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Nr. 232 - 1932

Fulda, Monta«, 3. Oktober

9 Sahrgung

Hindenburgs 85. Geburtstag.

Hindenburgs Geburisiagsfeier.

Aus Anlaß des 85. Geburtstages des Reichspräsi- denlen und Generalfeldmarschalls von Hindenburg sind Telegramme und schriftliche Glückwünsche von frem­den Staatsoberhäuptern, von Länderregierungen, von den Präsidenten des Reichstages und des Preußischen Land­tages, von Provinzen, Städten, Behörden, Verbänden und Persönlichkeiten aus dem In- und Auslande in s e h r großer Zahl eingelausen. Die beim Reiche beglaubigten

Botschafter und Gesandten,

ebenso die Mitglieder des Reichsrats und zahlreiche füh- rmde Persönlichkeiten trugen sich am Sonntag in das im

Hindenburg verläßt das Ehrenmal für die Gefallenen.

Hause des Reichspräsidenten ausliegende Besuchsbuch ein. Der Reichspräsident empfing lediglich zur Entgegen­nahme der Glückwünsche der Reichsregierung Den Reichs­kanzler und anschließend den Reichswehr- minister und die Chefs des Heeres- und der Marine­leitung, die die Glückwünsche der Wehrmacht aussprächen; vorher hatte Staatssekretär Dr. Meißner die Glückwünsche der Beamten und Angestellten des Büros des Hauses dargebracht

Am Sonntag vormittag nahm der Reichspräsident am Gottesdienst in der Alten Garnisontirchc

teil bei Dem Der Feldprobst D Schlegel Die Festpredigt hielt. Der Predigt war zugrunde gelegt der Spruch ^ Tim. 1, Pers 3, den der Reichspräsident der von ihm aus Anlaß des heutigen Tages der Alten Garnisonkirche

Die Feldzeichen der alten Hindenburg Regimenter werden in das Reichspräsidentenpalais gebracht.

lNstiftelen Altarbibel als Widmung gegeben hat:Ich danke Gott, dem ich. diene von meinen Voreltern her in reinem Gewissen." Aus der Rückfahrt von der Garnison- Urche legte der Reichspräsident am Ehrenmal Unter den Linden in Gegenwart des Reichswehrministers und der Chefs Der Heeres- und der Marineleitung persönlich einen Kranz nieder.

Um 11/40 Uhr traf vor der alten Reichskanz­lei, in der der Reichspräsident zur Zeit Wohnung ge­nommen hat, eine

Fahnenkompagnie der Wachtruppe Berlin ein, die die Fahnen der ehemaligen Regimenter des Generalfeldmarschalls überbrachte. Der Reichspräsident, gefolgt von seiner militärischen Begleitung, schritt die Front der Ehrenkompagnie ab. Sodann wurden die neun Fahnen in das Haus getragen, wo sie im Arbeitszimmer des Herrn Reichspräsidenten bis zum 3. Oktober verbleiben werden. Anschließend er­folgte der Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie vor dem Reichspräsidenten.

Der Reichspräsident, der Generalfeldmar­schallsuniform trug, wurde sowohl bei seiner Fahrt zu und von der Garnisonkirche als besonders in der Wilhelmstraße von einer zahlreichen Menschenmenge durch immer sich wiederholende

begeisterte Zurufe und Absingen des Deutschland- , liedes begrüßt. Den Nachmittag und Abend verbrachte der Reichspräsident im Kreise der Familie, die sich mit Kin­dern, Enkeln und Urenkeln um ihn versammelt hatte.

Die Parade der Berliner Rcichswchrgarnison.

Anläßlich des Geburtstages des Reichspräsidenten fand auf dem großen Moabiter Exerzierplatz eine Parade der Berliner Reichswehrgarnison statt. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt der Oberbefehls- Haber, General von Ru n d st e d t, die Front ab und rich­tete dann an die Soldaten eine kurze Ansprache, in der er sagte: Wir verehren im Reichspräsidenten den weisen Staatsmann, der in schwerer Zeit mit fester Hand die Geschicke des Vaterlandes leitet. Wir verehren in dem Generalseldmarschall von Hindenburg das unerreichbare Vorbild eines Soldaten und großen Führers. Wir Soldaten wollen ihm an seinem 85. Geburtstage das Ge­lübde erneuern, jederzeit unbeirrt durch äußere Einflüsse unsere Pflicht zu erfüllen und, wenn unser oberster Befehlshaber in ernster Stunde rufen sollte, bereit zu sein, unter Einsatz unseres Lebens dem Vaterland zu dienen. Ein Vorbeimarsch der Regi­menter vor den Führern beendete die militärische Feier.

*

Glückwünsche an Hindenburg.

Anläßlich des 85. Geburtstages Hindenburgs sind im Hause des Reichspräsidenten zahllose Glück­wünsche, Telegramme und Briefe eingetroffen, darunter auch Kundgebungen verschiedener ausländischer regieren­der Persönlichkeiten. Die Teilnahme Deutschlands und der Welt an dem diesjährigen Geburtstag des Reichs­präsidenten war außerordentlich stark.

Reichskommissar Dr. Bracht hat an den Reichs­präsidenten folgendes Telegramm gerichtet:Euerer Exzellenz beehre ich mich namens des preußischen Staatsmini st eriums zum 85. Geburtstag aufrich­tigste Glückwünsche auszusprechen. Möge der Allmächtige Euere Exzellenz dem deutschen Volke noch lange Jahre in bester Gesundheit erhalten".

Der Präsident des Preußischen Land­tages, Kerrl, hat folgendes Glückwunschschreiben an den Reichspräsidenten gesandt:

Hochzuverehrender Herr Generalfeldmarschall und Reichspräsident! Zu der Vollendung des 85. Lebensjahres bitte ich Eure Exzellenz namens des Präsidiums des Preußischen Landtages, und auch in meinem eigenen Namen, sehr ehrerbietigste Glückwünsche aussprechen zu dürfen. Möge das kommende Jahr Eurer Exzellenz un­entwegte Rüstigkeit und Gesundheit erhalten und die politischen Erfolge bescheren, die unserem schwergeprüften deutschen Volke den endgültigen Wiederaufstieg sichern. In ehrerbietigster Hochachtung Eurer Exzellenz sehr er­gebener gez. Kerrl."

Die nationalsozialistische Fraktion des Preußischen Landtages telegraphierte:

Dein Generalfeldmarschall des großen Krieges herz­liche Glückwünsche und die Bitte: Mit Adolf Hitler für ein starkes Preußen und Deutschland. Gott segne Sie! Die nationalsozialistische Fraktion des Preußischen Land­tages. Wilhelm Kube."

Der bayerische Ministerpräsident Dr. Held hat dem Reichspräsidenten namens der bayerischen Staatsregierung die wärmsten Glück- und Segenswünsche ausgesprochen. In dem Glückwunschschreiben heißt es unter anderem:

Euer Exzellenz waren der ruhmreiche Führer und Retter Deutschlands im Weltkriege und in den bangen Tagen des Zusammenbruchs. Euer Exzellenz haben Ihre Lebensjahre in selbstloser Hingabe und beseelt vom höchsten Verantwortungs- und Pflichtbewußtsein in den Dienst des deutschen Vaterlandes gestellt. In höchster Verehrung gedenkt das bayerische Volk cm dem Jubeltage Ihrer unvergänglichen Verdienste."

Der sächsische Ministerpräsident Schieck hat in einem Schreiben dem Reichspräsidenten zu seinem 85. Geburtstag die Glückwünsche der sächsischen Regierung ausgesprochen. _ .

Der Württembergische Staatspräsident hat an den Reichspräsidenten ein Glückwunsch­schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt:In dem Bekenntnis unwandelbarer Treue zum Reich wird sich auch das Lanze Württembergjsche Volk an Ihrem Geburts­

tag um Euer Exzellenz scharen als dem getreuen Ekkehard des Deutschen Reiches und dem ehr­würdigen Hüter seiner Verfassung. Möge es Ihnen ge­lingen, unser geliebtes Vaterland mit glücklicher Hand durch all die Stürme zu steuern, die es in seinen Grund­festen erschüttert haben. Möge der Schutz des Allmäch­tigen mit Ihnen sein!"

Das thüringische S t a a t s m i n i st e r i u m hat an den Reichspräsidenten folgendes Telegramm gerichtet: Zur Vollendung des 85. Lebensjahres bringen wir dem allverehrlen Herrn Reichspräsidenten unsere herzlichsten Glückwünsche dar. Möge ihm auch weiter beste Gesund­heit zur Führung des schweren Amtes beschieden sein. Landesregierung Thüringen."

Der hessische Staatspräsident Dr. Adelung hat folgendes Telegramm an den Reichspräsidenten ge­sandt:Die hessische Staatsregierung entbietet dem hoch­verehrten Herrn Reichspräsidenten zum 85. Geburtstag die herzlichsten Glückwünsche des Hessenlandes. Mit uns wer-

Der Borbeimarsch der Ehrenkompagnie.

den sich in Dankbarkeit u. Verehrung die Herzen vereinigen in dem Wunsch, es möchten dem treuen und unbeirrbaren Führer des deutschen Volkes noch auf lange Zeit Gesund­heit und Kraft erhalten bleiben."

Aus der Fülle der Glückwünsche, die dem Reichspräsi­denten von Hindenburg zu seinem 85. Geburtstage zu­gegangen sind, sind noch hervorzuheben: Ein in herzlichem Tone gehaltenes Glückwunschtelegramm des amerika­nischen Präsidenten Hoover, die Telegramme Der deutsch- nationalen Reichstagsfraktion und Dr Hugenbergs, des Führers der DRVP Reichstagspläsiden. Göring richtete in seinem sowie im Namen des zur Zeit geschästsfiihienden Reichslagspräsidiums ein Gratulanonsschreiben an Hindenburg Gleichfalls sandte Generaloberst v Einem an Den Reichspräsidenten herzlichste Glück und Segens­wünsche. Die dem Reichspräsidenten nahestehenden Frontsoldatcnbünde übersandten Hindenburg ein gemein­sames Telegramm.

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Hindenburgs Geburisiassgabe

Wie alljährlich seit fünf Jahren, so hat der Reichs­präsident an seinem diesjährigen Geburtstag wiederum zahlreichen schwer notleidenden Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Veteranen eine Freude bereitet.

Fast 3000 Angehörigen dieser Personcnkreisc ließ er durchweg je 150 Mark aus der Hindenburg-Spende aus zahlen. Damit steigt die bisherige Unterstütziingslcistung der Hindenburg-Spende auf fast sechs Millionen Mark.

Das Kuratorium der Hindenburg Spende veröffentlicht eine Kundgebung, in der es allen Tank sag: die sich durch Beiträge an Dem Hilfswerk beteiligt haben Obgleich die Sammlung noch nicht abgeschlossen sei, lasse sich schon jetzt feststellen, daß Die ausgekommenen Mittel dem Reichspräsidenten die Möglichkeit geben, weiteren Tausenden von Notleidenden nachhaltig zu helfen.

Zwölf Jahre Zuchthaus für einen Kommunisten wegen Totschlags an einem Polizeibeamten

Hamburg. In dem Prozeß um den Tod des Polizeiwacht- meistcrs Klüver fällte das Hamburger Schwurgericht das Urteil. Der Hauptangeklagte Oswald Höppner wurde wegen Totschlags und wegen Verstoßes gegen Die Schußwafsengesetze zu zwölf Jahren Zuchtbaus verurteilt Die Angeklagten Johannes Höppner und Klein erhielten wegen Vergebens gegen die Schußwafsengesetze je einen Monat Gefängnis Der Verhandlung liegt der Tod des Polizeiwachtmeisters Klüver zugrunde. Der am 15. Februar b. J in Ausübung seines Dienstes von dem Hauplangeklagten erschoßen worden war.

Kleine Zeitung für eilige Leser

* Reichspräsident von Hindenburg hat zu seinem 85. Geburts­tag zahlreiche Glückwünsche erhalten.

* In Berlin ist dir Deutsche LuftsportauSstellung frierltch eröffnet worden.

* Im Hamburger VerkehrSgewerbe ist wegen eines -ohn- ronsliktS ein großer Streik aiiSgcbrvcheii. .

Auf einer Massenkundgebung des 1. Narwnastoz,alytNchen Reichsjugentages in Potsdam sprach Udost Hitler.

* Die griechische Halbinsel Ehalkidike ist von neuen Erd, stoßen heimgesucht worden.