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Zulöaer ^n^ciger

1.70 RM. Bei Lieferungsbehinderungen durch Tageblatt für Rhön und Vogelsberg t*ÄÄ Zulöa- unS Haunetal. ZulSaer Kreisblatt Ansprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda. Redaktion und Geschäftsstelle: Könlgstraße 42 Zernfprech-Rnsthluß Nr. 1984 Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. NachSruck der mit * versehenen Frtikrl nur mit ytz,»Uenangab».Zuläarrftuzetyer'-estaaet.

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Nr. 104 1933

Fulda, Freitag, 5. Mai

10. Jahrgang

Fundamente neuer Wirtschaft

Die bsrufsständische Sozialordnung

Eine Chcfbesprcchung der Reichsregierung das heißt eine Besprechung der beteiligten Minister ohne Teil­nahme von Referenten beschäftigte sich mit der Auf­stellung von Richtlinien für eine berufsständische S o z i a l o r d n u n g. An der Besprechung nahm teil: Vizekanzler v. Papen, Reichsarbeitsminister S e l d t e, Reichsfinanzmiuistcr Graf Schwerin v. Krosigk, Reichswirtschasts- und Reichsernährungsminister Dr. Hugenberg, Reichsvertchrsminister Freiherr tz von R ü b c n a ch, der preußische Ministerpräsident Wring und der preußische Finanzminister Professor Po Pitz.

Die Umstellung der bisherigen Vertretungen von Landwirtschaft, Industrie und Handel, von Arbeitern, Bauern, Angestellten und Gewerbetreibenden in b e r u f s- ständische Gliederungen unter gemeinsamer Zu- sammenfassung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern verlangt naturgemäß eine Neugestaltung der sozialen und der A r b e i t s r e ch t s Verhältnisse.

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Reichsstand des deutschen Sandels.

Mitgliederversammlung der Haupt- gemeinschaft des Deutschen Einzelhandels.

Die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzel­handels faßte in ihrer Mitgliederversammlung den Entschluß, sich mit dem Reichsverband des Deutschen Groß- und Überseehandels, mit dem Reichsverband ambulanter Gewerbetreibender Deutschlands und mit dem Central- verband der Handelsvertretervcreinigungcn Deutschlands zum Reichs st and des deutschen Handels zu- sammenzuschlicßen. Führer des Reichsstandes des deut­schen Handels ist der Reichsführer des Kampfbundes des gewerblichen Mittelstandes Dr. von Rentel n.

In einer weiteren Entschließung erwartet die Haupt­gemeinschaft endlich die Verwirklichung der drin­gendsten Forderungen des deutschen Einzel­handels, Änderung der Gewerbeordnung, Regelung der Verkaufszeiten sowie eine allgemeine Sperre der Errich­tung neuer Verkaufsstellen.

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Der Ausbau der Arbeitsfront.

Der D. H. V. hat die Führung der

A n g e st e l l 1 e n s ä u l e.

Die Preflestelle des Aktionsausschusses zum Schutze bei deutschen Arbeit veröffentlicht folgende Mitteilung! Nach ausgiebiger freundschaftlicher Aussprache zwischen dem Leiter des Aktionskomitees zum Schutz der deutschen Arbeit, Dr. Ley, und dem Verbandsvorsitzenden des Teatsüinationalen Handlunasaehilfenverbandes, Miltzow,

Von der deutschnationalen Tagung in Berlin.

Partcivorstand der Deutschnationalen Volkspartei ist

Berlin zu einer Tagung zusammengetreten, an der uiuuchc parlamentarische Fraktionen und die Landesver- 4?5,^.°rschenden teilnahmen. Unser Bild zeigt den AÄfUuhrer, Reichsminister Dr. Hugenberg, beim 'weiten der Front einer Ehrenkompagnie der Kampf- stasfel der DNVP.

£iLbcr D. H. «7 sich freudig bereit, am Aufbau der omsfront mitzuarbeiten." n

an .^Vorsitzende des Aktionskomitees, Dr. Ley, hai rill»»? .^rbandsvorsitzenven des D. H. V. einen Brief ge- itim» 'ln dem es heißt:Ich habe mich über die Uberem- . mmung der Gedankengänge im Aufbau der Angestellten- "halb der großen Arbeitsfront gefreut. Es lp Po»? verständlich und wohl dem gesamten deutschen S ü l,f ' daß der D. H. V. durch seine Muster, anen Organisation und Einrichtung »bi â^chn^? âenverbänden den größten Erfolg zu »er- ^ bat. Ich werde als nernüntttaer Mensch nicht

hingehen und die vom Mißerfolg gekrönte Organisation, etwa des Afa-Bundes, dem vorzüglichen Verband« des D. H. V. anfoktrovieren, sondern im Gegenteil, ick bitte Sie und Ihren gesamten Verband, die Führung in der neuaufzubauenden Angestelltensäuse zu über­nehmen."

Nach dem Eintritt des D. H. V. in die deutsch« Arbeitsfront gibt das Aktionskomitee zum Schutz bei deutschen Arbeit folgende Erklärung heraus:

Die deutsche Arbeitsfront steht. Die Reihen bei deutschen Arbeiter und Angestellten haben jetzt ein großeè unerschütterliches Bollwerk. Die Arbeit beginnt unter der Leitung der nationalsozialistischen Führer zum Wohle des ganzen Volkes und zum Segen der deutschen Arbeiter­und Angestelltenschaft für ein freies Deutschland in nationaler Freiheit und sozialistischer Gerechtigkeit."

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Wichtige Ernennungen Dr. Leys.

Tarifverträge sind tnnezuhalten.

Der Leiter des Aktionskomitees zum Schutze der Leutscheu Arbeit, Dr. Ley, hat eine Reihe wichtiger An- «rdnungen erlassen. Pg. Walter Schuhmann, M. d. R., wird mit der gesamten Leitung des ADGB., des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften Deutschlands, des Gewerkschaftsringes deutscher An­gestellten-, Arbeiter- und Beamtenverbände sowie kleinerer Verbände beauftragt. Der Schatzmeister der Arbeiter­verbände, Pg. Paul Brinckmann, und der Leiter der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G.", Pg. Karl Müller, erhalten die Beaufsichtigung und Kontrolle der oben angeführten Verbände sowie des Afa- Bundes und des GDA. Für die Erledigung aller organi­satorischen Fragen der fünf großen und kleinerer Verbände wird der Organisationsleiter des Aktionskomitees, Pz. Reinhold Muchow, ernannt. Gleichzeitig erhält er den Auftrag, den neuen Orgamsationsaufbaü der beiden EinheitsverbändederArbeiter umb Auge-

Ungeheuerliche Mißwirtschaft

Ser gewerkschaftliche Korruptionsherd.

Das Ergebnis der ersten Stichproben.

Von der Berliner RSBO.-Pressestelle wirb u. a. mit- geteilt: Es ist den Beauftragten des Aktionskomitees ge- lungen, schon in den ersten Tagen 'hrer Arbeit ungeheuer­liche Fälle von Mißwirtschaft und skandalöse Korruptions­erscheinungen festzustellen. ..

So entdeckte der Beauftragte zur Prüfung der Kayen- und Finanzeinrichtungen der Verbände des ADGB. und Afa-Bundes z. B. bei dem Hauptkassierer Engel- Hardt, dessen Wohnung merkwürdigerweise einen ge- Heimen Zugang durch einen Kleiderschrank zu der Bank hatte, ein Kontobuch, das unter dem Konto Rhein­land 12 921 einen Betrag von 5 1 8 8 0 0 0 Mark führt, welcher nichtinderBilanzvorhandenist. Hier- nüt ist der Tatbestand der Bilanzverschleierung erfüllt. Aus diesem Konto wurden außerdem noch 300 000 Mark an den Verband sozialer Baubetriebe, 100 000 Mark an die Wohnungsfürsorge und 125 000 Mark an die Ver­lagsgesellschaft des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts­bundes gezahlt.

Die Beauftragten des Aktionskomitees erklären, daß überall, wo sie in die Buchführung oder in die Finanz­geschäfte der Freien Gewerkschaften Einblick nahmen, un­saubere und dunkle Geschäfte ähnlicher Art vorkommen.

Das Skandalöseste ist, daß noch seit dem 1. Januar 1933 andieSPD. 2 2 9 0 0 0 M a r k von den Groschen der Arbeiter und Angestellten gezahlt wurden. Nur dem rücksichtslosen und überraschend plötzlichen Zugreifen ist es gelungen, das deutsche Arbeitervermögen vor weiteren Schäden zu bewahren.

Sie bewilligten sich bis zu acht Monatsgehältern.

Kurz vor der Gleichschaltung löste sich der Asa-Bund (Allgemeiner freier Angestellten-Bund), die Dachorganisa­tion der Angestelltenverbände, auf. Zuvor bewilligten sich dieFührer" als Abfindung für ihreschwere" Tätigkeit Z w e i b i s a ch t M o n a t s g e h ä l t e r.

Der Genosse Stähr vom Vorstand bewilligte sich acht Monatsgehälter, je 910 Mark, also 7280 Mark. Der An- qestelltenführer" Suhr bekam fünf Monatsgehälter, je 700 Mark, und war also mit 3500 Mark Abfindung zufrieden.

Bei demB u t a b" (Bund der technischen Angestell­ten und Beamten) wurden in der Hauptverwaltung an­sehnliche Gehälter gezahlt, die weit über dem Durchschnitt der von diesem Verband betreuten Angestellten und Be­amten lagen. Für Genossen Pfirrmann wurden pro Monat 786,90 Mark aufgewandt. Gehälter von 500 bis 600 Mark waren in der Verwaltung gang und gäbe.

Die Nutznießerkaste.

Wenn man die Notlage gerade der Arbeiter und An­gestellten betrachtet, dann steigt einem die Schamröte ine Gesicht ob dieser Ve r s ch w e n d u n g g e w e r k s ch a f t. l i ch e r G e l d e r. Es muß berücksichtigt werden, daß sich die verwalteten Summen zusammensetztsn aus den Söhmeitzgroschen der werktackigen Massen. Dis .Führet" hart cm daher die Pflicht. diese Gelder zum Wohle d«

stellten auszuarbeiten und vorzubereiten. Die Leitüng der gesamten Gewerkschaftspresse aller in Frage kommen­den Verbände übernimmt der Presse- und Propaganda­leiter des Aktionskomitees, Pg. Hans Biallas.

Ferner ordnet Dr. Ley an, daß bis zur endgültigen Formierung der deutsche« Arbeitsfront alle Tarifverträge unbedingt innezuhalten sind. Die Abschlietzung von Tarif- und Wirtschaftsverträgen usw. ist streng untersagt. Einzelverhandlunaen werden fortab nur zentral vom Aktionskomitee seMhrt werden.

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Verstärkte Arbeitsbeschaffung durch die Reichsbahn.

39 Millionen Mark für Elektrifizierung.

Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichs­bahn stellt sich in vollem Umfang hinter den von der Reichsregierung verkündeten Grundsatz der Arbeits­beschaffung. Die Deutsche Reichsbahn hat in den vergangenen Jahren zur Verminderung der Arbeitslosig­keit und zur Erhaltung der für die Volkswirtschaft wie für die Reichsbahn wichtigen Industrien und Gewerbe­betriebe viele Hunderte von Millionen ausgegeben. Sie wird in Zukunft die A r b e i t s b e s ch a f f u n g und Auftragserteilung in verstärktem Um« fange fortsetzen.

Schon jetzt konnten mit Hilfe der beteiligten Länder die Mittel beschafft werden für die Elektrifizierung von Strecken in einer Gesamtlänge von 209 Kilometer. Die Aufträge für diese Elektrifizierung im Werte von rund 3 9 Millionen Mark entfallen zu etwa % auf die elektrische Industrie und zu etwa % auf die Eisen-, Lokomotiv- und Wagenbauwerke. Der Rest entfällt auf das Hoch- und Tiefbaugewerbe, auf die Baustoffindustrie und auf sonstige Aufwendungen.

Zu der Loslösung derDeutschen Bahn- spedition" vom Schenker-Konzern gab der Verwaltungsrat seine Zustimmung. Die Deutsche Bahn­spedition betreibt nach wie vor kein Kundengeschäft, son­dern verrichtet nur verkehrsorganisatorische und Werbe­arbeiten für die Reichsbahn.

Mitglieder anzuwenden, nicht aber, wie geschehen, sie mit vollen Händen einer Führerkaste zuzu­schanzen.

Große Summen veruntreut.

Nach der Besetzung des Volkshauses in Düsseldorf wurde eine eingehende Untersuchung des gesamten Kassen­wesens beim Bezirkssekretarial des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (Bezirk Rheinland) eingeleitet, die zur Feststellung erheblicher Unterschlagungen und Veruntreuungen von G e w e r k s ch a f t s - g e l d e r n führte.

Bei einer Durchsuchung der Geschäftsräume des sozialdemokratischen Volkszeitungs-Ver- l a g e s in Düsseldorf stießen die Kriminalbeamten und SA-Leute auf eine Reihe unterirdischer Gänge, wo umfangreiche Mengen hochverräterischen Materials gefunden und beschlagnahmt wurden.

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Kassenbelege in der Zigarrenschachiel.

Das Durcheinander beim Nordhausener ADGB.

In Nordhausen wurde in der Geschäftsstelle des A D G B. eine geradezu heillose Unordnung fest- gestellt. Von einer ordnungsmäßigen Buchführung kann keine Rede sein. Dagegen ging aus den in einer Zigarren­schachtel aufbewahrten Kassenbelegen hervor, daß die aus den Beitragsgroschen der Mitglieder bestehenden Bär­beträge zu einem wesentlichen Teil

zur Finanzierung des Reichsbanners und anderer nicht gewerkschaftlicher Angelegenheiten ver­wandt worden sind.

Ähnliche Zustände wurden beim Berg- und I n - dustriearbeiterverband angetroffcu, wo die Ge­werkschaftssekretäre neben einem Monatsgehalt Don nahe­zu 500 Mark auch noch Spesen- und Fahrgelder erhielten, die monatlich mehrere hundert Mark ausmachten.

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Aus dem Korruptionssumpf.

Millionenverschwendung bei der Ham­burgerV o l k s s ü r s o r g e".

Aus einer Unterredung mit bem Leiter der RSBO. in Hamburg, Habedank, über das Ergebnis der ersten Untersuchungen bei der Hamburger Volks-

Kleine Zeitung für eilige £efer

* Im Verlauf der bcrufsstündischcn Umgestaltung wurde der Relchsstand des deutschen Handels gegründet.

* Bei den Freien Gewerkschaften hat der nationalsozialiftischc Aktionsausschuß ungeheuerliche Fälle von Mißwirtschaft fest- gestellt.

* ÜKtofetts? mm Wolkenb-Äche ruti toten in verschiedenen Landestetlcn beträchtlichen Schaden an.