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Zul-aer /lnzeiger

Erscheint jeden werktag.Vezugsprels: monatlich 0.20 ZM. Bei Lieferungsbehinderungen durch höhere Gewalten", Streiks, Aussperrungen,

Vahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Einsprüche. Verlag Friedrich Ehrenklau, Kulda, Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungsver­leger. Postscheckkonto: Krankfurt a. M. Nr. 16009

jät. 218 1931

Streikende Marine

Sie Meuterei der englisches Rotte.

Die Garnisonen ruhig.

In den englischen Marinegarnisonen ist alles ruhig. Urlaub wird wie gewöhnlich gewährt. Der Kommandeur der' Marine­garnison in Portsmouth hielt einen Appell ab, der ohne Zwischenfälle verlief.

Die Arbeiter im Armeearsenal haben Abordnungen ins Kriegsministerium entsandt, die gegen die Lohnherabsetzung Einspruch erheben und über eine Neuregelung verhandeln

sollen.

Sir Austen Chamberlain teilte im Unterhaus mit, daß die Schiffe der atlantischen Flotte, deren Mannschaften sich gewei­gert hätten, zu den Übungen in See zu gehen, Befehl erhalten hätten, in die Heimathäfen zurückzukehrcn. Dort würden die Fälle untersucht werden, bei denen durch die Lohnherabsetzun- gen ganz besondere Härten entstanden seien.

Die Regierung habe die Admiralität ermächtigt, Abände- nmgsvorschläge vorzulegen, sobald das Untersuchungsergebnis vorliege. Ein Antragsteller beantragte, daß der Abbruch Der Übungen der Antlautikflotte sofort aufgeklärt werden solle. Eine Reihe von Abgeordneten der Opposition sprang auf, um weitere Fragen zu stellen. Der Sprecher ging jedoch zur Tages­ordnung über.

Die Regierung läßt mit sich handeln.

Die V e r st ö ß e gegen die Disziplin, die sich bei der gewaltsamen Geltendmachung von Soldansprüchen in der englischen Atlantikflotte ereigneten, sind zweifellos so stark gewesen, daß man von einer Meu­terei sprechen muß. Das wird auch mehr oder weniger offen von der englischen Presse eingestanden, die erklärt, die Schiffsbesatzungen hätten das Vertrauen der anderen

Nationen in Englands Kredit untergraben. Ungehor-

'am gegen die Anweisungen der Regierung etzigen Zeiten seien ebenso zu verurteilen,

in den e das in

Kriegszeiten der Fall war. Die Zeitungen erklären im übrigen, daß die Matrosen in ihren Versammlungen es abgelehnt hätten, sich von bolschewistischen Agi­tatoren beeinflussen zu lassen. In einer außerordentlichen Kabinettssitzung wurden die Vorgänge in der atlantischen Flotte erörtert. Es sollen auch Meldungen vorgelegen haben, daß in der Armee und auch in der Polizei Anzeichen von Unruhen bemerkbar geworden seien.

Zu dem Ausbruch der Meuterei

wird noch ergänzend gemeldet, daß, als vom Flottenchef das Signal zum Ankerlichten gegeben wurde, sich die Augen der Mannschaften auf das LinienschiffValiant" richteten. Die Matrosen erwarteten mit Spannung, ob dort dem Befehl Folge geleistet werden würde. Aber auf diesem Schiffe blieb die Mannschaft unter Deck und

weigerte sich, die Anker zu lichten.

Offiziere und Fähnriche versuchten sodann, den Anker selbst zu lichten, worauf die Mannschaft erklärte, daß sie dann einfach den anderen Anker fallen lassen würde. In der Zwischenzeit hatten die Heizer die Feuer ausgehen lassen,

der Streik war gelungen, die Mannschaft versammelte sich auf dem Vordeck, und ihre äse zum Nachahmen wurden von den Schiffen der übrigen Flotte ausgenommen. Nur auf einem Teil der Alffe waren die Mannschatfen bereit, die laufenden Aemigungsarbeiten zu versehen und ihre Schiffe einiger­maßen in Ordnung zu halten. Auf anderen Schiffen mußte mußte beispielsweise die

Mchland warnt vor Zollerhöhmgen.

Die Genfer Aussprache über die Wirtschaftskrise.

Verlauf der Hauptaussprache im Wirtschaftsausschuß .Ministerialdirektor Posse eine Erklärung über Endpunkt der Reichsregierung zu den aktuellen europäi- Ä Krisenmomenten ab. Er führte u. a. aus: Die deutsche ^-ung ist der Meinung, dal

Eltens für eine gewisse Zeit

führte es i

unbedingt notwendig

die Sicherheit der bestehenden Handelsverträge ^E^hrleisten. Die deutsche Regierung hat der englischen -Ilsung bereits mitgeteilt, naß sie durchaus bereit sei, alles »^mit die Wünsche Englands für eine handelspoli- cmi^^ständigung mit den europäischen Festlandsstaaten er-

werden. Dr. Curtius hat bereits in der Vollver- w^g darauf hingewiesen, daß

wegen der deutschen Not heute die Erde bebt.

der letzten Zeit zeigen aber, wie richtig dieser UnbehiM * ^- Sofortige Maßnahmen müssen ergriffen werden, in ÄS1 erforderlich ist, daß die Politik der einzelnen Staaten

^8 gebracht wird mit der Zusammenarbeit mit allen iiunhiLn^ daß die Interessen der anderen Staaten hierbei "chen berücksichtigt werden. Der Bericht der wirtschaft- Hii demSveMndigen des Europa-Ausschusses, dem tine MA^f Seite große Bedeutung beigemessen wird, enthalt wrovüii^ bU" einzigartiger Vorschläge zur Behebung der ^runa 2 Wirtschaftsnot. Dieser Bericht muß von

^^ beachtet werden. Der Völkerbund, so "nere,lebhaftem Beifall, darf sich nicht mehr auf ließen Ä theoretische Behandlung der großen wirtschaft- ntsrage beschränken, sondern muß

____Behebung der Dieser Bericht muß von den Re- Völkerbund, so

"urchsig, unverzüglich praktische Maßnahmen

^?ß di?Reichsregierung begrüßt es insbesondere. ^Keschiâ^Utäßigkeit und Unschädlichkeit der von Deutschland ^dcn ?" Präferenzverträge jetzt allgemein anerkannt Anis"^-^ Ausführungen des französischen Handels- ^beien wÄr^llch lein Wort über den Gedanken einer 'üb >, "'lchaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutsch- cMt * ankr e^ ch. Diese Tatsache wurde allgemein W den gwi^011^ worden war, daß der Minister im Hinblick "Wen^ Besuch aus den Gedanken einer deutsch-sran- 'rtschastlichen Zusammenarbeit entgehen würde.

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt Redaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernsprech-flnsthluß Nr.-S- Nachdruck ött mit* versehenen Artikel nur mit Dvtürnangadr »ZulLaer stnzet grr'g« stattet.

Fulda, Freitag, 18. September

Wacheübernahme durch die Offiziere erfolgen. Befehlsgemäß sind die Schiffe der Atlantik- flotte in See gegangen, um ihre Heimathäfen Port­land, Devonport und Chatham anzulaufen. Als bei der Flotte die Nachricht eintraf, daß die englische Admiralität bereit sei, gewisse Härten, die durch die Soldherabsetzungen entstanden waren, untersuchen zu lassen, ließen die Offi­

ziere die Mannschaften antreten und teilten ihnen Entscheidung mit,

die mit Beifallsrufen ausgenommen wurde.

die

Dennoch bedurfte es der ganzen Überredungskunst Offiziere, um die Mannschaften zum Dampfauf

der

machen und 3 um Seeklarmachen der Schiffe zu bewegen. Die Besatzungen erhoben Einwendungen da­gegen, daß die Schiffe

voneinander getrennt werden, was geschehen muß, wenn sie auf ihre verschiedenen Heimathäfen verteilt werden. Auf einzelnen Schiffen dauerte es über zwei Stunden, ehe sich die Mannschaften mit dem Auslaufen ihres Schiffes einverstanden erklärten. Auf dem LinienschiffValiant", auf dem zuerst die Unbot­mäßigkeit ausgebrochen war, dauerten die Verhandlungen am längsten.

Gleichzeitig mit dem Bescheid, daß sie die Klagen der Mann­schaften untersuchen werde, ließ die Admiralität auch mitteilen, Daß diejenigen, die sich weigerten, ihre Pflicht zu tun,

streng bestraft würden.

Der Chef des zweiten leichten Kreuzergeschwaders, Kontre- ibmiral Astley Rushton, unter dessen Kommando die beiden Kreuzer gestanden hatten, die Kiel besuchten, fuhr

persönlich von Kreuzer zu Kreuzer, um die Mannschaften an ihre Pflichten zu erinnern.

In dem Schreiben an die Admiralität, in dem sie die Forderungen nach Revision der Soldherabsetzungen stellten, hatten die Besatzungen daraus hingewiesen, daß die befohlenen Einsparungen zu ernsten Härten und zur Unmoral unter den Familien der Seeleute führen müßten. Wenn sie nicht

eine schriftliche Garantie

von der Admiralität erhielten, die vom Parlament zu bestätigen sei, würden fie sich wie ein Mann weigern, ihre Pflicht zu tun. Sie seien jedoch grundsätzlich bereit, gewisse Soldherabsetzungen anzunehmen. Pressekorrespondenten, die auf den Schlacht­kreuzern zugelassen waren, konnten beobachten, wie die Mann­schaften Gassenhauer sangen, obwohl ihre Offiziere ganz in ihrer Nähe waren.

Erklärungen Chamberlains und Macdonalds.

Die Löhnungsrevolte in England.

Sir Austen Chamberlain bestätigte im Unterhaus seine letzten Verfügungen an die Flotte, wonach die Beschwer­den der Mannschaft untersucht, Fälle von Disziplinlosigkeit aber streng bestraft würden. Er fugte hinzu, daß er bei Über­nahme seines Amtes schon die Anweisungen über die Sold- und Gehaltsherabsetzungen ausgearbeitet vorgefunden hätte.

Einer ergänzenden Mitteilung Macdonalds zufolge, hatte die Admiralität schon die vorangegangene Regierung da­von verständigt, daß die Mannschaften der Marine loyal die Anstriche in ihrer Löhnung annehmen würden, vorausgesetzt, daß dementsprechende Gehaltskürzungen auch bei allen anderen Beamten und Angestellten der Regierung und der Konimunen sowie auch Abstriche bei den Arbeitslosenzahlungen stattfänden.

polen beschwindelt den Völkerbundrat.

Ein gefälschtes Dokument.

In weiten Delegationskreisen hat ein soeben bekanntgewor-1 lener Zwischenfall größtes Aufsehen erregt. Die polnische Ab­ordnung hatte vor kurzem telephonisch mit dem Warschauer Außenministerium gesprochen und verlangt, das Finanzministe­num solle unverzüglich eine Erklärung des Fürsten Pletz be- chaffen, daß dieser mit den bisher gegenüber der Pleß'schen Verwaltung getroffenen Anordnung des polnischen Finanz­ministeriums zufriedengestellt sei.

Ein polnischer Senator, der als Rechtsanwalt von früher her eine Vollmacht des Fürsten Pleß besaß, hat daraufhin an ms Warschauer Finanzministerium ein Schreiben gerichtet, in Dem er. angeblich im Auftrage des Fürsten Pleß, die gewünschte Erklärung abgab. Das Schreiben wurde tcdoch in Wirklichkeit unter dem direkten Diktat des polnischen Finanzministcrs auf- gesetzt, wobei zur Abfassung des Schreibens ein hoher Beamter hes polnischen Außenministeriums hinzugezogen wurde. Tat­sächlich war jedoch die Vollmacht des polnischen Senators nicht ohne Grund bereits am 1. September, d. h. vor Der Abfassung ves Brieses abgelaufen. Trotzdem erfolgte die Abfassung und Absendung des Schreibens ohne Fühlungnahme und ohne Wissen des Fürsten Pletz.

Das somit gefälschte Schreiben wurde von der polnischen Delegation sämtlichen Ratsmächten übermittelt und in dem Sinne ausgenutzt, daß ja nunmehr 1 ie Pleßsche Beschwerde aus der Welt geschafft sei. Die polnische Delegation hat damit ge­rechnet, daß der Rat aus Grund dieses Dokumentes die Be­schwerde als erledigt erklären werde.

Fürst Pletz erhielt jedoch davon Kenntnis und richtete so­fort an den Generalsekretär des Völkerbundes sowie an den Berichterstatter im Rat, den japanischen Botschafter, die schrift­liche Erklärung, daß das von der polnischen Regierung herum- gereichte Schreiben null und nichtig und die Absendung ohne Wissen und Zustimmung des Fürsten erfolgt sei. Der Versuch der polnischen Regierung, eine Beschwerde aus deutschen ost- obcrfchlesischen Mmderheitskreisen mit Fälschermetboden zu­nichte zu machen, ist hierdurch mißglückt.

Jtoaefgenptde: §ür VehSrden, Genossenschaf­ten,Banken usw. beträgt die Kleinzelle OJOHlf., für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für ölt Reklamezelle 0.90 Mk. u. alle anderen 0.15 Mk^ Reklamezelle OJO Mark Bei Rechnungsstel­lung hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfol-

8. Jahrgang

Rach dem Run auf Deutschland.

In einem kürzlich veröffentlichten Sachverständigen­bericht über das bekanntlich arge Not leidende eng­lische Währungs- und Kreditwesen steht ein Satz, der in seiner scharf zugespitzten Formulierung sicherlich stark übertrieben erscheint, in seinem Kern aber doch Wahrheit ist:Die Währungspolitik ist eine Kunst, aber keine Wissenschaft." Für die Kreditpolitik gilt aber genau das gleiche. Der deutsche Reichsbankpräsident Dr. Luther hat in einem soeben erschienenen Aufsatz Run auf Deutschland" diese Sache etwas vor­sichtiger formuliert und spricht von derSchwierigkeit für Fernerstehende, das gesamte Problemgebilde der Geld- und Kreditwirtschaft zu übersehen". Aber auch vielen Nahestehenden" wurde und wird ja eine solche mangel­hafte Übersicht vorgeworfen und deswegen bringt Dr. Luther in seinem Artikel zunächst und sehr ausführlich eine Verteidigung der Haltung, die die Reichs- b a n k vor und während der Krise des Julis, diesesEle- mentarereignlsses", beobachtet hat. Natürlich ist eine solche Darstellung an sich bedeutungsvoll, aber von größerer Wichtigkeit für die deutsche Wirtschaft, also für jeden ein­zelnen von uns, ist doch wohl, was die Reichsbank jetzt tut, um ihre Aufgabe als Zentralkreditinstitut zu er­füllen oder doch wenigstens den Versuch dazu zu machen! und was sie in dieser Hinsicht nun in der nächsten Zeit tun will.

Daß die Reichsbank ihren Kampf gegen jede Be­drohung unserer Währung von außen her fortsetzt, daß sie ferner auch jede Maßnahme verhindert, jeden Vorschlag, überhaupt alles ablehnt, was irgendwie bei uns in Deutschland selbst auch nur im entferntesten nach In­flation aussieht, muß auch die Erklärung dafür abgeben, daß Dr. Luther sich sehr deutlich und mit betonter Schärfe gegen dieBinnenmark- und ähnlichen Projekte" äußert. Durch sie wollen ihre Urheber der WirtschaftMilliarden­beträge" als Kredite bzw. Zahlungsmittel zuführen, aber alle diese Pläne sind Inflation", erwidert der Reichs­bankpräsident. Auch den Vergleich mit der Rentenmark­schaffung lehnt er ab, weil damals beim Geldumlauf die Dinge ganz anders, nämlich gerade umgekehrt, lagen wie heute. Die Reichsbank wird also die klare Abwehrstellung gegen jede Inflation (Sinken des Geldwertes und Steigen der Warenpreise) nach wie vor um so fester hüten, als ihre heute wichtigere Aufgabe einen nicht ungewöhnlichen Angriff bedeutet: den Kampf nämlich gegen die Geld- und Kreditdeflation. Am Erfolg dieses Ringens wird sich zeigen, ob die für unsere Kreditpolitik Verantwortlichen nach dem oben zitierten englischen SatzKünstler" sind

oder nicht.

Wie sehr der Kredit das Blut

im fein organisierten

Körper einer modernen Wirtschaft ist, spüren wir tag­täglich, heute um so mehr, da man uns so furchtbar viel von diesem Lebenssaft abgezapft hat. Die rücksichtslos scharfen Diskonterhöhungen der Reichsbank dienten neben dem Schutz der Währung und als Maßnahme gegen die Abwanderung des ausländischen Kredits in Deutschland auch noch dem dritten Zweck einer möglichst starken Kredit­einschränkung bei der deutschen Wirtschaft selbst. Das An­ziehen der Diskontschraube hätte aber doch nicht zu jenen beiden sonst immer erreichten Zielen geführt, wenn nicht die Devisenzwangswirtschaft und schließlich das Stillhalte­abkommen mit dem Ausland hinzugetreten wäre. Diese Zwangsbewirtschaftung der Devisen, so schreibt nun Dr. Luther,wird aber so lange auf - rechterhalten werden müssen, bis eine längerfristige Regelung das sechsmonatige Provisorium der Stille­haltung ersetzt, das vom 1. September ab läuft". Alle legitimen Devisenbedürfnisse" des Außenhandels würden aber voll befriedigt werden und Dr. Luther lehnt es ab, mittels der Devisenzuteilung etwa eine planmäßige Be­schränkung gewisser Teile der Einfuhr zu erzwingen. Da­durch würde man nur unsere Ausfuhr in Gefahr bfIngen! Das darf aber nicht geschehen, denn leider erfolgt trotz des großen Ausfuhrüberschusses doch fortdauernd ein empfindlicher Devisenabfluß aus Deutschland, weil die Stillhaltung des Auslandes nicht gegenüber allen uns gegebenen Krediten vereinbart werden konnte. Unser Notenumlauf ist trotzdem jetzt wieder zu etwas mehr als 40 Prozent durch Gold und Devisen gedeckt.

Auch in der ursprünglich so würgend-scharfen Kre­dit e i n s ch r ä n k u n g hat die Reichsbank eine beträcht­liche Milderung eintreten lassen. Der Weg rücksichtslosem Abbaues der Debitoren", also der Kreditschulden bei den Banken,ist nicht gangbar", die Einengung auf das zu­sammengeschrumpfte Kreditvolumen nicht möglich, wenn man eben nicht auch gesunde Bestandteile der Wirtschaft zerstören will! Aber auf der einen Seite ist der Umlauf des Geldes überaus langsam geworden; dieses Blut hat sichverdickt" und verringert; ebenso ist's auf der anderen Seite der Fall mit dem furchtbar teuer, weil knapp ge­wordenen Kredit innerhalb der deutschen Wirtschaft. Den daher nur zu berechtigten Wünschen nach Kredit- ausdebnuna bat die Reichsbank, die ja heute die

«leine Zeitung für eilige Leser.

* Der in SachenStinncs-Urteil" oft genannte Berliner Landgerichtsdirektor Dr. Arndt ist vom Amte suspendiert worden.

* Die Sparkassen werden in der Lage fein, ab Mitte nächster Woche Auszahlungen in jedem Betrage zu leisten.

* Die Schiffe der englischen Atlantikflotte, die infolge der Soldverkürzung den Dienst verweigert hatten, sind in ihre Heimathäfen zurückgekehrt.

* 1000 Gewehre wurden in einem Wassengeschäst in Budapest gestohlen.