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Zul-aer Anzeiger
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Fulda, Dienstag, 21. April
8. Jahrgang
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Spione über Deutschland
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Französische Veobachlungsposten für Polen.
daraufhin geantwortet, daß die Offiziere sich nunmehr an die ihnen erteilten Instruktionen halten würden.
Die platte bringt es an den Tag.
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Unterirdische Militärkontrolle in Deutschland.
Die drei französischen Offiziere, die in der Königs- bemcr Artilleriekaferne bei verdächtigem Photographie- M militärischer Anlagen festgenommen und wieder frei- nelasfen wurden, haben nach ihrer Freilassung ihren Plan, das Gelände der Festung Pillau zu besichtigen, aus- neneben. Nichtsdestoweniger haben sie ihre Reife zum Besuch der ostpreutzischen Schlachtfelder fortgesetzt. In politischen Kreisen Königsbergs ist das Befremden hierüber außerordentlich gross. Immer wieder fragt man sich in Königsberg, was deutschen Offizieren geschehen wäre, wenn sie in Frankreich militärische Aufnahmen gemacht hätten.
Die Königsberger Allgemeine Zeitung bringt unter der Überschrift „Ost Preußen verlangt Sühne" einen Leitartikel zum Spionagezwischenfall. Jetzt wisse man endlich, so sagt das Blatt, warum Königsberg ein französisches hauptamtliches Konsular habe. Es sei ein offenes Geheimnis für den Eingeweihten, daß das Konsulat ein nach Ostpreußen vorgeschobener französischer Beobachtungspo st en sei, der vielleicht mancherlei Mbindungsdienst zum polnischen Verbündeten zu : leisten habe. Diese Vermutung sei durch den Spionagezwischenfall zur Gewißheit geworden. Der Vorfall be- iweise, daß eine unterirdische Militärkontrolle in Deutschland weiterhin bestehe. Die oft» [ preußische Reichswehr habe nichts zu verbergen. Sie habe I oft genug ausländische Gäste gehabt.
Das Unerhörteste an der ganzen Angelegenheit ist l aber, dass, wie wir von unterrichteter Seite erfahren, die drei französischen Offiziere dem sogenannten zweiten Siireau des französischen Kriegsministeriums, das heisst lbcm Geheimdienst, angehören.
Die Beschwerde des Auswärtigen Amtes.
I Aus dem Auswärtigen Amt ist der französischen Bot- f lchafi ein Brief zugegangen, in dem das lebhafte Bestem den der Reichsregierung über das Verhalten der y französischen Offiziere zum Ausdruck gebracht wird. Licherem Vernehmen nach hat der französische Botschafter
Die den französischen Offizieren in Königsberg abgenommenen Aufnahmen sind nunmehr entwickelt wor- ven. Die Bilder zeigen Festungsanlagen und ferner ^.ruppenabteilungen, die mit einem Gerät üben, dessen Geheimhaltung anderen Staaten gegenüber im Inter- eise der Landesverteidigung unbedingt ersor- derlich ist. Die Aufnahmen sind teilweise durch einen Zaun hindurch gemacht worden, zeigen also Übungen auf dem Kasernenhof und nicht etwa auf einem dem blikum zugänglichen freien Platz.
Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass jede Zivilperson, die bei Handlungen anbetroffen würde wie sie die französischen Offiziere in Königsberg sich haben zuschulden kommen lassen, wegen Spionageverdachts festgenommen und der Polizei bzw. dem Gericht übergeben werden würden.
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Anweisung aus Paris:
Die Offiziere haben Deutschland sofort zu verlassen.
Aus Königsberg wird gemeldet: Die französische Botschaft in Berlin hat den hiesigen französischen Offizieren, die unter Spionageverdacht in Königsberg festgenommen und wieder freigelassen wurden, die
Anweisung erteilt, Ostpreussen und Deutschland unverzüglich zu verlassen.
Ein entsprechendes Telegramm dürfte an das Königsberger Hotel der Offiziere gerichtet sein.
An zuständiger Berliner Stelle wird bestätigt, daß von Paris aus an die der Spionage schuldigen französischen Offiziere in Königsberg die Anweisung ergangen ist, Deutschland sofort zu verlassen.
Die Tat, die den Offizieren zur Last zu legen ist, wird in Deutschland mit Zuchthaus bedroht.
Die Reichsregierung scheint jedoch trotz der Schwere des Deliktes sich mit dem Verschwinden der Schuldigen aus Deutschland begnügen zu wollen, obwohl in einem umgekehrten Falle deutsche Offiziere oder Personen, die sich in gleicher Weise schuldig gemach» hätten, in Frankreich sofort festgefetzt, vor ein Kriegsgericht gestellt und zweifellos auf das schwerste bestraft worden wären.
Spionage.
Bis vor fünf Jahren wurden wir Deutsche ja noch ganz offiziell kontrolliert, ob sich bei uns auch nicht der geringste Verstoß gegen die Versailler Entwaffnungsbestimmungen feststellen ließ, und vor noch kürzerer Zeit hatten besondere Ententekommissionen auch zu prüfen, ob die Bestimmungen bis zum Abbau der letzten Telephonleitung oder des kleinsten „nicht genehmigten" Verteidigungswerkes durchgeführt war. Dann setzte die kaum ver- steckte Überwachung durch „Militärattaches" der Entente bei uns ein, die zweifellos über ein gut organisiertes Spionagcsystem in Deutschland verfügen. Allerhand .Privatspione" — meist fremdländische Offiziere in Zivil — betätigen sich aus Reisen in deutschen Grenzgebieten und die deutsche Abwehr gegen die „offizielle" wie gegen diese Gelegenheitsspionage ist nicht bloß schwierig, sondern durch Mangel an Mitteln sehr eingeschränkt. Man kann höchstens die Achseln zucken, wenn man von der politisch-durchsichtigen Verwertung der „Ergebnisse" solcher Spionagetätigkeit hört, wenn es z. B. vor ein paar Monaten erst der belgische Kriegsminister fertig brachte, von zahllosen Betonunterständen und Geschützbettungen rings um die „Festung" Königsberg zu fabulieren, von denen ihm ein höherer Offizier der belgischen Armee erzählt hatte. Auch er hatte sich im Vor- gelände dieser „Festung" herumgetriebcn und durch seine „Gespensterseherei" dem hohen Vorgesetzten willkommenes „Material" für den geplanten Ausbau der belgischen Befestigungsarbeiten geliefert, die sich im Anschluß an das französische System an der Grenze mit Deutschland hin- ziehen sollen. Allerdings würde doch wohl selbst eine modern armierte Festung Königsberg kaum eine „Bedrohung" für Frankreich oder Belgien bedeuten, aber man interessiert sich dafür aus Freundschaft für Polen!
Nun weiß wirklich schon jedes Kind, daß Photographieren in allen Festungsgeländen der Welt verboten ist, und darum bedeutete diese Tätigkeit der hohen französischen Offiziere — auch wenn
sie nur exerzierende Truppen „knipsten
gerade in
Das Recht Deutschlands
Die Deutsche Volkspartei zur Politik Brünings.
Außenpolitisch muß die Befreiung von winschaft-
I ~ 8m Zentralvorstand der Deutschen Volkspartei hielt I .s.^üuhrer, Abg. Dingeldey. seine ft
I wer die politische Lage, die gleichzeitig der Festlegung
I n Kampfziele der Deutschen Volksparie» I ff?^mei war. Nach einer Stellungnahme der volkspartei- 1 ,a)en Reichstagsfraktion zu den Tagessragen erklärt Dingeldey 1 D a-' die Wirtschaftslage treibe die Reichsregierung aus den 1 6er Revision des Tributvertrages Das
■ Volk kann es ntd)t verantworten, sich voraussetzungs- ■ , dem System einer westlichen Front gegen den Bolschewis- ■ vnzuschlietzen, wenn man ihm nlchi zuvor seine Lebens- ■ ;eIt| üinen Lebensraum und feine militärische Kraft I mân ^eben hat. Bet dem Besuch der deutschen Staats- I in England hofft man, werden nicht nur die Frage I [l)ni"° ,unton- sondern in erster Linie auch die großen Zu- I Anhänge, Der wirtschaftliche Unsinn des gegenwärtigen I dlwllssystems und die Abrüstungsfrage mit freier I m 1 ?"d mit dem Willen zu friedlicher, großzügiger Zu- I '""«nenarbest erörtert werden
I h °~n Dingeldey vorgelegte Fassung der neuen Kamps- I ih1rh OeT Deutschen Volkspartei wurde nach einer kurzen Aus- I beib. ""»enomnien. In diesem neuen Aktionsprogramm I Kenn« ,u v ' Nur die Verfassung hat Bestand, in der dem I j neT Herrschaft des Volkes gleichberechtigt der Begriff
I einen o7r*un° unö ver Autorität gegenübersteht. Wir tun I tetnrn. • P entscheidenden Schritt aus dem Wege zur Retchs- ^’ lvvem wir verlangen, daß
Ver Reichspräsident künftighin zugleich Oberhaupt
I - des Landes Preussen wird.
I ernennt rote den Reichskanzler und die
k die 1° auch den preußischen Ministerpräsidenten und
pieußiichen Slaalsminister.
®teb7rL-?*üpf3tcle Ver Deutschen Volkspartei umfassen Ute Tam« ' o"ung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft, den licheruim ^"vwirischafi und die Frage der Arbeitslosenver- auf Berufsbeamlentum müsse gegen alle Anschläge
Unabhängigkeit geschützt werden alles Schutz für alle Religionsgemeinschaften und gegen ivtrb' gesoidèr^^^^v" Grundlagen deutscher Kultur bedroht.
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Dingeldey. seine fett Tagen erwartete Rede e, die gleichzeitig der Festlegung der Deutschen Vollspa
$w einer kommunistischen Revolution
. „ in Spanien?
h anb prophezeit Weltrevolution.
°us Moskau kommen, wie aus War größere Gruppen
IMU aeni°,^ ^“bt" UU» Nt 0 lau luuimtn, von 10 in 1 , Mrb, in den letzten Tagen größere Gruppen X östlichen Parteifunktionären durch Unter' tbnJ^ der Reise nach Spante n befinden. Aktion d^ »?Efand sich das Exekutivkomitee der spanischen kommunistischen Internationale mit dem Vorstben-
lichen Kletten und die Gleichberechtigung angestrebt werden ie Unmöglichkeit
des heutigen Zustandes anerkennen und durch eine wahre und wirklich gleichmäßige Abrüstung den Worten der Verträge die
Ter Völkerbund steht vor der Frage. ob er d
Tat folgen lassen wird
Versagt der Völkerbund, so ha» Deutschland nach Menschen- rech» und vor seiner Geschichte die Pflicht, den Weg zur freien Entwicklung seiner Kräfte sich selbst zu wählen.
Die Durchführung des Aktionsprogramms der DVP.
Sitzung der Reichstagsfraktion.
Die Reichstagssraktion der Deutschen Volksp hielt 4m Reichstage eine Sitzung ab, in der die Parla rischen Möglichkeiten zur Durchführung des Aktions - rtei besprochen wurden. Ferner nahm
Programms der Partei befp die Fraktion Berichte über die
schiedenen Ministerien wegen der Verordnung.
artet
amenta-
Besprechungen mit den rer» in Aussichi stehenden N o t -
Die Reichstagsfraktion billigte die Haltung der Vertreter der Fraktion im Ältestenrat des Reichstages zu dem Anträge auf Einberufung des Reichstages sowie den Schritt des Vorsitzenden, Abgeordneten Dingeldey, beim Reichskanzler gegen die mißbräuchliche Anwendung der letzten Notverordnung in Preußen.
Dernburg für sofortige Revision.
Wie aus Washington gemeldei wird, Hai Reichsminister außer Dienst Dr Dernburg, einstiger Staatssekretär im Reichs- folonialamt und langjähriger Mitarbeiter in amerikanischen Bankhäusern soeben Der internationalen Handelskammer dort selbst einen längeren Bericht überreich!, der sich mit der internationalen Verschuldung, mit den Hochsümtzzöllen, der Ein- wanderungsbeschräukung und Rußlandindustricalisierung be- schäfiigl Diese Tatsachen seien die Gründe für die heutige Weltdepression. Dr Dernburg fordert die j o s o r i i g e R e i- niguna des Rcparaiionsproblems im Sinne scharfer Herabsetzung der deutschen Tributzahlungen.
den, der einem Vertreter einer amerikanischen Zeitung erklärte, Spanien stände
vor einer kommunistischen Revolution.
Die provisorische republikanische Regierung könne die Forderungen der Arbeiter und Bauernmassen des Landes nicht befriedigen. Es sei durchaus nicht richtig, daß die iberische Halbinsel noch nicht reif für den Kommunismus wäre. Wenn Europa einerseits zwischen Rot-Rußland im Osten und andererseits von einem Rot-Spanien im Westen flankiert sein werde, müsse
die Wellrevolution in die entscheidende Phase treten.
Königsberg fast mehr als nur eine grobe Taktlosigkeit, die noch übler dadurch wird, daß sogar der dortige Konsul die Besucher begleitete. Gewiß ist es feine Spionage, aber wenn sich die Herren Derartiges z. B. in Italien dicht an der Grenze geleistet hätten, so würde man dort sehr deutlich und in einer für sie keineswegs angenehmen Weise verfahren sein. Wir haben schon gerade genug mit den Heldentaten der polnischen Flieger über unseren Grenzgebieten im Osten! Und den Wünschen französischer Militärs, sich die Schlachtfelder im Osten anzusehen, wo ihre einstigen Bundesgenossen entscheidend geschlagen wurden, bei dieser Gelegenheit nun aber auch ihre sonstige „Neugierde" photographisch zu befriedigen, dürfte man deutscherseits nun wohl nach diesem Vorkommnis einen festen Niegel vorschieben.
Sehr viel ernsthafter und gefährlicher ist aber die Werkspionage, bei der wir nicht gerade selten die unangenehmsten Dinge erleben mußten, vielleicht nie so sehr wie jetzt in den Werken unseres größten chemischen Unternehmens. Und da hat man nur allzu berechtigte Veranlassung, anzunehmen, daß das andere Ende der hier festgestellten Fäden in Moskau zu suchen ist. Schon heute muß von einer großen Organisation auch auf diesem Gebiete gesprochen werden, wobei so mancher durchaus nicht freiwillig oder absichtlich, sondern in aller Harmlosigkeit, also fahrlässig, mitwirkte. Im Höchster Werk der I. G. Farbenindustrie mußten deswegen schon zwei Dutzend Arbeiter entlassen werden, die sich solche Fahrlässigkeiten nachweislich zuschulden kommen ließen und harmlos, ausplauderten, wonach sie weniger Harmlose ausgeforscht haben nach einem genau ausgearbeiteten Spionageplan. Und die Arbeiterschaft selbst ist mit diesen Entlassungen durchaus einverstanden, obwohl oder gerade weil damit auch Mitglieder der Betriebsvertretung getroffen wurden.
Die deutsche Industrie verlangt aber vor allem, daß das Gericht dieser Werkspionage, die oft nicht nur aus wirtschaftlichen Absichten betrieben wird, mit schärferen
gesetzlichen Mitteln entgegenwirkt. Heute ist es nämlich so, daß der bloße Versuch bzw. die vorbereitenden Handlungen straflos bleiben und die Tat selbst längst nicht derart bestraft wird, wie dies eine im Verhältnis zum an- gerichteien Schaden einigermaßen , fordern müßte. Natürlich versuchen fr sich irgendwie selbst zu schützen, können dabei aber die Unterstützung durch ein besser ausgearbeitetes Gesetz verlangen; sonst erleben sie immer wieder, daß plötzlich i m Ausland die Industrie sich die Ergebnisse ihrer Werkspionage erfolgreich zunutze macht. Natürlich sind die Maßnahmen für diese „Spio-
genügende Sühne 'ie deutschen Werke
eder, daß plötzlich i m
nageabwehr" ungeheuer schwierig, aber noch viel notwendiger als die auf militärischem Gebiete, wo wir ja einen „Konkurrenzkampf" mit den andern Nachbarstaaten
Kleine Zeitung für eilige Leser.
* Das Reichskabinett wird in dieser Woche seine Arbeiten wieder aufnehmen.
* Gegen den Mißbrauch der Notverordnung durch Beschränkung politischer Freiheiten wendet sich ein Runderlatz des preußischen Innenministers.
* Wegen des verdächtigen Benehmens der drei französischen Offiziere in der Artillerlekaserue in Königsberg hat das Auswärtige Amt bei der französischen Regierung Beschwerde eingelegt.
* Der Asienforscher Dr. Trinkler ist den schweren Verletzun- erlegen'e °* ”°$ ^^ bei einem Autounfall erlitten hatte,