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Zulöaer /lnZeiger

^sONM. Bei Lieferungsbehinderungen durch Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg S^^ÄÄ'Z ßulöa- un- Haunetal. Zul-aer Kreisblatt Sprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda. Re-aktion un- Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernsprech-flnsthluß Nr. 2989 Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. NachSruck âer mit* versehenen Artikel nur mit tzuelrenangadeZulSaerFnzsiger"grsiaürt.

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Ar. 77 1933

Fulda, Freitag, 31. März

10. Jahrgang

Der Abwehrkamps.

Reue Hetze.

Die englische und amerikanische Presse hat, soweit sie den letzten Wochen an der Greuelpropaganda gegen Mtschland in vorderster Front beteiligt war, die Hehl ^it Deutschland noch fortgesetzt, und zwar im Zu Mmenhang mit Protestversammlungen. die in Londor Mgefunden haben.

Eine Protestversammlung der jüdischen englischer Pelz Händler in London brachte eine Neuauflage tun Äußerungen des Deutschenhasses bis zur folgenden Szene: Als einer der Redner erklärte:Wir wollen nicht, wie im Jahre 1914, die Waffen gegen das preußisch, Junkertum ergreifen", wurde aus der Versammlung ge- , chn:W a r u m n i ch t ?* Der Redner erklärte darauft Mir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln kämpfen, wenn wir dazu gezwungen werden."

Dabei scheint man in London noch gar nicht entdeckt zu haben, in welchem Umfange die Bevölkerung gegen Deutschland bereits in kommunistische Händege- raten ist. Die Weisungen gehen offensichtlich von bei immunistischen Zentrale in Moskau aus. Die kommu­nistische Partei Großbritanniens veranstaltet auch bereite Versammlungen, in denen gegen Deutschland gehetzt wird.

Es gibt aber auch in London jüdische Kreise, die unter diesen Umständen sich von der Propaganda gegen Deutsch- iand zurückziehen, besonders Mitglieder der Finanz. Bin Artikel desEvening Standard" erklärt u. a., bei bet Stimmung unter den Nationalsozialisten könne man nicht erwarten, daß sie die Herausforderung ausländi­scher Juden unbeantwortet ließen. Es seien alle Anzeichen dafür vorhanden, daß der Boykott gegen die toben in Deutschland mit preußischer Energie nirchgeführt werde.

Kram die gewiffenlose SeMvvapavda.

General von Lettow-Vorbeck an die britischen Frontsoldaten.

General von Lettow-Vorbeck hat an die Lüsche Presse folgendes Telegramm gerichtet:Eine ge° Wnlose Hetzpropaganda verbreitet in der englischen Breffe Schauermärchen über Greueltaten, die durch Deutsche an Juden verübt worden sein sollen. Diese Mel­lingen sind glatt erlogen. Ich bitte die briti - lhe n Frontsoldaten, die in Oftafrila fochten und ° Gegner deutsche Kampfesweise kennengelernt haben, liest Schauergeschichten, die zur Vergiftung der politischen Aimosvbäre führen, als das zu bezeichnen, was sie sind: « Lügen! Ich bitte jeden Engländer, der sich ein MndeS eigenes Urteil bewahrt hat, sich aleichfalls dafür Äzuseken. DaS englische Volk ist zu schade, sich dadurch ^erlich zu machen, daß es das Opfer eine» plumpen "icks wird."

Eine große Anzahl von politischen und Wirt» Gastlichen verbänden, von Stadtver- Utungen.Ve reinen,privaten und öffent -- ^ t n Stellen hat sich in P r o t e st s ch r e i b e n a n d a s Island gewandt und gegen die verlogene Hetze Stel- N genommen. Sie alle betonen, ebenso wie mehrere Eminente Ausländer, die sich in der letzten Zeit in Mchland aufgehalten hatten, daß an den Behauptungen ^Greueltaten und Mißhandlungen von Juden kein wahres Wort Ui.

Erste Boykoiianordnungen.

Tas Zentralkomitee zur Abwehr jüdischer Grevel­au Boylottprvpaganda veröffentlicht folgende Anord- "^ Julius Streichers, die aus München datiert ist:

j >- Tie Leiter der örtlichen Komitees zur Abwehr der Jüchen Hetz- und Greuelpropaganda werden unverzüg- Avon den zuständigen Ttenststellen der P O. ernannt. N Leiter des Gaiilomnees empfiehlt es sich, die Gau- Wer des Kampfbundes des gewerblichen j.111 c I ft fl n ö e ^ zu ernennen, da diese N S-Organi- "avn gemäß ihrer Eigenart über die notwendigen Unter*

Uno Erfahrungen für den Aufbau der Abwehr- «i^SUng verfügt. Sie Rücksichtnahme auf die persön- Eignung des zu Ernennenden wird hierdurch selbst* Endlich nicht berührt.

fc $ Tie Aktionskomitees (deren Mitglieder keinerlei >»7°ung mit Juden haben dürfen), stellen sofort fest, ^ Geschäfte, Warenhäuser, Kanzleien usw. sich in ^oeiitiänocn befinden.

dz.?. Es handel, sich bei dieser Feststellung sclbstver- um Geschäfte, die sich in den Händen von Ange- Ä, ber jüdischen Rasse befinden. Die Religion Rolle. Katholisch oder protestantisch getaufte Zj °7'^>eute oder Dissidenten jüdischer Rasse sind im e dieser Anordnung ebenfalls Juden.

lMm £irmen- bei denen Juden nur finanziell ve- W Md. fallen unter eine noch zu treffende Regelung. i^boh> ^^ der Ehegatte einer nichijüdischen Geschäfts- Äeick» iL ^ u d e, so gilt das Geschäft als jüdisch. Das der Fall, wenn die I n h a b e r i n I ü d i n, der te dagegen Nichtjude H.

^EiuhvitsyrrisgeschâftL, WarerchSuser, Grotzfti^l- >82^ in deutschen HtzMw SestudLU, selten

^t biete BoLkottaltiorr. Ebenso falten nullt dar.

unter dieW o v I w o r t ^ Einheitspreisgeschäfte Tiefe Firma ist amerikanisch und außerdem nicht jüdisch. Die sogenanntenW o h l w e r l" Einheitspreisgeschäfte da gegen sind jüdisch und daher zu boykotNere».

7. Sie Akttonskomiwes übergeben das Verzeichnis der fefigeftefltcn jüdischen Geschäfte der SA und SS., Damit diese am Sonnabend den I April 1933, vormittags punft 10 Uhr, die Wachen abstellen können

8. Die Wachen haben die Aufgabe, dem Publikum b c k a n n l zugebcn, daß das von ihnen überwachte Geschäft jüdisch ist. Sie haben vor dem Einkauf in Diesem Geschäft zu warnen Tätlich vorzuMen ist ihnen n-c rbote N Verboten ist auch, die Geschäfte zu schließen, die Fensterscheiben zu zertrümmern oder sonstigen Sachschaden anzurichten.

9. Zur Kenntlichmachung jüdischer Geschäfte sind an deren Eingangslüren Plakate oder Tafeln mit gelbem Fleck auf schwarzem Grunde anzu- bringen.

10. Entlassungen von nichijüdischen An­gestellten und Arbeitern dürfen von den boykottierten jüdischen Geschäften nicht vorgenommen werden. Kündi­gungen dürfen nicht ausgesprochen werden. Sind solche schon erfolgt, so ha, die NSBL. im Zufammeuwirkpu mit der SA. für ihre Rückgängigmachung Sorge zu tragen.

11. Die Aktionskomitees veranstalten am Freitag, den 31. März 1933, abends, in allen Orten im Einvernehmen mit den politischen Leitungen große Massenlund- gedungen und Semon strationSzüge. Dabei sind Transparente zu traten mit folgender Auf­schrift: a)Zur Abwehr der jüdischen Greuel- und Boy­kotthetze." klBonkottieri ab morgen, vormittags 10 Uhr. alle jüdischen Geschäfte." In Großstädten sind Die Kund­gebungen auf möglichst vielen öffentlichen Plätzen avzu- halten.

lL Am SamslagvormUtag si-) bis spätestens Uhr die Plakate mit dem Boykottaufruf an allen Anschlagstellen in Stäbten u id Sörfern anznbringen. Zu gleicher Zeit sind auch an Laftamos oder noch bester an Möbelwagen folgende Transparente in hier angegebener Reihenfolge durch die Straften zu fahren:

Zur Abwehr der jüdischen Greuel- und Boykotthetze", Boykottiert alle jüdischen Geschäfte",

Kauft nicht in jüdischen Warenhäusern"

Geht nicht zu jüdischen Rechtsanwälten".

Meidet jüdische Arzte",

Die Juden sind unser Unglück".

13 Zur Finanziernng der Abwehrbewegiing organi-- steren die Komitees Sammlungen bei Den deut­schen Ge s ch â f t s l e u t e v.

Ein Strom des Segens."

Sie Bavempoliük

der Reichsregierung.

Gerechte Preise für Agrarprodukte.

Der landwirtschaftliche Verein in Bayern hielt in München seine öffentliche Frühjahrshauptversammlung ab. Staatssekretär von Rohr vom Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft hielt,den Hauptvortrag überDie Bauernpolitik Der Reichsregierung"

Der Präsident des Vereins, Geheimrat Mittermeier, erklärte in feiner Eröffnungsansprache u. a., daß die baye­rischen Bauern allen Grund hätten, zu hoffen und zu glauben, daß in den Händen des Reichskanzlers Adolf Hitler

das Schicksal der Landwirtschaft wohl geborgen sei, und er stehe nicht an, zu bekennen, daß vor ihm noch kein Reichskanzler so rasch zur Tat geschritten sei und mit so klaren Worten ein Bekenntnis zur Bedeutung des Bauerntums und zur Heiligkeit der heimatlichen Scholle abgelegt habe, wie Der neue Reichskanzler in der denk­würdigen Reichstagssitzung vom 23. Mürz (stürmischer Beifall). . _

Der bayerische kommissarische Innenminister Wagner begrüßte die Versammlung und nahm Dabei Gelegenheit, vor aller Welt

gegen die Greuelpropaganda im Auslande zu protestieren und unter stürmischem Beifall festzu stellen, daß das neue Deutschland nicht gewillt sei, derartiges tn der Zukunft noch zu dulden. . _ _ , .. .

Stürmisch begrüßt, ergriff hierauf staatcheirerar von Rohr das Wort. Er gab zunächst ein Gesamtbild der Wirtschaftspolitik der nationalen Regierung, wv'wi er darauf hinwies, daß heute jedes Volk in der Weltwirt­schaft vor Der grundsätzlichen Entscheidung stehe, ob es seine Arbeit zu Weltmarktpreisen verkaufen wolle, ober ob die Arbeit eines Volkes den Lohn erhalten solle, der den besonderen Voraussetzungen des Landes entspricht.

Die Westtmarttpreise müssen die bodenständige Arbeit töten.

D« Preisgabe der deutschen Landwirtschaft _ an den LLeLmarLlnVis babe uns in eine, gefährliche Abhängigkeit vom AiÈlandsmarft aebraLt. Es sei unverartLwortlâ

14 ^m übrigen gelten für die Komitees }iu Abwehr der jüdischen Greuel. und Boykotthetze die Anordnungen der Reichsvarreileitung der NSDAP. (Ausruf vom 29. März 1933 im V B. >.

München, den 30. März 1933 gez. Streicher.

*

Die BoykoichewöMng.

In Verfolg der A b w e h r a k l i o n gegen die Greuel­propaganda im Ausland sind weiter in einer Reihe von Städten Maßnahmen getroffen worden.

In Breslau hat der Polizeipräsident Heines angeordnet, daß die reichsdeutschen Angehörigen rüdischen Glaubens oder ehemals jüdischen Glaubens, die im Besitze eines Reisepasses sind btosen bei Vermeidung von Geldstrafen persönlich bis zürn 3. April in du zuständigen Polizeirevieren vorzulegen haben. Die Pässe werden nach Beschränkung ihrer Gültigkeit auf das I n l a n d den Patz^ inhabern zurückgegeben. Weiter wurde in Breslau 28 jüdischen Ärzten, die in den städtischen Anstalten tätig waren, gekündigt. SA.-Posten vor den Warenhäusern fordern zum Kauf in deutschen Geschäften auf.

In Görlitz sind 40 Juden in Schutzhaft genommen worden, darunter 30 Geschäftsleute, 5 Rechtsanwälte und 2 Richter.

In Hindenburg beschloß das Stadtvarlament, an jüdische Firmen keineAufträge'mehr zu vergeben und die jüdischen Angestellten aus der Verwaltung zu entlassen.

In Schweidnitz und Waldevdvr- wurden sämtliche jüdischen Geschäfte geschloffen.

In N o r d h a u s e n hingen SA.- und SS:-Leute vor den jüdischen Geschäften Plakate mit der AufschriftG e- schlossen" an. Auch die Büros der jüdischen Rechts­anwälte und Ärzte mußten schließen.

In Oldenburg nahmen SA.- und SS. -Posten vor den jüdischen Geschäften Aufstellung und gaben münd­lich und durch mitgeführte Plakate dem Publikum über die Boykottmaßnahmen und ihre Gründe Kennmis. Eine Reihe jüdischer Geschäfte stellte daraufhin Den Ver­kauf ein.

In keiner Ortschaft isteszu i r g e n st welchen Zwischenfällen gekommen.

*

Keine deoachteiligmig der Angestellten und arbeitet.

Nach einer Aussprache zwischen dem Neichsleiter de: Boykottbewegung, dem Reichs- und Landtagsabgeordnetei Iulius Streicher, und einem Vertreter des Deutsch nationalen Handlungsgehilfenverbandes wird versichert, daß die NSDAP, bzw. die Reichsleitung der Voykott- bewegung entschlossen fei, mit allen Mitteln jede irgend­wie geartete Benachteiligung der Angestellten uns Arbeiter in jüdischen Betrieben zu ver­hindern.

dem deutschen Volke zu sagen, daß eine begründete Hoff­nung auf Wiedergewinnung unserer verlorengegangeneu Absatzgebiete bestehe. An Stelle Der untauglichen Hilfen und Subventionen für die Landwirtschaft solle eine Agrar­politik betrieben werden, die

die Landwirtschaft wieder rentabel und Damit kauf­kräftig macht.

Eine erfolgreiche Agrarpolitik müsse die Landwirtschaft als Ganzes behandeln. Der Staatssekretär erläuterte dann eingehend den

Fettplan der Reichsregierung.

Das Ziel müsse fein, das Auslandsfett zu verdrängen und damit Raum zu schaffen für deutsches Fett, namentlich deutsches Schmalz und deutsche Butter. Die Reichsregic- rung wolle kein plötzliches sprunghaftes Steigen der Preise, sondern eine allmähliche Gesundung des aarari­schen Preisniveaus. Die Margarine solle als Anslands- produkt deutlich gekennzeichnet werden. Vielleicht werde man auch das Butter-Aroma noch verbieten. Das werde allerdings nicht sehr schnell zu einer weiteren Preissteige­rung der Butter führen, namentlich, weil jetzt das Vrey auf die Weide getrieben werde, und ferner weil die aus­ländischen Nachbarstaaten, mit denen wir handelsvrrtrag- lich gebunden sind, ihre Butter verstärkt hereinbring-n würden. Die Reichsregiernng rechne mit einer preist steigernden Wirkung erst in einiger Zeit. Aber der not­wendige gerechte Ausgleich werde kommen. Wenn der Landwirt erst einmal wieder gerechte Preise bekomme, dann werde sich mit der Belebung der Landwirtschaft

ein Strom des Segens über Stadt und Land ergießen. Aus den Häusern der Bauern müsse aber erst

Kleine Zeitung für eilige Leser

* Staatssekretär von Rohr hielt in München eine Rede über die Bauernpolitik der Reichsregierung.

* RcichsverkehrSminister Freiherr Eltz V. Rübenach hat in Berlin die Wassersport- und Wochcucudauâstelluna eröffnet

* In der Rheinpfalz kam es zu eurem neuen Stahlhelm- zwischcnlsall.

* Bei eiuox Explosion in eurer Londoner ForLfaLrik wurden ein Junge getötet und Wer 30 Personen verletzt.