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Zulöaer Anzeiger
Lrscheint jeden Werktag. Bezugspreis: monatlich 1.70 RM. Bei Lieferungsbehinderungen durch ^Höhere Gewalten" Streiks, Aussperrungen, Bahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Ansprüche. Verlag Christian Seipel, Fulda. D'uck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach L H.
Nr. 50 — 1933
Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ÄtÄÄ Zulöa- unö Haunetal»Zulöaer Kreisblatt XSÄSÄ
Redaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 ♦ Zernfprech-Rnsthiuß Nr. 24-4 ReklamezeUe 0.60 Mk. / Bei Rechn«gssteüu«g
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Fulda, Dienstag, 28. Februar
10. Jahrgang
Kommunistische Brandstiftung im Reichstag.
Das Reichstagsgebäude ausgebrannt. — Brandstifter ein holländischer Kommunist. — Schwerwiegende politische Folgen: Reichsminister Göring setzt Preuhen-Polizei in höchste Alarmbereitschaft. — Die kommunistische Reichstagsfraktion in Schutzhaft genommen. — Kommunistische und sozialdemokratische Schriften in Preuhen verboten.
933 B Berlin, 28. Februar (Funkmeldung.) Gegen 9.15 Uhr M.■ Müe am Montag aberb die Feuerwehr nach dem I Nühstag gerufen, da im Kuppelbau Feuer
044 ■ mg ebrochen war. Beim Eintreffen der Wehren stand SR T te große goldene Kuppelbau des Reichstagsgebäudes i n ^ |Jdlen Flammen. Feuerwehr und Polizei drangen I sofort in "den Reichstag ein, und hier gelang es, linett
S I Mann fest zunehmen, der unumwunden die M »Brandstiftung zugab. Es handelt sich um den h o l - 387 »Radischen Kommunisten van der Lubbe. Auch 475 mir gesamte Ostseite des Gebäudes stand in Flammen. Es 614 «rannten sämtliche Fluren, die Wandelhallen, Plenarsaal, 929 Ifo Garderoben und die Pressetribünen. Es steht schon 449 »jetzt fest, daß der durch den Brand angerichtete Schaden 343 Mehrere Millionen Mark betragen wird. Um Ho »M Uhr abends war bereits der gesamte Plenarsaal M, Illit der Bestuhlung und der Täfelung der Präsidenten- gitibune restlos ausgebrannt. Allein stehen von gitn Wandelhallen noch die Umfassungsmauern. Man muß Ai «â rechnen, daß im ganze« etwa 2 0 bis 3 0 Brapd- 419 Wirde vorhanden sind.
349 I Den vereinten Anstrengungen der gesamten Berliner 399 Miierwehren gelang es, nach 1)4 stündiger Arbeit den 289 «Ed im Reichstag um %11 Uhr abends auf seinen Herd 3M W beschränken. Der Plenarsitzungssaal bietet go Win Bild schlimmster Zerstörung. Die Eisen-
237 Wnftruktion der großen Mittelkuppel hat sich verbogen und 743 Bit teilweise eingestürzt. Zn einzelnen Gängen steht das 328 Messer bis an die Knöchel.
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R I Der Brandstifter in Amsterdam bekannt.
I Berlin, 28. Febr. (Funkmeldung.) Nach einer Unter»
S die das „12 Uhr-Blatt" heute früh mit der Gene- 1. Ktoeibireftion in Amsterdam geführt hat, handelt es . bei dem verhafteten Kommunisten um einen bekann- - holländischen Agitator, der in Leyden be- KNet ist. Die Polizeidirektion in Amsterdam war, als früh vom „12 Uhr-Blatt" der Name genannt 1 sofort ausgezeichnet unterrichtet und wies darauf ,,p KW die Polizeidirektion in Leyden, dem Heimatort des ach steten, die Persönlichkeit des Brandstifters aus zahl- ach vorhairdenen Vorakten besonders gut kenne.
U ^bbe ist am 13. Januar 1909 in Leyden geboren, im n! ■vanuar biefes Jahres also 24 Jahre alt geworden. Er hat iu5 I }5 Maurerhandwerk erlernt, in Leyden gearbeitet, war - , Blattstiel Kommunist bekannt und hat sich entsprechend B Wt Im April 1931 hat er bei der zuständigen Be- einen Auslandspaß angefordert, angeblich um nach »Aland zu reisen. Der Paß ist ihm ausgestellt worden, 7 seit dieser Zeit ist Lubbe aus Leyden verschwunden. Man w leitbem bis heute nacht nichts mehr von ihm gehört. ich L 5« holländische Gesandte in Berlin hat sich heute früh, mb ^tsttt zufolge, mit seiner Regierung in Verbindung inn und wird wahrscheinlich im Laufe des Vormittags >aß mit den deutschen Regierungsstellen informatorisch em «u-llndeln.
£ I Die politische Auswirkung.
>on W^^U' 28. Febr. (Funkmeldung.) Der amtliche - Kei* C1$ meldet: Am Montag brannte der deutsche ^«9. Der Reichskommissar für das Preußische Mini- ich U des Zunern, Reichsminister Göring, verfügte HW Wl? "ach feinem Eintreffen an der Brandstelle sämtliche M»??^men und übernahm die Leitung aller Aktionen. ien °'e ersten Meldungen von dem Brande trafen auch hn r 'Kanzler Hitler und Vizekanzler v. Papen ein.
5 ^* Meiselssrei die schwerste in D-utsch- l ° b t e B r a n d st i s t u N g vor. Die polizeiliche Utt8 hat ergeben, daß im gesamten Reichstagsge- »cr^""' Erdgeschoß bis zur Kuppel Brandis Ltci , ° - gelegt waren. Sie bestanden aus Teerpräpa- Mcj^?nd Brandfackeln, die man in Ledersessel, unter 1 ^u^Ssdrucksachen, an Türen, Vorhängen, Holzverklei- Pin «L“n?* andere leicht brennbare Stellen gelegt batte. a Mit ^uzeibeamter hat in dem dunklen Gebäude Personen 16s iJ^cnbett Fackeln beobachtet. Er hat sofort geschallen. hi« Ium 1® ^u«en, einen der Täter zu fassen. Es handelt sich ult «Sy ^.^Eigeu Maurer vau der Lubbe aus Ley- -z- I vEand, der einen ^rdunnsmäßigen hollLndttchev
Paß bei sich hatte und sich als Mitglied der holländischen kommunistischen Partei bekannte. — Der Mittelbau des Reichstages ist völlig ausgebrannt, der Sitzungssaal mit sämtlichen Tribünen und Umgängen ist vernichtet, der Schaden geht in die Millionen.
Der brennende Reichstag bas Fanal für den Bürgerkrieg-Beginn.
Diese Brandstiftung ist der bisher ungeheuerlichste Terrorakt des Bolschewismus in Deutschland. Unter den hunderten von Zentnern Zersetzungsmaterial, das die Polizei bei der Durchsuchung des Karl- Liebknecht-Hauses entdeckt hatte, fanden sich d i e Anweisungen zur Durchführung des kommunistischen Terrors nach bolschewistischem Muster. Demnach sollen Negierungsgebäude, Schlösser, Museen und leberswichtige Betriebe in Brand gesteckt werden. Es wird ferner die Anweisung gegeben, bei Unruhen und Zusammenstößen vor den Terrorgruppen Frauen und Kinder herzuschicken. Nach Möglichkeit Frauen und Kinder der Polizeibeamten. Durch die Auffindung dieses Materials ist die planmäßige Durchführung der bolschewistischen Revolution gestört worden. Trotzdem sollte der Brand des Neichstagsgebäudes das Fanal zum blutigen AufruhrundzumBürgerkrieg sein. Schon für Dienstag früh 4 Uhr waren in Berlin große Plün - derungen festgesetzt. Es steht fest, daß mit diesem heutigen Tage in ganz Deutschland die Terrorabsichten gegen einzelne Persönlichkeiten, gegen das Privateigentum, gegen Leib und Leben der friedlichen Bevölkerung beginnen und den allgemeinen Bürgerkrieg entfesseln sollten. Der Kommisiar des Reiches im Preußischen Ministerium des Innern, Reichsminister Göring, ist dieser ungeheueren Gefahr mit den s ch ä r f st e n Maßnahmen entgegen- getreten'. Er wird die Staatsautorität unter allen Umständen und mit allen Mitteln aufrecht erhalten. Es kann festgestellt werden, daß der erste Angriff der verbrecherischen Kräfte zunächst abgeschlagen worden ist. Zum Schutze der öffentlichen Sicherheit wurden noch am Montag abend sämtliche öffentliche Gebäude und lebens- wichtigeBetriebeunterpolizeilichen Schutz gestellt. Sonderwagen der Polizei durchstreifen ständig die hauptsächlich gefährdeten Stadtteile. Die gesamte Schutzpolizei und Kriminalpolizei ist sofort auf erhöhte Alarmstufe gesetzt worden. Die Hilfspolizei ist einberufen. Gegen zwei führende kommunistische Reichstagsabgeordnete ist wegen dringenden Tatverdachts Haftbefehl erlagen worden. Die übrigen Abgeordneten und Funktionäre der kommunistischen Partei wurden in Schutzhaft genommen. Die kommunistischen Zeitungen, Zeitschriften, Flugblätter und Plakate sind nuflWochen für ganz Preußen verboten, auf Klage sämtliche Zeitungen, Zeitschriften, Flugblätter und Plakate der Sozialdemokratischen Partei, da der Brandstifter auf dem Reichstag in seinem Geständnis die Verbindung mit der SPD. zugegeben hat. Durch dieses Geständnis ist die kommunistisch-sozialistische Einheitsfront offenbare Tatsache geworben Die Notwendigkeit der schon früher eingeleiteten besonderen Maßnahmen (Schießerlaß, Hilfspolizei usw.) ist durch die letzten Vorgänge in vollem Umfange bewiesen. Durch sie steht die Staats- macht ausreichend gerüstet da, um jeden weiteren Anschlag bon den Feinden Deutschlands und damit Europas zu verhindern und das Feuer dieses Aufstandes im Keime zu ersticken. Reichsmini sterGöringfordertin dieser ernsten Stunde von der deutschen Nation äußerste Disziplin. Er erwartet die restlose Unterstützung der Bevölkerung, für deren Schutz und Sicherheit er sich mit eigener Person verbürgt habe.
80 Festnahmen in Berlin.
Berlin, 28. Febr. (Funkmeldung.) 3m Verlaufe der nächtlichen Polizeiaktion gegen die Urheber der aufgedeck« ten großen kommunistischen Zerstörungsaktion sind bis heute früh um 6 Uhr 8 0 Festnahmen erfolgt Unter lhnew befindet sich auch Rechtsanwalt Litten 38 der Festgenommenen unter denen sich auch viele KP^.-Funktwnare befinden, sind in Jsoliergewahrsam gebracht worden 3m Laufe des frühen Morgens sind sämtliche Flugblätter der KPD. und SPD. an den Litfaßsäulen entfernt bzw. überklebt worden.
Die große Polizeiaktion, die im Zusammenhang nnt dem Brand im Reichstagsgebäude noch inr ^.aufe der Nacht durchgeführt wurde und bei der die gesamte EMutwe der KrinnnalpÄ-izei in Stärke von 250 Mann nââ, f*e
zur Fe st nähme von etwa. 100 Personen. Unter ihnen befinden sich Lehmann-Nußbüldt, die Rechtsanwälte Varbach, Apfel und Litten, ferner Professor Felix Halle, Ludwig Renn und der kourlnunistische Aögeord. Siemmele.
Im 2. Stockwerk des Polizeipräsidiums, in dem sich die Abteilung I (Polit. Polizei) befindet, herrschte während ber Nacht und in den Vormittagsstunden ein Treiben, wie es bisher noch nicht beobachtet worden ist. Dauernd werden die Festgenommenen in das Polizeipräsidium eingeliefert. Auf allen Tischen und in allen Ecken liegt beschlagnahmtes Material, zahlreiche Waffen, Munition, reichhaltiges Akten- material, Flugschriften, Aufklärungsbroschüren und Zer- setzungsmaterial. Einzelne Beamte füllen mit diesem Material große Koffer, Kisten und Taschen und es wird einige Zeit dauern, bis die eingehende Sichtung des beschlagnahmten Materials beendet ist. Bei der Sonderaktion selbst wurden etwa 80 Personen festgenommen, während die anderen 15 bis 20 Sistierten unmittelbar in der Nähe des
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Bedeutungsvoller Minifterrat.
Berlin, 28. Febr. (Funkmeldung.) Wie wir erfahren, ist das Reichskabinett um 11 Uhr vormittag zu einer Ministerbefprechung zusa»mengetretèu. Dieser Besprechung kommt zweifellos große Bedeutung zu, da von ihrer Entscheidung alle weiteren Maßnahmen abhänge«.
Reichstages festgenommen wurden. Es handelt sich hier zumeist um solche, die sich durch abfällige Redensarten wie „Morgen brennt noch mehr!" und andere verdächtig gemacht haben.
Der Widerhall in der Presse.
Die Brandkatastrophe im Reichstag ist naturgemäß das Thema der heutigen Morbenblätter. Hinter den spalten- langen Berichten mit ganzseitigen Schlagzeilen treten heute alle anderen Meldungen zurück. In aller Ausführlichkeit werden die Einzelheiten des Brandes geschildert und in Augenzeugenberichten ergänzt. Unabhängig von der parteipolitischen Einstellung wird von den meisten Blättern schon in den Ueberschriften die ruchlose Tat gekennzeichnet.
Schwere Schießereien im Südwesten Berlins.
Ein SS.- Mann getötet.
Im Südwesten Berlins, in der Willibald-Alexisstraße, entwickelte sich zwischen politischen Gegnern um Mitternacht eine Schießerei, bei der 5 Personen schwer verletzt wurden, die ins Urbankrankenhaus geschafft werden mußten. Ein SS.-Mann, der 24jährige Student Rudolf Fe Idem, starb kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus infolge eines schweren Bauchschusies. Ein weiterer Angehöriger der NSDAP, ringt mit dem Tode.
Auch im Berliner Schloß....!
Der Brand rechtzeitig gelöscht.^
Auf noch rätselhafte Art brach in dem früheren kaiserlichen Schloß in Berlin ein Brand aus. Ein Doppel- scnster im Dachgeschoß hatte Feuer gefangen, doch konnte der Brand noch rechtzeitig gelöscht werden. Von der Kriminalpolizei wurde scstgestcUt, daß Brandstiftung vorliegt.
Von den Beamten tviirbcn sogenannte Kohle- und , Feueranzünder und verkohlte Reste von solchen vor- . gefunden. Auch lagen in der Umgebung des Brandherdes mehrere abgebrannte Streichholzreste. Man neigt zu der Vermutung, daß die brennenden Anzünder durch den in der Nähe ‘ liegenden Luftschacht an den Brandherd befördert worden sind. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.
Kleine Zeitung für eilige Leser
* Der Reichspräsident empfing den früheren australischen Ministerpräsidenten und jetzigen Gesandten in London. Bruce, der ihm im Aufträge der australischen Regierung das Namensschild des int November 1914 gegen den australischen Kreuze» „Sydnep" unterlegenen deutschen Kreuzers „Emden" über brachte.
* Das Panzerschiff „Deutschland" trat von Kiel aus feine Abnahmefahrt nach Wilhelmshaven an.
* Zu scharfen Auseinandersetzungen kam es im Genfer Luft fahrtausschuß, die zu der Drohung des deutschen Vertreters führten, er werde an den Berhandlungdu des Lusschullcs uw mehr teilnebmen