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M-aer Anzeiger
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jlr. 85 — 1931
Fulda, Montag, 13. April
Jahrgang
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Die Unruhen in Portugal
Meira will selbständig werden
Die Umsturzbewegung auf den portugiesischen Inseln.
I Zahlreiche Meldungen bestätigen letzt einwandfrei, daß die vortugiesischen Garnisonen auf den Azoren zu den Aufständischen übergegangen sind. Es heißt, daß die Auf- -rührer längere Zeit Widerstand leisten können und daß sie ge- nüflend Munition, Geschütze und sonstige Kampfmittel
Die Lage in Portugal
wird trotz aller gegenteiligen Versicherungen der Regierung allgemein als kritisch angesehen. General Roxton Matos, der bei einer erfolgreichen Revolution die portugiesische Präsidentschaft übernehmen sollte, ist in dem Militarhospital von Lissabon eingesperrt worden.
ie 6.; rührer längere Zeit
chein. MItti
über die Lage in Madeira
. --liegen jetzt nähere Berichte vor. Ein englischer Freimaurer, w der an der Einweihung einer neuen Freimaurerloge in »ans Madeira teilgenommen hatte, erklärte, daß die revolutionäre ter81b Bewegung in Madeira auf die Selbständigkeit der » f Hnscl hinzielc. Der Militärdiktator hat ein Manifest
MI lasten, worin es heißt, daß die vollständige Autonomie «ml Insel die eins' " - •
Weh Wische Kons ■fc I -gefordert,
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rzig mögliche Lösung der Schwierigkeiten sei. Der isul in Funchal hat die englischen Reisenden auf«
Madeira zu verlaffen,
lon® ba er mit der Möglichkeit rechne, daß keine Schiffe mehr 7 Haufen werden und daß die Reisenden die Insel dann nicht
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mehr verlassen können. Das Geschäftsleben liegt vollständig still.
Die Bevölkerung hat möglichst viele Lebensmittel auf« Must, und in den Banken so viel Geld abgehoben, wie nur .irgend möglich war. Die Revolutionäre haben die Tele- .p Honverbindungen unterbrochen und eine strenge |enfur eingesübrt. Sie schicken Wachen auf die anlaufenden Misse und haben den gesamten Betrieb der Motorfahrzeuge zu Lande und zu Wasser übernommen Die Umsturzpläne sind von den erfahrenen Revolutionären bis in alle Einzelheiten
00 je den den erfahrenen Revolutionären bis in alle Einzelheiten Mgearbestet gewesen. Sollten die portugiesischen Regierungs- M Wruppen vor Funchal eintreffen, so sollen zunächst Verhand- « BMiiigt» eingeleitet werden. Sollte es aber
Die verkürzte Arbeitswoche.
Noch stecken wir tief in den Diskussionen, in Ausschußarbeiten und Versammlungsentschlietzungen über die Frage, wie und in welchem Umfang sich das Millionenheer der Arbeitslosen — parallel zu der natürlichen wirtschaftlichen Besserung — durch besondere Maßnahmen verkleinern läßt. Fast hat man schon die Empfindung, als entspräche das Resultat dieser Arbeit und Auseinandersetzungen nicht ganz der aufgewendeten Zeit und Mühe. Jedenfalls ist das Sondergutachten der „Brauns-Kommission" über die Arbeitslosenfrage von einer bemerkenswerten Zurückhaltung und Vorsicht, vermeidet es im allgemeinen, klar umrissene, feste Vorschläge zu machen und sich zu einer endgültigen Stellungnahme zu entschließen gegenüber den vielfachen Anregungen, die teils aus dem Schoß der Kommission selbst stammen, teils an sie von außen her herangetragen wurden.
Das gilt besonders von jenem Teil der Kommissionsarbeit, der dem Bemühen gewidmet war, einen Lohnausgleich bei Verkürzung der Arbeitszeit
Zu
nden. Schon der Standpunkt, von dem hierbei
zu einer Landung von Truppen
Ämnen, so würden die Revolutionäre dies mit Gewalt ber« Mdern. Alle regierungstreuen Beamten und Offiziere sind »rhaftet worden. Die Fremden haben Madeira zum größten ml verlassen, da es fraglich ist, wie lange der Schiffsverkehr ich aufrechterhalten werden kann. Aus der Hauptstadt »Ml sind die Einwohner aus Furcht vor kriegerischen Wicflungen zum Teil in die Berge geflüchtet. Sämtliche MMgen und Küstenfahrzeuge sind von den Revolutionären MsWnahmt worden.
Präsident Carmona, der Präsident von Portugal, den ob der Unruhen im Lande schwere Sorgen drücken.
Velagerungszustan- über die Azoren verhängt.
London. Die portugiesische Negierung hat wegen deS Aufstandes auch die Schließung der Azorenhäscn Tao Miguel und Tcrceira angeordnet. Außerdem wurden die Truppen- abteilungcn auf Madeira und den Azoren von der Regierung für aufgelöst erklärt. Für die Azoren wurde der Bell rungszustand aufgerufen.
ausgegangen wird, ist stark verklausuliert: Ein Lohnausgleich, der zu einer Erhöhung der Gestehungskosten führe, erscheine „in der gegenwärtigen Krise im allgemeinen nicht tragbar". Dem entspricht, daß nun die Kommission selbst eine Reihe ihr zugegangener Vorschläge behandelt hat und jetzt — ohne Zustimmung oder Ablehnung — veröffentlicht, die dem durch Arbeitszeitverkürzung entstehenden Lohnausfall entgegenwirken sollen und wollen. Zwei dieser Anregungen nehmen hierfür teils direkt, teils indirekt die Mittel der Arbeitslosenversicherung in Anspruch, — und das ist doch angesichts der finanziellen Lage dieser Institution zum mindesten sehr bedenklich! Auf der einen Seite erscheinen die vielfach schon diskutierten und bisher grundsätzlich abgelehnten „L 0 h n z u s ch ü s s e" für Betriebe, die unter Verkürzung von Arbeitszeit — bei entsprechender Lohnherabsetzung — zur Neueinstellung von Arbeitslosen schreiten; allerdings sollen die Lohnzuschüsse dann nicht direkte Zahlungen sein, sondern
in der Art erfolgen, daß in diesen Betrieben überhaupt keine Arbeitslosenveiträge entrichtet werden sollen, weder
Der Massenmörder von Düsseldorf
Deter Kürten vor seinen Richtern.
Der Mann, der neun Morde beging.
Vor dem Schwurgericht in Düsseldorf beginnt 13. April der von der gesamten Öffentlichkeit mit hroßer Spannung erwartete Prozeß gegen den Massenmörder Peter Kürten. Die Verhandlung findet in einem eigens für diesen Prozeß hergerichteten Raume der Düsseldorfer Schupokaserne statt, da sich der Schwur- ümchtssaal im alten Landgericht räumlich für diesen Mzeß nicht eignete. Den Vorsitz in der Verhandlung Landgerichtsdirektor Rose, die Anklage vertritt der Oberstaatsanwalt Dr. Eich, als Offizialverteidiger sur Kürten wirkt Rechtsanwalt Dr. Wehner. Etwa 200 W^en sollen während des Prozesses vernommen werden, Sachverständige, zum größten Teil Psychiater, 'Men Gutachten abgeben.
W Verhandlung stehen neben sieben Mordversuchen hollen d e tè Morde, von denen einer, der an zehnjähriaen Christine Klein aus Köln-Mülheim, achtzehn ^iEs m âurucknegt. Die übrigen acht Morde sind von Februar yvKnrhJ^ 1929 von Kürten verübt worden. Ermordet » d" achtjährige Rosa Ohliger, der 50jährige Jnva-
% Scheer, die 20jährige Maria Hahn, die 31jährige Ida N Kamm!.* fahrige Luise Lenzen, die sechsjährige Gertrud die 26jährige Elisabeth Dörrter und die fünf» I Msii!?^, ertrud Aldermann. Weiter ist Kürten der Brand- 2 K su 45 Fällen beschuldigt. Anklage in diesen s Branmnk. ^och nicht erhoben worden, weil die für die
I / bie M sgen zu verhängenden Strafen gegenüber den für
bürsten >tetVn Aussicht stehenden nicht ins Gewicht fallen
/ wteinièit^ der Verhandlung soll auch die Frage, ob der
§ HnS^ Johannes Staußberg an
bie »firm» .an der Rosa Ohliger und an Scheer — Taten, eWärt \yèrbein^^ ^at — schuldig oder mitschuldig ist,
daß die Behandlung in den Gefängnissen und Zuchthäusern, in denen er Strafen verbüßt habe, in ihm
eine Wut gegen die Menschheit
hervorgerufen habe. Es habe sich in ihm dann der Drang Rache zu üben und Schrecken zu verbreiten. Die nun rende Hauptverhandlung wird ja wohl das Rätsel des Massenmörders Kürten lösen.
Revolie im Gerichissaal.
Der Staatsanwalt wehrt sich mit dem Revolver.
In Breslau kam es während eines Betrugsprozcsses mit 62 Angeklagten bei dem Plädoyer des Staatsanwalts zu einer Revolte. Als der Vertreter der Anklage gegen den wiederholt vorbestraften Peter Dziubek eine Zuchthausstrafe von vier Jahren beantragte, sprang dieser aus der Anklagebank heraus, eilte quer durch den Saal und warf sich auf den Staatsanwalt. Dieser trat zurück,
zog einen Revolver, und richtete ihn auf den Angeklagten. Nun sprangen auch die übrigen Angeklagten auf und nahmen eine drohende Haltung gegen den Gerichtshof ein. Inzwischen wurde Dziubek von Justizwachtmeistern und Polizeibeamten überwältigt und ge.fesselt. Gleichzeitig war das Überfallkommando alarmiert worden. Der Vorsitzende ließ den Gerichtssaal sperren und den Zuhörerraum räumen. Die Verhandlung wurde bis aus weiteres ausgesetzt.
Verbrecher aus „Menschenhatz".
int ^nu??^ Erinnerung sind die grauenhaften Morde, die bie L29 ganz Düsseldorf in Schrecken versetzten und das deutsche Öffentlichkeit in Atem hielten, ja selbst sMmiS b lebhaft beschäftigten. Ein Riesenausgebot von arbeitete Tag und Nacht, um den Täter auf« her W jachen. Etwa 10 000 Zuschriften waren im Laue Wußten bearb^? ^Düsseldorfer Polizei eingegangen, und alle
muhte „ * Tausenden von Spuren
mussten gegangen, und Hunderte von Verhaftungen Nichts W«"Muen werden. Das Ende war immer ein Durch7"etzilch kam der Zufall der Polizei zu HtNe. sichteten einer überfallenen Frau an ihre Freundin Polizei n/Ä der in falsche Hände geriet, wurde . die Jahres Fährte gelenkt. Am 24. Mai vorigen
M er uSJJ verhaftet. Während der Vernehmungen
NaS Geständnisse ab und konnte auch im Laufe plagen restlos überführt werden. Seme .
S^tud " ."ar und sachlich, so daß niemals der N die ffiScn konnte, daß er geistig minderwertig sei.
erklärten, daß Kürten für seine Taten
I werde n 5. Den Blutrausch, der ihn jum Massen- I Mes eÄ l"b, und die Brandstiftungssucht GW^
art er auf seine Weise: er behauptet nämlich,
Oer Kinanzstreii in Australien.
Zahlungsbefehl gegen Neusüdwales.
Die australische Bundesregierung hat einen Zahlungsbefehl gegen die Regierung von Neusüdwales erlassen und verlangt von ihr die Zahlung der Zinsen, die am 1. April an englische Banken fällig waren und infolge der Weigerung der Negierung in Sydney zunächst von der Bundesregierung vor- geschoffen wurden.
London verfolgt mit größtem Interesse die parlamen- tarlscheu Kämpfe in Australien um die Ausgabe von 18 Millionen Pfund neuer Staatsbanknoten, für die vorläufig keine Deckung vorhanden ist und die deshalb als reine Jnflationsmatznahme angesehen wird. Starke Einflüsse sind am Werke, um die australische Regierung und die australischen Parlamentarier von der Schädlichke'' der beabsichtigten Maßnahme für den australischen Kredit
vom Arbeitgeber noch vom Arbeitnehmer. Trotzdem bleiben den Arbeitern — und Angestellten? — die Rechtsansprüche an der Versicherung erhalten. Andererseits soll, gleichfalls durch grundsätzliche Befreiung von der Pflicht, Arbeitslosenbeiträge zahlen zu müssen, der Anreiz zur Arbeitszeitverkürzung dadurch größer gemacht werden, daß diese Befreiung in allen den Betrieben Platz zu greifen hätte, die nicht mehr als 44 Stunden wöchentlich arbeiten lassen. Ähnliches verfolgt ein anderer Vorschlag, der Steuerermäßigung den Unternehmern zukommen lassen will, soweit sie zu Arbeitszeitverkürzungen schreiten; allerdings soll mit diesem Steuernachlaß die Verpflichtung verbunden werden, die damit erzielte Ersparnis bei den allgemeinen Betriebskosten wieder an die Arbeiter zur Erhöhung des verkürzten Lohnes abzuführen.
Auf der anderen Seite will man nun aber die länger als 44 Stunden arbeitenden Betriebe für die „ü verarbeit" finanziell besonders stark belasten. Aus einer früheren Veröffentlichung der Brauns-Kommission Weitz man, daß für jede Überarbeit unbedingt ein mindestens 25prozentiger Lohnzuschlag bezahlt werden solle. Jetzt erscheint ein noch viel weitergehender Vorschlag. Diesen Betrieben, in denen länger als 44 Stunden gearbeitet werde, sei ein Sonderbeitrag in voller Höhe des Lohnes für alle Überstunden aufzuerlegen, und zwar zugunsten der — Arbeitslosenversicherung; darüber hinaus soll von den mit Überstunden — mehr als die 44 stündige Arbeitswoche — arbeitenden Unternehmen noch Beiträge in der Höhe verlangt werden, die ein etwa vorhandenes Defizit bei der Arbeitslosenversicherung decken würde!
Um an den Ausgangspunkt zu erinnern: Ein Lohnausgleich sei „in der gegenwärtigen Krise im allgemeinen nicht tragbar", da man eben die Erhöhung der Gestehungskosten im Produktionsprozeß vermeiden müsse. Nun aber wird fortgefahren: Es sei „von Fall zu Fall" zu prüfen, ob nicht doch ein Lohnausgleich „auf anderem Wege" — nämlich den drei oben skizzierten — erfolgen könne. Das entscheidende Wort dabei spricht natürlich die finanzielle Situation der Arbeitslosenversicherung, also die allgemeine, sich im Beschäftigungsgrad ausdrückende Wirtschaftslage. Selbstverständlich wendet sich die Brauns- Kommission gegen die schematische Berechnung daß nun bei einer grundsätzlich von 48 auf 40 Stunden verkürzten Arbeitszeit die Neueinstellung Arbeitsloser in Höhe von einem Sechstel der Zahl erfolgen könne, die die zurzeit Beschäftigten ausmachen. Es gibt ja heute leider nur allzu viele Kurzarbeiter! Ähnliches gilt bei Ausschaltung der Doppelverdiener, ein Problem, das überhaupt eine Unzahl sozialer und wirtschaftlicher Schwierigkeiten enthält. Darum ist die Brauns-Kommission auch sehr vorsichtig in der Abschätzung des Erfolges, den die Verwirklichung der von ihr positiv ae-
er aus seine Weise; er
Das Volksbegehren für die Auflösung des Preußischen Landtags.
Berlin, 12. April. Für die Auflösung des Preußischen Landtags haben sich heute in Groß-Berlin insgesamt 50 460 Personen in die Listen eingetragen. Die Gesamtzahl der bis jetzt für das Volksbegehren abgegebenen Stimmen beläuft sich somit auf 129 399.
Kleine Zeitung für eilige Leser.
* Zu Breslau kam es bei der Verhandlung eines Betrugs- prozeffes zu einer Revolte der Angeklagten. Sie nahm einen solchen Umfang an, daß der bedrohte Staatsanwalt sich mit einem Revolver wehren mußte.
* Die Aufstandsbewcgung auf den portugiesischen Znseln breitet sich immer weiter aus.
. * Der Prozeß gegen den Düsseldorfer Massenmörder Kürten nimmt heute seinen Anfang.
"Die spanischen Eemeindewahlen haben einen überwältigenden Sieg der Republikaner ergeben.