zustimmte, dessen Durchführung mit Der Aufrechterhal­tung des jetzigen Kabinetts nicht zu vereinbaren sei. Man glaubte schon, daß nunmehr das Schicksal des Ministe­riums entschieden sei. Aber dem geschickten Eingreifen einiger mehr gemäßigter Führer gelang es nochmals, eine mildere Fassung an die Stelle bet erstangenommenen zu rücken. Immerhin blieb auch hier erhalten die Forde­rung nach Wiederannäherung der Völker, internationaler Eintracht und die endgültige

Beseitigung aller Folgen des schrecklichen Krieges.

Achtung vor dem Gewerkschaftsrecht, Ausbreitung der Kollektivarbeitsverträge, obligatorische Schiedsgerichts­barkeit, Teilnahme der Arbeiter und Angestellten an den Unternehmungen, gerechtere Form der Besteuerung (was sich besonders gegen Poincarè richtet) usw. werden ver­langt. Schließlich wird ausgedrückl, daß der Kongreß die Erfüllung dieser Forderungen von dem bisherigen Kabinett der nationalen Einigung nicht erwarten könne. Damit war für die radikalsozialen Minister auch keine Möglichkeit mehr, bei Poincarè zu verbleiben; sie traten i zurück und führten so den Gesamtsturz des Kabinetts : herbei.

Ob es Poincarè nochmals gelingen wird, mit einer anderen Konstellation an seinem Platze zu verbleiben und auch in der Kammer demnächst eine Mehrheit an seine Person zu fesseln, muß vorläufig dahingestellt bleiben.

polLiische Rundschau.

Deuffches Reich.

Zuchthausstrafe soll bleiben.

Der Sirafrechtsausschuß des Reichstages setzte seine Beratungen bei dem Abschnitt Strafen fort. Die Aus­sprache beschäftigte sich mit dem § 34, der als Freiheits­strafe Zuchthaus, Gefängnis und Einschließung be­zeichnet. Es handelte sich hier vor allem um die Anträge der Sozialdemokraten und Kommunisten, die Zuchthaus­strafe abzuschaffen und eine Einheilsfreiheitsstrafe an ihre Stelle zu setzen. Die Anträge wurden gegen 10 Stimmen abgelehnt, und es bleibt bei der Vorlage. Abgelehnt wurden auch kommunistische Anttäge, die lebenslängliche Zuchthausstrafe zu beseitigen.

Reparationslast und Landwirtschaft.

In einer Besprechung zu Stuttgart wies Reichs­ernährungsminister Dr. Dietrich auf den Umstand hin, wie schwer auch die Landwirtschaft durch die Lasten der deutschen Reparationszahlungen getroffen werde. Die Aufstellung des Etats für 1929 bereite insofern große Schwierigkeiten, als für den kommenden Etat weder Reserven vorhanden noch, wie bisher, Münzgewinne zu erwarten seien. Außerdem wirke sich die Leistung der Reparationslast von 2500 Millionen Mark zum ersten Male im nächsten Etat voll aus. So seien schon von vornherein insgesamt 600 Millionen Mark im neuen Etat weniger vorhanden als 1928. Wenn die Landwirt­schaft auch nicht direkt mit Reparationen belastet sei, so wie z. B. die Industrie, so wirke sich diese Belastung indirekt durch die hohen Reichsbahntarife und Steuer­lasten aus. Vor allem aber sei der Einfluß der Re­parationen auf den Kapitalmarkt für die Landwirtschaft urehr als für alle anderen Berufsstände verhängnisvoll. Wenn Deutschland nicht in erheblichem Umfange von den Reparationslasten befreit werde, dann werde sich der Kampf um die Erhaltung der Landwirtschaft äußerst schwierig gestalten.

Deutschnationale Arbeiterkundgebung in Berlin.

Bei einer Berliner dcutschnationalen Arbeiterknnd- aebung sprachen u. a. der ncuaewäblte Vorsitzende der Dcutschnationalen Volkspartei, Dr. Hugenberg, der frühere Vorsitzende Graf W e st a r p , ReichsinlNister a. D. K o ch sowie die preußischen Landtaasabaeordneten von Winterfeld und Mever-Hermsdorf, Dr. Hugenberg kam auf die augenblicklichen Lobnkömpfe im Westen w sprechen und meinte, cs sei wieder ein Kampf um die zu kurze des Wirtschaftsertrages im heutigen Deutschland. ^n diesem Falle sei cs ein Streit, der in erster Linie durch ein besonderes Ungeschick der Regierung verschuldet sei. Graf Westarp bezeichnete die letzten zehn Jahre als eine me