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Zul-aer Anzeiger

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Nr. 108 1933

Fulda, Mittwoch, 10. Mai

10. Jahrgang

Die neue Schule.

Sie Aufgaben nationaler Erziehung

Reichsminister Dr. Frick über deutsche

Zucht und Bildung.

Aus einer Konferenz der Kultusminister der deutschen Länder hielt der Reichsminister des Innern Dr. Frick eine längere Ansprache, in der er u. a. folgendes aus­führte: In den letzten drei Monaten haben wir in einem in der deutschen Geschichte unerhörten Ausmatz und un­erhörten Tempo die politische Macht im Reich erobert und gegen gewaltsame Umsturzversuche weitgehendst ge­sichert. Jetzt stehen wir vor der schwierigen Aufgabe, auf lange Sicht diese Macht auch innerlich derart zu festigen, daß in alle Zukunft ein Rückfall in die Fehler der Vergangenheit unmöglich wird.

Dazu muß die Grundlage in der Erziehung unseres Volkes geschaffen werden. Der orga­nische Staatsgedanke, dessen Sieg wir errungen haben, verlangt gerade auf dem Gebiete der Erziehung einen klaren Blick, eine ruhige Hand und einen auf lange Dauer wirkenden stahlharten Willen.

Was sich hieraus für die Schule und für die Er­ziehung überhaupt an Aufgaben für Reich und Länder ergibt, ist nicht mit einigen Umwandlungen im Bau und im Lehrinhalt oder der L e h r w e i s e der Schulen zu leisten. Die nötigen Veränderungen reichen bis auf den Grund.

Die i n d i v i d u a l i st i s ch e Bildungsvorstellung hat wesentlich zu der Zerstörung des nationalen Lebens im Volk und Staat beigetragen und vor allem in ihrer hemmungslosen Anwendung in der Nachkriegszeit ihre völlige Unfähigkeit erwiesen, die Norm der deutschen Bildung zu sein.

Die nationale Revolution gibt der deutschen Schule md ihrer Erziehungsaufgabe ein neues Gesetz :

Die deutsche Schule hat den politischen Menschen zu bilden, der in allem Denken und Handeln dienend und opfernd in seinem Volke wurzelt und der Geschichte und dem Schicksal seines Staates ganz und unabtrennlich zu innerst verbunden ist.

Die große Aufgabe, die deutsche Schule auf dieses Erziehungsgesetz umzustellen, wird Jahre angestrengtester Arbeit erfordern.

Ein Mißverständnis und eine Besorgnis möchte ich gleich von vornherein nicht aufkommen lassen: Wenn ich mich mit Entschiedenheit für die einheitliche organische Gestaltung des deutschen Bildungswesens und gegen un­nötige und störende Unterschiede in ihm ausspreche, so denke ich dabei

keineswegs an Uniformität des Bildungswesens oder an zentralistische Anordnungen des Reiches. Im letzten Grunde wird eine Übereinstimmung sich dadurch tun besten sichern und immer leicht Herstellen lassen, wenn toii über die Bildungsziele der deutschen Schule billig sind und wenn wir ihnen eine klare und einheitliche Wägung geben.

Die neue Schule geht grundsätzlich vom Gemeinschafts­gedanken aus,

^r ein uraltes Erbteil unserer germanischen Vorfahren S und demgemäß unserer angestammten Lebensart ant vollkommensten entspricht. Er fordert freie Bindung des Einzelnen durch das Gesamtwohl. Daher ist die Erziehung des Schülers unter diese leitenden Gesichtspunkte zu stellen. Zwar bleibt

die Entfaltung der Persönlichkeit

nach wie vor bedeutsame Aufgabe, aber den selbstverständ- "chen Rahmen nicht nur, sondern auch den Richtungspuukt chrer Entwicklung bildet die Volksgemeinschaft- 111 nie wir hineingeboren sind. Hieraus ergeben sich . Volk und Vaterland als wichtigste Unterrichtsgebiete, icnes in der reichen Fülle seiner Leistungen, von denen eine Geschichte, Sprache und Dichtung, Hei- mlsche Kunst und heimischer Gewerbefleiß zeugen,

in der Vielgestaltigkeit seines natürlichen Ausbaues »Boden, Tier- und Pflanzenwelt einerseits no m der Gestaltung dieses Erdraumes durch die haftende Hand unserer Vorfahren von Urzeiten her andererseits.

8V2ir müssen und werden in einem Maße, das anderen Kulturvölkern längst als selbstverständlich gilt, unserer Mend ein so starkes völkisches Selbstbewußtsein mit ins g^Mebcn, daß die Gefahr der Entdeutschung für immer

Ä»n».^ f°N keineswegs zu unerwünschter Enge des "^skreises führen. Der fremdsprachliche kvird auch weiterhin dem Verständnis -ousammenhäüge die Wege ebnen. Aber die Er- unserer völkischen Eigenart fordert gebieterisch, dèni^"cn fremden Einflüssen nicht erliegen und dadurch s^.a^^.^ahn einer verwaschenen Menschheitskultur Vor- luj den edelsten Werten, deren Pflege uns am Herzen 3 n nuB, gehört

nu- . unsere Muttersprache,

fein Wohlklang, Kraft und Biegsamkeit wir stolz SchxjjH^u. Dabei sei zugleich auch der deutschen der rgedacht, die ihren unbedingten Vorrang vor Ous k }cilll^cn niemals verlieren darf. Im Hinblick H ungedeutete allgemeine Bildungsziel ergibt

die Geschichte

unter den Schulfächern in vorderster Linie steht. Daher bedarf der Aufbau des Geschichtsunterrichts und die Aus­wahl oder Schaffung neuer Geschichtsbücher ganz be­sonderer Aufmerksamkeit. Das ungeheure Erlebnis des Weltkrieges mit dem heldenhaften Ringen des deut­schen Volkes gegen eine Welt von Feinden, die Zersetzung unserer Widerstandskraft durch vaterlandsfeindliche Kräfte, die Entwürdigung unseres Volkes durch das Ver­sailler Diktat und der ihr folgende Zusammenbruch der liberalistisch - marxistischen Welt­anschauung sind ebenso eingehend zu behandeln wie das beginnende Erwachen der Nation vom Nuhr- kampf an bis zum Durchbruch des nationalsozialistischen Freiheitsgedankens und bis zur Wiederherstellung der deutschen Volksgemeinschaft amTagevonPotsdam.

Die durch das Versailler Diktat geschaffene Gesamt­lage hat es mit sich gebracht, daß zu den Millionen deut­scher Volksgenossen, die ohnehin schon jenseits der

Das erste Denkmal der nationalen Erhebung.

wurde jetzt in Krummesse-Kronsforde bei Lübeck zur Er­innerung an den 5. März 1933 enthüllt. Die Vorderseite trägt die Inschrift:Alles für Deutschland". während sich auf der Rückseite die Worte:Zu Erinnerung an das Jahr der nationalen Erhebung 1933" befinden.

Grenze wohnten, weitere Millionen hinzugekommen sind, so daß heute ein volles Drittel aller Deutschen außer­halb des Deutschen Reiches lebt. Dieser Tatbestand zwingt die deutsche Schule, das Schicksal der vom Vater­land losgelösten deutschen Brüder mehr als bisher zu beachten.

Neben der so geforderten stärkeren Betonung deut­scher Kulturwerte im Geschichtsunterricht und in den ihm verwandten Fächern bedarf auch der Lebenskundliche (biologische) Unterricht nach zwei Seiten hin des Auf­baues. Zunächst sei

die Rassenkunde genannt, und zwar als Behandlung der europäischen Hauptrassen, die an der Zusammensetzung des deutschen Volkes teil haben. Immer mehr bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß die Wesensart eines Volkes und die Grund- kräfte seiner geschichtlichen Entwicklung gar nicht begriffen werden können ohne genügende Kenntnis seiner rassischen Besonderheit. Somit ist der Rassenkunde auf allen Stufen der Schule genügend Raum zu widmen. Dabei ist von einer geh äs s ig e n Beschimpfung fremder Rassen grundsätzlich abzusehen. Nowendig ist vor allem der Nach- weis der schädlichen Folgen der Rassenver­schlechterung und die stete Betonung der Forderung unserer völkischen Zukunft, daß die Überfremdung deutschen Blutes mit fremdrassigem, vor allem jüdischem und farbigem Blut, unbedingt ver­hindert werden muß.

Im Zusammenhang mit Raffenkunde und Erb- gcsundheitslehre vermag die Schule auch durch Eiufüh- rung in die Grundbegriffe der F a m i l i c n f o r s ch u n g und durch Anleitung und Aufzeichnungen über die eigenen Voreltern wertvolle Anregungen zu geben.

Die körperliche Ertüchtigung

ist eine unentbehrliche Voraussetzung unserer völkischen Dauer. Keine noch ft* große Gelehrsamkeit kann unserem Vaterlande eine Zukunft sichern, wenn ihm nicht immer von neuem gesunde und kräftige Menschen geboren und erzogen werden, die dem Lebenskämpfe seelisch und körperlich gewachsen sind. Neben der Aus­bildung rein körperlicher Gewandtheit und Leistungs- fähigleft ist besonderer Wert auf die Heranbildung von Willens- und Entschlußkraft zu legen. Zu

alledem wäre eine tägliche Turnstunde ohne Zweifel erwünschcnsjvert.

Eine besondere Seite dieser Aufgabe ist die Er­ziehung zur

Wehrhaftigkeit.

Mit der Wehrhaftmachuny muß, wenn sie das gesamte Wesen, die ganze Persönlichkett des Menschen erfassen soll, schon in der Schule begonnen werden. Und wie leicht wird sich die Schuljugend für den Geländesvort gewinnen

Beschlagnahme des gesamten

SPD.-Vermögens.

Berlin, 10. Mai. (Funkmeldung.) Der General- staatsanwalt 1, Berlin, hat die Beschlagnahme des Vermögens der gesamten Sozialdemokra- tischenParteiDeutschlands und ihrer Zeitun­gen sowie des gesamten Reichsbanners angeordnet. Den Grund zu der Beschlagnahme bilden die zahlreichen Untreuefälle, die durch die Uebernahme der Gewerk­schaften und der Arbeiterbanken durch die NSBO. aufgedeckt wurden.

lassen, da sie an den Übungen in der freien Natur be­sondere Freude hätt Ich bitte also die Uutedrichtsver- waltungen der Länder, der Wehrhaftmachung der Schul­jugend durch geländesportliche Übungen ihr besonderes Interesse eutgegcnzubriugen.

Der Volksschule, die in Wahrheit die Schule des Volkes ist, hat die erste Sorge der Nation zu gelten. Der Zugang zu höherer Schule und Hochschule darf ferner nicht vom völlig freien Belieben der Eltern der Schüler derart abhängig sein. dak die Zahl der Abiturienten und Hochschüler jedes vernünftige Verhältnis zum Bedarf der Berufe an höher vorgebildeten Kräften verliert und ein Überangebot an Abiturienten und Akademikern entsteht, die nicht in die Arbeitsordnung des Volkes eingegliedert werden können.

Ein Hauptgrund, weshalb die Schaffung des Rcichs- schulgesetzes nach Artikel 146 mißlingen mußte, ist darin zu sehen, daß in der Verfassungsbestimknung der Wille der Eltern allein maßgebend für die weltanschauliche Form der Schule ist und daß diesem absolut gesetzten Elternrecht das Bedürfnis des Volksganzen und des Staates geopfert worden ist.

Volk und Staat können nicht zulasscn, daß durch ben Willen einzelner die Bindungen von Volk und Staat ver­neinender Erziehungsberechtigter Schulsormcn entstehen, deren weltanschaulicher Gehalt den nationalpolitischen Notwendigkeiten der Erziehung der Jugend zu Volk und Staat auf christlicher Grundlage zuwiderläuft.

Im übrigen verweise ich bezüglich des Verhältnisses von

Kirche und Schule

auf die Erklärung, die der Herr Reichskanzler am 23. März im Reichstag abgegeben hat. Er hat dort aus­geführt, daß die nationale Regierung in den beiden christ­lichen Konfessionen wichtigste Faktoren der Erhaltung unseres Volkstums sehe unb daß sie in Schule und Er­ziehung den christlichen Bekenntnissen den ihnen zukom- menben Einfluß einräumen und sicherstellen werde.

Die staatsgefährlichen Vereine

werden heute durchweg am offenen Auftreten und an einer offenen Arbeit unter den Schülern gehindert sein. Es ist aber anzunehmen, daß die bisherige Arbeit der Kommu- iiiften nnb anderer staatsgefährlicher Gruppen unter der Schuljugend in versteckter Weise fortgesetzt wird. Es wird nötig sein, auch der versteckten politischen Propaganda staatsgesährlicher Elemente zu begegnen.

Das zur Zeit Hcranwachscudc Geschlecht wird in einem Geiste groß werden, der ein ständiges Weiterbauen am Reformwerke erleichtern und neue Zielsetzungen mit sich bringen wird. Wir dürfen dieser Jugend nicht in allem bereits ihre eigene Entwicklung vorwegnchmcn, sondern müssen behutsam und förderlich die Entwicklung aubahucn helfen. Der natürliche Schwung braucht nicht erst von der Schule de» Kindern eingeimpft zu werden, aber Verantwortungsbewußtsein gebietet Regelung und Führung. Dies ist die Aufgabe des Erziehers in einem nationalsozialistischen deutschen Vaterland.

Im Anschluß an seine Darlegungen fand eine Aus­sprache mit den Unterrichtsministern über wichtige Sonder- fragen statt. Die Aussprache ergab völlige Ein müti gleit in allen tttefentliessen Punkten. Besonders erörtert wurde die Frage der Anwendung des Gesetzes gegen die Überfüllung der Schulen rm-d Hochschulen, die Abwehr staatsgefLSMÄer BeâUuffims dèr Schuljugend sowie die Sickerung der einheitlichen Nackionalerztehuna.