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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg»

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Nr. 59 1933

Fulda, Freitag, 10. März

10. Jahrgang

Hakenkreuz und Zchwarz-Weitz-Ror.

Ser Siegeszug

der nationalen Flaggen.

Überall in der Reichshauptstadt und im Reich hat man zum äußeren Ausdruck des vollzogenen AufbrucheS der.Nation die Hissung der nationalen Flaggen auf den öffentlichen Gebäuden vorgcnommen. An allen Orten wohnten dem feierlichen Akt große Men­schenmengen bei, die mit patriotischen Liedern und Bei- sallskundgebungen das Erscheinen der Fahnen begleiteten.

Die nationalen Flaggen über dem Reichspost- ministerium.

In Berlin wurden durch eine Abordnung der SA. mb des Stahlhelm auf dem Gebäude der R e i ch s post- nin i st e r i u m s die schwarz-weiß-rote und die Haken- srcuzfahne gehißt. Damit ist e r st m a l i g einReichs- Ministerium mit den nationalen Fahnen beflaggt morden.

Die Beflaggung des Preußischen Landtages.

Auf Anordnung deS Präsidenten Kerrl sind auf dem Gebäude des Preußischen Landtages die $aten* kreuzfähne, die alte NeichSfahne Schwarz-Weiß-Not und die preußische schwarz-weiße Fahne aufgezogen worden. Am Sonntag, dem Tage der preußischen Gemeindewahlen, sollen die schwarz-weißen Landesfarben in der Mitte, rechts die Hakenkreuzfahne und links die »lteNeichSfahne Schwarz-Weiß-Rot gezeigt werden.

Schwarz-Weitz-Rot auf dem Deutschen Landwirt- schaftSrat.

Auf dem Gebäude des Deutschen Landwirtschaftsrates wurde die schwarz-weiß-rote Fahne gehißt.

Flaggenverordkiung in Mecklenburg-Schwerin.

Das StaatSministerium hat seinen E laß über die Flaggenhissung auf staatlichen Gebäuden am Volkstrauer- taß dahin ergänzt, daß neben der L a n d e s f l a g g e die

-weih-rote Flagge und die Haken- a g g e zu setzen sind. Weiter hat das Staats­ministerium die Landesbehörden angewiesen, die Be­

treu

flaggung der Dienstgebäude neben der Landesflagge mit der schwarz-weiß-roten und der Hakenkreuzfahne vor­

zunehmen, wenn von der Bevölkerung anläßlich des Wahl­ergebnisses der Wunsch nach solcher Beflaggung geäußert wird. InSchwerin wurden im Beisein des Rates und der Stadtverordnetenversammlung die Hakenkreuzfahne, die schwarz-weiß-rote Fahne und die merkt, enburgischen Tandesfarben gehißt.

Hamburg im nationalen Flaggenschmuck.

I« n uden

Entsprechend der Anordnung des neuen Hamburger Zenals, aus Anlaß der Senatsbildung in bei Stunde der nationalen Erhebung nationalen Flagg ichmuck anzulegen, sind auf allen staatlichen Gebâi Ad Flaggenmasten neben der hamburgischen Fahne auch die Hakenkreuzfahne und die schwarz-weiß-rote Fahne ge­hißt worden. Auch zahlreiche Privatgebäude sowie die glisse im Hamburger Hafen zeigen das nationale Mggentttch. In sämtlichen Schulen deS Hamburger Staatsgebietes fällt der Unterricht am Donnerstag aus.

^ Es würde zu weit führen, die tausend und aber tausend Äaggenhiffungcn, die von überallher gemeldet werden, Aszuzählen. Jedenfalls haben die nationalen Farben Aren Siegeszug ruhmreich fortgesetzt und bald voll- 'tändia beendet.

*

AmBosiSlrauertag auf den Reichsdienß- sedänden nur Schwarz-Keiß-Rot.

Amtlich wird mitgeteilt: Im Einverständnis mit dem Hrrrn Reichspräsidenten hat der Reichsminister des Innern den obersten Reichsbehörden mitgeteilt, daß die »laggenfrage binnen kurzem einer Neuregelung unter- Sogen werde. Da die im Weltkriege Gefallenen, deren Rn- aenken der kommende Sonntag geweiht ist, ihr Leben tinter ben früheren Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot hin- negeben haben, setzen die Behörden am 12. März auf den ^^chsdienstgcbäuden nur die Farben Schwarz-Weiß-Rot.

Hakenkreuzfahne auf dem Münchener Rathaus.

..Auf der obersten Galerie des Nathansturmes in München wurde die Hakenkreuzfahne durch national- Malistische Stadtratsmitglieder gehißt. Die Menge sang

f erhobener Hand das Horst-Wessel-Lted und das Deutschlandlied. Schon vorhere hatte man an dem Vor- Uen des Rathauses eine kleine Hakenkreuzfahne und ue schwarz-weiß-rote Fahne angebracht. s ^«Nürnberg wurden in Gegenwart eines riesigen Mes der Nationalsozialisten vom Neichstaasabgeord- Moulins Streicher unter dem Geläut der Glocken der -evalduskirche drei Hakenkreuzfahnen auf dem Nürnberger stimmt ^^' worauf die Menge das Deutschlandlied

Württemberg klagi gegen das Reich.

Wege« Übernahme der Polizeibefugnifle.

Das württembergische Gtaatsministe- hat an den Reichspräsidenten ein Dele« ' °Ulm gerichtet, in dem erhärt wird- bat dre wurttem-

bergische Negierung in der Übernahme der Polizeibesug- niffe in Württemberg durch das Reich eine so ofsentundige Perletzung der erlassenen Verordnung zum Schutze von Volk und Staat sehe, daß sie das persönliche Eingreifen des Reichspräsidenten anrufen müsse. Außerdem hat sie Klage beim Staatsgerichtshof erhoben.

Baden protestiert.

Die badische Regierung hat an den Reichs­präsidenten und den Reichskanzler folgende gleichlautende Telegramme gerichtet:Gegen die Ernennung eines Reichskommissars für Polizeiwesen im Lande Baden legen wir feierliche Rechtsverwahrung ein. Nach unserer Auffassung sind die tatsächlichen und rechtlichen Voraus­setzungen des § 2 der Notverordnung des Herrn Reichs­präsidenten für das Land Baden nicht gegeben." Das StaatSministerium hat gleichzeitig beschlossen, Klage beim Staatsgerichtshof zu erheben.

Nationaler Genai in Hamburg.

Neuwahl durch die Bürgerschaft.

Das Hamburger Parlament, dieBürgerschaft", nahm die Neuwahl des Hamburgischen Senate vor. Zur Sitzung der Bürgerschaft war die kommunistische Fraktion nicht erschienen. Die nationalsozialistischen Abgeordneten nahmen in der SA.-Uniform teil. Die SPD.-Fraktion

Nur feierlicher Staatsakt in der Potsdamer Garnisonkirche

ReichstagsvoNfitzung im Berliner Krott-The atep.

Der R e i ch s k a n z l e r Huk Mittwoch mit dem Reichs tagSpräsidenten Göring und dem Reichsminister des Innern Dr. Frrck die Garnisonkirche in Po 1 s - d a m besucht, um sich über die Vorbereitungen für den an­läßlich der Eröffnung des Reichstags dort stattfindenden feierlichen Staatsakt mit den in Betracht kom­menden kirchlichen und staatlichen Stellen zu besprechen. Als Vertreter der Kirche waren der Präsident des Evan­gelischen Oberkirchenrats D. Dr. Kapler und der Geistliche Vizepräsident D. Burghart erschienen. Im Anschluß an den Besuch der Garnisonkirche wurde der Lange Stall in Potsdam, dann das Krolltheater in Berlin be­sichtigt, die beide für die Vollsitzungen des Reichstages in die engere Wahl kamen. Die Entscheidung fiel z u gunsten des Krolltheaters, da der beschleunigte Zusammentritt des Reichstages dringend geboten ist und

^

Hier wird der Reichstag lagen.

Das Gebäude der Kroll-Oper in Berlin ist fetzt endgültig für die Plenarsitzungen des Reichstages bestimmt worden. Unser Bild zeigt eine Außenansicht des Gebäudes.

ver Ausbau des Langen Stalles einige Wochen bean­spruchen und auch mit recht erheblichen Kosten verbunden wäre. Der Zusammentritt des Reichstages soll m ö a - lichst beschleunigt werden.

Begrüßungsansprache Hindenburgs.

Die üblichen Eröffnungsgottesdienste wer den für den evangelischen Teil in der Nikolaikirche, für den katholischen Teil in der Katholischen Stadtpsarrkirche in Potsdam stuttfinden. An dem Eröfsnungsgottcsdienst in der Nikolaikirche wird der Herr Reichspräsident teilnehmen. Nach Beendigung der Gottesdienste ziehen die Teilnehmer in geschlossenen Zügen u n t e r d e m G e - läuteallerGlocken Potsdams tu die Glrrmsonkrrche. Dort findet ein Staatsakt statt. Der Herr Reichs­präsident wird eine Begrüßungsansprache halten und alsdann dem Herrn Reichskanzler das Wort zur Ab­gabe der Regierungserklärung geben. Der Staatsakt wird von K i r ch e n m u s i k umrahmt sein.

Reichstag am 21. März?

Anschließend an den Staatsakt begibt sich der Herr Reichspräsident allein zur Gruft, wo er zwischen den Sär­gen Friedrich Wilhelms I. und Frwdrrchs des Großen einen Lorbeerkranz niederlegt. Im Anschluß daran schreitet der Herr Reichspräsident vor der Krrche die Front

nahm an der Abstimnlung nicht teil Es wurden dann ge­wählt:

Die N a t i o n a l f o z l a ! i st e n Karl Vincent Krog­mann (Erster Bürgermeister), Alfred Richter (Polizei- behörde), Dr. Rothenberger (Justiz- und Gesundheits- behörde), Dr. Ofterdinger (Hochschulbchörde), Wilhelm von Allwörden (Wohlfahrisbehörde), Diedrich W. Engelken (Deputation für Handel, Schiffahrt und Ge­werbe), die Stadlhelmer Hans von Pressentin (Arbeitsbehörde) und Philipp Shepp (Landherrnschaft), die Deutschnationalcn Karl Witt (Schulbehörde) und Mar Stavenhagen (Baubehörde), der Vo l k s p a r t e i l e r W. A. Burchardt-Motz (Zweiter Bürgermeister und Jugendbehörde) und der Staatsparteiler Dr. Mathhaei (Finanzdeputation).

Flaggenparade auf dem Rathausmarkt.

Der Sieg der nationalen Einigung und die Neuwahl des Senats wurden von Hamburgs Bevölkerung be­geistert gefeiert. Auf dem Rathausmarkt fand eine riesige Kundgebung statt. SA. und SS., der Stahlhelm und mehrere Hundertschaften Polizei wurden von einer riesigen Menschenmenge mit brausenden Heil- rufen begrüßt. Als der neue Senat mit Bürger­meister Krogmann an der Spitze auf dem Balkon erschien, wurde er von den Menschenmengen stürmisch begrüßt.

Unter den Klängen des Deutschlandliedes und dem Glockengeläut sämtlicher Kirchen gingen an dem Fahnenmast die schwarz-weiß-rote und die Hakenkreuz- fahne hoch. Dieser Akt wurde von der Bevölkerung mit ungeheurem Kubel begleitet.

der dort ausgestellten Ehrenkompagme ab. Hieran schlickst sich ein Borbeimarsch der Ehrcnkompngnic

Nach Abschluß der Ferer in Potsdam begeben sich Reichsregierung und Abgeordnete zur Eröffnungssitzunz nach Berlin in das Krollthcater.

Es ist anznnèhmcn, daß die Eröffnung voraus- sicht! ichamZI. März stattfinden wird.

LmsailgreicheTagesordnoog fm die nächste Kabineltssitzung.

Wirtschaftliche und sozialpolitischr Fragen.

Das Reichs ka bi nett wird für seine am Sonn­abend stattfindende Sitzung eine umfangreiche Tages­ordnung vorliegen haben. Außer einer Reihe Wirt« schaftlicher Fragen werden auch sozialpolitische Angelegenheiten behandelt werden. ES ist anzunehmen, daß das Kabinett die bereits im vorigen Jahre getroffene Bestimmung verlängern wird, wonach niemand aus der Krisenfürsorge ansscheiden darf, um dann

der Wohlfahrtsfürsorge zur Last zu fallen.

Es handelt sich hier um eine Maßnadmc im Interesse der notleidenden Gemeinden. Für die kritischen Wintermonate ist bekanntlich seinerzeit auch ein

Zuschlag zu den Renten (Arbeitslosenunterstützung usw.) bewilligt worden. Diejc Maßnahmen waren bis zum 31. März befristet. Ob die Regierung in der Lage sein wird, auch über den 31. März hinaus Zuschüsse zu bewilligen, hängt von der fiuan- riellenLage des Reiches ab. Wahrscheinlich wird sUb das Kabinett am Sonnabend auch mit der

Lohntariffrage

befassen. In einer halbamtlichen Verlautbarung ist bereits in der vorigen Woche darauf hingewiesen worden, daß die Regierung die Kündigung von Lohntarifen zum Zwecke der Lohnherabsetzung für wirtschaftlich unzweck­mäßig hält. Der Beratung dieses Gegenstandes kommt deshalb besondere Bedeurung zu, weil der vom Zcchen- nerbanb im Januar gekündigte Lobntarif nur noch bis Ende März Gültigkeit hat.

Weitere Punkte der Tagesordnung sind die K o n t t n - gentierung unb die Fettwirtschaft.

Reichswehr stellt Doppelposten vor dem Ehrenmal.

Zum erstenmal am Volkstrauertag.

Wie das Reichswehrministerium mitteilt, wird ab Sonntag, den 12. März, dem Bolkstrauertag, vor dem Ehrenmal in Berlin ein Doppelposten der Reichs« wehr gestellt werden. Der Posten steht von acht Uhr morgens bis zum Anbruch der Dunkelheit.

Kleine Zeitung für eilige Leser

* Ws erstes Reichsministerium wurde das ReichSpostministe- rium mit den nationalen Fahnen beflaggt.

* I« Österreich ist der offene Konflikt zwischen Regierung miv Parlament ausgebrochen.

* In der Nähe von Hongkong ist ein chinesischer Dampfer gescheitert. Fünfzig Menschen sind ertrunken.