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Zulöaer Anzeiger

XSÄS Tagebla« für Rhön und Vogelsberg ÄÄ^Ä^ Zulöa- und Haunetal * Zulöaer Kreisbla« Ansprüche. Verlag: Christian Seipel,Fulda. Redaktion und Geschäftsstelle: Köntgstraße 42 Zernsprech-slnschluß Nr. 29S- Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. NachSruck Ser mit* versehenen Mikel nur mit Mellenangabe.ZulSaerFnsetger'gestaitei.

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Nr. 74 1933

Fulda, Dienstag, 28. März

10. Jahrgang

iS

7, j aufgelöst.

ein äußert lebhaftes Bild. Die Straßen in der Nähe des AOK.-Hauses waren von SA.-Hilfspolizei für jeden Ver­kehr gesperrt. Nur die Autos der Polizeibeamten und HÜfspolizei konnten passieren. Die Eingänge des Kranken- kajsengebändes waren von starken Polizeikräften, die mit Karabinern ausgerüstet waren, besetzt, die rund 1500 Ver­hafteten sind auf das ganze vierstöckige Gebäude verteilt. Im Erdgeschoß befinden sich 200 Stahlhelmer und ehema­lige Stahlhelmhilfspolizisten. Die Leute stehen in großen Kolonnen in der großen Halle und werden von SA.-Hilfs- polizisten bewacht. Ihre Führer sind bereits sämtlich fest­gestellt und nach dem Gebäude des ,^6olksfreund", das zur Zeit als SA.-Hilfspolizeiunterkunft dient gebracht worden. Im zweiten, dritten und im Dachgeschoß befinden sich die verhafteten Sozialdemokraten und Kommunisten. Sie ver­teilen sich auf einige große Räume, die keinerlei Einrich- tungsgegenstäude haben. Gegen 3 Uhr waren einige Schutzpolizeibeamte damit beschäftigt, die Personalien der Verhafteten festzustellen.

Im großen und ganzen ist die Aktion ruhig ver­laufen. Bemerkenswerte Zwischefälle sind nicht zu ver­zeichnen. Auch die übrige Stadt bietet ein ruhiges Bild.

Eine Verfügung des braunschweigischen Innenministers.

Braunschweig, 28. März. Der braunschweigische Znnev minister lägt folgende Verfügung veröffent­lichen: Nach hier vorliegenden Meldungen hat der Stahl­helm im ganzen Lande Braunschweig p l a n m ä ß i g massenhaft Mitglieder anderer Organe ausgenommen. Ganze Ortsgruppen des Reichsban­ners und der SPD. sind aus Grund von Verhandlungen und Verabredungen geschlossen beigettcteit; Der Weiter- :restand dieser nunmehr vorwiegend marxisti- chen Organisationen würde eine schwere Gefahr ür den Erfolg der nationalen Erhebung bedeuten. Ich löse mher den Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, und alle eine Nebenorganisationen im Freistaat Braunschweig mit osortiger Wirkung aus. gez. Klagges.

Der Braunschweiger Stahlhelmführer festgenommen.

Braunschweig, 28. März. Der Führer des Landes« Verbandes Braunschweig des Stahlhelms, Bund der Front­soldaten, Schrader, Wolsenbüttel, ist, wie dieBraunschwei« gische Landeszeitung" aus Wolsenbüttel meldet, in den ersten Morgenstunden des Dienstag festgenommen worden.

*

Wie der Braunschweigische Innenminister amtlich mit« teilt, wurde durch SA. und SS. die Stahlhelmhilfs­polizei entwaffnet. Mehrere Stahlhelmführer, die im Wachtlokal des Stahlhelms, in der Ortskrankenkasse, anwesend waren, wurden wegenVcrdachtsderVor- bereilung gegenrevolutionärer Umtriebe 4 eslg enom m e n. Die amtliche Begründung weist dar­auf hin, daß Ler Braunschweigische Stahlhelm in den letzten Wochen Mitglieder des Reichsbanners, Sozialdemokraten und Kommunisten ausgenommen hat. Es wurde bela­st ende sMateri al.beschlag nahmt.

Wie wir zu den Vorgängen im Braunschweigischen Orts­krankenkassengebäude im Unterkunftsraum der Stahlhelm­hilfspolizei von amtlicher braunschweigischer Seite erfah­ren, wurden heute in den ersten Morgenstunden rund 200 Stahlhelmer und ungefähr 1150 Marxisten im Gebäude der Ortskrankenkasse sestgehalten. Unter den Verhafteten be­finden sich zahlreiche Stahlhelmführer. Die verhafteten Marxisten setzen sich aus Reichsbanner, Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen. Ueber die Maßnahmen, die die Stahlhelmführer mit ihrer ganzen Aktion verfolgten, besteht z. Z. noch keine Klarheit. Der Polizeiminister hat noch im Laufe der Nacht die Landespolizeibehörden ange­wiesen, dem Stahlhelm das Recht zu nehmen, Hilfspolizei­beamten zu stellen. Die im Lande Braunschweig vorhan­denen Stahlhelmhilfspolizeibeamten sollen entwaffnet und ihnen die Ausweise abgenommen werden.

Die Vorgänge in Braunschweig.

Die Landeshauptstadt Braunschweig bot in der Nacht zum Dienstag in der Umgebung des Krankenkassengebäude

Was war geplant?

Zu den Vorgängen in Braunschweig schreibt dieBraun­schweigische Landeszeitung" u. a.: Wenn nicht alle Anzeichen trügen, sind wir gestern in Braunschweig mit knapper Not in letzter Stunde einer blutigen Kata - strophe entronnen. Hunderte von Marxisten, die sich bereits als Stahlhelmer wähnten, hatten sich be­waffnet, und es versteht sich von selbst, daß sie noch in der Nacht zum Dienstag im ganzen Bereich der Landeshaupt­stadt in der Maske von Stahlhelmern einzelne Aktionen gegen Nationalsozialisten und Deutschnationale unternom­men hätten. Insgesamt waren nach den polizeilichen Fest­stellungen gegen Mitternacht im Ortskrankenkasigebäudr außer 200 Stahlhelmern 1100 Sozialdemokraten und Kom­munisten versammelt. An den 5 Fingern seiner Hand kann man sich abzählen, was diese Zusammenballung ver­bitterter Marxisten für Folgen gehabt hätte. Mitten in den ruhigen und erhebenden Ablauf der nationalen Revo­lution platzt dieses grausige Abenteuer, das heute in ganz Deutschland Abscheu und Ekel auslösen wird. Es ist be­zeichnend im höchsten Grade für uns Braunschweiger, daß si^ die Vorgänge ausgerechnet in unserer engeren Heimat abspielen mußten, in der der nationale Wille erstmalig entscheidend zum Durchbruch kam und in der Hitler die deutschen Staatsbürgerrechte zugesprochen wurden. Aber das mag hingehen. Und in diesem Falle wollen wir uns einmal frei von lokalem Patriotismus fühlen. Aber hoffen müssen wir und darauf bestehen müssen wir, daß sich ähn­liches nie wieder und nirgends in Deutschland abspielt. Die Verantwortlichen sollen die ganze Schwere einer streng:u Strafe zu spüren bekommen. Diese Forderung wird, da­von sind wir überzeugt, vor allem>er aufrechte Stahl­helmmann zu seiner Sache machen, auf daß der schneidige FrontsoldatengrußFrontheil", den gestern in kurzer Stunde der Verwirrung und Verirrung marxistischer Janhagel ausstieß, wieder zu Ehren komme.

Revolution, in der den Juden kein Haar gekrümmt wurde, zum Anlaß werden einer schon längst erwünschten Klarstellung des Verhältnisses zwischen dem deutschen Staatsvolk und jenen, die für die ihnen gewährte Gast- ireundschaft kein Verständnis aufzubringen vermögen.

*

Der Beschluß zur Abwehrakilou.

Die Besprechungen zwischen Hitler und Goebbels in Berchtesgaden.

Reichskanzler Adolf Hitler hatte am Sonntag in Berchtesgaden eine mehrstündige Unterredung mit dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels. In dieser Unterredung hat, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ein großer Teil der wirksamen Abwehr gegen die von interessierten jüdischen Kreisen in Amerika und England gegen die natio­nale Regierung in Deutschland entfesselte Greuel­propaganda gegolten. In unterrichteten Kreisen wird er klärt, daß die nationalsozialistische Be­wegung schon in den nächsten Tagen zu schärferen gesetz­mäßigen Gegenmaßnahmen in Deutschland greifen wird, um damit die intellektuellen Urheber und Nutznießer dieser landesverräterischen Hetze, die in der Hauptsache von ehe mals in Deutschland ansässigen Juden im Auslande be­trieben wird, zu treffen.

Was die beabsichtigte nationalsozialistische Abwehr gegen die Greuelpropaganda des Auslandes anbetrifft, so wird von zuständiger Stelle erklärt, daß die Negierung gegen diese nationalsozialistische Bewegung nichts tun werde, solange nicht die Negierungen des Auslandes gegen die Greuelpropaganda in ihren Ländern einschreiten. Wie von gutunterrichteter nationalsozialistischer Seite mitgeteilt wird, werde die Regierung nunmehr zulassen, daß alles im Rahmen des Gesetzmäßigen ge­schehe, was zur Abwehr der Auslandspropaganda geeignet sei. Es handele sich dabei um eine reine Abwehr- Maßnahme. Die Regierung werde sich dieser Abwehr­bewegung gegenüber genau so verhalten, wie sich die aus­ländischen Regierungen gegenüber der Greuelpropaganda verhielten. WenndasAuëland dagegen einschreite, werde die Reichsregierung auch gegen die Abwehr­bewegung in Deutschland einschreiten. Wenn das Aus­land dagegen nichts tue, werde die Reichsregierung in Deutschland den Dingen ihren Lauf lassen.

Der Ausbau des Propaganda* mmifleriums.

In der Unterredung des Reichskanzlers Adolf Hitler am Sonntag in Berchtesgaden mit dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, ist, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, der gesamte Aufbau des neuen Reichsministeriums, das in den näch­sten Tagen feine Arbeit in großem Maßstabe beginnen wird, endgültig festgelegt worden. Das Ministerium für Polksaufklärung und Propaganda wird voraussichtlich folgende Abteilungen erhalten: 1. Gtatabteilung, 2. Propagandaabteilung, 3. Rundfunkabteilung, 4. Presse- abteilung, 5- Filmabteilung, 6. Abteiluna für Volks­bildung und Theater.

Gegen die Greuelpropaganda.

Schärfster Abwehrkampf gegen die Anslaudshetze.

Die Reichsregterung und ihre Vertretungen im Aus- lande haben in den letzten Tagen alles nur erdenkliche Wan, um den jenseits der Grenzen verbreiteten Lügen über Greuel in Deutschland entgegenzutreten, und die Wahrheit darzulegen. Reichsminister Göring hat per­sönlich zu den Vertretern der Auslandspresie gesprochen, der Reichskanzler hat sich durch seinen Pressechef direki telephonisch an die amerikanische Öffentlichkeit gewendet; auch zablreiche andere amtliche und nicht amtliche Stellen haben sich um Aufklärung bemüht. Man bat den in Deutschland lebenden Ausländern i e a l i ch e Möglich- teit geboten, um alle angeblichen Greuelfälle in Deutschland durch Augenschein nachzuprüfen und sich von der Haltlosigkeit aller Lügen zu überzeugen, man hat sie in die Gefängnisse zu den volitischen Gefangenen geführt und hat ihnen die Möglichkeit gegeben, sich mit den Gefangenen zu unterhalten. Ein Teil der Auslandspresie hat auch Berichte darüber veröffentlicht. Aber trotzdem konnten die Feinde des nationalen Deutschland un = ^bindert im Ausland weiterhetzen und ihre ^ngen verbreiten. Die ausländischen Regierungen haben es bis jetzt nicht für notwendig gehalten, die Hetze ein« lammen, obwohl auch sie durch ihre Botschafter und Ge­lten die Wahrheit über Deutschland sehr genau kennen. Z'e Urheber dieser Hetze kümmern sich auch nicht darum, sie gerade denen in Deutschland am meisten schaden, men sie durch die frette mitten wollen.

Die nationale Regierung hat sich nun entschlossen, ? o ch st g r k e r e A b w e h r m i t t e l einzusetzen, solange

Ausland die Hetze gegen Deutschland duldet. Über 01e Mittel, die ergriffen werden, wirkt man in den nächsten

Tagen Klarheit bekommen. Von nationalsozialistischer Seite wird diese Gegenbewegung unter Einsatz ihrer ganzen Propagandakraft aufgezogen werden.

Die Nation al sozialistischeParteikorre- spondenz in München berichtet darüber folgendes:

Die NSDAP, wird den Abwehrkampf gegen die internationale jüdische Greuel- und Bonkotthetze gegen Deutschland in s ch ä r f st e r F o r in aufnehmen. Es ver­lautet, daß bereits am Dienstag Anordnungen für die Organisation einer gewaltigen Volksbewegung zur Bildung von Bovkoitkomitees gegen die jüdischen Geschäfte in Deutschland als Antwort auf die Bovkottdrobungen des internationalen Judentums er­gehen. Gleichzeitig soll in einer ungeheuren Provaganda- Welle der Forderung nach sofortiger genau festgelegter Beschränkung für die Beteiligung des Judentums an bestimmten akademischen Berufen und öffentlichen Ein­richtungen Ausdruck gegeben werden. über acht Millionen Menschenkind in Deutschland arbeitslos und unser eigenes Intelligenzproletariat zählt nach vielen Hunderttausenden. Trotzdem hat das deutsche Volk Hunderttausenden von jüdischen Intellektuellen die Teilnahme an seinen akade­mischen Berufen gestattet. Diese selben jüdischen Akade­miker sind es in erster Linie, die heute Deutschland als Dank dafür vor der Welt in einer wahrhaft schamlosen Lügenhetze heruntersetzen. Zur Abwehr dieses Treibens wird nunmehr die Forderung erhoben werden, dem Judentum in Deutschland an den Hochschulen, in den Berufen der Rechtsanwälte und der Arzte nur dieselbe Quote zuzubilligen, die sie in der Gesamtzahl der Ein wohnerschaft Deutschlands ausmachen.

Der Abwehrkampf soll durch Bildung besonderer Aktion skomltees und mittels einer riesen­haften AufklärungsPropaganda geführt wer­den. Damit wird vielleicht gerade dieser jüdisch-inter­nationale Haßfeldzug gegen Deutschland anläßlich einer

Präsident Kerri über nationale Zuüiz.

Die Aufbauarbeit der preußischen Justizverwaltung.

Der zum Neichskommisiar für das preußische Justizministerium ernannte Präsident des Preußi­schen Landtags K e r r l übernahm die Geschäfte des Mini­steriums. Präsident K e r r l führte dann u. a. aus: Durch die nationale Revolution habe sich eine grundlegende Um­wandlung zur nationalen Volksgemeinschaft vollzogen. Eine saubere, in sich gefestigte Justiz werde eine wesentliche Grundlage des neuen Staates sein. Zum erstenmal trete mit ihm ein Mann an die Spitze des Justiz­ministeriums, der nicht aus der höheren juristischen Lauf­bahn hervorgegangen fei. Es sei keineswegs so. baß der Nationalsozialismus das Fachwissen nicht schätze, aber ungewöhnliche Zeiten erforderten ungewöhnliche Maß­nahmen und neue Männer. Ihm selbst fei die Justiz fein fremdes Gebiet. Er gehöre ihr bereits seit dem Jahre 1907 an. Es sei selbstverständlich, daß der engste Mit­arbeiterstab sorgfältig gesiebt werden müßte. Er reiche jedem die Hand, der eine aufrichtige innere Umstellung vollzogen habe. Ausmerzen müsse er aber alle, die sich der nationalen Erneuerung entgegenstemmten. Es könne auch nicht so fein, daß jetzt ein Schluß ft r t ch unter die Ver­gangenheit gezogen werde. Eine sorgfältige Untersuchung vieler früherer Maßnahmen erscheine ihm vielmehr not­wendig. Leitmotiv für alle Arbeit an Staat und Volk seien die Worte Hoffmanns von Fallersleben:Deutsch­land, Deutschland über alles".

Meine Zeitung für eilige Leser

* Die Mitglieder der Braun-Regierung haben endgültig ihre Ämter niedergelegt.

* Die japanische Regierung hat beschlossen, die Mandate über die ehemaligen deutschen Kolonien zu behalten.

* In Hayward in Kalifornien stürzte ein Verkehrsflugzeug, auf das Dach eines Hauseâ. Es erfolgte eine Explosion, wobei zwölf Personen den Tod fanden.