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Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg"
Zul-a- un- Haunetal-Zul-aer Kreisblatt
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fr. 9g - 1931
Fulda, Samstag, 18. April
8. Jahrgang
ie Ursachen der Wirtschaftskrise
Wf Zahle nach dem Kriege noch kein Frieden.
? Können wir uns mit Frankreich verständigen?
doktrinärer Sozialismus im Wege steht, durch entsprechend verminderten Lohn größeres Arbcitsquantum zu schaffen.
Weniger Sozialismus wäre hier sozialer.
Eine Ji
Irrlehre ist es auch, zu behaupten, daß die Steuer- ! nicht von so einschneidender Wirkung fein könne, weil ’, die er einnehme, sofort wieder
l oft der ordentlichen Hauptversammlung iheii Bank un d D i s c 0 n t0 - G es ell !
der D e u t -
f t nahm llar Wassermann in längeren und eingehenden Aussührun- m Stellung zur allgemeinen Wirtschaftskrise. Die m verschiedenen Seiten aufgestellten Hypothesen können keine miiqcnde Erklärung für die Ungunst der Weltwirtschaftslage weben. Man kommt vielleicht weiter, wenn man nach einer nheillichen Ursache sucht Als eine solche erscheint der Um- mD, daß wir zumindesten in Europa heute, 12 Jahre nach
höhe nicht von so einschi der Fiskus ja jede Reichsmark, ausgebe und so zurück in die. Wirtschaft leite. Keine Macht kann die zweckmäßige Zurückleitung der Summen meistern, die, wie ein Drittel des aesamten Volkseinkommens, durch das
m Kriege,
den Frieden noch nicht erlangt haben,
ien die Wirtschaft dringend braucht. In allen Ländern ging an daran, eigene Industrien zu entwickeln, die man jetzt mit inatürlid) hohen, auf die Dauer unhaltbaren Zöllen am Men zu erhalten strebt. Statt den Welthandel zu fördern, mß man ihn jetzt durch unübersteigliche Zollmauern aufs wsmdlichste hemmen. Die große^Jnvestitionstätigkett er- merte viel K
a p i t a
rin Mangel: es mangelte
große Investitionstätigkeit den Siegerländern war daran
ein Mangel: es mangelte jedoch an dem Vertrauen zu der iabilität der neuen Ordnung. Die Kapitalisten zogen es vor, itt ihr Kapital zu hohem Zins langfristig anzulegen, es zu liiigem Zins, aber rasch wieder verfügbar, den ■giifén zu überlassen, 1
Beträge z
eder verfügbar, den ssen, denen es überlassen blieb, für diese „ zinstragende Verwendung zu finden. Der »ilkredit, der in normaler Zeit die teuerste Geldbeschaffung n müßte, wurde zur billigsten Kreditquelle, so daß kein An- iz mein bestand,
Spanien richiei sich ein.
Der spanische Außenminister über die zukünftige Politik.
Der neue Außenminister gab Erklärungen ab, wonach die künftige spanische Außenpolitik sich aus pazifistische Ideen gründen werde. Spanien wolle mit allen Ländern in guten Beziehungen stehen. Besonderen Wert lege es aber auf das enge Einvernehmen mit jenen Staaten, deren politisches und soziales Regime dem neuen spanischen Regime am ähnlichsten sei. Sehr viel sei Spanien an der Engergestaltung der Beziehungen zu den spanisch-amerikanischen Republiken gelegen. Auch zu Ländern, die diktatoriale Regierungen haben, wolle es in korrektem Verhältnis stehen Bei den Vereinigten Staaten von Nordamerika sei es zur engeren Gestaltung der Beziehungen notwendig, daß der Einfuhr der spanischen Landwirtschaftsprodukte keine ungerechtfertigten Schwierigkeiten bereitet würden. Zum Schluß teilte der Minister mit, daß er den Besuch des päpstlichen Nuntius erhalten habe sowie eine Loyalitätserklärung des Domkapitels.
Die Regierung hat die sofortige Bildung der neuen Gemeinde- und Stadträte auf Grund des letzten Wahlergebnisses verfügt. Die neuen Gouverneure der 50 spanischen Provinzen wurden endgültig ernannt. Der Oberkommiffar von Marokko, General Gras Jordano, hat um seinen Abschied gebeten. Zum Gouverneur der Bank von Spanien wurde Carabta Sallcedo ernannt. — Der Unierrichtsminister und der Justizminister sind nach Barcelona geflogen, um mit der katalanischen Regierung das Verhältnis des katalanischen Staates zur Spanischen Republik zu regeln.
Minderheitsschulfragen im Haag.
Polen gegen die deutschen Elternrechte.
lahme von Hypotheken oder Bankkredite zurückzuzahlen. Die
Hèni langfristigem „ ______
sitibe Billigkeit des Bankkredits trägt "die Schuld mit, daß die Überproduktion an Rohstoffen so lange uner- M bleiben konnte.
Der Mangel an Vertrauen
MM Mischen Stabilität ist als die Hauptursache des uner- F hohen Zinsfußes in den Ländern bekannt, die ihre ■*it wieder ausbauen müssen unb dazu auf auslän- Kapital angewiesen sind Der gleichen Ursache ent- die übergroße, ungewollte kurzfristige Ver-
Meldung Deutschlands. Die ausländischer M Bankiers, die die wirtschaftlichen Verhaltnissi
Vertrauen zu Deutschland, die große Masse jedoch, diè langfristige Anleihen in Betracht kommt, sieht nur die Musische Unruhe. Deutschland leidet unter diesen Ver- Wijen besonders schwer. Fünf Millionen Menschen sind Mösles geworden, weil die Betriebe ihnen keine Arbeit
ien Banken
e kennen,
k den bisherigen Bedingungen vermitteln können, und weil
Direktor Otto Wassermann,
Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft.
Triebwerk des Staates gepumpt werden. Es bleibt alles dem Zufall überlassen mit dèm Ergebnis, daß die Kapitalbildung in Deutschland insgesamt zu niedrig gehalten wird. Eine Folge davon ist ein
viel 3M bvhcr
der die Produktionskosten ungünstig beeinflußt.
Die Frage, wie Deutschland aus seinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten herauskommen kann, wird am ehesten durch eine politische Verständigung mit Frankreich zu beantworten sein. Jedoch geht der Weg zur politischen Annäherung nicht über die Wirtschaft, sondern die politische Verständigung muß vorausgehen. Wir unsererseits können unter den gegebenen Umständen nichts anderes tun als abwarten, bis Frankreich die Initiative zur endlichen Befriedung Europas ergreift.
In der Sitzung des Haager Ständigen Internationalen Gerichtshofes vertrat der Präsident des Obersten Gericht in Warschau, M r 0 z 0 w s k t, den Standpunkt der polnische “ gierung in Sachen der Nichtzulassung deutscher Kinder zu
N Re-
—„mder zu Min» , --------- Ausschluß der 60 Kin
der, um die es sich hierbei handele, von der Aufnahme in die Minderheitsschulen, der auf Grund der im Jahre 1927 durch- acführten Sprachprüfung infolge ungenügender Kenntnis der
derheitsschulen in Ostobe
Srten Sprachprüfung infolge ungenü chen Sprache erfolgt sei, gelte nicht nu
deutschen Sprache erfolgt sei, gelte nicht nur für dies eine Jahr, sondern für die ganze Dauer der Schulzeit. Für Die 60 in Frage kommenden Kinder sei die Sprachprüfung an Stelle der Erklärung ihr er Eltern über die Muttersprache getreten. Wenn die Eltern jetzt die Versetzung der betreffenden Kinder in die Minderheitsschule verlangten, so sei diese Forderung abzulehnen, da sie dem Ergebnis der Sprachprüfungen widerspreche.
Das unruhige Spanien
Grohe Regierungssorgen.
ü Barcelona, wo der 24ftünbige Proteststreik von EiWrern abgeblasen worden ist, wird gemeldet, daß ^°Ä?âen schwere kommunistische Unruhen ausgebrochen E»« ^"âga wurde das Gebäude der frcikonservativen »La Union Mercantil" von der Volksmenge ange- L* und die Maschinen vernichtet. In Huelva Aoiii-i Ein Zusammenstoß zwischen Kommunisten und der dem ein Arbeiter getötet und mehrere verletzt KLS ^n Sevilla ist der Belagerungszustand erklärt, um
Störungen durch kommunistische Elemente zu ver-
Mn»n,Äk5V* Radiomeldung aus Barcelona wurden bei den liti!"^ Unruhen drei Personen getötet und über 100
Barcelona gemeldet wird, bestehen zwischen der Mtinn„^-glerung und den katalanischen Führern starke Wtalanü^^^?erschiedenheilen, da die erstere den ■acin Forderungen Widerstand entgegensetzte. Die von 0 " ■ ^geleiteten telephonischen Verhandlungen mit 1 H »e? ’n Madrid durch Macias Vertreter fortgesetzt. I i cn Luger melden sich bereits Stimmen, die die aufmerksam machen, sie müsse ihre Macht Mftun» , rwichtigsten Angelegenheiten beschränken, da ihr Mcse V uen gesetzlichen Hintergrund habe. BiitnanLl«^ auch eine baldige Einberufung der ver- M Abende Nationalversammlung.
$ Baskische Republik.
Midien S*l von Katalonien folgend, haben sich die bas- Brov ln z e n z ur s e lb st ä n d i g e n N e p u b l i k gische Privilegien stützt" ^^fassung, die sich auf ihre
ü Die Arif der Flucht.
!,!^ann des königlichen Hauses sind ins
des kvx»-b",o i st. Nur die Infantin Isabella, eine fronst ist' W in Madrid zurückgeblieben, da sic er- Erlassen Ucl,ber fbanif d)e Hochadel schickt sich an, das Land das -^^ug, von Madrid fortzukommen, ist f_» Hand c lltmöen bereits auf Tage hinaus ausverkauft » Ncbul n\^^ ^uii dieser F l u ch 1 a u s M a d r i d gehen E^nominen3 u tn ^en Banken, die einen derartigen Umfang Ne[ ber ’’ daß die Geldinstitute zeitweise nur ein r bangten Beträge auszahlen konnten.
Pariser Begeisterung für König Alfons.
Die^".^cherEmpfang in Pa-ris.
p direkten n ^völkerung hat dem spanischen König, freitet Nachkommen Ludwig XIV., einen Empfang Meten jürmischer Begeisterung alle Ü^'sobert^ Nuchiekundgebungen für ausländische
» Presse " ? ^ tn den Schatten stellt. Nach Schätzung k'" s ch e Ä es sich an die H u n d e r t t a u s e n d e '' ^er ühpi^.p ^er späten Nachtstunden nicht nehmen, aus populären Herrscher vor dem Bahnhof
mib aus dem Wege zum Hotel ihre Teilnahme zu beweisen. Wenn man auch solche Kundgebungen nicht überschätzen darf, so ist diese spontane Huldigung doch gewissermaßen bezeichnend für die Einstellung weiter französischer Kreise gegenüber den spanischen Ereignissen. Man mißtraut einerseits der wahren Volkstümlichkeit und Lebensfähige feit der spanischen Republik und hat andererseits das' unbestimmte Gefühl, daß ein Regimewechsel jenseits der Pyrenäen den französischen Interessen nicht dienlich sein werde.
Deutscher Vertreter weist Polen in seine Schranken.
In der Freitagsitzung des Ständigen Internationalen Gerichtshofes im Haag erwiderte der Vertreter der deutschen Regierung, Professor Erich Kaufmann- Berlin, auf die Ausführungen des polnischen Regierungsvertreters in Sachen des oeutsch-polnischen Schul st reits. Er führte aus, daß die im Jahre 1926 erfolgte starke Zunahme der Anmeldungen von Kindern für Die deutschen Minderheitsschulen in Ostober- schlesien keineswegs anormal und auch keine Folge von Machenschaften gewesen sei. Das Ergebnis der Sprachprüfungen für das Jahr 1926/27 wurde vom Völkerbundrat nicht als e n b' gültig angesehen, Der Spruch des Internationalen Gerichts vielmehr über das Ergebnis Dieser Prüfungen zu stellen sei. Der Völkerbund habe anerkannt, daß für die folgenden Schuljahre allein Der Spruch des Internationalen Gerichts maßgebend sei und jene Sprachprüfungen nicht mehr gelten sollen. Zusammensassend erklärte er, die polnische Regierung versuche, Die Kinoer, die auf Grund Der Sprachprüfungen auf polnischen Schulen untergebracht worden seien, in eine'isolierte Lage zu versetzen, und zwar durch irreführende Darstellungen und durch Übertreibung angeblicher Mißbräuche und pädagogischer Schwierigkeiten, sowie durch falsche Feststellung der Sprache der Kinder. — Am Sonnabend erfolgt die Erwiderung des polnischen Vertreters.
Ein Bildtelegramm von der Ankunft des Königs in Marseille,
Landtagsauflösung im Herbst?
Von der Preußenkoalition erwogen.
In den Reihen der preußischen Regierungskoalition sind zurzeit Erwägungen darüber im Gange, ob cs sich nicht empfiehlt, ohne Rücksicht auf den Ausgang des Volksbegehrens und den später folgenden Volksentscheid den Preußischen Landtag
noch im Laufe des Sommers aufzulüscn und Neuwahlen zu veranstalten.
Von gut unterrichteter Seite wird versichert, daß sich die Erörterungen in der nächsten Zeit bereits zu konkreten Voschlägen verdichtet haben, die darauf hinaus laufen, etwa im September oder im Oktober Landtagsneuwahlen stattfindcn zu lassen.
Der Grund dafür dürfte u. a. in dem Wunsch zu suchen
fein, Die Neuwahlen für das Preußenparlament der Zl möglichst von Der Neuwahl des Reichspräsidenten aoz Die bekanntlich im F '
Hinocnburgs erfolgen muß. Man hofft wohl auch, daß der Sommer mit seinen günstigeren Beschäftigungsziffern eine
;cit nach
Neuwahl des Reichspräsidenten abzusetzen, Frühjahr 1932 nach Ablauf der Amtsdauer
ruhigere Wahlstimmung schasst.
Den entscheidenden Anstoß in den Erwägungen innerhalb Der preußischen Negierungskoalition hat aber zweifellos das Stahlhelmvolksbegehren gegeben, von dessen Ergebnis auch die letzte Entscheidung über Den Plan der Landtagsneuwahl schon im Herbst abhängèn wird.
Die spanische Botschaft an die Reichsregierung.
Amtlich wird mitgeteilt: Von feiten der spanischen Botschaft in Berlin ist dem Auswärtigen Amt eine Verbalnot: übergeben worden, welche mittcilt, daß die Republik in Spanien unter dem freudigen Beifall der Bevölkerung aus- acrufen und daß eine provisorische Regierung gebildet worden ist. Die Note weist darauf hin, daß in Spanien Ruhe herrsche.
Mexiko erkennt die spanische Republik an.
Das Außen mini ste riu m teilt mit, daß als zweiter Staat Mexiko die spanische Republik anerkannthabe.
Kleine Zeitung für eilige Leser.
* Auf den Antrag Deutschlands wurde die lleberprüfung der europäischen Zollverhältnisfe und damit des deutsch-österreichischen Zollabkommens auf die Tagesordnung der Europa- kommission gesetzt.
Das Kammergericht hat in einem Urteil entschieden, daß Zreisfchutz für Zigaretten durch die Kartellnotverordnuna
der Preisschutz für Zigaretten durch die Kartellnotverordnung aufgehoben worden ist.
* 5m Prenzlauer Gefängnis wurde ein Oberwachtmeister von zwei Sträflingen in. eine Zelle gelockt und erwürgt. Die Mörder sind entflohen.
* König Alfons von Spanien wurde bei seiner Ankunft in Paris mit großer Begeisterung empfangen.