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Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg

Zul-a- un- Haunetal »Zul-aer Kreisblatt

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Jahrgang

Fulda, Samstag, 4. April

Der Konflikt bei den Nationalsozialisten.

SA.-Mer Ostdeutschlands sagen sich von Hitler los.

Eine Erklärung Stennes'.

Die Redaktion desAngriff" übermittelt der Presse eine Erklärung von Hauptmann Stennes, die gleichzeitig von solgenden Oberführern der SA. unterzeichnet ist: für den Hansturm Berlin gez. Wetzel, für den Gausturm Bran­denburg-Ostmark gez. Veltjens, für den Gausturm Mecklenburg gez. Püstrow. für den Gausturm P o m -

s «tn gez. Lustig, für den Gausturm Schlesien gez. tanfer. In der Erklärung heißt es:Durch Verfügung des

l èkbschess der SA., Hauptmann a. D. Röhm, bin ich in" miner Dienststellung als Gruppensührer Ost enthoben worden. !°mil ist der T r e u b r u ch Hitlers, den ich bisher noch für unmöglich gehalten habe, Tatsache geworden Getragen von dem Vertrauen der mir unterstellten SA -Verbände habe ich die Übernahme der Führung der Bewegung in den Provinzen Meck- lknburg, Pommern, Brandenburg Ostmark, Schlesien und in der Ncichshauptstadt durch die. SA. angeordnet.

Die politische Leitung der NSDAP, in München hat sich von den Idealen abgewandt, für die Tausende der besten SA.- Leute ihr Leben eingesetzt haben. Für uns gibt es kein Ver­ben, und treu wollen wir weiter zur alten Fahne stehe,!.

Die SA. soll dem Streben nach Ministersesseln der politischen Leitung geopfert werden. Es geht der SA. nur um den Sieg der Idee im Kampf für Volk und Vaterland! SA. marschiert! Wie bisher wird sie der Sturmtrupp sein für die âwegung! Parteigenossen, nur mit uns werdet ihr siegen! Marschiert geschlossen hinter unseren Reihen! Wir glauben an die nationalsozialistische Idee und kämpfen für ihren Steg! ^er Gruppenführer Ost gez. Stennes.

Site erteilt Göbbels Generalvollmacht.

Rücksichtslose Säuberung der Partei, t Adolf Hitler hat an Göbbels einen Brief gerichtet, heiz "" höllischen Beobachter veröffentlicht wird. In ihm

I^dwissenlose Kräfte versuchen seit Monaten immer

geleistete Arbeit zu unterhöhlen und zu zerstören, in ir/^elnen Formationen der Bewegung den Geist des Un- ^ edens, nörgelnder Kritiksucht, ja sogar der

c hineinzubringen, um sie dadurch zu zersetzen. An- bafesf ^iasicnen Notverordnung besteht die große Gefahr, jei, c Absicht der inneren Feinde, die Bewegung durch Anf- dami! 1$U legalen Handlungen hinzureißen, verwirklicht und Rönn»«"- finden des deutschen Freiheitskampfes endlich die löfunn s Wiesen wird zu einer Unterdrückung und Auf- «eaen^! cCr Bewegung. Ich habe mich deshalb entschlossen, Mw«., Ersuch der Zerstörung der nationalsozialistischen heit öen Kampf mit allen Mitteln und alles Entschlossen- '" »"izunehmcn:

"»»meb/ ^"^jt auf irgendwelche Folgen werde ich die Partei »leim in ^n ihren zersetzenden Elementen säubern, ganz iefinL welcher Stellung und in welchem Parteiamt sie sich $o[fc? '""üen. Ich werde die Hoffnung der Feinde unseres bet na'tinn^?)5 id) sc" elf Jahren fechte, auf ein Zerbrechen machen '""'"srhen Bewegung von innen heraus zuschanden neut^bJr' Göbbels, ich beauftrage Sie nunmehr er Heil in di^ e" beru ng der Bewegung mit aller Entschlüssen neuere Jn < , b 3U nehmen und durchzuführen, und ich er- ^neral^ri Zweck die ihnen im November 1926 erteilte durch keiner Handeln Sie rücksichtslos und lassen Sie sich ^"tschluk- &, Gedenken über irgendwelche Folgen in diesem tun Möaon ^"trächtigen. Was immer Sie in Ihrer Erfüllung ich decke Sie."

Unter s Tür Hitler.

Mr" veröttâÄ^rift »Die gesamte SA. hinter Adolf Völkische Beobachter Kundgebungen ^tn foÄ in Hannover, des Gruppenführers ^i& Treuegelöbnis des Gruppenführers Oster

Dte SA.-Oberführuna Schleswig-Holstein

und Hamburg aus Anfrage mitteilen, ist die Stellung der SA. in Schleswig-Holstein und in Hamburg die, daß sie in un­verbrüchlicher Treue hinter dem obersten und einzigen Führer der SA. Adolf Hitler stehen. Der Gau Brandenburg gibt bekannt, daß der Gau Brandenburg in unverbrüchlicher Treue zu seinem Führer Adolf Hitler steht.

Ferner erklären die Gauleitungen Pommern, O st - Preußen und Schlesien, daß sie hinter Adolf Hitler stehen.

Hitlers Dank an Marschier.

Adolf Hitler hat an den früheren Staatsrat Marschier folgendes Dankschreiben gerichtet:Unter den Männern, die unseren Minister Dr. Frick in feiner Arbeit unterstützten und deckten, stehen Sic mit an vorderster Stelle. Wenn auch der Verrat der Deutschen Volkspartei mii Hilfe Don Sozialdemo­kraten und Kommunisten den Sturz der nationalen Regierung in Thüringen endlich doch noch herbelgeführt hat. so ändert das nichts an den Verdiensten, die Sie sich in Zusammenarbeit mit Parteigenossen Dr. Frick um das Land Thüringen, die deutsche Sache und damit um die nationalsozialistische Bewegung er­worben haben. Ich danke Ihnen dafür im Namen der Be­wegung und versichere Sie meines bedingungslosen Ver­trauens für Die Zukunft"

Auch dem Gauleiter und Fraktionssührer Sauckel dankt Hitler für die lahrelange Arbeit, mit der dieser Thüringen zu einer Hochburg in der nationalsozialistischen Bewegung gemacht habe Unter den schwersten Verhältnissen kämpfend, sei es Sauckel gelungen, hinter Dr Frick eine Fraktion zu stellen, Die in ihrer Treue unerschütterlich, in ihrer Verläßlichkeit vor­bildlich wäre.

Ausschluß aus der NSDAP.

Die Paterleitung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei gibt folgende Meldung aus:Polizeihauptmann Stennes sowie Wetzel und Veltjens wurden aus der National­sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ausgeschlossen."

Borgehen gegen Giennes-Anhänger.

Ein Aufruf Adolf Hitlers.

Jzn. Völkischen Beobachter wendet sich Adolf Hitler scharf gegen das Vorgehen von Stennes und seine An­hänger. Er spricht von einem Komplott im Wirkungs­bereich der SA.-Gruppe Ost, das er zum Anlaß nimmt, eine gründliche Säuberung der Partei von allen unzu­lässigen Elementen durchzuführen". Der Aufruf wendet sich sodann an die SA. und besagt:

Ein Teil der meuternden Führer versucht noch immer, Teile der SA., die in Unkenntnis ihrer wirklichen Absichten sind, anzusterkcn. Es ist die Pflicht aller politischen und aller SA. Führer sowie jedes einzelnen Parteimitgliedes und,cdes SA Mannes, diesen Versuchen den rückhaltlosesten Wider- stand cntgegcnzusctzen. Duldet nicht, daß die Meuterer ihr Vorhaben verwirklichen können. SA Männer, ich entbinde euch feierlichst des Gehorsams gegenüber Führern, die nicht selbst gehorchen wollen. In wenigen Tagen wird der ganze Spuk dieser Destrukteurc der deutschen Freiheitsbewegung be- feitint sein. Von Stunde au Stunde schwindet der Anhana

Panik in der Erdbebenstadt.

Ganz Managua auf der Flucht.

Weitere Erdstöße in Nikaragua.

Wie auS Managua, der Hauptstadt Nikaraguas ge­meldet wird, haben 25 000 Einwohner die Stadt ans Last­ivagen, Autos, Ochsenkarrcn und zu Fuß verlassen und sich in das Innere des Landes begeben. 20 000 Obdachlose konnten in einem riesigen Zeltlager aus einem Hügel in der Nähe der Stadt ungebracht werden. Während des Erdbebens ist der N a t i o n a lp a l a st bis aus die Grund­mauern ausgebrannt, wobei sämtliche Negierungsakten vernichtet wurden. Das deutsche Warenhaus Braun ist vollständig zerstört worden. Es verlautet, daß der Präsident von Nikaragua die vollständige Räu­mung der Stadt erwägt, da immer neue Erdstöße ver zeichnet wurden.

Die amerikanischen Flottenstübe haben eine um­fassende Hilfsaktion für das Erdbebengebiet eingeleitet Fünf Flugzeuge vom KriegsschiffLexington" brachten größere Mengen von Medikamenten, Verbandsmaterial, Lebensmitteln und anderen notwendigen Gegenständen. Mehrere amerikanische Arzte und ärztliches Hilfspersonal, die sich mit diesen Flugzeugen nach Managua begeben hatten, konnten mit der Hilfeleistung in der zerstörten Stadt beginnen. Ein Hospitalschiff mit voller Aus rüstung ist von Kalifornien aus unterwegs nach Nikaragua.

*

Der Nikaraguakanal.

Infolge des Erdbebens in Nikaragua ist der Bau des Nikaraguakanals von neuem in Frage gestellt. Die ame­rikanischen Offiziere, die zurzeit in Nikaragua mit Ver­messungsarbeiten für die Linienführung des Kanals be­schäftigt sind, haben zwar in einem Telegramm an die Washingtoner Regierung darauf hingewiesen, daß sich das Erdbeben lediglich auf Managua beschränke, und daß der Herd des Bebens etwa 170 Kilometer von der beabsich­tigten Kanallinie entfernt liege, aber die Gegner des Kanalbaues scheinen trotzdem wiederOberwasser" zu haben.

Der Seeschiffahrtskanal, der unter Benutzung des San Juan-Flusses und des Nikaraguasees den Atlan­tischen mit dem Großen Ozean verbinden soll, ist seit Jahr hunderten ein Schmerzenskind Llmerikas. Schon im

der Meuterer mehr und mehr zusammen. Die SA. des ganzen Reiches sehen mit erbittertem Grimm dem unverantwortlichen Treiben dieses ehemaligen Polizeihauptmanns zu. Nicht nur, daß sämtliche SA. Führer der übrigen Gruppen des Reiches und ihre »A.Männer die Revolte mit tiefster Verachtung er- füllt, verurteilen und als widerliche Schande ablehnen, steht die gesamte Parteigenosienschafi wie ein Mann gegen diesen Verrat an der deutschen Zukunft auf. Aber auch im Hoheits­bereich der Meuterer selbst fällt ihre Aktion mit rapider Schnelligkeit zusammen

Am Schluß des Aufrufes heißt es: Wer Befehle und Anordnungen des Polizeihauptmanns a. D. Stennes annimmt. duldet oder weitergibt, schließt sich dadurch

Hauptmann Stennes, d Ws Werliurr SA-Jührer.

selbsttätig aus der Nationalsozialistischen Deutschen Ar­beiterpartei aus.

Hitler hat inzwischen weitere Parteimitglieder, die mit Stennes svmpathisierten, ausgeschlossen. Die poli­tische Gauleitung der Nationalsozialisten in Berlin wendet sich in einer Erklärung ebenfalls gegen Stennes, dessen Verhalten sie auf das schärfste verurteilt. Stennes seinerseits gibt bekannt, daß die Gauleitung Berlin, an deren Spitze Göbbels steht, von ihm abgesetzt worden ist. In einer Erklärung wendet er sich nochmals gegen die Münchener Parteileitung und betont, daß es sich bei seinem Vorgehen weder um illegalen Putschismus noch um irgendwelches Abweichen von der nationalsoziali­stischen Idee handele.

16. Jahrhundert tauchten wiederholt Entwürfe zum Bau eines solchen Kanals auf und als der Bau der Panama­bahn begonnen wurde, bildete sich in den Vereinigten Staaten eine Kanalgesellschaft zur Beförderung von Per­sonen über den Isthmus. Dampfer fuhren hinauf und durchquerten den See, worauf der Landtransport bis San Juan del Sur erfolgte. 1880 rief der frühere Prä­sident Grant eine neue Kanalbaugesellschaft ins Leben, aber sie mußte sich wieder auflösen. Als dann die Ar­beiten am Panamakanal begannen, bildeten sich auch für den Nikaraguakanal wieder Gesellschaften, aber aus dem Bau wurde auch diesmal nichts. Dann kamen offizielle amerikanische Kommissionen nach Nikaragua, um den Kanalbau zu fördern, und dabei ist es bis heute ge­blieben. Nach dem neuesten Projekt sollte der Kanal 299,5 Kilometer lang sein und neun Schleusen erhalten.

Neuer Brand in Managua.

Das Zeltlager der Obdachlosen in Gefahr.

Im westlichen Stadtteil von Managua brach erneut ein Brand aus, der das Zeltlager der Obdachlosen be­droht. Die Frauen und Kinder der amerikanischen Marinesoldaten werden jetzt in Flugzeugen nach dem Pazifikhafen Eorinto befördert. Die Negierung ist nach Mazaya übcrgcsicdelt, das vermutlich die neue Landes­hauptstadt werden wird.

Wie weiter gemeldet wird, sind bis jetzt 600 Todes­opfer des Erdbebens beerdigt worden. Die Truppen stehen in bödster Alarmbereitschaft, da das Herannahen von Räuberbanden gemeldet wurde.

Kleine Zeitung für eilige Leser.

* Der Konflikt in der Nationalsozialistischen Partei hat sich weiter zugespitzt.

* Danzig hat das Abkommen, das den Aufenthalt polnischer K^iegsschifse im Danziger Hasen bevorzugt regelt, gekündigt.

* Fast die ganze Bevölkerung von Managua in Nikaragua ist nach dem Erdbeben aus der Stadt entflohen.