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M-aer Anzeiger
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Fulda, Donnerstag, 8. November
5. Jahrgang
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5 wer der Aachfolger Coolidges
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Niederlage des Demokraten Smith.
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Mit einem gewaltigen Siege des republikanischen Wdidatcn Hoover über den Gegenanwârter Smith ibc» die Wahlen zur neuen Präsidentschaft in den Ber- hinten Staaten geendigt. Hoover ist nach dem vor- Ucn Ergebnis mit insgesamt 413 Wahlmänner. innneu zum Präsidenten der Bereinigten Staaten ge- All. Es ist der größte Wahlerfolg, der jemals von mein Präsidentschaftskandidaten in den Vereinigten Mten errungen worden ist. Auf seinen demokratischen jtmt entfielen nur insgesamt 94 Wahlmännerstimmen, jooöer wird sein neues Amt am 4. März 1929, dem Tage, j dem Coolidges Präsidentschaft endet, antreten. Auf jtunb des Wahlsieges der Republikaner wird Senator jßâ rI c s C u r 1 i s Vizepräsident werden. Doch rechnet Bn mit der Wahl des Demokraten Franklin Roose- !kli<Neffe des verstorbenen Präsidenten) zum Gouver- »ur des Staates Newnork.
Merkwürdig bleibt es, daß m einem industriell so hochentwickelten Lande, wie die Vereinigten Staaten es ja sind, die Millionen der Arbeiterschaft politisch gar keinen Einfluß ausüben; selbst im Repräsentantenhaus sitzt nur ein einziger Vertreter, der sich als Sozialist bezeichne». Noch viel merkwürdiger ist es — vom europäischen Standpunkt aus gesehen —, daß die Masse der Arbeiter ganz zweifellos für den republikanischen Kandidaten gestimmt hat, einfach aus dem Grunde, weil der amerikanische Ar», beiter, soweit er nicht eingewandert ist, die scharfe Hoch- schutzzollpolitik der Republikaner ebenso unterstützt, wie er es durchaus billigt, daß die Nachkriegspräsi- denteu. die alle der Republikanischen Partei anaehörten,
Hilfsaktion in Mittel- und Osteuropa eine bewundernswerte Beherrschung aller ihm zur Verfügung stehenden Kräfte gezeigt. Man weiß, daß ihm nach dem Kriege das Handelsdepartement der Ver. Staaten unterstellt wurde, und daß er aus diesem Staatsamte freiwillig ausschied, als ihn der republikanische Nationalkonvent zum Präsidentschaftskandidaten erkor.
Als Persönlichkeit beinahe noch interessanter als Hoover ist der zum Vizepräsidenten gewählte Curtis. Er hat Jndianerblut in den Adern und soll einmal Cowboy mit einem richtigen Lasso gewesen sein. Man e> zählt, daß die Rothäute — viel sind es ja nicht mehr —♦ mit großer Begeisterung für den ehemaligen Artgenosse», an die Wahlurne gegangen seien.
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die Ei n w a n d e r u n g s g e s e tz g e v u n g ganz außerordentlich verschärften. Man fürchtet in den Arbeiterkreisen des teilweise übervölkerten Landes. in dem bereits
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Oie Regierungskrisis in Frankreich.
Wer soll Poincarè ersetzen?
Der Präsident der Französischen Republik» Doumergue, hält andauernd Besprechungen mit den Vertretern des Senats und der Kammer ab. Ein Teil der Berater soll die Anschauung vertreten, daß Poincarè das Ber- Irauen der Kammer keineswegs verloren hätte und daß sie daher dem Präsidenten vorschlagen würden, Poincarâ erneut mit der Bildung des Kabinetts zu betrauen.
Ob diese Andeutungen Wahrheit in sich bergen, läßt sich nicht genau übersehen. Jedenfalls erschein; die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß Poincarö abermals Poincarös Nachfolger werden könnte Ebenso wird aber auch die Wahrscheinlichkeit vertreten, daß Herriot, der Führer der Radikalsozialen, die den Kabinettssturz herbeigeführt haben, die Regierungsbildung übernehmen würde, oder auch der Außenminister Briand Erschwert wird die Neuberufung verantwortlicher Männer diesmal durch die gänzlich ausgeschaltet gebliebene Kammer, die in anderen Fällen entscheidend wirkt. Die Kammer ist gerade am Tage des Ausbruchs der Krise zusammen« getreten, beschäftigte sich im wesentlichen nur mit den an die Wahl der elsässischen Auionomisten R i ck l i n und R 0 s s é anknüpfenden Fragen. Der Präsident der Republik hat das zurückgetretene Kabinett einstweilen mit der Führung der laufenden Geschäfte beauftragt.
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eine starke Arbeitslosigkeit herrscht, die Lohnkonkurrenz des aus Europa einwandernden Jndustrieproletariats. Man denkt auch nicht daran, wegen irgendwelcher internationaler Weltwirtschaftstendenzen auf den Schutz zu ver- amerikanische Zollpolitik der Industrie
K^'erungserllärung im Preuß. Landtag.
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I Wer 467 Wahlmännerstimmen für Hoover.
- Aewyork. Nach den letzten Meldungen ist anzunehmen, (Spooner über 467 Wahlmännerstimmen auf sich vereinigen Die einzigen Staaten, die anscheinend Smith verbleiben Alabama, Arkansas, Georgia, Louisiana, Maffa- RA Mississippi und Süd-Karolina mit insgesamt 64 • n Die Demokraten haben mindestens zwei
Senat und zehn im Repräsentantenhaus verloren.
Die Wahlen zum Nepräsentantenhaus,
'- gleichzeitig vor sich gingen, haben den Republikanern einen großen Erfolg gebracht. Es werden etwa u Republikaner und nur 165 Demokraten in dem neuen ' lament vertreten sein. Dazu kommen zwei Farmer- ; ein Arbeitervertreter. Im ganzen sind sieben Frauen-
^ein Arbeitervertreter. Im ganzen .
Stowte gewählt worden, also vier Frauen mehr, als °" alten Kammer Sitz und Stimme hatten.
Oer neue Senat
'kd voraussichtlich zählen: 55 Republikaner (früher 48), p^mten (früher 47) und 1 Farmer- und Arbeiter- ' mer. Das bedeutet, daß die Demokraten mindestens . renatssitze verloren haben. Die Republikaner ver- Äh^ ^ Senar zahlenmäßig über die absolute
Washington darf nicht wählen.
der über eine halbe Million Einwohner zählenden Washington durfte nicht gewählt ieAK Die oft abgelehnte Novelle zur Aufhebung dieser uw der Notwendigkeit, in dem politischen Zen» Vereinigten Staaten Ruhe und Ordnung auf- begründeten Maßnahme soll auch im , n Kongreß wieder eingebracht werden. Washington ^ Tage der Wahl wie tot da und man veran- Mo JA ”nc Art Trauerfeier mit der Bezeichnung p der Erniedrigung".
Hoovers Wahlerfolg.
k AA'^ alles beim alten — das ist das Ergebnis H°h„.^g°nges in den Vereinigten Staaten, in dem die ^i rlnh""" für die spätere Präsidentenwahl gekürt wor- N AvAA1 ist mit einer überraschend großen Mehr- worden. z
Wtflmhf,überhaupt innenpolitische Streitfragen im Nöiili^ traten und nicht der Kampf der beiden j^ebniä ^ien dabei im Vordergrund stand, bedeutet das iS^eri JiA^ "ne unzweideutig klare Billigung der
bedeutet das
^herin».?," Wahl eine unzweideutig klare Billigung der ^nsj politischen Arbeit, die von der Republikanischen ’^Se AAet worden ist. Dabei mag nicht zuletzt die Men, m: Ay 0 hibiti 0 n eine erhebliche Rolle gespielt Wen ib^âuen als Anhängerinnen der Trockenlegung >n Zn Emfluß in die Wagschale geworfen und Ar über Arm demokratischen Kandidaten Alfred Smith ESa d-Z cn^er auf seinem Programm auch eine Milde-
zichten, den die gewährt.
Und daran ebenso festhalten
(18 Sitzung.)
tt. Berlin, 7 November.
Die OebaLie über die Aussperrung
wird der künftige Präsident Hoover wie sein Vorgänger Coolidge. Feft- auch daran, wenigstens offiziell den
halten wird er Staaten Europas die Regelung der Reparationsprobleme zu überlassen. Amerika ist mit dieser Politik der Zurückhaltung unzwrifelhaft sehr gut gefahren. Daß Hoover ebensowenig wie Coolidge vorläufig daran denkt, den Schuldnern der Vereinigten Staaten, nämlich vor allem England. Frankreich und Italien, bei der Bezahlung der interalliierten Schulden entgegenzukommen, versteht sich bei der engen Zusammenarbeit, die zwischen dem Präsidenten von heute und jenem von morgen bestanden hat, ganz von selbst.
Zweifellos hat der monatelange Kampf um den Präsidentensitz auf die weitere Entwicklung des europäischen Reparationsproblems hemmend gewirkt, an der doch indirekt, aber nicht minder bedeutungsvoll auch die Vereinigten Staaten Mitarbeiten. Unter dem neuen Präsidenten dürfte dieses Problem nun wohl endlich schärfer angepackt werden, und Parker Gilbert, der selbst auch Republikaner ist. hat inzwischen dafür gesorgt, daß die durch das französisch-englische Flottenabkommen gerissenen Fäden wieder zusammengeknüpft wurden. Möglicherweise bringt auch Hoover, der ja während des Krieges und in der Nachkriegszeit als sozusagen interna t i 0 n a l e r E r n ä h r u u g s k 0 m m i s s a r viel mit Europa zu tun gehabt hat, der weiteren Entwicklung der Reparationszahlungen noch ein besonderes Interesse
tn der westdeutschen Eisenindustrie wird fortgesetzt und im Namen der Staatsregierung gibt Staatssekretär Dr. Weisman n folgende Erklärung ab:
Die Schlichtung von Arbeitsstreitigkelten gehört materiell Zur Zuständigkeit des Reiches, eine unmittelbare Einwirkung der Länder ist nicht gegeben. Die Slaatsregievung ist daher nicht in der Lage, zu den Anträgen selbst Stellung zu nehmen. Sie bedauert aber, daß die Arbeitgeberseite trotz der Verbind- lichkeitserklärung des Schiedsspruchs und ohne die gerichtliche Klarstellung der von ihr aufgeworfenen Rechtsfrage abzuwarten, die Aussperrung durchgeführt und damit das deutsche Wirtschaftsleben einer ernsten Erschütterung ausgesetzt hat. Die Staatsregierung hat sich mit der Reichsregierung in Verbindung gesetzt, um alle zur Entspannung der Lage geeigneten Schritte zu unterstützen.
Abg. Hartmann (Dem.) erklärt. daß das Vorgehen der Arbeitgeber sich in keiner Weise rechtfertigen ließe Der Redner untersucht die von den Arbeitgebern angegebenen Zahlen und kommt zu dem Schluß, daß die Lage der Unternehmer keineswegs so traurig sei, daß sie die Arbeitnehmerforderungen keinessalls hätten erfüllen können. Die Arbeitnehmer hätten " ' ~ * . ' ' * ' ' ' den
g ab:
Arbeitsstreitigkeiten gehört materiell
hr< und damit das deutsche schiittcrung ausgesetzt hat.
weites Enigegenkommen gezeigt und im Gegensatz zu t Arbeitgebern den Schiedsspruch angenommen. Die Rech gültigkeit der Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches könne kaum bestritten werden.
Aba Dr Leidig (T. Vp.) betont, daß seine Fraktion zu dem Wirtschaftskamps nicht vom Standpunkt irgendeiner Partei aus Stellung nehmen wolle Eine solche Parteinahme liege vor. wenn von den Vorrednern der ganze Kampf als ein vom Zaun gebrochener Angriff der Arbeitgeber auf die Staats- antorität hingestellt wird Wir müssen vielmehr möglichst
ns-
entgegen.
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Oer neue Präsident.
Als Sohn einer Quäkerfamilie wurde Herbert Hoover, der neugewählte Präsident der Ver. Staaten, im August 1874 in einem Dorfe des Staates Iowa geboren. Sein Vater war der Dorfschmied, seine Mutter eine redegewandte Frau, die in den Quäkerversammlungen oft das Wort ergriff. Auf ihren Sohn hat sie diese Redekunst nicht vererbt. Herbert Hoover ist, was selbst seine Freunde zngeben müssen, kein Meister des Wortes, und in der Polemik versagt er ganz. Nachdem er einen Teil seiner mühevollen Jugend auf einem Bauerngut in Oregon verbracht und dann, wie das in Amerika üblich ist, dies und das angefangen hatte, um sich auf eigene Füße zu stellen, zog er im Frühsommer 1891 nach Talo Alto in Kalifornien, um an der kurz vorher eröffneten Leland- Stanford-Universität zu studieren. Er wandte sich dem Studium der Bergindustrie zu und verliebte sich während dieser Studien in eine Studentin, die schöne und wohlhabende Lou Henry, die ebenfalls Geologie studierte, und die später, als er seine ersten beruflichen Erfolge erzielt hatte, seine Gattin wurde. Seine Jngenieurlausbahn begann dann in einem halbwilden Grubenbezirk von Neu- Mexiko. Später finden wir ihn in Australien und schließlich als Direktor einer neuen Grubengesellschaft in China, wo er mitten in den Boxeraufstand hineingeriet, überallhin begleitete ihn seine junge Frau. Hoovers weitere Laufbahn spielte sich sozusagen im Lichte der europäischen Öffentlichkeit ab. Er wandte sich der Politik zu und hat im Weltkriege als Lebensmitteldittator in Amerika und
schnell durch gegenseitige Verständigung kamps herauskommcn Wenn dies nicht ......
wir damit rechnen, daß mehr als eine Million Leute in die
bald geschieht, können
Katastrophe hineingezogen werden. Den Schlichtungsgedanken erkennen wir als gut an; aber im einzelnen ist die Einrichtung durchaus verbesserungsbedürftig Der Standpunkt des Staats- Ministeriums, daß die ganze Angelegenheit die preußische Smarsregierung nichts angehe, kann nicht gebilligt werden. Abg Hestermann tWirtschaflspartet) erklärt, das Bestreben des Großkapitals nach immer größeren Mo.opolbildungen werde stark gefördert durch die Politik der Gewerkschaften, die, ohne genügend Rücksicht auf dte Wirtschaftlichkeit der Unternehmungen, schematische Forderungen stellten Das schematisch gehandhabte Schlichtungswesen bedürfe einer dringenden Reform, die es mit den Gesetzen der Wirtschaft in Einklang bringt.
Abg. Pohl (Dl. Frakt.) wendet sich gegen den Anspruch der Trusts und Syndikate, das deutsche Wirtschaftsleben zu be- herrschen. Im Reichstag, nicht hier, müßten die Dinge grundsätzlich geregelt werden. In den Kreisen der Arbeitgeber habe man bisher mit verdeckten Karten gespielt. Ihr Verhalten
rieche nach Diktat
Aus kommunistischen Antrag hin wird beschlossen, den Hanvels- und den Wohlfahrtsminister Herbeizurusen.
Abg. Kaufmann <Nat-Soz.) stimmt dem kommunistischen Antrag zu bis aus den Absatz, die Reichsregierung zur Ver- saaung einer Eisenpretserhobnng aufzufordern. Das wartige System der Gewerkschaften wirke sich nur zum
gegen-
SÄ'ven der Arbeitnehmer atis
Abg Hansmann iSoz.) billigt die Forderungen der Freren Gewerkschaften und fordert Zurücknahme der Aussperrung solange der für verbindlich erklärte Schiedsspruch zu Recht bestehe. Der ungeheure Lohnausfall der Arbeiter gehe den Geschäftsleuten und der Steuerkasie verloren Der Reichsinnenminister müsse sofort eingreifen und die Streitigkeiten beenden.
Nach weiterer kurzer Beratung werden sämtliche Anträge