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Zul-aer /lnzeiger

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In fünf Landern wurde gewählt.

Große Wahlerfolge der NationalsoziaUen.

Aber meist unklare Mehrheitsverhältnisse. NSDAP, in fast allen Parlamenten stärkste Fraktion. Erhebliche Stimmenverluste der Kommunisten und Sozial­demokraten, der bürgerlichen Mitte und der Deutschnationalen. Ungewißheit über den künftigen Negierungskurs in Preußen, Bayern und Württemberg.

Die Länderwahlen.

L m allgemeinen ruhiger Verlauf, keine gleichmäßige Wahlbeteiligung.

Nach den bisher vorliegenden Meldungen haben die Läiiderwahlen im allgemeinen einen ruhigen Verlaus ge­nommen. Nachdem am Vortag der Wahl von allen Par­teien noch einmal die letzten Kraftrcserven mobilisiert wor­den waren, war die Propagandatätigkeit am Sonntag nur noch gering. In einigen Wahlkreisen war überdies ein Verbot jeglicher Wahlwerbung für den Wahltag erlassen worden. Die Wahlbeteiligung war keineswegs einheitlich. Während aus Pommern, den schlesischen Wahlkreisen, Schleswig-Holstein und Magdeburg recht lebhafte Wahl­beteiligung gemeldet wurde, die mitunter diejenige vom zweiten Wahlgang für die Reichspräsidentenwahl übertraf, Ardc aus anderen Wahlkreisen eine ausfallende Zurück- hMng der Wahlberechtigten gemeldet.

In Berlin

/^ die Wahlbeteiligung bereits um 8 Uhr flott ein und âö durchweg schz, gut. Neben den politischen Ausschrei-- Mgcn, die ein Todesopfer forderten, ist es im allge- mcmen r u h i g g e b l i e b e n. Die Polizei zeigte sich sehr wenig im Straßenbild, lediglich in den als unruhig be- mimten Stadtbezirken waren stärkere Polizeistreifen ver­treten. Bemerkenswert ist, daß der diesmalige Wahlsonn- iag im Gegensatz zur Reichspräsidentenwahl dadurch ein anderes Bild zeigte, daß die Straßenzüge der Reichshaupt­stadt reichen Flaggenschmuck aufwiesen. Ganze Straßen- Züge sind in ein Meer von Parteifahren getaucht. Häufig sah man die Fahnen von drei oder vier verschiedenen Par- kien an dem gleichen Hause. Der Schlepperdienst setzte diesmal schon sehr zeitig ein, da der Wahlschluß um eine Stunde früher liegt.

Aus preußischen Wahlkreisen

liegen keine einheitlichen Meldungen vor. Im Rheinland ttesdicnsten am Vormittag ein ziem- ahllokalen ein, trotzdem blieb die^B e/

terlignng etwas geringer als beim zweiten Wahl- Mg zur Reichspräsidentenwahl. Auffallende Zurückhaltung oer Wahlberechtigten wurde auch aus dem Wahlkreis Weser- ^ms gemeldet, so daß man dort eine Wahlbeteiligung von 70 Prozent erwartet. Auch aus dem Wahlkreis Erfurt Men Berichte über eine gewisse Wahlmüdtgkeii im Ver­eins zu den Präsidentenwahlen vor. Dagegen verzeichnet Ho m m e r n eine Wahlbeteiligung, die erheblich lebhafter war beim zweiten Wahlgang zur Reichspräsidentenwahl, so daß man mit einer Wahlbeteiligung von über 80 Prozent rechnet, ^cnso war in der Provinz Hannover die Anteilnahme vcr Bevölkerung am Wahlgeschäft weitaus lebhafter als am â April. Aus Schleswig-Holstein vorliegende Be- - ?^sagen. daß in vielen Orten bis 1 Uhr mittags bereits SO Prozent der Wahlberechtigten gewählt hatten. Leb- I ; Wahlbeteiligung war auch in den s ch l e s i s ch e n W a h l- tnV = zu verzeichnen, die durch das heitere Wetter be- ° der« begünstigt wurde. In Breslau wurde im Gegen- zu den früheren Wahlen diesmal sehr stark aus den Privat- Wohnungen heraus durch Fahnen und Plakate für die Parteien In den Städten des R u h r g c b t e I c s verlief der OMonntan störungslos unter reger Wahlbeteiligung. Im "^ Sonnabend abend war es in verschiedenen Städten Zusammenstößen und Schlägereien gekommen.

Ma gdc b u rg forderten von der SPD. und NSDAP, warl. ^ Nugzeuge, die mit Laulsprecheranlagen ausgerüstet Sonntag noch einmal zur Wahl für ihre Parteien wes»» ^Eommen ruhig ist eS am Sonntag in Ostpreußen ge- soweit dort die Wahlbeteiligung zu erkennen war, sie geringer zu sein als bei den ReichspräsideNtenwahlen.

g c b t e i e s vertret oct Wahlbeteiligung. Im I verschiedenen Städten

D,.. . Die würtlembcrgischcn Landtagswahlen

Ma n O1*1^ und ohne jeden Zwischenfall. Die Wahlbeteili- Rh ! u Ito hit allgemeinen als verhältnismäßig gut bezeichnet. ?'Uchl zum Wahlsonntag tvar itoch zu einigen tm« Morin cn ^äilägcreicn und Streitigkeiten zwischen Aii- lekn»,^^ verschiedener Parteien gekommen, wobei eine Ver- vorgenom,neu wurde.

dje, Die BürgerschaftSwnhlcn in Hamburg, würdig ilveitenmal innerhalb eines halben Jahres siattsandcn, Als «Ä trübes und regnerisches Wetter beeinträchtigt. die Sonne zuni Durchbruch kam, lvurde die "eignet 0"ng lebhafter. Zlvischcnsüllc habcp sich nicht

Ruhiger Wahlverlauf in Bayern.

Äivistlwx-âuhliag ist in Bayern ohne nenncnSwcrrr Mosten verlaufen. Auch die Nacht zum Sonntag ist im Acichgvrm^ ganzen ungestört verlaufen. Im Gegensatz zur bet LT,^ gab es noch einen lebhaften Plakatkamps jvcise e^,. .^cr Wahltag war vorwiegend trübe und zeit- bet beiden Die Wahlbeteiligung erreichte nicht diejenige Mr mrn. ' Wahlgänge der Reichspräsidentenwahl. Auch aus 1U3 sind keinerlei Zwischenfälle berichtet worden.

Berlin, 25. April. (Eigene Funkmeldung.)

Die Signatur der gestrigen Wahlen ist nicht ganz ein­deutig. Zwar ist überall ein weiteres Anwachsen der Nationalsozialisten, gemessen an den früheren Parlamentswahlen sogar ein s e hr starkes Anwachsen, zu verzeichnen, dagegen ist aber ein Rückgang der Kommu­nisten sowohl gegenüber den umgerechneten Ziffern auf der Reichstagswahl vom 14. September 1930 wie gegen­über dem ersten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl fest- zustellen. Am deutlichsten tritt aber der weitere Rückgang der kleineren Mittelparteien in Erscheinung, von denen in Preußen nur drei,, die DVP., die Staatspartei und der Ehristl.-soz. Volksdienst überhaupt Mandate nach Hause bringen. Die Volkspartei kann von den 40 Abgeordneten, durch die sie im vorigen Landtag vertreten war, nur 7 wieder entsenden, wobei allerdigs eine Verminderung der Mandatszahl von 450 auf etwa 422 zu berücksichtigen ist, die Staatspartei von 22 nur 2 Mandate behalten, obwohl -sie fast genau die gleiche Stimmenzahl wie die Volkspartei aufzuweisen hat, und auch die Ehristlichsozialen büßen von ihren vier Mandaten zwei ein. Die Hannoveraner behal­ten einen Sitz. Wirtschaftspartei, Landvolk, Nationale Front der deutschen Stände und Volksrechtpartei sowie all die übrigen Splitter gehen leer aus. Soweit sich bisher übersehen läßt, werden im Preußischen Landtag die Natio­nalsozialisten 162, die Deutschnationalen 31, die Sozial­demokraten 93 und das Zentrum, das feinen Besitzstand be­

Das vorläufige amtliche Gesamter rebnis.

Insgesamt abgegebene Stimmen: 22 069 849. Wahlbeteiligung: 81 Prozent.

24. April 1932

Landtagswahl 1928

Reichstags­wahl 1930

Stimmen

Sitze

Stimmen

Sitze

1. Sozialdemokraten

4 674 943

93

5456418

(137)

4 989 488

2. Deutschnat. Volksp.

152493t

31

3 267 754

(71)

1968 856

3. Zentrum

3374413

67

2737513

(71)

3158131

4. Kommunisten

2819602

57

2 236 207

(48)

3141547

5. Deutsche Volkspartei

330807

7

1600017

(40)

1004118

6. Nat. Front Dtsch. Stände

6a) Wirtschaftspartei

191032

850391

(16)

803141

6b) Landvolk

153562

276 778

(12)

579182

6c) Zg. Rechte

13942

.

7. Dtsch. Staatspartei

332441

2

839 072

(22)

680 946

8. Nat.-Soz.

8008219

162

346 623

(9)

3 967 379

12. Dtsch.-Hannov. Partei

63803

1

187141

(5)

305 848

14. Christlichsoz.

255068

2

(4)

509 328

18. Soz.Arb.-Partei

80437

(3)

Hauptet hat, 67 Abgeordnete zählen, die Kommunisten 57 gegen 48 im vorigen Landtag. Eine Mehrheitsbildung ist also weder auf der Seite der Rechtsopposition, noch bei der bisherigen Koalition oder etwa durch deren Ausweitung mit Hilfe der Splitterparteien möglich; dagegen ist die Opposition einschließlich der Kommunisten unbedingt in der Mehrheit. In den Einzelheiten können die genauen End­zahlen und die Vereinbarungen über Listenverbindungen noch kleine Aenderungen erbringen; an diesem Bestand wird sich aber nichts mehr ändern, so daß die Frage der künftigen Preußenregierung also zunächst v o l l ko m m e n offen ist.

In d en ander en nd er n , in denen gewählt wurde, ist eine bemerkenswerte Wandlung nur für

Hamburg

zu verzeichnen, wo die Parteien der Weimarer Koalition gegenüber der Wahl des vorigen Septembers einen Zu­wachs von 62 auf 69 Mandate zu verzeichnen haben, ob­wohl die Nationalsozialisten weiter gewonnen haben; die Kommunisten dagegen haben einen starken Mandatsver­lust zu verzeichnen. Auch die Deutschnationalen und die Deutsche Volkspartei, sowie verschiedene kleinere Parteien erlitten Verluste. Immerhin reicht cs auch jetzt nicht für eine Mehrheitsregicüung des bisherigen Senats aus den Weimarer Parteien. - In 1

Bayern

hat sich die Bayerische Volkspartei als die. stärkste fast un­verändert behauptet, obwohl bis Nationalsozialisten ihr alp zweite der Starke nach sehr nahe gekommen sind. Dia

Sozialdemokraten haben schwere Verluste erlitten, relativ noch stärkere der Bauernbund, die schwersten aber haben die Deutschnationalen mit einem Rückgang von 13 auf 3 Mandate zu verzeichnen, während die Kommunisten einen mäßigen Gewinn davontragen. Die bisherige Negierungs­koalition aus Bayerischer Volkspartei, Bauernbund und Deutschnationalen ist damit in die Minderheit gedrängt; eine Regierung der Bayerischen Volkspartei, des Bauern­bundes und der Sozialdemokraten würde dagegen möglich sein, ebenso auch eine reine Rechtsregierung aus National­sozialisten, Deutschnationalen und Bayerischer Volkspartei. In

Württemberg

sind die Nationalsozialisten mit 32 von 80 Mandaten zwar die stärkste Partei geworden, aber auch zusammen mit den Deutschnationalen, die nur 3 Mandate erhielten, und mit den kleineren Mittelpartei, von denen nur der Christliche Volksdienst 3 Mandate erhielt, während z. B. die Deutsche Volkspartei und andere ganz ausfielen, können sie keine Mehrheit bilden. Auch als negative Mehrheit, zusammen mit den Kommunisten, die 7 Sitze haben, reicht es nicht. Es gibt in Württemberg zwei Regierungsmöglichkeiten: Eine Linksmehrheit aus Zentrum,, Sozialdemokraten, Bauernbund und Demokraten mit zusammen 44 von 80 Sitzen und eine Rechtsmehrheit aus Zentrum, Teutsch­nationalen und Nationalsozialisten. Die bisherige Regie- rungskoalition aus Zentrum, Bauernbund. Deutfchnatw-

nalen, Volkspartei und Demokraten ist mit einem Bestand von 33 gegen bisher 47 Mandaten in die Minderheit ge­raten. In

Anhalt

schließlich ist die bisherige Minderheitsregierung aus So­zialdemokraten und Staatspartei weiter geschwächt und eine klare Rechtsmehrheit entstanden. Im ganzen zeigen also die Wahlen ein Anwachsen der Rechtsopposition, ohne ihr aber mit der Ausnahme von Anhalt Regierungsmög­lichkeiten verschafft zu haben.

Die polnische Minderheit erhält kein Mandat.

Eleiwitz, 24. April. Mit dem amtlichen vorläufigen Endergebnis des Wahlkreises 9 (Oppeln) steht bereits fest, daß die nationale Minderheit in Deutschland, die sich zu dem Landesvorschlag 21 verbunden hat. auch bei den dies­maligen Landtagswahlen mandatslos ausgeht.

Kleine Zeitung für eilige Leser

* Die Abrüstungskonferenz hat die Sitzungen des HaiiptauS- fchuffcS stillschweigend bis nach den französischen Wahlen im Mai vertagt.

* bi» Zusammenstoß zwischen russischen und »apanychen Truppen droht in der Mandschurei.

* ayr ziemn für das Deutschtum im AuSland hält seine diesjährige HanPtvcrsamâns vsrr 13. Lis IC Mai in Ewing ab.