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Zul-aer /lnZeiger

^mi^B^ âferungsbehmöerungen durch Tagebla« für Rhön und Vogelsberg gSsSE- und y-ua-.°l. ZulSaer kreiabla« MkeS des Vereins deutscher Zeitungover. Redaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 Zernfprech-Rnsthluß Nr. 989 leger. Postscheckkonto: Frankfurt a. Hl. Nr. 16009 Nachüruck èw mit * versehenen Artikel nur mit <ltzi«llrna«sabe .ZulSaer ftnzetg»r"g,ftaa«t.

Fulva, Samstag, 10. November

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5. Jahrgang

Die Lava kommt!

0er Ausbruch des Aetna.

Ichreckensweg des Feuerstroms.

Schrecken des A u s b ru ch s e i n e s V u l k a u s allen wohl aus dem weltbekannten RomanDie U'"^e von Pompeji" bekannt. Was uns dort als Etfnfie eineë Dichtergehirns erscheint, ist jetzt wieder urchtbare Wirklichkeit geworden. Auf Sizilien

scr Ä t n a seine feurigen Schlünde geöffnet und speit W »iniaen Tagen seine verderbenbringender! feurigen »Massen aus. Bereits hat der Lavastrom in weitem

Dörfer, Felder und Wälder verwüstet.

den letzten Meldungen dringt die Lava mit unver- Eerter Stärke um etwa 3 Kilometer von M a s c a l i »Osten und Südosten gegen das Meer vor. Man ver- M â Hindernisse aus dem Wege zu räumen, die ein Em Abschwenken möglich machen könnten. Durch »I seitlichen Arm des Lavastromes ist auch Giarre »»Ist Es ist anzunehmen, daß der Ausbruch des Ätna EmI wie in den Jahren 1910, 1911 und 1923 Ere r e 28 0 cf) c n andauern wird. Der Ausbruch des

hat

bereits Menschenleben gefordert.

Eber Gegend von Mascali wurde eine ganze Familie Wider Lava überrascht und konnte sich nicht mehr recht- Witz retten. Ein altes Ehepaar, dessen Haus von der Wm bedroht wurde, suchte Rettung aus dem Dache. Die Mmg war aber nicht mehr möglich, da das Haus rasch Wder Lava umflossen wurde und in dem glühenden Wäom zusammenbrach. Biele Häuser wurden in der W vom Lavastrom erreicht, doch konnten sich die Be- Mim noch rechtzeitig retten. In dem vom Ausbruch E Ana heimgesuchten Gebietet! spielten sich

erschütternde Szenen

E Riesenhafte Bäume wurden von der glühenden Masse Wie Streichhölzer geknickt und flammten feurig auf. Puter und Kirchen wurden wie Spielzeug umgorissen ünb sanken in sich zusammen. Vor dem sich langsam, aber lit unheimlicher Sicherheit fortbewegenden glühenden Jrei hatten sich Prozessionen der gefährdeten Be- merung ausgestellt, die durch Gebete und fromme Ge- äuge das Verderben zum Stillstand bringen wollten. Wie Ad stürzen die Haustiere in den sich immer mehr und

Ueberall Lohnkämpfe.

Zuspitzung im Eisenkonflikt

iro

Der Ernst der Lage.

Aus Anlaß des Ernstes der gegenwärtigen Wirtschaft­en Lage und der Aussperrung der Metallarbeiter wer« F sich die Mitglieder der Düsseldorfer städtischen Ver- Mung in den nächsten Wochen von allen ö ff ent- Mn und nach Mögüchke.t auch von privaten üchkeitenfernhalten. Nach vorsichtigen Schätzun- ?durften sich die Mittel der Stadt Düsseldorf Rie Unterstützung der ausgesperrten Metallarbeiter P

auf 650 000700 000 Mark stellen. 34 000 Arbeiter N. ch Düsseldorf ausgesporrt. Mit Einschluß ihrer Fa- «nangehörigen dürfte sich die Zahl der durch die Aus- ^Mg in Mitleidenschaft gezogenen auf rund 80 000

Personen stellen.

^n Essen fand im Städtischen Saalbau eine von Kommunistischen Partei einberufene große Versamm« ü der Ausgesperrten statt, bei der Reichstagsabgeordne- rhalmann zur Lage sprach. Im Anschluß daran zog 'M langer Demonstrationszug unter Vor« Mi von Musik und unter Absinaen der Internationale

£ ^ünann zur Lage sprach. Ji

mJu Ian9er Demonstratio«»?,"»>- I, " von Musik und unter Absingen der Internationale , ° ler Ordnung durch die Straßen der Stadt nach dem feschen Viertel.

L^ auf den 27. November nach Essen einberufene L Ltversammlun g der nordwestlichen Gruppe h^einë deutscher Eisen- und Stahl- ^VZeller ist mit Rücksicht auf die noch ungeklärte te Ä Lohnstreitigkeiten im Gebiet bis auf weiteres seicht worden.

1 Neue Lohnkämpfe und Kündigungen.

Arbeitgeberverband der Bielefelder M e- W.»Mstrie hat die Lohnforderungen der Gewerk- stzl^v abstelehnt. Da die Gewerkschaften mit dem Vor- Ukr Arbeitgeber auf Beibehaltung der bestehenden K* 'uwt einverstanden sind, soll auch für die Brele- ÄMitn Eattindustrie die Entscheidung des staatlichen 'Nh ,?^ angerufen werden. Auch für dre ^k 82"Er in der T c r t i l i u d u st r i e haben dre Ge- ^eilt geford^^E^e Lohnerhöhungen bis zu zwanzig ^r Aussperrung in der Arbeitgebergruppe Msj2,«nd wegen des voraussichtlichen Stockens der :bcr 5 «tuln hat sich der Eschweiler B e rgw e r k s- ^i^,.' gezwungen gesehen, für seine Hüttenabteilung ^Benn^uug zum 1. Dezeniber 1928 zu beantragen, ^etff erklärt hierzu, daß es sich nur um eine Rbe Â^ handele, die zurückgezogen werden , ^'L°ld der Rohstoffbezua wieder gesichert sei. Ceiü Rheinschiffahrt ist es als Folge des in der nordwestlichen Gruppe bereits zu N Mugen von Sch iff sp ers 0 n al getont- ^ 4 Rücksicht auf die nachlasienden Errankunfte nn

mehr nähernden Feuerstrom hinein. Vögel senkten sich in ganzen Schwärmen auf die Lavaflut nieder und wurden 'ton ihr verbrannt. Viele Bauern, die sich nicht von ihrem Hab und Gut trennen wollten, mußten mit Gewalt aus der gefährlichen Zone entfernt werden. Unübersehbarer Sachschaden ist entstanden, und das Verderben schreitet immer noch unaufhaltsam weiter,

Dortmunder Bezirk und die geringen Eisenverschifsungen plant der Hafenbetriebsverein Dortmund größere Entlassungen von Hafen- und Transport­arbeitern.

Zur Unterstützung der ausgesperrten Arbeiter.

Der sozialdemokratische Parteivorstand im Reichstag hat einenInttiativgesebeutwurf zur Unterstützung der zu Unrecht ausgesperrten Arbeitnehmer" eingebracht. Der Entwurf bestimmt:Arbeitslose, deren Arbettslosigkert durch eine inländische Aussperrung verursacht ist, dre zur Abänderung oder Beseitigung eines freiwillig geimlosie- uen Tarifvertrages oder eines für verbindlub erklären Schiedsspruches vorgenommen wird, erhalten eine Unterstützung, ohne Rücksicht auf ihre Anwartschaft Em für verbindlich erklärter Schiedsspruch gilt als rechts- wirksam im Sinne dieses Gesetzentwurfes olme Rück­sicht auf die schwebenden Rechtsstreitigkeiten. Dre dazu erforderlichen Mittel sollen der Reichsanstalt für Arbetts- losenverstcherung vom Reich zur Verfügung gestellt wer­den ^ie Arbeitgeber, die in solchen Fällen an der Aus­sperrung beteiligt sind, werden zum Ersatz der auf- gewandten Mittel verpflichtet." Das beantragte Gesetz soll rückwirkende Kraft vom 15. Oktober 1928 ab erhalten.

iGraue Not droht!"

Wenn durch einen Wirtschaftskampf wie den gegen­wärtigen in der Eisenindustrie für Hundertjausende von Familien graue Not droht, die Grundlagen deut­scher Wirtschaft erschüttert und die innere Befriedung unseres Volkes auf das schwerste gefährdet wird, kann eine Kirche, will sie wirklich ihre religiös-sittliche Aufgabe gegenwartsnahe erfüllen, nicht schweigen. Darum haben sich die evangelischen Kirchen Rheinlands und Westfalens in einem Schreiben an die Reichs­regierung gewandt und deren Einschreiten in dem Eisen- konflikt als ein Gebot der Stunde gefordert. Die evange­lische Kirche des betroffenen Gebietes regt au, daß wirt­schaftlich erfahrene, das Vertrauen beider Parteien be­sitzende Persönlichkeiten neueVerhandlungen ver­suchen.

Klage der Mtaüarbeitergewei Mafien.

Essen-Ruhr. Die Metallarbeitcrgcwcrkfchaften haben beim Arbeitsgericht in Duisburg folgenden Klageantrag ein- gereicht: 1. in Erfüllung der tarifvertraglichen Friedenspflicht die Aussperrungsanweitung zurückzuziehen, 2. zu unterlassen, die im Kampf befindlichen Werke durch direkte oder indirekte Maßnahmen finanzieller, ideeller oder sonstiger Art zu unter­stützen, 3. die herausgegebeucn namentlichen Listen der aus­gesperrten Arbeitnehmer zurückzuziehen und die weitere Aus habe dreser oder neuer Li>tcn zu unterlassen, 4. die Mitglieder mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln anzuhalten, die betreffenden Kampfmaßnahmen rückgängig zu machen und neue tu unterlassen, sowie 5. an die Kläger Schadenersatz zu zahle«.

Kleine Zeitung für eilige Leser

Reichsaußenminister Dr. Stresemann veröffentlicht einen Artikel, in dem er den Wiederaufstieg Deutschlands unter der heutigen Staatsform von ruhiger und sachlicher Arbeit aller. Parteien erhofft.

* Die von der Länderkonferenz eingesetzten Unterausschüsse für die Reform der Reichsverfassung sind vom Reichsinnen­minister nach Berlin einberufen worden, um das vorläufige Arbeitsprogramm fertigzustellen

* Die Französische Kammer hat einen Beschluß gefaßt nach dem den elsässischen Abgeordneten Ricklin und Roff^ vaS aktive und passive Wahlrecht entzogen wird. Dieser Beschlutz hat im Elsaß äußerste Entrüstung hervorgerufen.

* Der Lavaausbruch deS Ätna nimmt immer weiter seinen verderblichen Lauf und zerstört Dörfer, Felder und Wälder 4000 Flüchtlinge haben das gefährdete Gebiet verlassen.

Siresewann zu Deuischlands Wiederaufstieg.

Sachliche, bewußte Arbeit.

In einem Leipziger Blatt veröffentlicht der Reichs­außenminister Dr. Stresemann eine Bettachlung zu dem jetzt wiedergekehrten Tage der politischen Umwälzung in Deutschland. Der Minister schreibt u. a.:

Man zitiert in diesen Tagen viel ein Wort Bis­marcks, der davon sprach, daß Deutschland nach einem unglücklichen Kriege wieder groß werden könnte, dann aber allerdings nur auf dem Boden der Republik. Wir können heute nur davon sprechen, daß die Entwicklung eine vorwärtsstrebende war, dürfen sagen, daß die Zeit von 1918 bis 1923 wie ein wüster Traum hinter uns liegt Wir müssen mit längeren Zeiten rechnen, wenn wir die Auswirkung der neuen Zeit sehen wollen. Der große Kanzler des alten Reiches hatte eine beinahe visionäre Siri, in die Zukunft zu sehen. Hoffen wir, daß auch daS Wort von der Größe, zu der das republikanische Deutsch­land nach dem verlorenen Kriege kommen würde, sich be­wahrheiten möge. Seien wir uns aber klar darüber, daß weder träumende Resignation noch überschäumende Kraft der Worte da, wo tatsächliche Kräfte fehlens uns dahin bringen werden, sondern nur die sachliche, bewußte Arbeft eines ganzen Geschlechts."

Die Reform der Reichsverfassung.

Wetterführung der Länderkonferenzbeschlüsse.

Am 24. Oktober hat die in Berlin versammelt« Länderkon ferenz die Einsetzung zweier Unteraus­schüsse beschlossen. Diese Unterausschüsse sind zur Fest­setzung des nächsten Arbeitsprogramms durch den Reichsminister des Innern nach Berlin einberufen worden.

Dem ersten Unterausschuß für die Frage der terri­torialen Umgliederung deS Reichs gehören an die Reichsminister Dr Curtius, Koch-Weser, von Guèrard, Prost Dr. Triepel, Staatssekretär z. D. Dr Busch, Ministenaldirekwr Dr. Brecht, Ministerpräsident Dr Held, Staatspräsident Dr. Bolz, Staats- und Ministerpräsident Dr. Adelung, Bürger­meister Dr. Petersen, Ministerpräsident Deist. Dem zweiten Unterausschuß für die Abgrenzung der Zuständigkeiten zwischen Reich und Ländern und die Frage einer Auf- tragSverwaltung neben der landeseigenen Verwaltung ge­hören an die Reichsminister Dr. Hilferding, Koch-Weser, Schätzel, Prof. Dr. Anschütz, Dr Brüning IM d. R >, Ministe- rialdirektor Dr. Brecht, die Ministerpräsidenten Dr. Held, Heldt, Schröder, Staatspräsident Dr. Remmele und Staats­minister Dr. Paulssen.

In beiden Unterausschüssen führt Reichsminister Severing den Vorsitz und ist Reichssparkommiffar Staatsminister a. D. S ä m i s ch Generalsachverständiger.

Eine Frage an Polen.

Die Grenzmark Posen-Westpreußen.

Der preußische Finanzminister Dr. Höpker- Aschoff nahm die Einweihung des neuen Regierungs­gebäudes der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen in Schneidemühl zum Anlaß, um, nachdem er die Grüße des in diesem Gebietsteile geborenen Reichspräsidenten von Hindenburg sowie die der Reichs- und der preußischen Staalsregierung überbracht hatte, an Polen die Frage zu richten, ob die Deutschen, die in den abge- fretenen Gebieten zurückgeblieben sind und denen er seine Grüße entbietet, denselben Rechtsschutz, dieselbe Sicherheit und Freiheit genießen, die die Angehörigen der polnischen Nation einst unter der deutschen Herrschaft genossen haben.

Der Minister fügte hinzu: Wir wollen mit den Polen in Frieden leben und Handel und Wandel mit ihnen treiben. Aber solche Beziehungen unter den Völkern sind nur möglich, wenn das nationale Recht und die verbrieften Verträge, wenn insbesondere die Rechte der nationalen Minderheiten geachtet werden. Dr. Höpker-Aschoff dankte für das vom Oberpräsidenten ausgesprochene T^«u- gelöbnis und versicherte, daß Reichs- und Staatsregierung auch fernerhin die Provinz Grenzmark Posen-Westpreuße« besonders unterstützen werden.

poincarß übernimmt bedingungsweise

die neue Regierung.

m Paris- Poincarè hat den ihm vom Präsidenten der Prpubllk erteilten Auftrag zur Bildung des neuen Kabinetts "8 angenommen, daß er erst mit seine« Freunden Rücksprache nehmen kann.