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^ÄSÄe $ul»a- UN» 6-unetal. JuK.« kl-i-bln« £ EMk^« Ansprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda. Reöaktton und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernsprech-^nsthluZ Nr. 24-4 für hiesige Auftraggeber berechnet. Bei Rech- Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachdruck der mit * versehenen prtiftl nur mit chgeUenangad» .Zul-arr FoMsrr'gestaaet. nungsstellung Zahlung innerhalb 8 Tagen.

96 - 1933

Fulda, Dienstag, 25. April

10. Jahrgang

Aufruf zum 1. Mai.

An das ganze deutsche Volk!

Die Regierung der nationalen Revolution yden 1. Mai zum Feiertag der nationalen arbeit erhoben. Sie will damit zum Ausdrucl gingen, daß die Verbundenheit des ganzen putschen Volkes mit« der nationalen Arbeit, ihren Schöpfer nund Trägern eine ^lösliche und schicksalgegebene ist. Zum Mn Male wieder seit Jahrzehnten innerer Zerklüftung mb parteipolitischer Zerrissenheit erhebt sich über Zan! «d Hader der unsterbliche Geist deutschen solkstums, verklärt und geläutert durch M Segen der schaffenden Arbeit.

Der Marxismus liegt zertrümmert am Boden. Sie Organisationen des Klassenkampfes sind zer- Mgen. Nicht aus reaktionären oder gar Volks- und arbeiterfeindlichen Beweggründen haben wir den Kampf gegen die kulturbedrohende Gefahr des Bolschewismus geführt. Der Marxismus inIIfite sterben, damit der deutschen Arbeit tin Weg zur Freiheit gebahnt werden konnte. Die Schranken von Klassenhaß und Standes­dünkel wurden niedergerissen, auf daß Volk wieder zu Volk zurückfand. Nun stehen wir vor der schweren iinb verantwortungsvollen Aufgabe, nicht nur das deutsch e Ar b e i t e r t u m zum sozialen Frieden zurück- zuführen, sondern es als vollberechtigtes Glied roden Staat und in die Volksgemeinschaft mit einzufügen.

Wo ehedem marxistische Haßgesänge ertönten, da «erden wir uns nun zum Volk bekennen. Wo einst oe Maschinengewehre der roten Weltbeglücker knatterten, da wollen wir dem nationalen Frieden der z t ä n b e di e Bresche schlagen. Wo früher der Stift eines öden Materialismus triumphierte, da Men wir, fußend auf das ewige Recht unseres Folkes auf Freiheit, Arbeit und Brot, in uem neuen glühenden Idealismus die nationale Serb undenhei 1 aller Stände, Stämme «nd Berufe zu einem einigen Deutsch­land vor unserem Volk und vor der ianzen Welt bekunden.

Ehret die Arbeit und achtet den A r - ittter! Stirn und Faust sollen einen Bund schließen, ^r unlösbar ist. Der Bauer hinter dem Pflug, der Ar- Wter am Amboß und Schraubstock, der Gelehrte in seiner fNldierstube, der Arzt am Krankenbett, der Ingenieur bei ten Entwürfen, sie alle werden sich am Tag der nationalen Arbeit bewußt werden, daß die Nation und ihreZukunft über alles geht, > ^>> daß jeder an seinem Platz das gilt, [ ^ er dem Vaterland und damit bem ^U meinen Besten zu geben bereit ist.

^ gewaltigen nationalen Feiern wird d i e R e i ch s - u n g mit dem Volk zusammen diesen Eag begehen. Die ganze Nation wird auf - fe n, daran tätigen Anteil zu nehmen. Greinen Tag stehen die Räder still und Wendie Maschinen. Deutschland ehrt die '^eit, von deren Segen das Volk ein ^»H Jahr (ebenso l l.

Männer und Frauen! Wir rufen euch auf in Stadt ""d Land! Deutsche Jugend! An dich vor allem geht * Appell! Der 1. Mai soll das deutsche Volk einig und Schloffen sehen und ein Zeichen sein für die ganze Welt, ^ Deutschland erwacht ist und den Weg zu Freiheit und "1 sucht und findet. Laßt an diesem Tage die Arbeit nihen!

bekränzt eure Häuser und die Straßen der Städte ?. Dörfer mit frischem Grün und mit den Fahnen des

An allen Last- und Personenautos sollen die ^N'pcl der nationalen Erhebung flattern!

, Kein Zug und keine Straßenbahn fährt durch Deutsch- die nicht mit Blumen und Grün geschmückt ist!

Auf den Fabriktürmen und Bürohausern werden "lich bin Fahnen des Reiches gehißt!

Kind ohne schwarz-weiß-roten oder Hakcnkreuz-

, Die öffentlichen Gebäude, Bahnhöfe, Post- und Telc witßmtcr werden in frischem Grün erstehen!

Die Verkehrsmittel tragen Fahnenschmuck!

, sind ein armes Bott geworden. Aber die frcu= L?^nsbejahung, den Mut zum Schaffen, den trotzigen ^''"smus, der alle Hindernisse überwindet, lassen wir von niemandem nehmen!

dik lk^ llanze Bott ehrt sich selbst, wenn cs der Arbeit Mre gibt, die ihr gebührt.

tMvdc aller Stände, Stämme und Berufe, reicht Hände!

Kolossen marschieren wir in die neue Zeit hinein! ^r »^l^r unter Bilk und unser Reich!

Wsifc für BsKsLitMSruns ««d Prsvätz»«-« Dr, G s e b L e l s.

Der Berliner Millionenausmarsch.

Zum L Mai.

Im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda fand eine ausgedehnte Besprechung über die Organisierung und Durchführung der für den 1. M a i in Berlin beabsichtigten Kundgebungen, insbesondere des einzigartigen großen Aufmarsches auf dem Tempel­hofer Feld statt, der die ungeheure Zahl von einer Million Menschen auf einen Platz zusammenführen wird. Es nahmen an der Besprechung teil Vertreter der NSBO., der SA. und SS., der Hitler-Jugend, des Stahlhelms, der Polizei, der Deutschnationalen Volkspartei, der Technischen Nothilfe, des Deutschnationalen Handlungsgehilfenver­bandes, des katholischen Jugendringes, des Gewerkschasts- ringes, des Kartells der christlich-nationalen Gewerkschaf­ten, der Deutschen Turnerschaft, des Berliner Handwerks, der Berliner Turn- und Sportvereine, des Freiwilligen Arbeitsdienstes und zahlreicher anderer Organisationen.

Die Aussprache zeigte das ungeheure Inter­esse aller nationalen Verbände und Vereinigungen an diesem Feiertag der nationalen Arbeit. Das Ergebnis war schließlich folgendes:

Die um neun Uhr vormittags stattsindende Kund­gebung im Lustgarten wird zu einer Jugendkund­gebung uingewandelt. Man rechnet im Lustgarten mit .einer Teilnehmerzahl von 120 000 Jugendlichen.

Der Marsch zürn Tempelhofer Feld^beginnt in zehn Kolonnen von 12 Uhr mittags ab. Die Führer der Spitzenverbände haben ihre Organisationen und Mitglie­der anzuweisen, daß die Teilnehmer sich mit Nab - rungslnitteln und Getränken ausreichend ver­sorgen. Die Polizei und die NSBO. haben einen großen nachrichtentechnischen Apparat für die Durchführung des Aufmarsches aufgezogen.

Die Kirchen werden der Bedeutung des Tages durch würdige Feiern besonders Rechnung tragen.

Besondere Anstrengungen »nacht die BVG., um der außerordentlichen Jna«spruch«ahme der Veclehrs- mittel gerecht werden zu können. Sie rechnet damit, da so gut wie sämtliche Verkehrsmittel in der Höhe des Tempelhofer Feldes massiert werden, um die zurück­flutenden Menschenmassen in kürzester Zeit zurückzubrin­gen, daß der normale Betrieb innerhalb der Stadt ziemlich stillgelegt wird. Die Verkehrsmittel bleiben nachts so lange in Betrieb, bis die letzten Teilnehmer in ihre Wohnviertel zurückgekehrt sind.

Das amtliche Festabzeiche»» wird zum Preise von 25 Pfennig verkauft. Von keiner Organisation darf ein anderes Festabzeichen für diesen Tag vertrieben wer­den, doch dürfen die Teilnehmer ihre Verbandsabzeichen tragen.

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Der Grönschmuâ für den 1. Mai.

Frachtfreie Beförderung durch die Reichsbahn.

Die Reichsbahn hat die frachtfreie Beförde­rung des G r ü n s ch m u ck s für den Nationalfeiertag bei deutschen Arbeit übernommen. Auf Anordnung bei Reichsinnenministeriums erhalten alle öffentliche»» Ge­bäude des Reichs, der Länder und der Gemeinden zun nationalen Feiertag der deutschen Arbeit nicht nur Fest beflaggung, fonbern auch festlichen Grünschmuck mb frischer« Birkengrün oder grünen Nadelholzzweigei» Das erforderliche Grün wird von den staatlichen Forftver- Waltungen unentgeltlich den öffentlichen Stellen zu» Verfügung gestellt. Die Reichsbahl» hilft mit, den 1. Ma möglichst festlich zu gestalten.

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Mai-Umzüge an der Saar verbaten.

Saarbrücken. Die Regierungskommission des Saar­ge b i e t e s teilt mit, daß auch am 1. Mai sämtliche öffentlichen Veranstaltungen, also auch Umzüge Und Demonstrationen, verboten sind. Genehmigt sind dagegen geschlossene Versammlungen, »md zwar gilt das auch für die bisher verbotenen Versammlungen der NSDAP, und der Kommunistischen Partei.

Empfänge beim Reichskanzler.

Der Reichskanzler hatte sofort nach seiner Ankunft in Berlin eine Reihe wichtiger politischer Besprechungen. Er empfing zunächst Reichswirtschaftsminister D r. Hugen­berg und später gemeinsam den Reichsinnenininistcr Dr. Frick und den Ministerpräsidenten von Mecklen­burg-Schwerin, G r a n z v w. Weiter empfing der Kanz ler den Erster» Bürgermeister von Hamburg, K r o g - m ann.

Göring berichtei Hindenburg. über die Romreise.

. Reichspräsident vor» Hindenburg hat ben preu­ßischen Ministerpräsidenten Göring zur Berichterstat tung über seine Romreise empfangen. Hieran schloß sich eine längere Aussprache über verschiedene politische Fragen.

Anschließend empfing der Reichspräsident den ney- «rMMtert SSaatssâstsr im pÈßMsn.- GtaatSymüstd- nirw Körner zur Meldung â

Neue Fronten in Genf.

Auf dem Genfer Nebenkriegsschauplatz der großen Politik hat nun das Geplänkel wieder einmal begonnen, fast unbeachtet, ohne allzu viel Interesse zu erregen, denn die eigentliche Schlacht wird zur Zeit ja in Washington geschlagen. Man hat auch die Zwischenzeit der Genfer Osterpause sowohl in Paris wie in Londoi» reichlich geilutzt, um selbst die scheinbaren An­sätze zu einer auch nur einigermaßen wirklichen Erfüllung des Abrüstungsversprechens zu zerstören. For- inell soll unb will man jetzt in Genf den englischer» Kon­ventionsentwurf beraten, doch sind seine Aussichten in­zwischen schlecht und immer schlechter geworden. Der deutsche Vertreter wird sich einer Front gegenübersehen, die nicht einmal von den bescheidenen Vorschlägen des englischen Planes etwas wissen will. Und man geht wohl auch nicht in der Annahme fehl, daß in jener gegne­rischen Front sogar der Urheber des Äbrüstungsplanes selbst steht, also England. Die außerordentliche,Un­freundlichkeit und hysterische Nervosität, die im englischen Parlament gegen Deutschland und seine heutige Negierung zum Ausbruch gekommen ist, legt sie Vermutung nahe, daß sich England für sein eigenes Abrüst»,ngsprodukt nicht allzusehr ins Zeug legen wird.

Seitdem der englische Abrüst»mgsvorschlag in Genf eingebracht worden ist, hat sich außenpolitisch sehr vieles geändert. Daß die Japaner bei der Abrüstungskon­ferenz nicht mehr mitmachen, wäre ja noch zu ertragen. Aber jenes Land, das, allerdmgs aus besonderen Grün­den heraus, im allgemeinen das deutsche Drängen nach Abrüstung unterstützte, vermag außenpolitisch jetzt ein sehr viel weniger großes Schwergewicht in die Waag­schale zu legen als früher. Das ist Rußland. Es läßt sich von Japan unb dessen Schöpfung, dem Mandschurei­staat im Fernen Osten, gerade malträtieren. Wegen der Ostchinesischen Bahn tommt es fortdauernd zu russen­feindlichen Konflikten, und die russischen Proteste sind von einer bemerkenswerte« Duldsamkeit und Langinut, hinter der sich die Schwäche kaum noch verbirgt. Schor» ist auch bon japanischer Seite das Wort ,W l a d i w o st o k" ge­fallen, der Name des einzigen größeren Hafens Rußlands an der sibirischen Ostküste, der mit seinem Hinterland ben Nordosten der Mandschurei vorn Stillen Ozean ab­schneidet. Diese Schwäche Rußlands hat inzwischen aber auch seine westlichen Nachbarn in Europa lebendig werden lassen, unb es ist selbstverständlich, daß gerade diese neuen Staaten sich in Genf als heftige Gegner einer Abrüstung erweisen werden, die zugunsten Deutschlands erfolgen müßte. Man hat es dort den Franzosen schon fast übel­genommen, daß diese sich so halb und halb betn englischen Abrüstungsvorschlag geneigt zeigten: darin ist allerdings inzwischen eine griindliche Änderung eingetreten, weil man es erreicht hat, daß die Friedensvorswläge Mussolinis unter einem Berg von Protesten be­graben wurden.

Gelegenheit, die abrüstungsfeindliche Stimmung zum Ausdruck zu bringen, wird ès ja in Genf zur Genüge geben, wenn jetzt der englische Vorschlag Artikel um Artikel vorgenomme«, behandelt und .zerredet wird. Abänderungsvorschläge werden herniederprassel»» wie Hagel, man wird um Worte streiten, und doch nicht an einer Entscheidung vorüberkommen, daran nämlich, den Grundsatz der deutschen Gleichberechti­gung auch praktisch an zuerkennen, den mau durch die Erklärung vorn 11. Dezember 1932 wenigstens theoretisch ausgestellt hat. Diese praktische An­erkennung muß nun verwirklicht werden durch eine orga­nische Neuregelung des internationalen Rüstungswesens überhaupt.

I»» jener Erklärung haben die daran - beteiligten Mächte ein V e r s p r e ch e»» abgegeben: nun wird es sich daruin handeln, ob sie sich entschließe»» können, dieses Ver­sprecher» auch e i n z u l ö s e n. Der französische Vertreter in Genf, Paul-Boncour, der auch Außenminister seines Landes ist, hat sich allerdings vor kurzen» mit starke»» Worten gegen das Zugeständnis der deutschen Gleich­berechtigung gewandt und erfuhr bamit auch die Billigung seines Regierrutgschefs Daladier. Demgegenüber hat Reichskanzler Hitler »vieder in seiner Rede auf der «ationalsozialistische»» Führertagnng bcu seit mehr als Jahresfrist festgehaltene»» Standpunkt der deutsche»» Re­gierung auch jetzt »vieder unterstrichen: Wir wollen eine Politik des Friedens, den Deutschland brauche unb erhalten werde: Deutschland aber könne nicht weiter­hin zu einer Nation zweiten Range s gestempelt bleiben, sondern müsse in der Welt als gleichberech­tigter Faktor anerkannt werben.

Aber das gilt nicht nur von der Theorie, sondern in Genf wird man sich jetzt u» einer praktischen A u s - »v i r k »t n g entscheide»» »nüssen. Unsere Wünsche Hinsicht lich dieser praktischen Auswirkung sind außerordentlich ittaßvoll: Wir wollen keine Aufrüstung, sondern eine U m - r ü st u « g. Auch hierin ist die deutsche Stellungnahme seit Beginn der neuen Ära nicht anders geworden, aber die Bedingunge»» zu ihrer Verwirklichung wurden in­zwischen nicht leichter, sondern schwerer. Nicht d»»rch unsere Schuld

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Kleine Zeitung für eilige Leser

* Der Reichskanzler ist aus München nach Bertin zurück^ gekehrt.

* ReichsbankprâsideM Dr. Schacht »vird nach den Bereinigten Staaten fahren, um an den Vorbesprechungen der Weltwirt' tchastskouferenz teilzunehmeu.

* M« ZnM Kos wurde: vs» eines*, schwere« Erdbeben, das zahlwsche Ttzdr-vps« gefordert hafte» soll, heimgesucht