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Zulöaer /inniger

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L°^ Zulöa-unö Haunetal.Zulöaer Kreisblatt

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Air. 87. 1933

Fulda, Mittwoch, 12. April

10. Jahrgang

Die neue Preutzenregierung

Oring preußischer Ministerpräsident.

Das Ende der Kommissariatsregierung.

Reichskanzler Hitler hat in seiner Eigenschaft als Reichsstatthalter für Preußen den bisherigen kommissari­schen preußischen Innenminister, Reichsminister Göring, zum preußischen Ministerpräsidenten er­nannt. Die Ernennung ist Minister Göring, der gegen­wärtig in Rom weilt, telegraphisch übermittelt worden.

Ministerpräsident Göring wird voraussichtlich noch von Rom aus die Mitglieder der neuen preußischen Re gicrung ernennen. Das neue Kabinett wird die gleiche Mmmcnseyung haben wie die bisherige kommissarische Wrungr Ministerpräsident Göring wird das I n n e n - m i n i fi e r i u m weiter behalten.

Mit der Ernennung des neuen Ministerpräsidenten md des neuen Staaisministeriums hat der nahezu ein- Mige Zwischenzustand der Kommissariats- regieru n g e n in Preußen seinen Abschluß gefunden. Misterpräsident Göring ist wohl der erste preußische Re> gimnigschef mit dem militärischen P o u r le m é r i t e.

Vizekanzler v. Papen hatte den Rcichspräsi- benten gebeten, ihn von seinem Amt als Reichskymmissar in Preußen zu entbinden.

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Das Telegramm des Reichskanzlers an Göring.

Das Telegramm des Reichskanzlers Adolf Hitler an Reichsminister Göring in Rom, in dem die Ernennung GöriiigS zum preußischen Ministerpräsidenten mitgeteilt wird, hat folgenden Wortlaut:

An Minister Göring, Deutsche Botschaft. Ich ernenne sie mit Wirkung vom heutigen Tage zum Ministerpräsi- tett von Preußen. Ich bitte Sie, Ihre Geschäfte am U. April in Berlin übernehmen zu wollen Ich fühle mich 1LÜ d I i ch. Ihnen diesen Beweis meines B e r t r n u r n s M meiner Dankbarkeit geben zu können, für die so großen tierbien fte, die Sie sich um die Wiedererhebung des deutschen Volkes seit über 10 Jahren als Kämpfer unserer Bewegung für die siegreiche Durchführung der nationalen Revolution als kommissarischer Minister des Innern in Preußen erworben haben, und nicht zuletzt für die ein - zigc Treue, mit der Sie Ihr Schicksal an das meine schlossen. Reichskanzler Adolf Hitler."

Die Entbindung Papens vom Amt des preußischen ReichslommiffarS.

$n Schreiben des Vizekanzlers an Adolf Hitler.

Vizekanzler von Papen hat an den Reichskanzler Met den, 7. April folgendes Schreiben gerichtet:

.Tehr verehrter Herr Reichskanzler! Mit der am heu- W Sage vom Reichskabinett verabschiedeten Vorlage emez ®tfe$e# $ut Gleichschaltung der Länder ''Htm Reich ist ein Gesetzgebungsgesetz begonnen, für dir staatspolitische Entwicklung des Deutschen £W§ hon historischer Bedeutung fein wird. Der Witt, den die mir seinerzeit unterstellte Reichsregicrung M Juli zur Beseitigung des Dualismus zwischen 2 und Preußen getan hat, erhält feine Krönung ir^ die nunmehrige neue enge gesetzliche Verflechtung " Interessen des Landes Preußen mit denen des Reiches. ett Reichskanzler, werden, w i e einst der Fürst smarck, nunmehr in der Lage sein, die Politik des Wen der deutschen Länder in allen Punkten mit der des hi.1^. gleichzuschalten. Nachdem das neue Gesetz Ihnen ' Möglichkeit gibt, den preußischen Ministerpräsidenten Hennen, bitte ich Sie, dem Herrn Reichspräsidenten ""Heilung machen zu wollen, das ichdasAmtdes s s k o m M i s s a r s für das Land Preußen gehor- seine Hände zurüâlege. In vorzüglicher Hochach-

8 è aufrichtig ergebener gez. v. Papen."

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Hiiler über von Papen.

Ein Schreiben an Hindenburg.

A.j Der Reichskanzler hat dem Reichspräsidenten den

Vizekanzlers von Papen mit nachstehendem Halben übermittelt:

boH hochverehrter Herr Reichspräsident! Der Vizekanzler âpen hat an mich ein Schreiben gerichtet, das ich zu I gütigen Kenntnisnahme diesem Briefe beilege.

Herr von Papen teilte mir schon in den letzten Tagen !j"r sei mit Minister Göring übereingekommen, von us zurückzutreten sowie durch das neue Ge- die Gleichschaltung der Politik in Reick und Ländern z^'vyettlichkeit der Führung der Negierungsgeschäfte in ^hv^Preußen gewährleistet fei

se^e«.Wend nach der Perabsckiedung des neuen Ge­tz ,/ver die Einsetzung der Reichsstatthalter sah Herr Dieses Ziel erreicht und bat mich nunmehr, die des preußischen Ministerpräsidenten vorzu- wobei er sick selbst zür weiteren Mitarbeit an der «gierung nunmehr voll zur Verfügung stellt?. '«ntS? Papen hat sich durch bk Übernahme der leit dem NN Leitung Prertßens in dieser schwer«, Zmt Januar ein o rvßes VekdiäS Sfr bis

Durchsetzung des Gedankens der Gleichschaltung der Politik in Reich und Ländern erworben. Seine Mitarbeit im R e i ch s k a b i n e t t, für die er nunmehr seine ganze Kraft zur Verfügung stellt, ist eine unendlich wertvolle, mein inneres Verhältnis zu ihm ein so herzlich freundschaftliches, daß ich mich aufrichtig freite über die große Hilfe, die mir nunmehr dadurch zuteil wird.

In tiefer Verehrung gez. Adolf Silier."

*

Telegramm des Ae-chspräsidenien an Patten.

Mit den besten Grüßen bin ich Ihr ergebener von Hindenburg, R

Der Reichspräsident hat auf das Schreiben des Reichs­kanzlers Hitler hin den Vizekanzler von Papen von seinem Amt als Reichskommissar für das Land Preußen entbun­den und ihm mit folgendem Telegramm seinen Dank für die in diesem Amte geleisteten Dienste ausgesprochen:

Vizekanzler von Papen, deutsche Botschaft in Rom! Lieber Herr von Papen! Ihrem Anträge um Entbindung von dem Amte des Rcichskommiffars für das Land Preu­ßen habe ich soeben entsprochen. Er drängt mich, Ihnen bei dieser Gelegenheit namens des Reiches wie eigenen Namens aufrichtig für die großen Verdienste zu danken, die Sic sich durchdieBeseitigungdesDua- l i s m u s zwischen Reich und Preußen für die Durchsetzung des Gedankens einer einheitlichen politischen Führung in Reich und Ländern erworben haben. Daß nunmehr Ihre ganze Arbeitskraft der Reichsregierung zur Verfügung steht, begrüße ich mit Genugtuung.

Mit den besten Grüßen bin ich in treuer Kameradschaft ZeichspräsidentZ

Miikämpser der nationalen Revolution

Hugenberg über die

Kampfkümeradschast.

Rede vor der Reichstagsfraktion der DNVP.

In seiner Rede vor der Reichstagsfraktion führte der Parteiführer der DNVP., Reichsminister Dr. Hugen­berg u. a. aus:Trotz der Arbeitslast, die jetzt auf mir ruht, habe ich den Vorsitz der DNVP. nicht niedergelegt. Denn einerseits bedarf ich der DNVP. als organisierten Trägers der Auffassungen, die ich im Rahmen und als Glied der nationalen Regierung vertrete. Andererseits bin und bleibe ich dafür verantwortlich, daß die DNVP. ein loyales und lebendigesGlied der nationalen und sozialen Gemein­schaft bleibt, die wir am 30. Januar begründet haben. Seit ich die DNVP. führe, ist ihr Ziel und ihre Arbeit grundlinig auf die Errichtung einer solchen Gemeinschaft und auf die Machtentsetzung der roten und schwarzen Gegner gerichtet gewesen. Dabei bin ich von dem Wege einer im besten Sinne des Wortes konservativen, ge­schichtsbewußten und doch den Blick fest auf eine neu auf­zubauende Zukunft richtende Bewegung nie einen Sckritt abgewichen.

Tatkräftiger denn je!

Es bedarf dieser Bewegung und dieser Arbeit heute mehr denn je. Wir mögen alt oder jung sein angesichts der Größe der Aufgabe müssen wir jünger und tatkräftiger sein denn je. Ich habe seit langem den Gesichtspunkt be­tont, daß wir unsere Arme weit aufmachen müssen, um der nach rechts gerichteten Wandlung der Geister entgegen» zukommen. Ich wiederhole das heute. Aber ich muß heute hinzusügen: Konjunkturpolitiker sollen keinen Einfluß aus die Richtung unserer Polrttk erlangen wir lassen uns nicht überfremden. Wir be­grüßen auch die jungen und neuen Kräfte, die zu uns stoßen, mit den Worten: Deutschnational und Letl Deutschland!

Ein Volk von nationalistischen Deutschen.

Es ist zuweilen wertvoll, zurückgreifen zu können auf früher unter anderen Verhältnissen Gesagtes. Am 4. Januar 1932 habe ich in Detmold, der Hauptstadt meines kleinen, aber schönen Heimatlandes Lippe, aus- ^^Jt ärtyrertum war noch immer der beste Be­fruchter des Glaubens. In Martern liegt unser Volk heute für sein Volkstum. Besteht es dies Martyrium, so wird völkischer Glauben und völkische Kraft, so wird ein einheit­liches Volk von nationalistischen Deutschen daraus hervor-

In dieser Hinsicht wird ein künftiges Deutsches Reich bei all seiner sonstigen Vielgestaltigkeit keinen Individua­lismus, keine Duldsamkeit mehr kennen. Wenn in den nächsten Jahrhunderten ein Volk als Voll am Leben bleiben will, muß es Block sein, nicht Brei."

Selbstbewußte Mitkämpfer.

Wir sind jetzt mitteninder Verwirklichung dieses Gedankens. Wir wandeln klar auf den Bahnen des Bundes vom 30. Januar d. I. und haben keinerlei Hinter­gedanken gegenüber unseren Bundesgenossen, deren Ver­dienst um das aufzurichtende neue Deutschland wir neid- los au erkennen. Sabei nehmen wir aber selbst»

Göring von Mussolini empfangen.

Reichsminister Göring wurde vom Ches der italie­nischen Regierung, Mussolini, im Palazzo Venezia emp­fangen. Die Unterredung trug einen sehr freund­schaftlichen Charakter. Am Dienstagabend gaben die deutschen Minister einen Empfang in der deutschen Botschaft beim Quirinal.

Tie Verhandlungen des Reichsministers Göring in Rom dienen vor allem Fragen der Luftfahrt, und zwar besonders der L u s i v e r b i n d u n g zwischen Teulschland und Italien. Auf der Strecke Berlin - Rom soll der neue dreimotorige IunkerstypIu, 52" eingesetzt wer­den. Es bandelt sich um dasselbe schnelle Flugzeug, mit dem Minister Göring mit seiner Begleitung nach Rom gekommen ist Tie Zeit, in der die Strecke Berlin -Rom ohne Zwischenlandung beflogen werden kann, dürfte wohl noch unter sechs Stunden liegen. Zum weiteren Ausbau des Luftverkehrs zwischen Teutschland und Italien werden auch italienischerseits moderne Maschinen eingesetzt werden Eine weitere Frage die geklärt werden soll, bezieht sich auf die e r st e Z w ,'s ch e n l a n d u n g n Teutschland, die bei dem italienischen Geschwaderflug unter Führung Balbos nach Nordamerika vorgenom­men werden soll.

*

Auch Prälat Kaas in Rom.

Zu Meldungen, daß auch Prälat K a a s, der Vor­sitzende der Zentrumspartei, in Rom eingetroffen sei, kann mitgeteilt werden, daß sich Prälat Kaas schon s e i t bängerer Zeit in Rom aufhält.

Vizekanzler von P a p e n hat am Dienstag zu­sammen mit seiner Gattin einen Ausflug in die Um­gebung Roms gemacht, wobei Tivoli. Palaestrina und die Castelli Romani besichtigt wurden.

verständlich für uns in Anspruch, vollwertige und selbst­bewußte Mitkämpfer zu sein. Niemand, der mir uns als Teutschnationaler gekämpft hat, darf angetastet werden. Wir gehören nicht zu der kläglichen Sorte von Bürgertum, das in ernsten und bewegten Zeiten feige den ihm unver­dauten Platz räumt.

Deutsche Auferstehung.

Wir fühlen uns außerdem durch das Bewußtsein ge­hoben, daß wir ein notwendiges Glied der Phalanz der Zukunft sind. Alle Revolutionen tragen die Gefahr in sich, daß sie sich überschlagen, daß sie in Radikalis­mus, Geschichtslosigkeit und damit in geistiger und mate­rieller Zerstörung enden.

Wir gehören zu den Mächten, die dafür bürgen, daß das, was man Revolution von 1933 nennt, und was in deutscher Ordnung und Gesetzmäßigkeit unter der Schirm­herrschaft des Reichspräsidenten und Generalseldmarschalls von Hindenburg eingeleitet ist, wirklich eine deutsche Auf­erstehung wird.

Wo gehobelt wird, fliegen Späne. Aber jeder Mit­wirkende, jeder Führer und zwar um so mehr, je höher er steht und je rücksichtsloser er als Führer anerkannt wird ist vor der Geschichte dafür verantwortlich, daß Ziel und Ergebnis nicht ein Trümmerhaufen, sondern ein neuer Frühling des Volkes ist."

Schmidt-Hannover der Aachfolger Obersohrens.

Als Führer der Reichstagsfraktion der

Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat in ihrer Sitzung den Abgeordneten Schmidt- Hannover durch Zuruf einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Die fach­lichen Beratungen wurden durch eine Rede des Partei­führers, Reichsministers Dr. Hugenberg, über die politische Lage eingeleitet.

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Der Frontabschnitt

-er Deutschnaiiona^en.

Rede des neuen Fraktionsvorsitzcnden der DNVP., Schmidt-Hannover.

In der Sitzung der Reichstagsfraktion der T c u i s L - nationalen Volkspartei hielt der neue Frak­tionsvorsitzende, Abgeordneter Schm i d t - H a n n o v r r, eine Ansprache, in der er u. a. ausführte:

Dem Rausch der Feiern ist die Fundierung der Regierungsgewalt gefolgt. Mit der Annahme des Ermächtigungsgesetzes ist die gegenwärtige Regierung, in der sich die N S D A P. mit der Front der schwarz- weiß-roten und christlich-konservativen Kräfte feierlich verbündet, zur Trägerin eigener Gesetz- gebungsgewalt geworden. Der Marxisu-ue ist tot. Der Parlamentarismus hat abgewirtschaftet.

Die auf Verbreiterung der E r n ä h r u n g s b a s i s und gesunde Vereinfachung des ganzen Wirtschaftsappa- rates abgestellten Maßnahmen Dr. Hugenbergs haben einen großen TeU^ des wirtschaftlichen Scherben­berges abgeräuMt. Das Wirksamwerden der eingeleiteten