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Zul-aer /lnzeiger

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Nr. 157 1932 Fulda, Donnerstag, 7. Juli 9. Jahrgang

Flug um die Welt.

In 11 Stunden über den Ozean. Landung in Berlin Weiterflug nach Moskau.

in Amerika entscheiden und von der Aktionsfähigkeit des Flugzeuges sowie von den Verhandlungen in Amerika ab­hängen. , _ ,

Am ,Do. X

Do. X" in Danzig.

Mittwoch, um 17,30 Uhr, traf das Flugschisf von Königsberg kommend in Dan-

Oie amerikanischenWeliflieger in Europa.

2 2 0 Kilometer in der Stunde.

Die amerikanischen Flieger Bennett Griffin und Jimmy Mattern, die Dienstag abend 11 Uh« mitteleuropäischer Zeit von Newyork aus zu einem Flug« um die Welt gestartet sind, sind Mittwoch in Europa ein- getroffen. Von Berlin, der ersten Zwischenlandungs­station zu ihren« Weltfluge, wollten sie nach Moskau tueitcrfliegen. Ihre Maschine, ein rot-wciß-blaucr Ein­decker mit dem NamenCentury of Proareß" (Jahrhundert des Fortschritts), flog mit einer Geschwindigkeit von etwa

Die Klugpläne von Gronaus

Erforschung der Flugwege des Nordatlantiks.

Der Ozeanflieger von Gronau, der gegenwärtig ... L i st auf Sylt weilt, machte Mitteilungen über seine neuen Flugpläne. Danach wird er vor Antritt seines Fernfluges zunächst noch nach Braunschweig, Berlin und Warnemünde fliegen und am 18. und 19. Juli nach List zurückkehren. Der geplante Fernflug wird

in

220 Kilometer in der Stunde und wurde Mittwoch vor­mittag um 10.35 Uhr über Rosapenna in Irland ge= und

keinesfalls vor Ende Juli

angetreten werden. Der Flug dient zunächst lediglich der weiteren planmäßigen Er f o r s ch u n g der g ü n - stigsten Flugwege über den Nordatlantik n a ch A m e r i k a. Er wird über Südgrönland und Süd­labrador gehen. Alles weitere wird fid) nach der Ankunft

z t g ein. An dem Fluge nahmen Oberpräsident Dr. Siehr-Königsberg, Generalmajor Starke, Oberst Heitz, der Kommandant der Festung Königsberg, Bür­germeister Weber - Königsberg sowie Pressevertreter und 66 Passagiere teil.Do. X" flog zunächst über das Frische Haff nach Elbing, machte über der alten Ordensstadt eine Schleife, flog dann zurück zum Hafen und längs der Ost­see nach Danzig. Über der Freien Stadt zog das Flug- schiff eine große Schleife um die Marienkirche und das Rathaus. Es flog dann zum Hafen von Danzig-Neufahr- wasser nach Zoppot.

Zurückkehrend überflog es noch einmal die Stadt Tanzig. Um 17,30 Uhr landeteDo. X" in dem Danziger Flughafen von Ostlich-Neufähr. Zur Begrüßung hatte sich der Präsident des Danziger Senats, Dr. Ziehm, mit Vertretern der Behörden sowie der deutsche General­konsul Freiherr Dr. von Thermann eingefunden.

sichtet, um 14.15 Uhr nachmittags über Bremen um 15.15 Uhr über Hannover.

Begeisterter Empfang in Berlin.

Die Ozeanflieger sind um 17,40 Uhr auf

dem

Ungelöste Hauptfragen

Tempelhoser Feld glücklich gelandet. Ihr Flugzeug flog noch eine Runde über den Flugplatz und setzte dann, von der etwa 1000 Personen betragenden Zuschauermenge be­geistert begrüßt, glatt auf. In demselben Augen­blick ging die amerikanische Nationalflagge am Hauptmast hoch und die amerikanische Nationalhymne ertönte.

Nachdem die beiden Weltflieger Griffin und Mattern gelandet waren, empfing sie sofort der Ansturm der Photo-

Des Pudels Kern

graphen, Tonfilm- und Presseleute. Roch ziemlich frisch, entsprangen die beiden Piloten ihrer Maschine. Mattern. der die Führung hatte, machte einen fast noch frischeren Eindruck als Griffin, der, umgeben von vielen Bezin- kannen, Wassersäcken und anderen Vorräten, wohl ein ziemlich ungemütliches Leben in seiner Kabine geführt haben mochte. Der Weiterflug nach Moskau soll möglichst

Man mag zu dem Vorschlag der Art und Höhe der deutschen R e st z a h l u n g e n , wie er jetzt in Lausanne von der deutschen Delegation als Verhandlungsbasis an- genommen sein soll, stehen wie man will, es ist doch nicht zu übersehen, daß letzten Endes die Hau p t a r b e i t für die Konferenz noch bevorsteht. Die Ziffernfrage hatte ja von vornherein weniger Bedeutung, als die politi - 1 ch £ n öeiiHchßn Lurderunaen. Die u n u m ftö ßliche deutsche V o raussetzu « g für die Annahme jeden Zahlungsplanes besteht bekanntlich in den vier nationalen

rasch angetreten werden.

Hauptmann Griffin und Leutnant Mattern sagten, Daß 'sie über dem Ozean recht schlechtes Wetter gehabt hätten, das sie zwang, teilweise bis aus fünf Meter auf die Wellen herabzugehen. Gelitten hätten sie zum Schluß des Fluges unter starkem Hunger, da ihre Lebensmittelvorräte für diese lange Reise etwas knapp gewesen seien.

Start der Weltflieger nach Moskau.

Die amerikanischen Weltslieger sind am Mittwoch a b e n d n m 21,0 2 Uhr vom Zentralflughafen Tempel­hof aus zum Weiterflug nach Moskaugest artet.

Die Reise um die Erde in acht Tagen wollen die beiden ehemaligen amerikanischen Militärsliegci Hauptmann Bennett Griffin (links) und Leutnant Janies Mattern (rechts) mit ihrem FlugzeugFort­schritt des Jahrhunderts" durchführen. Sie haben in der unglaublich kurzen Zeit von nur elf Stunden den Ozean überquert.

Griffin und Mattern wollen den genau vor einem Jahre mit 8 Tagen 15 Stunden und 51 Minuten von ihren Landsleuten P o st und Gatty ausgestellten

Wcltflugrclord unterbieten.

Sie haben selbst erklärt, daß sie gewillt seien, für dieses Abenteuer Kopf und Kragen zu riskieren. Beide sind im Heere der Vereinigten Staaten als Flieger ausgebildet worden Griffin ist Hauptmann a. D., Mattern Leut­nant a. D. Der Flug wird von Petroleumgrundbesttzern aus Oklahoma City, der Heimat Griffins, finanziert. Das FlugzeugFortschritt des Jahrhunderts" ist mit den modernsten Instrumenten ausgerüstet, hat aber kein Radio- gerät; auch ein Feuerlöscher fehlt. Zu Beginn ihres Rekordfluges

hatten die beiden Amerikaner Pech.

da sic an der Küste Neufundlands in ein Schlechtwetter- gebiet gerieten und im Nebel eine Zeitlang umherirrten, ehe sie bis Harbour Grace durchfanden. Durch dieses Umberirren verloren sie vier Stunden Zeit, konnten dann aber infolge kürzerer Taukpause 80 Minuten wieder aufholen.

Forderungen:

L Endgültige Streichung des Teiles VIII des Ver­sailler Vertrages (Reparationen).

2. Sondererklärung über Artikel 231 (Kriegs- schuldfr â ge).

3. Erklärung über Teil V des Versailler Vertrages (Entwaffnungsvorschriften; Deutschland verlangt, daß in dieser Frage ohne Verschleppung die Gleichberech­tigung durchgesetzt wird).

4. Festsetzung, daß mit dem Abkommen von Lau­sanne der N o u n g - P l a n mit allen Instrumenten und Kommissionen erloschen ist.

Diese Forderungen sind der entscheidende Teil der Verhandlungen für Deutschland. Bei den französischen Delegierten soll aber nach den letzten Nachrichten voll­ständige Übereinstimmung darüber herrschen, daß Frank­reich Garantien für die gemeinsame Regelung der inter­alliierten Schulden und der Tributfrage erbalten müsse und keine politischen Z u g e st ä n d n i s s e an Deutsch­land gemacht werden dürfen. Wie weit es hier demehr­lichen Makler" Macdonald und demSekundanten" Deutschlands, Italien, gelingen wird, Frankreich umzu­stimmen, das steht noch völlig offen und ist dochdes Pudels Kern". In französischen Kreisen tut man jetzt sehr überrascht und spricht von einem plötzlichen Auf- tauchen dieser politischen Forderungen Deutschlands, als ob der Reichskanzler nicht von vornherein keinen Zweifel darüber gelassen hätte, daß sie das A und O jeglicher Ver­handlung in Lausanne sein müssen. Der Zweck dieser gespielten französischen Überraschung ist aber ziemlich klar: Man will die Verantwortung für ein Schei­tern der Konferenz von sich abwälzen und Deutschland aufladen. Aber aller Welt, besonders Amerika, wird der bisherige Verlauf der Konferenz gezeigt haben, daß der Störenfried jeglicher europäischen Verständigung Frank­reich ist und immer war.

*

Was Deuischland nichis angehi

Verhandlungen über interalliierte Schulden.

Der französische Ministerpräsident Herriot hat mit dem englischen Premierminister M a c d o n a l d ver­handelt, und zwar über die Frage der interalli­ierten Schulden und das Verhältnis zu den Ver­einigten Staaten.

Für Deutschland haben diese Besprechungen kein unmittelbares Interesse, da die deutsche Politik den Stand­punkt einnimmt, daß in die Verhandlungen, die wir mit der Gläubigerseite führe«, deren Verhältnisse unterein-

Hell- Dunkel.

Auch wenn wir Deutsche haben feststellen müssen, daß der englische Ministerpräsident in der Frage der Tribut- Restzahlung" die sie ist, auch wenn sie wirklich füi dengroßen Topf", für denwirtschaftlichen Wiederauf­bau Europas" verwendet werden sollte sich mehr ode« toeniger eng mit den Franzosen verbunden hat, so sind wir Deutsche doch objektiv genug, anerkennen zu müssen, daß Macdonald mit staunenswerter Arbeitskraft und zäher Energie bemüht war und ist, die Lausanner-Konferenz doch zu einem einigermaßen wirksamen Endergebnis, zu einer Einigung auf dem Wege dès Kompromisses zu bringen. Er handelt und verhandelt hüben und drüben, mit Papen und Herriot. DieKleinen" werden vorerst gar nicht gefragt, weil sie doch bloß stören würden. Aber man ginge fehl in der Annahme, daß es bei diesem Ver­handeln bloß um die Höhe und die Art derRest­zahlung" geht, dieDiskriminationen" liegen auch auf den Verhandlungstischen und bilden dort man verzeihe das Bild! für manche, viele und nicht gerade einflußlose Delegierte der Gegenseite recht erheb­licheSteine des Anstoßes".

Daß in Lausanne irgendeine einfache, unkompli­zierte Lösung auf einer derartigen Konferenz europäischer Mächte geschaffen werden würde und könnte, würde allen Traditionen" der Nachkriegszeit widersprechen. Aus dem «Coup dépogne", aus demSchwamm drüber!" über die deutschen Tribute nämlich ist nichts geworden. Es bleibt vielmehr bei der Bezahlung einer Summe durch Deutschland; aber nicht inAnnuitäten" wie bisher, nicht Jahreszahlungen für längere Zeit erfolgt die Ableistung sser Verpflichtungen, sondern hier hat der englische Finanzmann Layton, der als Sachverständiger beim Baseler Untersuchungsausschuß im Dezember 1931 viel Verständnis für Deutschlands verzweifelte Wirtschafts- nnd Finanzlage bewies, einen nicht gerade einfachenAn- leihe"-Plan entwickelt. Und darüber wurde nun unter

in

die'

Vermittlung eifrig verhandelt.

Reichs,'ch uldverschrcibungcn also nicht, wie die Franzosen ursprünglich verlangten: Reichsbahn- bönds sollen laut Laytons Vorschlag im Betrage von 2,6 Milliarden Goldmark auf ein Sonderkonto der »Bank für den Internationalen Zahlungsausgleich" in Basel cingebracht werden. Und zwar in zweiBlöcken", einen zu 1,6, der andere zu 1 Milliarde Goldmark. Schuld­verschreibungen sind bisweilen ganz nette Papiere, aber ihr Hauptzweck ist, daß sie zu Geld gemacht werden. Das ist bekanntlich auch mit der Dawes- und der Noung- Plan-Anleihe im Gesamtbeträge von rund 2,2 Milliarden Mark geschehen. Bloß haben die Zeichner dieser Anleihen ungefähr die Hälfte ihres Geldes verloren, da inzwischen die Kurse so etwa auf die Hälfte sanken. Nun sollen nach einerAnlaufszeit", während der man eine endliche Besse­rung der Weltwirtschaft im allgemeinen und des Geld und Kapitalmarktes im besonderen erhofft, der erste Block" von 1,6 Milliarden deutscher Reichsschuldver schreibungen als Welt-Anleiheemittiert" werden, und zwar zu 5 Prozent Zinsen und 1 Prozent Amortisation. Natürlich soll und wird dies kaum mit einemmal ge-

ander sowie deren Verhältnis mit den Vereinigten nicht hincinspieien dürfen.

Staaten

*

Herriot im Druck.

Die innenpolitischen Angriffe.

Herriot hat in seiner Unterredung mit Macdonald die großen S ch w i e r i g k e i t e n der Stellung der französischen Regierung auf der Konferenz zum Ausdruck gebracht, die auf der einen Seite in den innenpoli­tischen A n g r i f f e n auf das Herriot-Kabinett liegen, andererseits in der völligen Ungeklärtheil der inter­alliierten Schuldenregelung und der jetzt fälligen französischen Schuldenzahlungen an E n g l a n d. Die französische Regierung sei hierdurch in die Zwangslage versetzt, eine G c n e r a l r e g e l u n g unter allen Umständen Heüörkiüführen.

schehen und auch wenn der Kapitalmarkt günstig wird und bleibt so allmählich der Rest der 2,6 Milliarden nach geschoben werden. Dafür muß nun aber noch ausgehandelt werden, welcher E i n f l u ß b e i d c r BI Z. nun Deutsch­land selbst eingeräumt werden soll; denn schließlich über­schattet doch diese Riesentransaktion den gesamten Kredit, den Deutschland auf den ausländischen Geldmärkten besitzt oder gern haben möchte. Und überdies muß Teutsch-

Meine Zeitung für eilige Leser

* Die Reichsregicrimq hat die Einfuhr von Frühkartoffeln . S äÄ» ÄÄ Ä»

genommen.

* Die amerikanischen Weltflieger Griffith und Mattern haben den Ozean üveiqncrt und sind in Europa elngetrosfen.