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leger. Postscheckkonto. Frankfurt a. uc. 1600? Nachdruck der mit ♦ verseh«»«» firükel tu» mit <6y»llenangabt »Zuldaerflnzetgr r'g-Nattet. gen ♦ Tag- und Platzvorfchristen unverbinülich.
Nr. 67 — 1931 _________________Fulda. Freitag, 20. März 8. Jahrgang
Das schönste Geschenk für die Wehrmacht.
Aas Ehrenrecht jedes Deutschen.
Reichswehrwünsche des Reichstags.
Neben einigen hohen Offizieren, auf Deren Kragen das goldene Eichenlaub des Generalabzeichens leuchtet, sitz, „tm schUchlen Rock des Bürgers' der R e , ch s w e h r m t n i st e r, bei einst selbst im Oktober 1918 als Ludendorffs Rachfolger Ute Generalsuniform getragen har Schon dadurch. Daß er General war, unterscheide! er sich wesentlich von seinen beiden «Vorgängern tm Amte des Retchswehrmlntsters Denn auch Dr Geßler ha, es nur zum stolzen, aber nicht sehr hohen Sang eines Vizefeldwebels gebracht. Gröner ist heute vor allem politischer Minister, und die Politik ist es auch, die bei Der Debatte über das Reichswehrmtnlsterlum ganz im Bordergrunde stehr Ober die Truppe selbst und ihre Arbeit wird hier wenig gesagt Desto mehr aber über das Politische in der Reichswehr oder vielmehr darüber, daß diese Politik nicht in ihr sein soll Wenn man von allen späteren Rednern nach den einleitenden Ausführungen des Retchswehrmlntsters das gleiche hon, so „mag es trefflich scheinen' Aber es bleibt doch immer und überall das gleiche, bleiben die engen Wände, an denen sich die Reichswehr und ihr Minister bet Der geringsten Bewegung stoßen: die Versailler Entwafs- nungsiakitl und Damit gleich dahinter die Groleske der sogenannten Abrüstung, wie sie lahrelang tn Gens gespielt wurde, dann aber vor allem die Verleumdungen M a g t n o r s, Des sranzosischen Kriegsministers, gegen, dessen Behauptung nun der deutsche Relchswehrmlnister in bemerkenswert scharfer Form zu Felde zieht Und nach ihm alle Redner. Sie. protestieren, aber — sie protestieren!
3m übrigen war es eine Sensation, als ein kommunistischer Redner Mitteilung davon machte, daß einer der vom Reichsgericht in Leipzig verurteilten Ulmer Offiziere ganz offiziell zur Kommunistischen Panel übergetreten ist. Darüber wird der Reichswehrminister sicher nicht ganz unzufrieden sein, denn da- nimmt der Kritik an seinem Auftreten in dieser ganzen Wre viel an Gründen.
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Sitzungsbericht.
I«. Sitzung.) CB. SB e r 11 n, 19. März.
Tie zweite Beratung des Reichshaushaltsplanes wird Mm Hau.shalt des Reichswehr mini st eriu ms Mich«. Ter Ausschuß empfiehlt u a. die Annahme einer Em,chließung, wonach Angehörige des Reichsheeres und der Reichâmarine nicht als Ersatz für streikende oder aus- Gcme Arbeiter zu verwenden sind.
Ter Berichterstatter des Ausschusses Abg Stückle» (Soz.), Denveift die Nachrichten über geheime Rüstungen Deutsch- iMds in das Reich der Phantasie. Die Reichstagsmehrheit ^erde irgendeine geheime Rüstung nicht dulden.
Reichswehrminister Dr. Gröner
erinnert an seinen im vorigen Jahre ausgesprochenen Wunsch,
die Einstellung zur Wehrmacht möglichst wenig von Parteipolitischen Gesichtspunkten beeinflußt werden möge und daß die Tätigkeit der Wehrmacht die Zustimmung, aaer staatserhaltenden Parteien finden möge. Mit Dank und Mende könne er heute feststellen, daß die Verhandlungen im Haushaltsausschuß die Erfüllung dieses Wunsches gevracht haben.
Alle Parteien mit Ausnahme der Kommunisten hätten sich !" lo warmer und zustimmender Weise zur Wehrmacht geäußert, die Anerkennung das schönste Geschenk für die Reichswehr 5« "Irem zehnjährigen Bestehen sei.
Der Minister geht dann auf
die politische Einstellung der Wehrmacht
-'^ Disziplin und Staatsgesinnung sind in der Wehrmacht W verankert. Der letzte Erlaß des Chefs der Heeresleitung sachlich nicht beanstandet werden. Der Minister verliest °en Bries eines ehemaligen Offiziers, der lange Jahre im Kabinett des Kaisers die Fragen bearbeitet der dem Chef der Heeresleitung schreibt, daß er der t,.N.8obung des Nationalverbandes deutscher Offiziere völlig ^andmslos gegenüberstehe. Der Erlaß stehe durchaus auf
^oden der Anschauungen, die auch im alten Heere erhalten ausgeschiedener höherer Offiziere festgehalten, langt würd '^"ehmstes ®cbot erforderlicher Zurückhaltung ver-
Gegenüber dem Vorwurf, daß
ttch'fCrn-$=n^er betont, daß es grundsätzlich iu Le,!neë ±ebc« Deutschen sei, dem Vaterlo Wenn es nötig
LL ^^renze zu ziL
die Landbevölkerung beim Ersatz bevorzugt
^^ bcr Minister darauf hin, daß am 1. Januar 1930 ' 'Mein Stadt- und 45ProzentLcrNoersatz war.
■ ■ - - 3 das Ehren-
•■"« jtutii Lieuticven tei, oem ^uienanb als Soldat hierb/i"-?' ^enn es nötig sei, für gewisse Persönlichkelten ntönn* '"'5 Grenze zu ziehen, dann müsse diese so eng wie ilur ÄLehalten werden. Aus politischen Gründen durften
Bewerber abgelehnt tverdcn, denen nachgewiesen Sinn.' Ȁ-^ sich in Verfassungs-, also auch in wehrfemdlichem Wiste6 a tQt ^^^- Als letztes Kapitel behandelt der
-. die Abrüstungsfrage.
Wir alle ^c ist sich ganz Deutschland insofern einig,, als bem der Abrüstungskonferenz bolle Glerch - guten erwarten und auf der Erfüllung unseres rüst» „^ bestehen werden. Was die angeblichen Gc he im Io L w^u. betrifft, so bin ich überzeugt, daß die Verkünder glauben ^ichten im Auslande an diese Märchen selbst nicht M bâÄ trübste an diesem Kapitel bleibt aber dre Tat- ^atS ?kfe Kreise des Auslandes zum größtes Teil ihr eiifh^™ bon Deutschen beziehen, deren Triebfeder toöhnlinm ianatischer Haß gegen alles Militärische oder ge- tlfn^ Gewinnsucht ist. Ich stehe nicht an, zu er
fteao» v , außerordentlich gesetzliche dNaßuahmen oeim Np^^^alsverleunider für erforderlich halte und auch Jfbinett bereits beantragt habe. . _ ,. barauz^ "Ostungen gibt es nicht. Ich habe aber nie tut Hehl gemacht, daß wir alle Maßnahmen zum Schutze unfern
tyrcnzcn treffen, soweit uns das unsere schwachen militärischen Kräfte und die uns auserlegten vertraglichen Bindungen erlauben, und ich bin felsenfest überzengt, daß sich zur Verteidigung der Grenzen alle Kreise unseres Vaterlandes ebenso zusammenfinden werden wie in der Vertretung unseres ver- tragf^-en nnd moralischen Rechts aus Abrüstung. (Beifall.)
Abg. Dr. Leber (Soz.) stellt fest, daß sich die diesmalige Aussprache nicht auf technische Einzelheiten und finanzielle Fragen beschränken dürfe: sie stehe vielmehr im Zeichen der inneren und äußeren Politik. Die Untersuchung der Kriegsschuldfrage solle man den Gelehrten überlassen. Von dieser Stelle aus müsse fe.stgestellt werden, daß
die deutsch-französische Verständigung
das Kernstück der europäischen Politik sei. Es gäbe heute feine Truppe mehr, die bedingungslos dem Willen des Führers folge; dazu sei der Soldat zu eng mit dem Volke verbunden. Die Republik müsse ihren Offizieren und Soldaten beibringen, daß ihr Ideal die Arbeit am Gemeinwohl des Ganzen sei.
Abg. Kippenberger (Komm.) erklärt, der Reichswehrhaushalt sei eine Sumpfblüte in der gesamtkapitalistischen Wirtschaft der Deutschen Republik. Der Redner erhält einen Ordnungsruf, als er den sozialdemokratischen Abg. Dr. Leber der Lüge bezichtigt.
Ferner teilte der komnrunistische Abgeordnete mit, daß der in Leipzig verurteilte Reichswehrleutnant a. D. Scheringer eine Erklärung herausgegeben hat, in der er sich endgültig „von der nationalsozialistischen Bewegung und dem Faschismus" lossagt und sich als Soldat „in die Front des wehrhaften Proletariats" einreiht.
Abg. Ersing (Ztr.): Die Reichswehr stehe heute als bedeutsamer Bestandteil in unserem Volke, dessen größter Teil Vertrauen zu ihr habe. Im Grunde genommen seien
alle Parteien für den Wehrgedanken, auch die Kommunisten. Von den N a t i 0 n a l s 0 z i a l i st e n werde immer versucht, die Reichswehr unter ihren Einfluß zu bringen. Dieser Versuch werde aber scheitern an dem entschlossenen Willen des Reichstages und der Regierung.
Es wurde manchmal gesagt, es lohne nicht, eine so kleine Wehrmacht überhaupt ausrechtzuerhalten. Ein Volk aber, das auf seine Wehrmacht uersii'/ct, gibt sich selbst auf. (Beifall.)
Abg. Hintzmann (D. Vp.) erklärte, der Bau neuer Panzerit ^ uzer sei nun einmal notwendig Ohne solche Neubauten wäre unsere Marine zum Sterben verurteilt.
Darauf werden die Beratungen zur Vornahme der Abstimmungen zur dritten Beratung des Gesetzentwurfes über die Entschädigung der gewerbsmäßigen Stellen- Vermittler unterbrochen.
Mit den Stimmen der Sozialdemokraten und der Kommunisten wurde der Gesetzentwurf endgültig angenommen, wonach spätestens Ende Juni d. I alle gewerbsmäßigen Stellcn- vermittler den Betrieb gegen Entschädigung einzustellen haben.
Die Aussprache zuni Wehrhaushalt wird dann fortgeführt. Abg. Sachsenberg (Wirtschaftspartei) betont, wenn Deutschland seine Marineersatzbauten herstcllt, so ist das auch nach dem Zeugnis des Sozialdemokraten Dr. Brcit- scheid keinesfalls als Aufrüstung zu betrachten. Diese Marine- bauten dürfen nicht in jedem Jahre zu einem neuen politischen Streit führen. Die Reichswehr sollte sich das Handeln ihres obersten Führers, des Gencralfeldmarschalls von Hindenburg, zur Richtschnur machen.
Abg. von Lindeiner-Wildau (Kons.) betont, daß es sich bei den Neubauten der Neichsmarine um nichts anderes als um die Erneuerung eines völlig überalterten Schiffsbestandes handele. Jede andere Darstellung gebe den Gegnern nur Gründe an die Hand, sich ihren Verpflichtungen zu entziehen. Die Marine sei ëin unentbehrliches Mittel zur Aufrechterhaltung des Zusammenhanges mit Ostpreußen.
Inzwischen ist der kommunistische Mitztraucnsantrag gegen den Reichswehrminister eingegangen.
Abg. Döbrich (Landvolk) erklärt, ganz unhaltbar sei der Zustand, daß Deutschland nicht allein der a k t i v c, sondern auch
der passive Luftschutz genommen sei.
Abg. Külz (Staatspartei) verliest eine Erklärung, wonach sich feilte Fraktion rückhaltlos in den Dienst einer Politik des
friedlichen Zusammenlebens mit den anderen Völkern stelle. Nichts gefährde den Frieden mehr als das unwürdige und hysterische Geschwätz von angeblichen Gehcimrüstungen Deutschlands.
Abg. Loibl (Bayer. Vp.) hebt hervor, daß die Gründung der neuen Reichswehr für immer verbunden sei mit dem Namen des G e n e r a l 0 b e r st e n v. S e e ck t. Nicht zu unterschätzen sei neben der körperlichen Ertüchtigung der Reichswehrangehörigen auch ihre seelische Erbauung. Der Redner tritt für einen Ausbau der Stellung des katholischen Fcldprobstes ein.
Abg. Schmidt-Westfalen (Christlichsoz.): Wir könnten auf den letzten Rest freiwilliger Wehrhaftigkeit unmöglich verzichten, wenn nicht der Einbruch fremder Heere in deutsches Land geradezu zu einem militärischen Spaziergang werden solle. ,
Abg. Bornemann (Volksnational) spricht über eine Dem schrift, die vor fünf Jahren vom Jungdeutschen Orden im Rcichswehrministerium eingerecht worden sei, und tadelt das Verhalten "mes Reichswehrministeriums gegenüber den Be- febtoerben des Ordens.
Abg. Kuhnt (Soz.) erklärt sich voll und ganz einverstanden mit Dem Vorgehen des Ministers gegen die Ulmer Offiziere. Der Redner wendet sich gegen die nationalsozialistische Propaganda in den Betrieben des Heeres und der Marine. Außerdem bekämpft er die Doppelverdiener in der Wehrmacht und in den Militärbetrieben und wendet sich zum Schluß gegen die Betätigung der Militärmusiker.
Reichswehrmtnister Gröner erklärt zum Schiffsersatzplan; Es ist unverständlich, warum sich der Ersatz unserer überalterten Schiffe zu einer politischen Streitfrage entwickelt habe Er werde nicht an seinem Platze bleiben, wenn dieser unbedingt notwendige Ersatz abgelehnt wird Der Reichswehrminister betont, er sei kein kritikloser Fwllenschwärmel, aber eine wenn auch kleine, so doch akitonsfähige deutsche flotte ist von ganz entscheidender Bedeutung für unsere Stellung tn Der Ostsee. Er will dabei noch nicht einmal an kriegerische Auseinandersetzungen denken Es werde nun behauptet, der Panzerschlff- vau sei ein Hindernis für die Flottenabrüstung Eine solche Behauptung ist absurd, besonders wenn inan Vergleiche über die Gesamttonnage der anderen Staaten mit Der deutschen Flotte anstelle Ende 1936 wird die Gesamttonnage bet England 1 137-200 Tynncn betragen bei Frankreich 670 ÖOO Tonnen.
bei Italien 441 000 Tonnen und bei Deutschland — man wagt es kaum auszusprechen - 164 000 Tonnen Gegenteilige Behauptungen werden dadurch nicht kräftiger, daß hervorragende Staatsmänner sie aufstellen.
Der Schiffsbauersatzplan muß natürlich planmäßig ausgestellt sein, um die Marine leistungsfähig zu erhalten.
Es muß die Möglichkeit vorhanden fern, die Einrichtung der Werften gleichmäßig auszunutzen. Der Minister spricht zum Schluß die Bitte aus, man möge den Marinehaushalt nur nach sachlich-vaterländischen Gesichtspunkten beurteilen.
Abg. Hünlich (Soz.) weist auf den Beschluß seiner Fraktion hin, auch im Reichstag selbst bei der Abstimmung über den Panzerkreuzer B Stimmenthaltung zu üben. Redner wünscht, daß die Marineleitung alles tue, was zur Aufrechterhaltung des Bestandes der Marine erforderlich sei.
Hierauf wird die Beratung abgebrochen. Sic soll am Freitag fortgesetzt werden. Die Abstimmungen über den Wehrhaushalt und den Marinehaushalt werden voraussichtlich Freitag fiattfinben.
Es wird dann in die erste Beratung des Gesetzes über Zolländerungen eingetreten.
Der Gesetzentwurf wird dem Handelspolitischen Ausschuß überwiesen.
Das Haus vertagt sich auf Freitag. Weiterberatung des Webrhaushalts, Haushalt der allgemeinen Finanzverwaltung.
Die Reichswehr.
Jahr für Jahr tritt mit einer Deutlichkeit, die immer nur Bitternis und Erbitterung bei jedem Deutschen auslösen muß, bei der Haushaltsberatung über das Reichswehrmini sterium hervor, was nicht bloß rein materiell, sondern vor allem ideell Die Diktatbestimmungen von Versailles für Deutschland bedeuten; am krassesten erscheinen hier die Folgen des furchtbaren Zusammenbruches von 1918, als fast zwei Millionen Männer des früheren Heeres in Erfüllung ihrer Wehrpflicht das Leben hatten hingeben müssen. Jetzt sind es zehn Jahre her, seit die deutsche Reichswehr die endgültige Form erhielt, wie eine Kette immer weitergehender Gebote der „Siegerftaaten" es gefordert hatte. Zehn Jahre, die auch wieder erfüllt waren von immer neuen Verboten, von Kontrollen und Bespitzelungen, von argwöhnischer Überwachung und offener Verleumdung. Immer größer klafft der Abstand zwischen dem, was der Reichswehr an militärischen Kampfmitteln und entsprechender militärischer Betätigung verstattet ist, und jenem schnellen Fortschritt, den rings um Deutschland die Rüstungsbemühungen, die Kampfmittel und die militärische Betätigung selbst kleiner Staaten getan haben. Das weiß man in der Leitung unserer Reichswehr und Reichsmarine ebenso genau wie sich der jüngste Reichswehrsoldat darüber keinerlei Täuschungen hingibt. Er weiß es und — muß schweigen; denn daran etwas ändern zu wollen, könnte nur die Politik, könnte nur durch eine völlige Umänderung der weltpolitischen Lage herbeigeführt werden. Diese Umwälzung darf man erwünschen, kann sie aber nicht herbeizwingen.
Als seine selbstverständliche Pflicht dem deutschen Volk gegenüber betrachtet es das Reichswehrministerium, den Rahmen völlig und so gut wie möglich auszufüllen, den das Versailler Diktat für die Ausdehnung unserer kleinen Wehrrnacht festgelegr bat. Auch hierin hat man natürlich im Laufe der zehn Jahre vieles lernen, manches umändern müssen, — alles unter den aufmerksam betrachtenden Augen des Auslandes. Dort regt man sich ja schon auf, wenn in Deutschland irgendwo ein aus früheren Zeiten der inneren Wirrungen stammendes „Waffenlager" entdeckt wird. Und es ist erst ein paar Wochen her, daß der belgische Kriegsminister vor seiner Deputicrtenkammer erklärte, Deutschland habe seine Abrüstungsverpflichtungen noch gar nicht voll erfüllt, denn in der Umgebung von Königsberg gäbe es eine ganze Menge betonierter Unterstände! Erstens ist das nicht wahr und selbst dann, wenn es zuträfe, vernrag ein logisch den kendes Gehirn nicht zu erfassen, was für eine kriegerische Drohung denn darin liegen würde.
Das ist es ja auch, was immer wieder Bitterkeit unb Erbitterung in jedem Deutschen aus- lösen muß: während draußen in der Welt irrsinnig gewirtschaftet wird, schlägt man aus jeder in Deutschland gefundenen verrosteten Flinte im Ausland politisch Kapi tal. Leider auch so manches Mal — in Deutschland selbst. Bekannte Ereignisse des letzten Jahres haben ja — viel mehr, als sie es verdienten — das Thema „Reichswehr und Politik" in die öffentliche Diskussion gerückt und gedrückt. Aber auf Grund der zehnjährigen Erfahrung, die in dieser Beziehung das deutsche Volk mit seiner Reichswehr und deren Leitung hat machen können, sind jene sozusagen „historischen- Bedenken längst geschwunden, die wirklich oder eingebildet, in gewissen Kreisen bei der zwangsweisen Umstellung der Armee von einst, also des auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebauten Heeres, in eine Reichswehr von Berufssoldaten entstanden und laut
Kleine Zeitung für eilige Leser.
* Anläßlich der zehnjährigen Wiederkehr des Abstimmungstages in Oberschlesien finden in Oberschlesien und im Reich Gedenkfeiern statt.
* Reichswehrminister Gröner hielt im Reichstag bei bet' Beratung des Haushalts des Reichswehrministeriums eine große Rede, in der er strenge Bestrafung der Geheimrüstungs» Verleumder forderte.
* Mi der Strandung eines norwegischen Küstendampfer? sanden sieben Personen den Tod.