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r, 95 — 1933 Fulda, Montag, 24. April 10. Jahrgang
Wie der 1. Mai gefeiert wird.
Menschmulk und frisches Grun.
Richtlinien für de «Feiertag der nationalen Arbeit.
° Der Reichsmini st er des Innern hat in Hm Rundschreiben an die obersten Reichsbehörden und ^Landesregierungen Richtlinien über die Begehung ui Feiertags der nationalen Arbeit in der öffentlichen Spaltung erlassen.
Am 1. Mai wird im ganzen Reiche allgemein geflaggt.
y den Gebäuden der Reichsverwaltung werden die sWarz-weiß-rote und die Hakenkreuz- kftgge gehißt. Die Landesregierungen werden für ihren [ Mstsbereich Beflaggung anordnen. Die Oberbürger- | Her, Bürgermeister und Gemeindevorsteher werden die Aivahner ihrer Gemeinde aufrufen, sich mit B e - sleflaung der Privathäuser dem Vorgehen in öffentlichen Verwaltung anzuschließen, um damit der taten Verbundenheit von Volk und Staat feierlichen Ausdruck zu verleihen. Die D i e n st g e b ä u d e werden
mit frischem Birkengrün
M sonstigem Grün in einfacher Weise geschmückt. Schon durch das Aufsetzen eines Birkenzweiges auf den Mggenmast oder die Anbringung von Btrkenzweigen am Eingang des Gebäudes oder an besonders hervorstehenden Mudeteilen kann in sinniger Form dem Gedanken der machten Natur, des Frühlings und der Hoffnung Ausdruck verliehen werden.
In der Reichshauptstadt
Herben drei große Feiern abgehalten. Im Lust- tinten findet um 10% Uhr vormittags ein feierlicher
Fieberhaft wird zum Fest der Nationalen Arbeit gewerkt. 5 man aus unserm Bild ersieht, sihd die Vorbereitungen âm «est der Nationalen Arbeit am 1. Mai dem Tempelhofer Feld in Berlin in vollem Gange: Me Tribünen für die Regierung, Presse, Zuschauer und ^rengaste entstehen hier, um auch dem äußeren Rahmen des Festes ein würdiges Gepräge zu geben.
^aatsakt statt, bei dem der Reichs minister für beider Usklärung und Propaganda sprechen und
. eine Botschaft des Reichspräsidenten
""det werden wird. Um 18 Uhr werden Abordnungen lg>/ n^erschast aus allen Reichsteilen empfangen. Um findet eine große Ab end feier auf dem . mpèlhoser Feld in Berlin statt. Diese drei Feiern wer- i^tragen^ Deutschlandsender auf alle deutschen Sender bcn ° u ß e r p r e u ß i s ch e n Landesregierungen wer- . h'^Uits in der Landeshauptstadt einen feier- 1 veranstalten und Arbeiterabordnungen
k^ Die Schulfeiern
M M eingerichtet, daß die Schulen mit ihren Seifern U ' Wien die Übertragung des großen Staatsaktes den Sei Lustgarten durch den Schulfunk hören. In - Miebt ’ in denen eine Rundfunkeinrichtung noch nicht M» biâ rum 1. Mai sich noch nicht einrichten läßt, HtL T Schulfeiern möglichst in Anlehnung an die „ An ^^^stgarten gestaltet werden. M» u " w Berlin stattfindenden drei Feiern soll die ^Aen ; J ungimganzenReich unmittelbar teil- ^n h^em in allen Orten an geeigneten großen ^llt werden.^ ^^uleindeverwaliung Lauftprecher anf-
Die Musikkapellen der Schutzpolizei, der Feuerwehr, der SA. und SS., des Stahlhelm, der Krieger- vereine, des KyffhäUserbundes und anderer Verbände werden Platzkonzerte veranstalten. Der Reichswehrminister hat angeordnet, daß an allen Standorten mit Musikkapellen Platzkonzerte stattfinden. Soweit besondere örtliche Feiern veranstaltet werden, werden diese so gelegt, daß sie mit den drei Übertragungen aus der Reichshauptstadt auf den Deutschlandsender nicht zu- sammenfallen.
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Das Tempelhofer Feld als Festwiese.
Vizepräsident Dr. Kühn von der Zentralhochbauver- waltung Berlin schilderte die Vorbereitungen zur Ausgestaltung des Tempelhofer Feldes als „Fest- w i e s e". Die Kosten betrügen rund eine Viertelmillèon Mark. Allein für die T r i b ü n e n b a u t e n würden 30 000 laufende Meter und für die Barrieren 20 000 laufende Meter Holz benötigt werden. Die Barrieren weisen eine Länge von elf Kilometer auf. Die ganze Festanlage werde mit einem Fahnenwalv umgeben werden. Dazu kämen noch die Masten auf dem Fahnenberg bei der Tribüne, die zum Teil 33 Meter hoch seien und besonders angefertigi werden müßten.
Deutschland in 22
Die Bedeutung der Volkszählung.
Für Finanzausgleich und Wirtschaft. — Kosten halbiert. Arbeitsgelegenheit.
Durch Reichsgesctz vom 12. April ist bekanntlich eine neue Volks-, Berufs-, landwirtschaftliche und gewerbliche Betriebszählung angeordnet worden. Stichtag der neuen volkswirtschaftlichen Inventur, die im ganzen Reich mit Ausnahme des Saargebietes durchgeführt wird, ist der 16. Juni 1933. Die Volkszählung erfaßt die gesamte deutsche Bevölkerung nach Geschlecht, Alter, Familienstand, Religion, Geburtsort, Staatsangehörigkeit und Muttersprache. Die Ermittlungen dienen unter anderem als Schlüssel für den Finanzausgleich, die Steuerverteilung usw. Sie bilden aber auch wichtige Grundlagen der gesamten Bevölkerungsstatistik und der Volkskunde.
Die Berufszählung gliedert die Bevölkerung nach Erwerbstätigen und nicht Erwerbstätigen. Es werden dadurch wichtige Unterlagen gewonnen, wie weil mit der
Wiedereingliederung der Erwerbslosen in das Erwerbsleben brw. in ihren früheren Beruf ae-
Plaudereien am Kamm.
Ernste Verhandlungen in Washington.
Während sich der französische Unterhändler für Washington, der frühere Ministerpräsident Herriot, noch an Bord seines Schiffes mitsamt seiner Umgebung bitter darüber beklagt, daß er trotz zahlreicher Funksprüche nach Paris zwar Nachrichten über den fernöstlichen Kriegsschauplatz, aber trotz der einschneidenden Veränderungen in der amerikanischen Wirtschaftsstruktur keinerlei' Informationen für die bevorstehenden Verhandlungen mit dem amerikanischen Präsidenten Roosevelt bekommen habe, war der englische Ministerpräsident Macdonald bereits in Newport gelandet und sofort nach Washington weitergereist. Noch am Tage seiner Ankunft hatte dieser längere zwanglose Besprechungen mit Roosevelt, die in dem historischen ovalen Saal des Weißen Hauses vor dem Kaminfeuer stattfanden.
Es wurden dabei auch die Kriegsschulden- frage und das Problem der W ä h r u n g s ft abili - fier u n g erörtert. Darüber hinaus wird Macdonalb zweifellos der Forderung seines Landes nachkommen^und um eine bedingungslose Stundung der am 15. Juni fälligen Kriegsschuldcnraic sowie um eine grundlegende Schuldenregeiung nach dem Vorbild des Abkommens von Lausanne ersuchen müssen, wenn diese Washingtoner Verhandlungen für England überhaupt einen praktischen Wert bekommen sollen. ,
Der Franzose H e r r i o t, der fast zwei Posttage nach seinem englischen Konkurrenten in Amerika landete, setzte seine Weiterreise nach Washington mit größter Beschleunigung fort. Im übrigen versuchen die französischen Sachverständigen schon jetzt, die Amerikaner für' Verhandlungen von vornherein auf vorwiegend französische Interessen festzulegen, indem sie vor irgendwelchen Verhandlungen über weltwirtschaftliche Fragen ein Schulden Moratorium und die Stabilisierung des Dollars fordern. Das sind bisher die einzigen Punkte, in bètten sie mit den Engländern übereinstimmen.
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Präsident Roosevelt hat den deutschen Botschafter Dr. Luther zur Entgegennahme seines Beglaubiaunas- schreibens empfangen. ,
Annähernd 3500 Fahnen würden verwandt.
Weiter würden 250 Kilometer Stabes verlegt, was einer Strecke von Berlin bis Harz burg entspricht. Außer den 13 500 Tribünenplätzen sei für rund eine
Million Plätze aus der Festwiese vorgeforgt Aus dem ganzen Reich würden zahlreiche Sonderzuge ein- treffen.
Kundgebung der Arbeitgeberverbände.
Zum 1. Mai.
Zur Feier der nationalen Arbeit am 1. Mai hat die Bereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände wie folgt Stellung genommen: „Die deutsche Reichsregierung hat den 1. Mai, der früher ein Tag der Bekundung sozialer Zwietracht war, in einen Feiertag der nationalen Arbeit zur Ehrung der Arbeit im Sinne der Einheit des dentschen Volkes umgewandelt. Die deutschen Arbeitgeber haben das Bekenntnis der Regierung zum nationalen Frieden und zur Beseitigung des unsere Volksgemeinschaft zerreißenden Klassenkampfes freudig begrüßt und sich der Regierung mit allen ihren Kräften zur Mitarbeit zur Verfügung gestellt.
Es wird diesem Ziel der sozialen Versöhnung dienen, wenn dem Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen allen Trägern der deutschen Arbeit, zu denen Arbeitgeber wie Arbeitnehmer gehören, am Feiertag der nationalen Arbeit auch von den Arbeitgebern in einer den örtlichen und betrieblichen Verhältnissen entsprechenden Form Ausdruck gegeben wird."
Millionen Listen.
rechnet werden kann. Die beiden Betriebszählungen geben Ausschlüsse über den landwirtschaftlichen und gewerblichen Betrieb. Sie zeigen die Größe und Gliederung des Verteilungsapparates der deutschen Wirtschaft. Der Umfang der Fragebogen ist gegenüber der Zählung von 1925 erheblich verkleinert worden. Im ganzen Reich werden insgesamt
über 400 000 Zähler
benötigt, die ihre Tätigkeit ehrenamtlich ausüben. Für die Zählung werden etwa 18 Millionen Haus- Haltungslisten, drei Millionen Land- und Forstwirtschaftskarten und 1,5 Millionen Gewerbekarten benötigt. Die letzte Zählung von 1925 erforderte einen Kostenaufwand von etwa 20 Millionen. Für die jetzt kommende kleinere Erhebung werden etwa 9—9% Millionen Mark benötigt. Die Zählung bietet auf ein Jahr umgerechnet Arbeitsgelegenheit für rifnb 3000 Arbeitskräfte.
Don der Reichsregierung und den Länderregicrungen werden noch nähere Bestimmungen über den Ausfall des Schulunterrichts a m 16. Juni und über Dienstbefreiung bzw. Abhaltung von Sonntagsdienst bei Behörden getroffen.
Amtliche amerikanische Mitteilung über die Aufgabe des Goldstandards.
Das Staatsdepartement in Washington teilte durch die Botschaften der Vereinigten Staaten den Regierungen von England, Deutschland, Frankreich und Italien mit, daß die Aufgabe des Goldstandards und die Inflation des Dollar keinen Schritt in der Richtung eines internationalen Konfliktes oder eines unzulässigen wirtschaftlichen Wettbewerbes darstelle. Tie Maßnahmen seien vielmehr durch innenpolitische Umstände bedingt, um die Preisgrundlage in den Vereinigten Staaten zu heben. Die Regierung der Vereinigten Staaten habe nicht die Absicht, die Entwertung des Dollar als Waffe auf der Weltwirtschaftskonferenz zu benutzen.
Sine Musterschau deutscher Arbeit.
In den Kölner Ausstellungshallen eröffnet.
Die »Deutsche W o che" in Köln, in deren Rahmen die unter der Schutzherrschaft des Reichspräsidenten von Hindenburg stehende deutsche Jagdausstellung, die Werbeschau »Deutscher Wald — deutsches Holz" und die Ausstellung »Denk deutsch — kauf deutsch" veranstaltet werden, würde durch einen Festakt in der großen Halle im Rheinpark Köln-Deutz von dem Oberpräsidenten der Rheinprovinz Freiherrn v. Lüninck feierlich eröffnet.
Kleine Zeitung für eilige Leser
* Zwischen England und Rußland ist der Handelskrieg offen ausgebrochen.
* In Österreich hat sich durch ein Abkommen zwischen der steirischen Heimwehr und der NSDAP, eine national« Front gebildet.
* In Washington fanden die ersten Besprechungen zwischen dem amerikanischen Präsidenten Roosevelt und dem
englischen Ministerpräsidenten Macdonald statt.