Kulöaer Mzeiger
^ÄSÉS Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg S“®”:^^^ §ulöa- un- Haunetal. Zulöaer Kreisblatt
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N. 80 — 1933
Fulda, Dienstag, 4. April
10. Jahrgang
Wien LilWiss ier Mit «mM
Das amerikanische Lenk-Luftschiff „Akron" treibt hilflos auf dem Atlantik an der Ostküste Amerikas. — Das deutsche Tankschiff „Phöbus" an der Unglücksstelle. — Nach vorläufigen Meldungen sind von der Gesamtbesatzung von 77 Mann nur der Führer und drei Mann gerettet morden. — Noch Ungewißheit über den Hergang des Unglücks.
1 Newyork, 4. April. lFuukmelduug.) Das deutsche stnkschiff „Phöbus" sunkte um 1.50 Uhr, daß es das fenkluftschiff „Akron" beiBaruegat-Feuer- schiff an der Ostküste von New Jersey hilflos auf Lee t r e i b e n d gesichtet habe.
Das deutsche Tankschiff „Phöbus" rettete den zthrer des amerikanischen Lenkluftschiffe» „Akron" und SNann der Vesamtbesatznu, von 77 Mann. Were Einzelheiten über den Borgang der Katastrophe Wen. Die „Phöbus" ist aus Newyork am Moutag ab- psehre«.
Da» Lenkluftschiff „Akron", dessen Schnelligkeit etwa» pößer ist als die de» „Vraf Zeppelin" und der „Los Avge- l»“, trat am Montagmittag einen Uebungsflug nach der Mite von Neu-England an. Die „Akron" ist das größte itaklustschiff der Welt.
D« Luftschiff „Akron" ist etwa doppelt se groß
»jeder „Vraf Zeppelt«" Es ist mit »orztiglichen ssunkapparatea ansgestattet. Deshalb herrscht einige Ver- Dunbetung, daß kein direkter Hilferuf von der „Akron" hm. Man nimmt an, daß sich Admiral Moffett au Bord der „Akron" befand. Die „Phöbus" war bis 12.30 Uhr das ttllZigt Schiff, das der „Akron" Beistand leistetete.
Das deutsche Tankschiff „Phöbus" funkt, die „Akron" schwimme als Wrak bei Barnegat-Leuchtschiff. Die „Phöbus", die noch zwanzig Meilen von dem Leuchtschiff entfernt sei, halte scharfen Ausguck. Das Marineoerkehrsbiiro gab uch 2 Uhr bekannt, die „Akron" schwimme noch. Allen Zchrmationen zufolge sollen keine Menschenverluste ent- Men sein. Das wird daraus geschlossen, daß kleine Ex- Mon erfolgte, sondern lediglich ein Notabstieg auf b»r Wasser vorgenommeu wurde. Die „Akron", die [ Montag um 19.30 Uhr in Lakehurst abgeflogen ist, hat noch 20 Uhr gefunkt, daß alles an Bord wohl sei.
Der Funkverkehr der „Phöbus" mit der Küste ist durch 'w starkes Unwetter gestört, weshalb angenommen ^b- M der vorerwähnte Funkspruch der „Phöbus" von ^t Mittung des Führers der „Akron" und drei Mann verstümmelt, und höhere Ziffern einzusetzen seien. Alle in der ^Gurschaft befindlichen Küstenwachschiffe eilen zu der ^Msstelle, darunter der Zerstörer „McDougal", der 6nIoi$ an der Unglücksstelle eintreffen soll.
Wirkung des Boykotts.
Bedeuisames Ergebnis
der Abwehrakiion.
Iulius Streicher über den Erfolg der Boykottbewegung.
,, Gegenüber einem Vertreter der Ratio, talsozialisti- Parteikorrespondenz erklärte der Leiter des Zentral- Mmtees zur Abwehr der jüdischen Greuel- und Boykott- W Iulius Streicher, als das erfreuliche Kenn- der Aktion könne festgestellt werden, daß sie vom Men Volke getragen war. Auf die Frage, ob er daß eine Wiederaufnahme der Aktion am Msteu Mittwoch notwendig sein werde, erklärte Iulius ^'cher, nach den Meldungen, die aus dem Auslande eingegangen seien, sei zu erwarten, daß eine ll^^^ufnahme vermieten werden könne, sollte bas internationale Judentum den Kampf fort- Mrt haben wollen, so sei die NSDAP. zu diesem gerüstet. Aber auch wenn diese Abwehr- bc^ung heute ihren Abschluß finde, so werde doch ein ° ° e u t s a m e s Ergebnis sestzustellen sein:
Das internationale Judentum sehe, daß das neue uhchland nicht mit sich Schindluder treiben lasse;
De,? baß nicht nur das deutsche Volk, sondern die ganze 8l> " burch den uns von den Juden selbst ausgezwungenen sei Erkämpf auf die Judenfrage hingewiesen worden ^SÄ **'"""
Ein neue Funkspruch der „Phöbus".
Newyork, 4. April. Die „Phöbus" funkte um 2.38
Uhr: „Wir suchen nach Ueberlebenden. Commander Leutnant Wiley und drei Mann von der Besatzung der >,Akron" befinden, sich bei uns an Bord. Sie leiden an Schock und dem langen Verbleiben im Wasser. Nähere Einzelheiten geben wir später."
Weitere Schiff-
auf dem Wege zur Unglücksstelle der „Akron".
Newyork, 4. April. Außer dem Zerstörer „McDougal" und zahlreichen Schiffen find noch 3 weitere Zerstörer sowie der Kreuzer „Portland" an die Unglücksstelle unterwegs. Das deutsche Tankschiff „Phöbus" befand sich auf der Fahrt nach Tampico.
Commander Leutnant Wiley funkte um 3.14 Uhr vom Bord des „Phöbus", die „Akron" sei zwanzig Meilen Barnegat abgestürzt.
Geringe Hoffnung auf Rettung der Berunutückten.
Washington, 4. April. Die Flugstätion Lakehurst teilte dem Marineamt um 3.25 Uhr mit, daß sie die Aussichten! für Rettung des Luftschiffes „Akron" infolge der schlechten Wetterverhaltmsse als gering betrachte, aus dem gleichen Grunde müsse von der Entsendung von Flugzeugen abgesehen werden. — Offiziere in Lakehurst erklärten Pressevertretern, die Frage der Lebensrettung der Schiffbrüchigen hänge von der Zeit ab, in der die Schiffe die „Akron" erreichen könnten, ferner von den Wetterverhältnissen und dem Seegang. Die Offiziere brachten zum Ausdruck, daß sie wenig ermutigende Aussichten über die Rettung hätten.
*
Luftschiffkatastrophen der letzte« Jahre.
■ Das Unglück, das nach einer heute aus Newyork eingetroffenen Meldung das größte Luftschiff der Welt, „Akron", betroffen hat, ruft die Erinnerung wach an eine andere Luftschiffkatastrophe, die sich im Jahre 1925 in den Bereinigten Staaten von Amerika ereignete. Damals verunglückte in Ohio das amerikanische Lutschiff „Shenandoah" in einem Gewittersturm. 15 Mann der Besatzung, unter ihnen der Kapitän, fanden dabei den Tod. In aller Erinnerung ist auch noch das furchtbare Unglück, dem im Jahre 1930 das englische Luftschiff „R. 101" auf der Fahrt von England nach Indien zum Opfer fiel. Es wurde bei Beauvais nördlich von Paris durch stark böigen Wind zu Boden gedrückt und verbrannt. Bei diesem Unglück büßten 47 Personen, unter ihnen der englische Luftfahrtminister und die beiden Kommandanten des Luftschiffes, das Leben ein. Nur drei Mann der Besatzung wurden gereettet.
.Rach den Juden die Polen.
Polnische Regierungskreise wollen die Greuelhetze ausnützen.
Während die Juden in Polen unter dem Eindruck der Schlagfertigkeit der nationalsozialistischen Abwehr- aktion gedämpftere Töne anzuschlagen scheinen, ist man in polnischen Regierungskreisen mit Eifer bemüht, an dem jüdischen Feuer die eigenen Kastanien zu rösten. Die Regierungszeitungen haben sich mit großer Bereitwilligkeit in den Dienst der B o y k o t t k a m - pagne gegen Deutschland gestellt. Auf der Jahresversammlung des Verbandes der Handelsvertreter in Warschau, an der auch hervorragende Vertreter der Regierung teilnahmen, wurden Reden gehalten, die keinen Zweifel daran ließen, wozu die Greuelhetze ausgenutzt werden soll. Der Präsident der Warschauer Industrie- und Handelskammer, Klarner, erklärte u. a.: „Wir müssen die bisherige Richtung unseres Warenverkehrs einer Revision Unterziehen." Der Regierungsabgeordnete Wislicki schlug vor, eine machtvolle Aktion mit dem Zweck ins Leben zu rufen, Polen vom deutschen Marktun abhängig zu machen. Zahlreiche polnische Blätter entfalten eine rege Propaganda für den Boykott deutscher Filme, deutschen Schrifttums und deutscher Künstler.
Unerhörte Beleidigung des Reichskanzlers.
In Kat to Witz durchzog eine Gruppe polnischer Studenten die Straßen der Stadt und raubte alle deutschen Zeitungen aus den Kiosken, die am Ring verbrannt wurden. Gleichzeitig wurde an einem Laternenmast eine mit einem Hakenkreuz versehene P u p p e, die den Reichskanzler Hitler darstellen tollte, aufgeknüpft. Schließlich schritt die Polizei ein und entfernte die Puppe. Die Verlagsgebäude der deutschen Zeitungen waren durch starke Polizeiposten geschützt,
Neue Oeutschenhetze in Ostoberschlesien.
Die deutschfeindlichen Kundgebungen in Oftobersch l e s i e n dauern an. So wurden wiederum Zeitungsstände in K a t l o w i y nach deutschen Zeitungen durchsucht, die von den Händlern nicht mehr öffentlich ausgelegt werden. Vor dem Verlagsgebäude der „Katto- witzer Zeitung" wurden Schmährufe ausgestoßen. In Äönigshütie wurden an deutsche Gebäude und Geschäfte Aufrufe geklebt, die mit Totenköpfen versehen waren und in denen gegen den Gebrauch der deutschen Sprache protestiert wird. Auch in Tesche« wurden sämtliche deutschen Zeitungen in den Kaffeehäusern und Gastwirtschaften entfernt und unter dem Gesang des berüchtigten polnischen Hetzlieves „Rota" verbrannt. Diese deutschfeindlichen Kundgebunden bezeichnet das Blatt des schlesischen Wojwoden als „eine hervorragende patriotische Tat" (!).
Starker Eindruck der deutschen
Notwehr im Ausland.
Die Tatsache, daß der Abwehrboykott Deutschlands in so vollendeter Ruhe und Disziplin durchgesührt worden ist, hat das Ausland noch wirksamer über die wahre Lage in Deutschland aufgeklärt als die zahllosen Protestaktionen, die sich die Bekämpfung der schamlosen Lügenhetze zur Aufgabe setzten. Eine Reihe von ausländischen Regierungen hat sich denn auch bereits mehr oder weniger deutlich von den Greuelpropagandisten und ihren Hintermännern zurückgezogen.
Dies gilt vor allem für die a m e r i k a n i s ch e Regierung. Nachdem sie sich am Sonnabendabend durch ein Telephongespräch mit der amerikanischen Botschaft in Berlin über den ruhigen Verlauf des Tages vergewissert hatte, hat sie auf die jüdischen Organisationen in Amerika einen starken Druck ausgeübt, der zur Einstellung der Angriffe von dieser Seite führte und zur Aufgabe des Planes eines Wirtschaftsboykottes. Vereinzelt nur wird die Hetze von einflußlosen amerikanischen Jude« fortgesetzt, die nach einem jüdischen „K r i e g s r a t" schreren, um die „Zerstörung des deutschen Handels und die Zertrümmerung der deutschen Industrie" zu erreichen.
E n g l a n d hat sich noch nicht zu einem direkten Eingreifen entschlossen, trotzdem noch immer kommunistische und gewerkschaftliche Hetzkundgebungen in London ftatifinben.
In Frankreich verhält sich die Presse letzt wesentlich gemäßigter. Dagegen scheint die Hetze noch an Umfang zuzunehmen, geschürt hauptsächlich von marxistischen Kreisen und genährt von wirtschaftlichem Konkurrenzneid. So fordert die vorzugsweise in jüdischen Händen liegende französische Filmindustrie den Boykott aller deutschen Filme. . _
Eine besondere Hetzzentrale scheint sich in Straßburg im Elsaß zu befinden, wohin sich zahlreiche deutsche sozialdemokratische Führer geflüchtet haben. Die elsässische Sozialdemokratie ist seit Jahren als deutsch-, feindlich bekannt. Ihre beiden Tagszeitungen in Straßburg („Freie Presse") und Mülhausen („Der Republikaner") gehörten auch von Anbeginn an zu den haßerfülltesten Gegnern und Verleumdern der elsaß-lothrin- Mchen Somatbeweaung. Unter allen Straßburger
Kleine Zeitung für eilige Leser
* Die disziplinierte Durchführung des deutschen Abwel-r- boykotts hat im Ausland einen starken Eindruck gemacht.
* Für Auslandsreisen aus dem demschen Reichsgebiet ist der Sichtvermerkszwang eingeführt worden.
* Auf die Bürgermeister von Oberingelheim und Heides- heim sind Revolverauschlâgc verübt worden. Politische
ffi-rit.-Mrtf. dL-siche taM c^sscheiüLL. Verletzt vrtzLo uiLmrnL.