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Möaer Anzeiger

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Nr. 109 1933 Fulda, Donnerstag, 11. Mai 10. Jahrgang

Die Front der deutschen Arbeit.

Der Kongreß der deutschen Arbeitsfront

Im festlich geschmückten Sitzungssaale des Preußischen Staatsrates wurde feierlich derKongreßderDeut- scheu Arbeitsfront abgehalten. Zum ersten Male anden sich hier vollzählig und geschlossen die Abgesängen der Gewerkschaften und Verbände der Arbeiter und An- nefteßteii aus dem ganzen Reiche zusammen, um im Slune itr deutschen Revolution vor aller Öffentlichkeit die voll- loflcitc Einigung der deutschen Arbeiterschaft aller Zweige iuildzutun. Mit Blumen und Hakcnkreuzsahncn hatte der Tml einen würdigen Schmuck erhalten. Im Parkett hatten ctm 40 0 Vertreter der Arbeiter- und An - i,kstcllten verbände Platz genommen. Zahlreiche Ehrengäste hatten der Einladung Folge geleistet und Men die Empore bis zum letzten Platz.

Als Vertreter des R e i ch s p r ä s i d e n t e n sah man Staatssekretär Meißner und Oberst von Hinden­burg. Ferner waren erschienen die Mitglieder der Reichsregierung mit dem Reichskanzler an der Spitze, das Diplomatische Korps, die Reichsstatthalter und Ministerpräsidenten der deutschen Länder, Vertreter der führenden deutschen Wirtschaftsunternehmungen, sämtliche Gauleiter der NSDAP., Arbeiterabordnungen aus bem Saargebiet, Danzig und Deutschösterreich. Ab­ordnungen der SA., SS. sowie des Stahlhelm, Vertreter der Wehrmacht sowie zahlreiche andere führende Persön­lichkeiten des politischen und wirtschaftlichen Lebens.

Reichskanzler Adolf Hitler erschien in Be­gleitung seines Privatsekretärs und des Reichsministers D r. F r i ck bei feierlicher Stille im Saal, während sich die Kongreßteilnehmer zu seinen Ehren von den Plätzen er­hoben. , .

Reichstagsabgeordneter Dr. Schmeer begrüßte nach Eröffnung dieses ersten deutschen Arbeiterkongresses den Reichskanzler und das Reichskabinett, die Vertreter der preußischen Ataatsregierung und die übrigen Ehrengäste sowie vor allem die deutschen Arbeitervertreter aus dem Reich und den abgetrennten deutschen Gebieten.

Der Führer der deutschen Arbeitsfront, Reichstagsabgeordneter und Präsident des Deutschen Staatsrates. Dr. Ley, wies zunächst auf das Ausmaß bei gegenwärtigen Staatsumwälzung hin. Das heutige Geschlecht sei berufen, seit 2000 Jahren das Gewaltigste zu erleben, was eine deutsche Generation erleben durfte. Es sei klar, daß die A r b e i t e r - » n d A »gestellte n- verbände nicht weiter als Inseln hätten bestehen­bleiben können. Man müsse sich wundern, daß die alten Gewerkschaftsführer nicht sofort die Bedeutung dieser Umwälzung erkannt hätten.

Bei Durchführung der Aktion habe man oft den Ein­druck gewonnen, als ob mancher Führer frohgewesen sei, dsß man ihm seine bisherige Verantwortung abgenommen habe. Die Gewerkschaft würde in der bis­herigen Form nicht wiederkehren.

Die Arbeit an sich sei der Sinn des Lebens, und das Sthtu erhalte seinen Wert nur durch die Erfüllung mit Arbeit. Letztes Ziel müsse sein, aus dem heutigen Begriff des Proletariers, des Knechtes und der Minderwertigkeit eilten Stand zu schaffen, der stolz auf seine Leistungen sei.

Der deutsche Mensch müsse begreifen lernen, daß er, tveim er schaffe, das Recht habe, auch stolz auf seine Leistungen zu sein. Dr. Ley schloß mit der B i t t e an den Führer:

übernehmen Sie als der Stärkste des Volkes den schwächsten Sohn Ihres Volkes unter Ihre Schirmherr­schaft. Der deutsche Arbeiter sehnt sich nach Führung. Ich weiß, welches warme Herz gerade Sie für diese Schicht des Volkes haben und wie gerade Sie die Leistung des deutschen Menschen achten."

An die Vertreter der deutschen Arbeiterschaft richte ich den Appell, den Arbeiter im Lande zur Mitarbeit aufzu- Wn. Nicht ein Geschenk des Himmels wird ihn be- lreien, sondern erst sein eigener Mut und seine eigene "rast. Möge der Arbeiter nicht verbittert zur Seite stehen, sondern mitarbeiten am Wohle des Volksganzen. (Lang­anhaltender Beifall.)

Dann nahm Reichskanzler Adolf Hitler, stürmischen Heil-Rusen begrüßt, das Wort.

Reichskanzler Hitler

führte in seiner Rede vor der deutschen Arbeitsfront aus: âoße Umwälzungen können im Völkerleben nicht wttflnden, wenn nicht ein dringendes Bedürfnis nach Men vorliegt. Eine Revolution kann nicht vor sich gehen, wenn nicht

ein Volk innerlich danach schreit,

A wenn nicht bestimmte Zustände dahin drängen. Die - «er-Staatsform zu ändern, ist leicht. Ein Volk aber umzugestaUen, kann immer nur dann gelingen, ew bestimmter Entwicklungsprozeß sich selbst immer total °"^ weniger vollzogen bat, wenn ein Volk den ein- W I ncn Weg als falsch empfindet imb daher bei der Matt diesem Wege nur noch mit der Trägheit der ."$»«« muß. Unter allen Krisen, unter denen wir folgenschwerste für das Volk selbst die

^ Tw politische und nie moralische .Srife

' d^ vom einzelnen nur sehr selten empfunden. Der

Durchschnittsmensch sieht meist nur das, was ihn selbst trifft, unv nicht aber das, was die Gesamtheit trifft. Daher wird auch die Gegenwart nur selten Verständiges empfin­den für den politischen und moralischen Verfall, solange sich dieser Verfall nicht irgendwie auf die Wirtschaft aus­dehnt. Aber auch die Wirtschaftsnot wird in ihren ver- schiedenen Ursachen nicht sofort erkannt werden. Man sieht nicht ohne weiteres alles, was in seinem Zusammenwirken am Ende diese Not bedingt hat. Jeder sieht zunächst nur die Schuld des andern und

möchte den anderen für das verantwortlich machen, was er doch selbst mitzuverantworten hat. Es ist ein Glück, wenn es gelingt, eine solche Not zu klären, daß ihre Ur­sachen deutlich erkannt werden. Es genügt nicht, zu sagen, daß die Wirtschaftsnot etwa eine Folgeerscheinung der Weltkrise sei. Denn genau so kann jedes andere Volk die gleiche Entschuldigung und Begründung für sich selbst finden.

Die Not hat immer ihre Wurzeln innerhalb der einzelnen Völker.

Es ist natürlich, daß internationale Gebrechen,.die alle Völker irgendwie belasten, auch von diesen Völkern behoben werden müssen. . .

Aber das ändert nichts an der Tatsache, daß ledes Volk für sich diesen Kamps aufnehmen muß und daß vor allem nicht ein Volk für sich von dieser Not befreit wirb durch internationale Maßnahmen, wenn es nicht selbst diese Maßnahmen trifft. (Lebhafter Beifall.)

Die Krisis der deutschen Wirtschaft ist nicht nur eine Krise, die sich in unseren Wirtschaftsziffern ausdruckt, son­dern sie ist wohl in estrer Linie eine Krise, die sich ausdruckt

in dem inneren Zerfall,

in der Art der Organisation usw. unseres Wirtschafts­lebens und hier können wir wohl von einer Krise reden, die vielleicht unser Volk zu einem großen Teil mehr be­troffen hat als andere Völker. Es ist die Krise, die wir sehen in dem Verhältnis zwischen den Begriffen Kapital, Wirtschaft und Volk, und oe,anders sehen wir diese Krise kraß

im Verhältnis unserer Arbeitnehmer zu unseren Arbeitgebern.

Hier hat die Krise einen Höhepunkt erreichtwie in keinem anderen Lande der Welt. Wenn diese Krise nicht gelöst wird, werden alle anderen Versuche, der Wirtschafts­not Herr zu werden, auf die Dauer vergeblich sein. Wenn wir bie deutscher Arbeiterbewegung, so, wie sie sich rm Laufe des letzten halben Jahrhunderts allmählich ent­wickelt hat, nach ihrem innersten Wesen untersuchen, dann werden wir auf drei Gründe stoßen, die diese eigenartige Entwicklung bedingen: der erste Grund liegt in der

Veränderung der Betriebsformen unserer Wirtschaft. Mit der Industrialisierung geht das patri­archalische Verhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern verloren.

Das Auseinanderfallen, das wir allmählich erleben mußten, führte dazu, daß auf der einen Seite besondere Jnlerssen des Unternehmers in Erscheinung traten und auf der anderen Seite besonder« Interessen der Arbeitnehmer. Danlit beginnt das Unglück und der Jammer unserer Wirt- s ch a f t s e n t w i ck l u n g. Sobald man erst einmal diesen Weg einschlug, mußte er zwangsläufig immer weiter aus­einanderführen, und das haben wir nun 7t1 Jahre lang praktisch erlebt. Der Weg führt in all seinen Konsequenzen von der natürlichen Vernunft so sehr fort, daß die Denken­den, die selbst Führer auf diesem Wege waren, für sich allein befragt und gestellt, ohne weiteres

den Wahnsinn dieses Weges zugeben mußten. Nur im Zwange der Organisation konnten sie den Weg der Vernunft nicht mehr zurücksinden Im Gegenteil: Zwangsläufig führte der Weg der beiden auseinander, begünstigt durch die Entpersön­lichung des Besitzes. Wenn man sich einmal auf diesen Weg beqibt, dann wird logischer­weise die Organisation der Arbeitnehmer gegenüber g e st e l l t der Organisation der U n t e r - nehmer und dann werben bie beiden Organisationen mit den Kampfmitteln, die ihnen gegeben sind, ihre Interessen vertreten,

d. h. Aussperrung und Streik.

Und dann Werben in dem Kampf manchmal die einen siegen, manchmal die anderen, in beiden Fällen wirb b i e gesamte Nation den Schaden zu tragen haben. (Lebhafte Zustimmung.) Dieser Kampf, der zu einer un­endlichen Vergeudung an Mitteln und Arbeitskräften führt, ist ber eine Grund für b i c Katastrophe, die langsam aber sicher heraufgezogen ist.

Der zweite Grund ist das Emporkommen bee Marxismus. Der Marxismus hat mit scharfem Blick in der Gewerkschaftsbewegung bie Möglichkeit er­kannt, den Angriff gegen den Staat und die mensch­liche Gesellschaft

mit einer absolut vernichtenden Waffe zu führen. Nicht etwa, um dem Arbeiter zu helfen, denn das können diese internationalen Apostel der Arbeiter garnicht.

Diese Apostel sind keine Arbeiter, eS sind bolkSfremt« Ltteraten^vostSftemdeS Pack! (Stürmischer Beifall)

Der Klassenkampf führt zur Proklamation des Instru­mentes für die Vertretung wirtschaftlicher Interessen der Arbeiterschaft zum Zwecke des G e n e r a l st r e i k e s. Wie weit dieser I r r s i n n gehen konnte, dafür haben wir Deutsche ein unerhörtes und ebenso furchtbares wie lehr­reiches Beispiel,

das Beispiel des Krieges.

Es sind jetzt zahlreiche sozialdemokratische Führer völlig i n n e r l i ch u m g e w a n b e 11 durch den neuen Geist mir entgegengetreten und haben mir vorgehalten: Ja, die Sozialdemokratie hat ja auch einst gekämpft. Der Marxismus, so erklärt der Kanzler, hat niemals gekämpft, wohl aber hat

der deutsche Arbeiter gekämpft. (Stürmischer Beifall.)

Im Jahre 1914 ist der deutsche Arbeiter in einer plötzlichen inneren, sagen wir hellseherischen Erkenntnis vom Marxismus weg und z n seinem Volke h i n g e g a n g e n und die Führer, die diesesVerhäng­nis" Hereinbrechen sahen, konnten es auch nicht hemmen.

Arbeiter sind gefallen, die Führer haben sich zu 99 vom Hundert sorgfältig konserviert (Sehr richtig! Beifall).

Sie haben ihre politische Tätigkeit für wichti­ger gehalten. Erst übten sie vorsichtige Zurückhaltung und später sahen sie ihre Aufgabe in einem langsamen Zurückziehen von den nationalen Aufgaben, und endlich sahen sie in der R c v o l u t i o n die Erfüllung.

Man wartete solange, bis Volk und Reich, von Über­macht verwirrt, den Angriffen nicht mehr standhalten konnten. Dann schlug man los. Man hat Deutschland geschlagen und damit in erster Linie und am schwer­sten den d e u t s ch e n A r b e i t e r.

Für die Summe von Leiden, Not und Elend, die seit­dem biirtf) Millionen Arbeiterfamilien und kleine Haus­halte geht, haben sich die Verbrecher des November 1918 zu verantworten. Sie sollen ittfi daher heute über gar nichts beklagen. Vergeltung haben wir nicht ge­übt; wollten wir Vergeltung üben, wir hätten sie zu Zehntausenden erschlagen müssen. (Minuten­langes Heilrufen und Händeklatschen.)

Der dritte Grund, den wir verantwortlich machen müssen, für die Entwicklung, liegt i m Staate selbst. Was hätte es gegeben, was dieser Entwicklung vielleicht hätte entgegengestellt werden können? Es wäre derStaat gewesen, wenn dieser Staat nicht selbst zum Spielball der Interessengruppen heruntergesunken wäre. Es ist kein Zufall, daß die gesamte Entwick­lung parallel geht mit der Demokratisierung unseres öffentlichen Lebens. Jetzt gilt es, eine neue Autorität auszurichtcn und diese muß unabhän- g i g sein von den momentanen Strömungen des Zeit­geistes, vor allem von den Strömungen, die der wirt­schaftlich begrenzte und beschränkte Egoismus in Erscheinung treten läßt.

Es muß eine Staatsführung entstehen, die eine wirk­liche Autorität darstellt, die nicht abhängig ist von irgend­einer Gcsellschaftsschlcht, eine Staatsführung, zu der ein jeder das Vertrauen haben kann, daß sie nichts anderes will als des deutschen Volkes Glück. (Stür­mischer Beifall.)

Man muß für die Millionen Menschen wieber die Überzeugung lebendig werden lassen, daß der Staat nicht eine Interessenvertretung einer Gruppe ober eines Standes ist, und daß die Regierung nicht die Sachwalterin einer Gruppe oder eines Standes ist, sondern die Sach­walterin des Volkes an sich. Das letzte Ziel der ganzen Entwicklung würde sein der Kampf zwischen Faust und Stirn. Er könnte nur dadurch enden, daß die Q u an­tik ä t die S t i r n vernichten würde. Das bedeutet dann aber nicht etwa Segen und Emporsticg für den Arbeiter, sondern Elend, Jammer und Not, endgültigen Verfall. Wir haben den festen Willen, es nicht $um Zusammenbruch kommen zu lassen, sondern gegen diese Erscheinungen immer und immer wieber zu kämpfen, die Vernunft gegen sie anzusetzen und

das gemeinsame Interesse in den Vordergrund

;u rücken. Jedes Volk hat die P f l i ch t, für sich-zu sorgen. Wir wollen auch unsere Jugend nicht zu faulen Parasiten des Lebens erziehen oder z u G e n i e ß e r n dessen, was andere geschaffen haben. Was btt be­sitzen willst, du mußt es dir immer wieder aufs neue erwerben,

immer wieder mußt du aufs neue ringen und kämpfen und dazu wollen wir bie Menschen erziehen. Wir wollen ihnen nicht von vornherein die Irrlehre beibringen, daß dieses Ringen etwas Unnatürliches oder Unwürdiges sei. Es ist im Gegenteil dieewigeVoraussetzung für die Auslese, und ohne den ewigen Kampf gibt es keine Menschen.

Wir müssen daher den Kampf bis zur letzten Konse­quenz aufnehmen gegen die Erscheinungen, die unser Deutsches Volk in den letzten 70 Jahren zerfressen haben und durch die, wenn wir nicht besiegt worden wären, Deutschland vernichtet worden wäre

Bismarck sagte einst, daß der Liberalisnlus der Schrittmacher für die Sozial- d e m o k r a t i e sei. Die Sozialdemokratie ist der Schritt­macher für den K o m m u n i s m u s, und der Kommunis- mus ist der

GchMtWaâN für bey Tod, tot NoMind Wir Hatzen den Kampf daaeaen ausgenommen und wextzen