Zuloaer Anzeiger
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Ar. 88 — 1933 Fulda, Donnerstag, 13. April 10. Jahrgang
Feiertag der nationalen Arbeit.
Sie Ehrung der Werktätigen.
Wie der 1. Mai gefeiert wird.
Die Neichsregierung hat beschlossen:
Der 1. Mai ist der Feiertag der nationalen Arbeit. Für diesen Tag finden die für den Neujahrs tag geltenden reichs- und landcsgesctzlichen Bestimmungen Anwendung.
Jahrzehntelang hat der Marxismus den Feierte der Arbeit, den 1. Mai, seines tiefen symbolhaften Watters zu entkleiden versucht und ihn zu Volkszer- MlSer Klassenkampfhetze mißbraucht.
Kun, da in Deutschland dienationale Revolution die Einheit des Volkes über alle Berufsgruppen hinweg in Ser Idee des Dienstes an der Volksgemeinschaft und in bei Nation wiederhergestellt hat, ist es der von der nationalen Wiedererhebung des deutschen Volkes getragenen Negierung ein ganz besonders begrüßter Augenblick, vor aller Welt am „Feiertag der nationalen Arbeit" ihre innige
Verbundenheit mit jedem arbeitende« Menschen in Deutschland
M Ausdruck zu bringen und die Millionenarmee der solbaten der Arbeit so zu ehren, wie sie und ihr schweres Werk es verdienen. Daher hat die Regierung des nationalen Revolution beschlossen, den Feiertag der nationalen Arbeit im ganzen Reiche folgendermaßen zu begehen:
So feiert die Reichshauptstadt.
In Berlin sammeln sich zwischen S und 10 Uhr sie Verbände. Um 11 Uhr findet im Lustgarten die große Morgenfeier der deutschen Arbeit statt, ein- «eleitet u. a. mit einer Ansprache des Reichsministers k. G o e b b e l s.
Am Nachmittag empfängt Reichskanzler H i t l e r Ab- »dnungen der deutschen Arbeiterschaft aus Ost und West, Sm Nerd und Süd, die im Flugzeug nach Berlin kämmn. Während dieser Zeit werden Reichswehr-, SA.-, èiahlhelm- und Polizeikapellen auf den Plätzen Berlins »ieleu.
Millionenausmarsch auf dem Tempelhofer Feld.
Um 20 Uhr beginnt auf dem Tempelhofer Feld die Me Kundgebung, zu der bis jetzt eine Million Men- wn gemeldet sind. Nach dem gemeinsamen Gesänge:
Die Verband unsen zwischen
Reichsreaiernvg und Staviyelm.
Bei den Verhandlungen zwischen der Reichs- Werung und der Stahlhelmführung, die nach Ostern verschoben worden sind, handelt es sich “ Mm eine gleichmäßige Handhabung der Neuauf- nniüaen beim Stahlhelm und der SA., Aufhebung bei Artigen Mitgliedersperre (gleichzeitige Zu- zur NSDAP. und zum Stahlhelm, die bisher erboten war), um die Ausschaltung des in einzelner des Reiches aufgetretenen unsachlichen Wett- sowie um eine nach außen in Erscheinung y^nde Betonung des Z u s a m m e n st e h e n s im r ‘ Wji'1 die nationale Revolution. Einzelne national- M m Mitglieder der Reichsregierung haben sich zu zerschlügen des Stahlhelm wohl wollend g e - £cr Stahlhelm scheint nicht abgeneigt zu sein, das k^^reuzsymbol in irgendeiner Form, etwa aus ^"^weiß-roter Armbinde, aufzunehmen. Er es aber ab, den Posten des zweiten Bundes- ^erâ mit einem Nationalsozialisten zu besetzen.
Nruf des Ehess des Stabes der SA. i5n A^rr^ des Stabes der SA. erläßt folgen»
2 »Kameraden der SA. und SS.! Heute jährt sich der dem der letzte großangelegte Versuch unter» Ui cn ward, die braune Front Adolf Hitlers zu zer- Am 13. April 1932 haben die damaligen ^ SA. und SS. verboten, ihr Eigentum be- "'re Geschäftsräume geschlossen und das tat ~;On Dienstanzug und Abzeichen unter Strafe ge- taièöuH wEeu damit die junge deutsche Freiheits- an ihrer Wurzel treffen. Heute seid ihr, meine und SS.-Karneräden,
^ n ~Cr irrste politische Machtfaktor
üschm^u. Staates. Das ist der stolze Lohn der un» en Treue, die ihr dem Führer und der Be- ta)t Verbot und Terror gehalten habt. Das ist “hb Ä» der Erfolg eurer eisernen Pflichterfüllung ^tcscher Manneszucht.
bQttn .^'rsc Tugendcu sollt ihr immer wahren;
dlSnqe» ,..uichts auf der Welt euch aus der Stellung ver. atten L'^en, die ihr euch durch schwere Opfer unb des errungen habt. Ihr seid die stärkste Macht An ^ unb müßt es bleiben. Heil dem Führer!
Uchen, den 13. April 1933.
Der Chef des 0W; gez. Errrst NöH-T."
„Der Gott, der Essen wachsen ließ", wird eine Abordnung der Hitlerjugend neben der Kaiserpappel unter bett Klängen des Horst-Wessel-Liedes eine junge Eiche zur Ehrung des Herrn Reichspräsidenten und als Sinnbild des neuen jungen Staates pflanzen.
Dann wird der Kanzler zur deutschen Arbeiterschaft sprechen und die Richtlinien ausgeben für das erste Jahr des Vierjahresplancs der Regierung.
Ein großer Zapfen st reich, ein Riesenfeuerwerk auf dem Flughafen sowie ein Fackelzug der Verbände durch die einzelnen Stadtteile Berlins werden die große Feier würdig abschließen.
Dos Festkleid der Städte.
Die Kundgebung wird ergänzt durch Kundgebungen aller Landesregierungen. Die Feiern werden durch den gesamten deutschen Rundfunk und durch Lautsprecher auf den Plätzen aller deutschen Städte übertragen.
Alle Städte des Reiches und die deutschen Vertretungen im Auslande werden zu Ehren der nationalen Arbeit reichen Flaggen sch muck zeigen. Birlenarün und Transparente werden die Häuserfronten schmücken, alle Autos, die Lokomotiven und Eisenbahnwagen, die Bahnhöfe und Verkehrsanlagen werden ebenso wie die Häuser der Städte mit Fahnen und Girlanden geschmückt sein.
In den A r b e i t s d i e n st l a g e r n werden ebenso wie in den Großstädten Feiern die Belegschaft zusammenrufen, um den Gedanken der Arbeit für Volk und Staar eindringlich zu bekräftigen.
Das ganze Deutschland soll es sein!
An den Feierlichkeiten werden nicht nur alle Ratio- nalsozialisten Deutschlands vollzählig Anteil nehmen, auch die übrigen Träger der nationalest Erhebung, die Kampffront Schwarz-Weitz-Rot, die D R B P., der Sia h l h e l m , die veutschnationalen Ärbeitnehmerverbände, der Kyffhäuserbund, die Innungen, die Turn- und Sportverbände und die Mitglieder der Gewerkschaften werden am Tage der nationalen Arbeit vertreten sein.
So wird dieser Feiertag der Nation der Welt ein Bild nationaler deutscher Kraft geben wie noch niemals.
Das deutsche Volk ehrt sich selbst, mdem es seine Arbeit zu ehren entschlossen ist.
Papen und Göring beim Papst.
Vizekanzler von Papen und Ministerpräsident Göring wurden von Papst Pius XI. in Audienz empfangen. Die Unterredung mit Vizekanzler von Papen, der von Botschaftsrat Klee bis in das päpstliche Vorzimmer begleitet wurde, trug freundschaftlichen Charakter.
Anschließend stellte Vizekanzler von Papen dem Papst seine Gattin vor. Nachdem empfing Papst Pius den preußischen Ministerpräsidenten Göring, der in der neuen Uniform des Luftfahrtkommissariats erschienen war und von seinem Adjutanten, Hauptmann a. D. Körner (in SS.-Uniform), und Legationsrat Graf Saurma ins Vorzimmer begleitet wurde. .
In der etwa halbstündigen Unterredung gab Gormg einen allgemeinen überblick über die Lage in Deutschland, wobei er besonders die Stärke der nationalen Regierung betonte. Schließlich trafen sich der Papst und Göring noch in einer Unterhaltung über ihre berder- seitige Vorliebe zur alpinen Welt. Göring pellte daraus seinen Adjutanten Körner vor.
Nach der Audienz machte Göring dem Kardmal- staatssekretär P a c e l l i einen Besuch, der über eine Stunde dauerte; die Unterhaltung drehte sich um die politische Lage Deutschlands.
Beim Verlassen des Vatikans wurde Mimsterprast- bent Göring von zahlreichen Deutschen, die sich um das Auto mit der Hakenkreuzfahne versammelt hatten, durch herzliche Kundgebungen und „Heil- H i t l e r"-R u f e begrüßt. Ein kurzer Besuch bei Peterskirche schloß sich an. ,
Mittags fand ein Frühstück in der Villa Borghese statt, das M u s s 0 l i n i zu Ehren der beiden deutschen Minister gab und an dem außer den Genannten mehrere italienische Minist-"- unh bobe Staatsbeamte teilnahmen.
Die Verbundenheit der jungen mit -er alten Wehrmacht.
Keichswehr-Treubünde im Kysfhäuscrbunv.
Der Deutsche Reich-Kriegerbund „Kyffhäuser' teilt mit: Ein bedeutsames Abkommen ist zwischen dem Reichswehr Ministerium und dem Preußischen Landeskriegerverba no_ geschlossen worden. Das Abkommen erstrebt den Anschluß der in den Rei chsheer - Überlieferunqsvereinen (Treubünde) zusammengeschlossenen ehemaligen Wehrmachtsangehörigen an die Kriegervereinsorganisation des Kvffhäuserbundcs.
Dieser Anschluß der ehemaligen Reichswehrangehörigen an die große Kricgervereinsoraanisation ist sehr zu begrüßen und erscheint außerordentlich bedeutungsvoll, da hierin die Verbundenheit der jungen mit her alle» WPpmcuüt erneut iSren LusdruS stabet
Mi „Vaterländer": Vaterland!
Wer einmal im Ausland reifte, mußte als Deutscher immer dann eine einigermaßen peinliche Minute erleben, wenn er auf dem polizeilichen Anmeldezettel die Frage nach der „Staatsangehörigkeit' zu beantworten hatte. Am liebsten hätte ja wohl ein jeder höchst einfach „Deutscher" hingeschrieben, aber das hätte nicht mit dem übereingestimmt, was hinsichtlich dieser „Staatsangehörigkeit" im Reisepaß verzeichnet stand. Demzufolge gehörte er vielmehr einem der heute immer noch vorhandenen 17 deutschen „Vaterländer" an und hatte dies eigentlich von Amts wegen auch auf jenem Anineldezettel zu vermerken. Mit „Preuße" ging es zwar «och: dieser Staat war auch im Ausland bekannt, auch mit „Bayer" oder „Sachse", schließlich auch mit „Württemberger", „Hamburger" oder „Badener", — aber was sollte die ausländische Polizei mit einem Deutschen an» fangen, der die Frage der Staatsangehörigkeit mit „Lippe" oder „Mecklenburg-Strelitz" beantworten mußte? Oder aar, wie bis vor noch nicht allzu lange zurückliegender Zeit, mit „Waldeck"'! Die Reichsregierung hat verlauten lassen, daß sie sich mit dem bisherigen Zustand auf dem Rechtsgebiet der „Staatszugehörigkeit" durchaus nicht zufrieden gebe. Unzählige Absonderlichkeiten ergeben sich daraus, so für die Zulassung von Theologen, Anwälten, Ärzten usw. in einem anderen „Lande", so daß sie meist auf ihren ^eimatsstaat beschränkt bleiben. Und wer mit leichtem Gewissensbiß im Ausland sich auf der dortigen polizeilichen Anmeldung als „Deutsche r" bezeichnete, beging eigentlich eine kleine — Urkundenfälschung: denn in seinem Paß steht was anderes drin! Man könnte hier also ganz zweifellos und unbesorgt noch eine ganze Menge von Zöpfe« abschneiden, denen übrigens das Ausland mit vollendeter Verständnislosigkeit gegenübersteht. Österreich z. B. ist doch auch ein Bundesstaat, aber keinem Vorarlberger oder Tiroler würde es einfallen, sich anders als „Österreicher" gegenüber den „Amtserfordernissen" zu bezeichnen. Aber das Ausland ntnß sich etwa bei Einbürgerungen deutscher Neichsan- gehöriger an die betreffende Staatsangehörigkeit halten, und so findet man z. B. in den schweizerischen Blättern bei den Meldungen über Einbürgerung von Deutschen treu und brav die einzelnen „Vaterländer" der Betreffenden vermerkt. Früher war es ja noch schlimmer; da gab es 26 derartiger „Vaterländer"!
Herzlichst würde man also als Deutscher — und dies vor allem sind wir und wollen wir sein auch bei aller Liebe zur engeren Heimat — es begrüßen, wenn diesem Spuk von altersher baldigst ein Ende gemacht wird und nicht nur Reichsrecht war Landesrecht, sondern auch in angedeutetem Sinne Reichsangehörigkeit vor Staatsangehörigkeit geht. In Ausführung des Gesetzes über die Gleichschaltung der Länderverwaltungen mit dem Reich sind nun bereits mehrere Statthalter eingesetzt und der Reichskanzler seinerseits wieder ernannte als Preußens Statthalter den bisherigen Reichskommissar für das Preußische Innenministerium, Göring, zum Ministerpräsidenten. Es ist bekanntlich vorgesehen, daß für mehrere der kleinen Länder zusammen nur ein Statthalter eingesetzt werden soll, und dies läßt den Blick gleich auch auf einen anderen, leider recht beträchtlichen „Schönheitsfehler" der deutschen Landkarte wenden. Das ist das Bestehen von mehr als 250 Enklaven, die teilweise geradezu groteske Zersplitterung deutscher Ländern in kleine und kleinste Teilchen oder die Eristenz von Fetzèn Landes fern von dem betreffenden Staat, dem sie zugehören. Bekanntlich „beherrscht" zum Beispiel Oldenburg einen derartigen Fetzen dicht vor den Toren Lübecks, und einen anderen, auch nicht gerade naheliegenden Teil, in der Südwestecke der Rheinvrovinz. Wenn man von Bremen die Weser herunterfährt, dann wechseln an den Ufern vierzehnmal die „Staatszugehörigkeiten", und wenn man die beiderseitigen Grenzen in dem mit Enklaven besonders „gesegneten" Niedersachsen nachmißt, so kommt man dabei — wie ein paar Geographen der Technischen Hochschule in Hannover festgestellt haben — zu einerLinie, die länger ist als der ganze Erdäquator. Und melancholisch summt man vor sich des guten Ernst Moritz Arndts bekanntes Frage-Lied vor sich hin: „Was ist des Deutschen Vaterland?"
Gibt es auch nur einen einzigen Deutschen, der heute noch, da wir uns doch alle und vor allem als Deutsche fühlen, nicht der Ansicht sein soMe, daß mit dieser Enklavewirtschaft endgültig Schluß gemacht wird, Schluß gemacht werden muß! Und wenn nicht aus anderen, so aus Ersparnisgründen bei der Verwaltung! Die starke Hand der neuen Regierung, die so manches einfach bei» seiteschob, was äußere Stärke vortäuschte, innerlich aber zermorscht sich nur auf eine recht zweifelhafte „Tradition" berufen wollte, kann hier nur Segensreiches tun. Auch mit dieser ganzen Seltsamkeit stehen wir in der ganzen Welt durchaus „originell" da. Aber leider enthält auch heute noch einen gewissen Kern des Zutreffenden jener alte Witz, wonach ein durch Deutschland reisender Engländer, als wieder einmal der Schlagbaum eines Ländchens die Grenze sperrte, seinem Kutscher zurief: „Fahre um das Land herum!"
Ganz ist eben E. M. Arndts Forderung in dieser Hinsicht für den Deutschen immer noch nicht erfüllt: „Sein Vaterland muß größer sein", — muß Deutschland sein.
Minister Seldtc Ehrenbürger von Rosenberg.
Berlin. Der Gemeinderal ver Industriegemeinde Rosen- verg (Oberpfalzl bat dem Reichsarbeilsminister Franz Selbst einstimmig das Ebrenbürgerreckn verliehen. Der Reichsarbeits- Linister hat die Ehrung angenommen.