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9k. 295 — 1930________ Fulda, Donnerstag, 18. Dezember ______________ 7. Jahrgang
Gesandter Rauscher f.
Unerwartetes Ableben des deutschen Gesandten in Warschau.
Berlin, 18. Dez. (Eigene Funkmeldung.) Der deutsche Gesandte in Warschau, Ulrich R a u s ch e r , ist heute nacht in St. Blasien, wo er sich zur Heilung seines Leidens aufhielt, im Alter von 46 Jahren gestorben.
Zum Tode des verdienten Diplomaten.
In der heutigen Direktorenbesprechung des Auswärtigen Amtes gedachte Staatssekretär v. Bülow des Verstorbenen mit herzlichen Worten und würdigte die großen Verdienste des so früh dahingeschfedenen Diplomaten.
Der so plötz.ich aus einem erfolgreichen Leben abgerufene deutsche Gesandte in Warschau, Ulrich Rauscher, hat nur ein Alter von 46 Jahren erreicht. Seit Mai 1922 hat er das Reich in Warschau vertreten, nachdem er zuvor auf dem Wege über
Beratungen des
Keichsgrün-ungsfeier am 48. Januar?
Die Lage in Ostpreußen.
Zu einer Vollsitzung trat das Reichskabinett zu- faimnen und der wieder in Berlin eingetroffene Reichs Außenminister Dr. Curtius gab eine Darstellung über seine Verhandlungen in Königsberg und über die dort gewonnenen Eindrücke. Außerdem wurden grundsätzliche FtWcn der Stellenbesetzungen im Hinblick auf die Zeit nach Abschluß des zehnprozentigen Personalabbaues bei den Behörden und die Frage einer Reichsgründungsfeier
am 18. Januar erörtert.
Der deutsche Delegierte in der Abrüstungskommission, Graf Bernst 0 rff, der in Berlin eingetroffen ist, soll nachmittags dem Reichskanzler und den zuständigen Sia- binettsmitgliedern und morgen im Reichstagsausschuß für auswärtige Angelegenheiten über den Verlauf der Abrüstungskonferenz Bericht erstatten.
Oie Deutsche Bolkspartei verlangt erweiterte Sparsamkeit.
Die Besprechung des Parteiführers der Deutschen Volkspartei, D i n g e l d e y , mit dem Reichskanzler ist auf den Wunsch Dingeldeys zurückzuführen, der in der Unterredung insbesondere auf den von der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei gestellten Antrag hinwies, in dem weitere Ersparnisse im Reichshaushalt für 1931 gefordert werden. Dieser Antrag drückt den Wunsch aus, den neuen Haushalt unter allen Umständen vor jeder Gefahr zu bewahren. Die Volkspartei sieht die innen- unb außenpolitischen Folgen einer durch Schwankungen
Spanien noch in starker Erschütterung.
Auch die spanische Marine meutert
Barcelona in Schrecken.
Ziemlich ungünstig lauten immer noch die ins Aus- taiib gelangenden privaten Nachrichten aus Spanien. In verschiedenen spanischen Häfen haben sich die Kriegsschiffe der revolutionären Bewegung angeschlossen Da jedoch die Regierung immer noch strengste Zensur ausübt, ist das Ausmaß der Marinerevolte nicht zu überprüfen. Im Norden und Süden des Landes stehen verschiedene Provinzen im Aufruhr. Es hat den Anschein, als hätte sich der Generalstreik über die gesamte Provinz ausgebreitet. Nur in Madrid scheinen die Regierungstruppen die Lage fest in der Hand zu haben.
In Barcelona ist die Lage besonders gefahrdrohend. Sämtliche Hauptplätze der Stadt sowie der Bahnhof und alle öffentlichen Gebäude sind mit starken Militärposten besetzt. Die Lebensmittelläden müssen durch Maschinengewehre beschützt werden, da die Bevölkerung Lebens- »ritlelmangel befürchtet und bereits fast sämtliche Läden ausgekauft hat.
Spanische Flieger nach Lissabon entflohen.
Von Madrid aus sind wieder drei Flieger nach Portugal entflohen. Zwei von ihnen landeten etwa 60 Kilo- uwter südlich von Lissabon. Von dem dritten Flugzeug svhlt jede Nachricht.
Die Eisenbahnverbindung zwischen Frankreich und Spanien über Perpignan ist noch unterbrochen.
Die Gerüchte über eine Verhaftung Francos in Lissabon treffen nicht zu.
?iy portugiesische Regierung hat Franco und den übrigen wantschLtt Offizieren^ einen Wohnsitz angewiesen und sie llvvcien, sich nicht ohne Wissen der Behörden zu entfernen.
eine journalistische Laufbahn in den Revolutionstagen als Sekretär Scheidemanns in die Politik eingetreten war. In der Folge hat er als Pressechef bei der Reichskanzlei mit dem Titel Ministerialdirektor die Zusammenfassung des amtlichen Pressewesens zu der heutigen Presseabteilung der Reich^regierung durchgeführt.
Durch den Tod Rauschers, der einer Kehlkopf- und Lungentuberkulose akuter Art in St. Blasien im Schwarzwald erlegen ist, verliert die deutsche Diplomatie einen ihrer fähigsten Vertreter, der das schwierige Gebiet der deutsch-polnischen Be
Reichskabinetts.
eintretenden Gefährdung des Reichsyausyaltes als so schwerwiegend an, daß sie unbedingt auf der rechtzeitigen gesetzlichen Sicherstellung der von ihr beantragten Einsparung besteht. Die Besprechungen werden nach Neujahr fortgesetzt.
Oie Krastfahrsteuer.
Das Neichskabinett hat eine Denkschrift über die Besteuerung der Kraftfahrzeuge verabschiedet. Diese Denkschrift enthält die vorgeschlagenen Änderungen der Kraftfahrsteuer itnb wird nunmehr dem Reichstage zugeleitet. Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, soll es einstweilen bei der jetzigen Regelung bleiben.
Aus der Deutschen Siaaispariei.
Die Partei tritt geschlossen für den Staat ein.
Die Deutsche Staatspartei hat Fragen der Organisation, der Agitation und die politischen Richtlinien beraten. Finanzminister Dr. Dietrich gab als Parteiführer einen Überblick über die politische Lage. Er wies darauf hin, daß es das Bestreben der Reichsregierung sei, neue Wege in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu suchen. Die Reparationsfrage habe sich so entwickelt, daß sie
für die ganze Welt auf die Dauer nicht zu tragen sei.
Der Minister ging u. a. auf die Frage der Goldvorräte ein und teilte mit, daß Deutschland 2,1 Milliarden Gold, England 3, Frankreich 9 und die Vereinigten Staaten noch weit mehr Gold besäßen. Die Partei hat die Hauptaufgabe, erklärte er, den Staat zu stützen und zu verteidigen, es gilt
die radikale Bewegung rücksichtslos zu bekämpfen.
Wir verteidigen den Staat. Dieser Staat kann sich nur behaupten, wenn er getragen wird von staatsbejahenden Parteien. An den Bericht des Reichsfinanzministers schloß sich eine ausgedehnte politische Debatte, in der u. a der Retchstagsabgeord- nete Oskar Meyer, der Landtagsabgeordnete Riedel der prguß. Finanzminister Höpker - Aschoff, Reichstagsabgeordnete Marie Elisabeth Lüders, Ronneburg und eine große Zahl von Wahlkreisvertretern das Wort nahmen. Die Verhandlungen zeigten die völlige Geschlossenheit der Partei.
Ueberall Generalstreiks.
Der offene Aufstand ist namentlich in Madrid als einstweilen niedergeworfen zu betrachten. Die Telephon = sperre sowohl für das Inland wie auch für das Ausland ist wieder aufgehoben. Eine Bewachung der Madrider Innenstadt durch Militär findet nicht mehr statt. Banken und öffentliche Gebäude werden auch unter Tags noch scharf bewacht. Im Generalstreik befinden sich noch die Arbeiter der Hauptstädte folgender Provinzen: Coruna, Huelva, Jaen, Logrono, Navarra, Biscaya und Saragossa. In Barcelona und Valencia dauern Teilstreiks weiter an. Die Streiks haben keinen beruflichen Hintergrund, halten sich aber durchweg in friedlichem Rahmen, so daß überall in den lebenswichtigen Betrieben gearbeitet wird. In zwei Dörfern der Provinz Alicante versuchten die Streikenden, die Verbindungen abzuschneiden.
Aufstand in Guaiemala.
Sieg der Aufständischen.
Nach heftigem Straßenkampf, bei dem der Kriegsminister getötet wurde, ist die Regierung von Guatemala gestürzt worden. Die neue vorläufige Regierung steht unter der Führung des Generals O r e l l a n a.
60 Opfer des Umsturzes.
Nach einer Meldung aus Guatemala, der Hauptstadt der Republik gleichen Namens, wurden bei den Straßenkämpfen gegen 60 Personen getötet oder verwundet. Die Truppen in den Garnisonen und die Zivilbehörden im Lande unterstützten die neue Regierung, die offensichtlich dadurch an Stärke gewann, daß sie keine Beamte« der Regierung Palma entlassen oder verhaftet hat.
ziehungen bis ins Kleinste beherrschte und in den letzten Jahren häufig für andere leitende Posten im deutschen Außendienst genannt worden war. Sein liebenswürdiges Wesen, seine glänzenden Allgemeinkenntnisse, seine Beherrschung fremder Sprachen, Ergebnisse eines vielseitigen Bildungsganges, der den Stuttgarter Juristen, Heidelberger Korpsstudenten, Roman- und Theaterschriftsteller und Uebersetzer französischer Werke, über Verwaltungsposten im Kriege in die hohe Diplomatie geführt hatte, sicherten ihm Wertschätzung und Anerkennung in allen politischen Lagern.
Die große Abrüstungskonferenz.
Vorbereitungen im Völkerbundsekretariat.
Im Generalsekretariat des Völkerbundes werden vorbereitende Verhandlungen für den Zusammen» » der kommenden großen Abrüstungskonferenz,geführt Der Generalsekretär des Völkerbundes hat an die schweizerische Regierung eine Anfrage gerichtet, welche Erleichterungen und Sicherungen für den Fall der Abhaltung einer Abrüstungskonferenz in der Schweiz gewährt werden konnten. Es besteht hier der Eindruck, daß die Abrüstungskonferenz außerhalb der Schweiz stattfinden wird, da die räumlichen Verhältnisse und technischen Bedingungen in Genf die Abhaltung einer so großen internationalen Konferenz nicht zulassen.
Im Vordergrund steht aber nach wie vor Wien als Verhandlungsort,
falls die österreichische Regierung rechtzeitig dem Völkerbundrat geeignete Räumlichkeiten für die Abhaltung der Konferenz zur Verfügung stellen sollte.
Die Einberufung der Abrüstungskonferenz nach Wien hat, wie verlautet, bereits die Unterstützung zahlreicher Regierungen gefunden, da Wien insbesondere in technischer Hinsicht als der geeignetste europäische Verhandlungsort angesehen wird.
Neuerdings wird nunmehr auch die Möglichkeit einer Verlegung der Abrüstungskonferenz nach Barcelona erwogen. Die Stadt Barcelona soll die Absicht haben, dem Völkerbundrat im Januar einen eingehend ausgearbeiteten Plan für die Unterbringung der Konferenz in Barcelona vorzulegen.
Man nimmt hier übereinstimmend an. daß die Abrüstungskonferenz im März 1932 unter Teilnahme von sechzig
Regierungen eröffnet werden wird. Die Dauer der Konferenz wird hier aus acht bis zehn Monate berechnet.
Das Verbot -es Remarque-Kilms.
Antrag tm Österreichischen Nationalrat.
In der Dienstagssitzung des Nationalrates haben die Abgeordneten des H e i m a t b l 0 ck s einen dringlichen Antrag auf Verbot des Remarque-Films eingebrachi
Der Minister des Innern, der Landbi-ndler Winkler, erklärte, daß die Angelegenheit im nächsten Ministerrat zur Sprache komme. Die Unterzeichner der Anfrage stellten sich auf den Standpunkt, es entspreche dem Gefühl der deutschen Ehre und dem Nationalbewußtsein jedes Deutschen hüben und drüben, daß auch in Österreich ein Verbot des Films erlassen werde.
Der sozialdemokratische Redner widersprach einem Verbot aus staatsrechtlichen Gründen, wobei er sich auf die Zensur- freiheit in Österreich berief.
Mliemscher Geschwaderflug nach Südamerika.
14 Wasserflugzeuge gestartet.
Ein unter dem Kommando des italienischen Lustfahrtministers Italo Balbo stehendes Geschwader von 14 Wasserflugzeugen ist vom Orbetellosee an der Westküste Italiens nach Cartagena in Spanien gestartet. Zwei Maschinen fliegen nur bis Spanien als Reserveslug- zeugc mit. Von Cartagena aus sollen zwölf Flugzeuge »ach Südamerika fliegen. Über dem Ozean wird O b e r st M a d d a l e n a, der schon einmal den Süd- atlantik überflogen hat, das Kommandü übernehmen. In Brasilien führt dann wieder General Balbo das Geschwader.
tffefae Zeitung für eilige Leser.
* Der deutsche Gesandte in Warschau, Ulrich Rauscher, iw heute morgen tm Alter von 46 Jahren in St. Blasien (Schwarz. walL) gestorben. ’
• Im Preußischen Landtag begannen die Besprechungen Dee Staatshaushalts 1931.
* Das Befinden des schwer erkrankten französischen Politikers Porncare soll sich etwas gebessert haben, doch schwebt er noch
. * Uutr dem Kommando des Lustsahrtministers Balbo ist »in italienisches Wasserslugzeuggeschwader von der Westküste Italiens aus zu einem Fluge nach Südamerika gestartet.'
* In Spanien dauern die Wirren noch an, und marokkanische ^ÄÄXk” "" ““"'M*”"« d°- «-0-»-°« Ä