Zuloaer Anzeiger
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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
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Ar. 75 — 1933
Fulda, Mittwoch, 29. März
10. Jahrgang
Antwort auf die jüdische Greuelhetze:
Aufruf der ASDAP.: Werall Voykottausschüsse gegen das Zudentum.
Die Reichsieltung der NSDAP. veröffentlicht einen Aufruf an alle Parteiorganisationen, der sich in schärfster Form gegen dle gewissenlose jüdische Greuelpropaganda wendet.
In dem Aufruf wird einleitend festgestellt, daß das deutsche Woll nach vierzehnjähriger innerer Zerrissenheit, seine Stände, klaffen Berufe und konfessionelle Spal- jungen politisch überwindend, eine Erhebung durch, geführt hat, die dem marxistisch-jüdischen Spul biittschneU e i n E n d r bereitete In jämmerlicher Pf e i g- Heil hätten die jüdisch marxistischen Bonzen ihre Machtstellungen geräumt Trotz allen Geschreis wagte kein einziger ernstlichen Widerstand zu leisten. Nur der beispiellosen Disziplin und Ruhe. Mit der sich der Akt des Umsturzes vollzog, hätten es die Urheber und Nulnneßei unseres Unglücks zuzuschreiben, wenn sie fast ausnahmslos ungeschoren blieben. Weiter heißt es in Dem Aufruf:
Nun, da die Feinde der Nation im Innern vom Volke selbst unschädlich gemacht worden sind, trifft das ein, was wir längst erwartet hatten Die kommunistischen und marxistischen Verbrecher und ihre jüdischen intellektuellen Anstifter, die mit ihren Kapitalien rechtzeitig in das Ausland ausrückten, entfalten nun von Dort aus eine gewissenlose landesverräterische Hetzkampagne gegen das deutsche Bolt überhaupt. Da ihnen das Lügen in Deutschland unmöglich wurde, be- ginnen sie von den Hauptstädten der ehemaligen Entente aus dieselbe Hetze gegen die junge nationale Erhebung, die sie z u Kriegsbeginn schon gegen das damalige Deutschland getrieben haben.
Lügen und Berlcumdungen een geradezu haar- sträubender Perversität werden über Deutschland losgelasien Greuelmärchen von zerstückelten Juden- leichen, von auSgestochencn Augen und abgehackten Händen werden verbreitet zu dem Zweck das deutsche Volk in der Welt zum zweiten Male so z u verfemen, wir ihnen dies im Jahre 1914 bereits gelungen war. Millionen unschuldige Menschen, Völker, mit denen das deutsche Wolf nur in Frieden leben will, werden von diesen gewissenlosen Verbrechern gegen uns auf- Hfl)ent Die deutschen Waren, die deutsche Arbeit sollen dem internationalen Boykott verfallen, die Not in Deutschland ist ihnen also zu klein, sie muß noch größer werden!
In dem Aufruf wird dann ungeordnet, daß in jeder Ortsgruppe und Organisationsgliederung sofort Aktionskomitees zur praktischen, planmäßigen Durchführung des Boykotts jüdischer Geschäfte, Waren, Arzte, Rechtsanwälte gebildet werben.
Boykotibeginn am Sonnabend.
Els Programmpunkte zur Abwehr der Greuel-Boykottpropaganda.
Die Nationalsozralistische Korrespondenz veröffent- ucht außer dem Aufruf der Parteileitung der NSDAP. Zur Abwehr der Greuelpropaganda und des Boykotts im Ausland folgende elf Programmpunkte, durch die die Gegenwirkung innerhalb Deutschlands organisiert werben soll:
, 1. In jeder Ortsgruppe und Organisationsgliederung der NSDAP, sind sofort Aktionskomitees zu vuden zur praktischen, planmäßigen Durchführung des âhkotts jüdischer Geschäfte, jüdischer Waren, jüdischer zlrzte und jüdischer Rechtsanwälte. Die Aktionskomitees hub verantwortlich dafür, daß der Boykott keinen trifft ^ ^ ^ ^ 6 e n, um so härter aber die Schuldigen . 2. Die Aktionskomitees sind verantwortlich für oen höchste» Schutz aller Ausländer ohne Ansehen )rer Konfession, ihrer Herkunft oder Rasse. Der Boykott ' reine Abwehr Maßnahme, die sich ausschließ- gegen das deutsche Judentum wendet.
3. Die Aktionskomitees haben sofort durch Propa- ««nda und Aufklärung den Boykott zu popularisiere». Zündsatz: Kein Deutscher kauft noch bei einem Juden läßt sich von ihm und seinen Hintermännern Ware '.Pilsen. Der Boykott muß ein allgemeiner sein. Er D ?°m ganzen Volk getragen und muß das Judentum " 'einer empfindlichsten Stelle treffen.
ti 1 <M Zweifelsfällen soll von einer Boykot- mrung solcher Geschäfte so lange abgesehen wer- bis nicht vom Zentralkomitee in München ?"?^e bestimmte Anweisung erfolgt. Vorsitzen- ^Zentralkomitees ist Parteigenosse Streicher. bip Die Aktionskomitees überwachen aus das schärfste eitun gen, inwieweit sie sich an dem AufUärungs- ' wzug des deutschen Bottes gegen die jüdische Greuel- obpp Ausland beteiligen. Tun Zeitungen dies nicht i,â "ur beschränkt, so ist darauf zu sehen, daß sie aus fer«^ouâ- 'n dem Deutsche wohnen, augenblicklich ent- ^f^i werden. Sein deutscher Mann und teilt deutsches W m s-lchkU Zeitungen muh Annsseen auf
geben. Sie müssen der öffentlichen Verachtung verfallen, geschrieben für die jüdischen Nassegenossen, aber nicht für das deutsche Voll.
6. Die Aktionskomitees müssen in Verbindung mit den Betriebszellenorganisationen der Partei die Propaganda der Aufklärung über die Folgen der jüdischen Greuelhetze für die deutsche Arbeit und damit für den deutschen Arbeiter indieBetriebehineintragen und besonders die Arbeiter über die Notwendigkeit des nationalen Boykotts als Abwehrmaßnahme zum Schutze der deutschen Arbeit a u f k l ä r e n.
7. Die Aktionskomitees müssen bis in das klein st e Bauerndorf hinein vorgelrieben werden, um besonders auf dem flachen Lande die jüdischen Händler zu treffen. Grundsätzlich ist immer zu betonen, daß es sich um eine uns aufgezwungene Abwehr- maßnabme handelt
8. Der Boykott setzt nicht verzettelt ein, sondern schlagartig. In dem Sinne sind augenblicklich alle Vorarbeiten zu treffen. Es ergehen die Anordnungen an die SA. und SS., um vom Augenblick des Boykotts ab durch Posten die Bevölkerung vor dem Betreten der jüdischen Geschäfte zu warnen. Der Boykottbeginn ist durch Plakatanschlag und durch die Preffe, durch Flugblätter usw. bekanntzugeben. Der Boykott setzt schlagartig am Samstag, den 1. April, punkt 10 Uhr vormittags ein. Er wird fortgeführt, so lange, bis eine Anordnung der Parteileitung die Aufhebung befiehlt.
9. Die Aktionskomitees propagieren sofort in Zehn- tausend-m von Massenversammlungen, die bis in das kleinste Dorf hineinzureichen haben, die Forderung nach Einführung einer relativen Z a h l für die Beschäftigung der Juden in allen Berufen entsprechend ihrer Beteiligung an der deutschen Volkszahl. Um die Stoßkraft der Aktion zu erhöhen, ist diese Forderung zunächst auf drei Gebiete zu beschränken: a) auf den Besuch an den deutschen Mittel - und Hochschu len, d) für den Beruf der Ärzte, c) für den Beruf der Rechtsanwälte.
10. Die Aktionskomitees haben weiterhin die Ausgabe, dafür zu sorgen, daß jeder Deutsche, der irgendeine Verbindung zum Ausland besitzt, diese verwendet, um in Briefen, Telegrammen und Telephonaten ausklärend die Wahrheit zu verbreiten, daß in Deut'ch- land Ruhe itnb Ordnung herrscht, daß das deutsche Volk keinen sehnlicheren Wunsch besitzt, als i n Frieden seiner Arbeit nachzugehen und in Frieden mit der anderen Welt zu leben und daß es den Kampf gegen die jüdische Greuelhetze nur führt als reinen Abwehrkampf.
11. Die Aktionskomitees sind dafür verantwortlich, daß sich dieser nefamte Kampf in vollster Ruheund größter Disziplin vollzieht. Krümmt auch weiterhin keinem Juden auch nur ein Haar. Wir werden
9er SlHhelNWWilM in BrmWch.
GA. und Stahlhelm.
In Braunschweig ist die Stahlhelmhilfspolizet von der SA.-Hilfspolizei entwaffnet worden und noch in den frühen Morgenstunden des Dienstag hat der braunschweigische Innenminister die Auflösung des Stahlhelm im Lande Braunschweig angeordnet. Über diese Vorgänge fanden in Berlin Besprechungen zwischen Reichsminister Göring und Reichsminister S e l d t e, dem Stahlhelmführer, statt. Amtlich wird darüber folgendes mitgeteilt:
Heute (Dienstag) vormittag fand zwischen Reichs- Minister Göring und dem Stahlhclmsührer, Reichsminister Seldte, eine Besprechung wegen bei Vorgänge in Braunschweig statt. Die eingehende Untersuchung ergab, daß es sich um eine rein lokale Angelegenheit handelt, die im Laufe des Dienstaguachmittag von der Lieichsregierung in Ordnung gebracht wird. Die Z u • sammenarbeit von SA., SS. und Stahlhelm im gesamten Reichsgebiet wird durch diese letalen Vorgänge in keiner Weise berührt. Es besteht auf allen Seiten der einstimmige Entschluß, die tarne» radschaftliche Zusammenarbeit dieser Verbände zu festigen und zu verbreitern.
Reichsarbeilsminlster Seldte hat sich mit Begleitung in einem Flugzeug nach Braunschweig begeben, um an Ort und Stelle die Vorgänge im Braunschweiger Stahlhelm zu untersuchen. In einem zweiten Flugzeug hat sich eine gemischte Kommission, bestehend aus dem Führer aes Landesverbandes Berlin des Stahlhelm, Major a. D. Stephani, und dem persönlichen Adjutanten des Reichs- Ministers Göring, Hauptmann a. D. Körner, nach Braunschweig begeben.
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Eine amtliche Darstellung aus Braunschweig.
Zur Vorgeschichte, die zur Auslösung des Stahlhelms in Braunschweig führte, liegt folgende amtl i che M i t • teilung des Braunschweigischen Innenministeriums
Der Stahlhelm, Ortsgruppe Braunschweig, nahm seit einigen Tagen ganze Scharen neuer Mitglieder aus den rufaelösten und nièöraefchlLgenen marxistischen Oraarr:-
mit dieser Hetze fertig einfach durch die einschneidende Wucht dieser Maßnahmen.
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Keine Einmischung Washingtons.
Die durchsichtige Tendenz der Lügenpropaganda in Amerika erkannt.
Der beruhigende Bericht der Berliner amerikani- ,chen Botschaft über die Vorgänge im Reich haben, wie aus Washington gemeldet wird, die amtlichen Kreise des Staatsdepartements äußerst erleichtert. Der amerikanische Staatssekretär Hull befürchtete offenbar, unter dem unbeschreiblichen Druck des amerikanischen Judentums gegen seine eigene Absicht zu irgendwelchen amtlichen Schritten gezwungen zu werden. Er betonte jetzt, daß die amerikanische Regierung n i ch t beabsichtige, das deutsche Volk durch eine Einmischung in seine eigenen Angelegenheiten zu irritieren. B e m e r k e n s w e r t ist auch die einsetzende Reaktion in weiten amerikanischen Kreisen, die allmählich aus die durchsichtige Tendenz der Lügenpropaganda gegen Deutschland aufmerksam werden.
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Der Kronprinz
gegen Greuelpropaganda.
Kronprinz Wilhelm hat an den amerikanischen Schriftsteller Georges Sylvester Viereck einen Brief gerichtet. bei sich mit den gegen Deutschland ausgestreuten Greuelmär ch e n beschäftigt. Er schreibt darin u. a.: Wenn Männer wie Sie, die während des Weltkrieges die Haltlosigkeit der bèwußt über Deutschland ausgestreuten Wer leumdungen aus nächster Nähe erlebt haben, aus eigener Erfahrung und mittels Ihrer guten Verbindungen zur amerikanischen Öffentlichkeit dazu beitragen können, das amerikanische Volk über die Wahrheit aufzuklären, so würden Sie sich ein Verdienst erwerben, nicht nur für die deutsche Nation, deren Ehre zu beschmutzen die böswilligen Gerüchtemacher beute versuchen, sondern auch für d i e Welt und die friedliche Atmosphäre zwischen den Völkern, welche durch diese Hetzer vergiftet wird. Ich möchte hinzufügen, daß ich hiermit nicht einen offiziellen oder einen parteipolitischen deutschen Standpunkt vertrete, sondern daß die oben genannten Auffassungen so gut wie einstimmig vom gesamten deutschen Volk geteilt werden.
Wir bemühen uns hier in Deutschland ebenso wie Sie in den Vereinigten Staaten darum, aus dem Elend, in welches die abendländische Welt in den Nachkriegsiahren versunken ist, zu neuem Wohlstand, zu Frieden und frischer Kraft zurückzukehrcn. Jedes Volk tut dies seinem eigenen Charakter und seinen Bedingungen gemäß. Den Weg des anderen mit Lügen, Verleumdungen und Schmutz zu bewerfen. ist nicht fair. Wohin das führen muß, haben wir ja als Ergebnis des Weltkrieges unb seines Hetzgeistes nur allzu deutlich erfahren.
fßttoneii auf. Am Montag nahm diese Eintriitsbewegnng Massencharakter an. Hunderte ehemalige Re chs- bannermitglieder, Sozialdemokraten und Kommunisten zogen zum Teil in geschlossenen Abteilungen und unter Bedeckung der Stahlhelmhilfspolizei zum Wachtioka! des Stahlhelm in dem Gebäude der Ortskrankenkasse. Fortgesetzt wurde Frei-.Heil, Front-Heil und Rot-Front gerufen. Vor dem Hause und in den anliegenden Straßen sammelten sich erregte Mengen von Kommunisten und Sozialdemokraten, aus deren Mitte drohende Ruse gegen Adolf Hitler und gegen die NSDAP, laut wurden. Unter Duldung des Stahlhelm nahm der rote Mob, der seit Wochen sich nicht mehr aus seinen Schlupfwinkeln herausgewagt hatte, eine drohende Haltung ggen Nationalsozialisten und Hitlerjungen ein. Es kam sogar zu Mißhandlungen von Hitlerjungen durch Stahlhelmer. Infolge dieser unerhörten Haltung des Stahlhelm, durch die der Erfolg der nationalen Erhebung in Braunschweig auf das schärfste gefährdet wurde, bemächtigte sich der nationalen Bevölkerung der Stadt unbeschreibliche Erregung M i n i st e r Klagges sah sich jetzt gezwungen, einzugreifen. Schutzpolizei wurde unter Führung des Kommandeurs zur Oberholung der Krankenkasie eingesetzt, während SA. und SS. Plätze und Straßen in der Umgebung absperrten und säuberten. Die Stahlhelmhilfspolizei wurde e n t w a f f n e t, . Hunderte von Zivilisten, die sich in dem Gebäude aufhielten, namentlich festgestellt und ganze Pakete von ausgesiillten Anmeldungen beschlagnahmt. Unter den fkberaeftefiten Pavieren befinden sich Mitgliederlisten geschloffener S ch u f o f o r m a t i o n e n und SPD. - Ortsaruvven,
Kleine Jettunü für eilige Leser
* Der Reichspräsident hat Dr. Gercke von dem Amt als Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung enthoben.
* Der Reichsarbeitsminister hat weitere Krantenkasien unter Staatsaufsicht gestellt.
* Die Reichsleitung der NSDAP, hat zur Abwehr der fübU sche« Greuelpropaganda im Ausland jchvr.e LoylottmaßualMM gegen das Zudentum ergriffen.