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Zuloaer /lnzeiger

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^r. 121 1933

Fulda, Freitag, 26. Mai

10. Jahrgang

Neuer englischer Zicherheitsvorschlag.

Beteiligung Amerikas an einem Konsnltativpakt.

In der Sitzung des Hauptausschusses der Genfer Ab- Astungskonferenz legte der englische Außenminister Limon einen neuen Vertragsentwurf für die sicher- ècitspolitischen Bestimmungen des Abrüstungsabkommens cor, der folgendes vorsieht:

Im Falle des Bruchs oder des drohenden Bruchs $ Kellogg-Paktes kann entweder der Völkerbundrat oder kin Unterzeichnerstaat des Abrüstungsabkommens, der licht Mitglied des Völkerbundes ist, eine sofortige Bc- titung zwischen dem Völkerbundrat oder der Vollver- smmlung des Völkerbundes und einem anderen Unter- rchnerstaat des Abkommens vorschlagen. Gegenstand «er derartigen Beratung ist:

1. Gedankenaustausch bei einem drohenden Bruch des Äogg-Paktes zur Vermeidung eines Konflikts und Auf- chterhaltung des Friedens.

2. Im Falle eines Bruchs des Völkerbundpaktes Ein- mrkung^zur Wiederherstellung des Friedens.

3. Falls die Wiederherstellung des Friedens unmög­lich geworden ist, Feststellung, welche Partei für verant- rortlich anzusehen ist.

Die Vorzugsstellung, die im ersten Entwurf deS Äon« ultativabkommens den Großmächten eingerâumt werden ollte, fällt danach weg zur Befriedigung der Kleinen intente, Polens und Frankreichs, dem man eben mit edem Mittel entgegenzukommen trachtet.

Der amerikanische Sonderbotschafter Norman 'avis gab dann eine neue grundsätzliche Erklärung ber die Sicherheitspolitik der amerikanischen Regierung b, wonach die Vereinigten Staaten weitere Sicherheits- crpflichtungen für die Zukunft übernehmen werden. Er rklärte, daß die amerikanische Regierung eine Erklärung, ie noch vor der Unterzeichnung des Abrüstungsabkom- tmS in ihrer endgültigen Fassung sestgelegi werden mde, bei der Ratifizierung des Abrüstungsabkommens .geben wc cdc.

Diese Erklärung besagt, daß Amerika bereit ist, sich an nem Konsultativpakt zu beteiligen; es behält sich aber »r, aus eigener Machtvollkommenheit zu entscheiden, ob 1 sich dem Urteil der andere« Mächte anschließen kann »er nicht.

Der französische Außenminister

-aul-Boncour beschränkte sich auf die Erklärung, der englische Vorschlag und die Erklärung Norman ^Dté einen neuen bedeutungsvollen Beitrag jum Welt- neden varstellten und nunmehr die Grundlage für die o f o r t zu schaffende Organisation der gegenseitigen r U s s m a ß n a h m c n bildeten. Frankreich forderte ho schon wieder neue Zugeständnisse.

Botschafter Nadolny

yb sodann eine Erklärung ab, in der er die Zustimmung rnitschlands zu dem englischen Vorschlag unter der Be­rgung einer unmittelbar folgenden wirksamen Brüstung erklärte. Deutschland sei der Ansicht, daß um allen Staaten die gleiche Sicherheit zu gewähr- in erster Linie d i e Abrüstung durchführen Anderseits fei Deutschland durchaus bereit, int.'r- 'nale Sicherheitsverpflichtungen auf sich p nehmen, jedoch unter der Bedingung, daß sämtliche ' ''gen Mächte ebenfalls bereit sind, das gleiche zu S und auch d i e deutsche Sicherheit gestärkt würde, e? Initiative der Vereinigten Staaten sei ein deutlicher r^ritt vorwärts auf dem Gebiete der Regelung der ^^eitSfrage. Es sei zu hoffen, daß diesem Schritt wirksame Maßnahmen auch auf dem Gebiete der a b i ü ft u n g folgen würden.

Zierlicher Empfang Hitlers im Rathaus der Reichshauptstadt.

^"Kanzler trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Berlin ein.

. Anläßlich der großen Landwirtschaftsausstellung ver« Waltete der Magistrat der Stadt Berlin einen feier« Empfang des Reichskanzlers und zahlreicher füh- '^oerEhrengäste ansPolitik und Wirtschaft. Reichskanzler f Hitler betrat damit z u m erstenmal das ^ Rathaus, das für diesen feierlichen Akt f e st - n S ch in ii rt angelegt hatte.

der Goldenen Pforte, die den Vorraum d r ^ungssaales von dem Treppenhaus trennt, wurde â'chskanzler vom Oberbürgermeister Dr. Sahm Stadtvcrordnctenvorsteher Spiewok empfangen. :«naq begaben sich der Kanzler und die zahlreichen ^engaste, darunter Dr. Goebbels, Reichsinnen- mger Dr. Frick, Reichswehrminister von Blom- Ministerpräsident Göring, Oberpräftbent 3ih°e und Polizeipräsident von Levetzow, in den ^ungssaal, der mit der Berliner Stadtflagge und den ~?rben geschmückt war.

W11" begrüßte Oberbürgermeister Dr. Sahm den ba$Äkr und die übrigen Ehrengäste. Noch nie habe Rathaus eine so glänzende Veranstaltung fy - V faste dies als einen Beweis dafür auf, daß ""Uvßleuung und die Behörden Vertrauen zu der

Schärfste Gegensätze in her Slotfenfrage.

Nur Amerika unterstützt die englische« Vorschläge.

Im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz wurden dann die seit vielen Monaten unterbrochenen Verhand­lungen über die Flottenfragen wieder ausgenom­men. In der Aussprache stießen die Flottenbestimmungen des englischen Abrüstungsplanes aus starken Widerstand der meisten übrigen Flottenmâchic und fanden nur auf amerikanischer Seite Unterstünuug. Die Vertreter Frank­reichs, Japans und Sowjctrußlanvs übten schärfte Kritik am englischen Vorschlag.

Am weitesten in der Kritik ging der sowjetrussische Botschafter Dowgalewski, nach dessen Auffassung der eng­lische Plan die Ungleichheit zwischen den großen und kleinen Flottenmächten verewige. Der englische Plan sei ein Aufrüstungsplan und gebe den großen Flottenmächten völlige Freiheit, ihre Flottenrüstungen weiter auszubauen.

Die großen Gegensätze, die bei der Behandlung der -5lottenfrage zutage traten, haben allgemein starke Be­achtung gefunden. Es zeigt sich, daß hier noch große, völlig unüberbrückbare politische Gegensätze be­stehen, die den Abschluß eines allgemeinen Rüstungs­abkommens außerordentlich fraglich erscheinen lasten und die bisher lediglich durch die monalelangen Verhandlungen iifer die deutschen Fragen in den Hinter- grund getreten waren.

* polnischer Übergriff

auf deutschem Gebiet.

Zollbeamte schleppen Schmuggler über die Grenze.

Wie die Polizeipressestelle Beuthen mitteilt, versuch­ten zwei p o l n i s ch e S ch m u g g l e r bei der Grenz­dienststelle Roßberg-Nord die Grenze nach Polen zu über­schreiten. Als sie einen hinter einem Grenzstein liegenden polnischen GreuzbekWtcn benagn, flohen sie auf deut­schen Boden zurück. Der Greuzbeamte folgte den Schmugglern ungefähr zehn Meter auf deutsches Gebiet, faßte den einen und

zog ihn gewaltsam auf die polnische Seite hinüber. Ein anderer polnischer Grenzbeamter, der unweit der Grenze den Vorgang beobachtet hatte, betrat ebenfalls d e u ts ch e s Gebiet, um den zweiten Schmuggler zu »er­folgen, der jedoch entkommen konnte.

*

Ungeheuerliche Provokation in Zoppot.

Polen in SA- und ST.-Unifor».

Ein außerordentlich bedauerlicher Vorfall ereignete sich vor dem Viktoriagarten in Zoppot, der im Besitze der dortigen polnischen Minderheit ist. Dort fuhren zwei in SA.- und SS.-Uniform gekleidete Polen gemeinsam mit zwei polnischen Filmoperateure« in einem Kraftwagen vor. Die beidenSA.- bzw. SS.» Leute" schlugen dann mit Gummiknüppeln auf zwei pol­nische Juden ein, die dort ein polnisches Wahlplakat lasen. Diesen Moment benutzten die Operateure, um den Vorgang im Film festzuhalten.

Es handelt sich hierbei, wie polizeilicherseits schon ziemlich klar scftgcftellt ist, um eine der üblichenGreuel fabrifationen" gegen Danzig bzw. Deutschland.

Die beiden polnischen Juden waren dorthin zu einer Zeit bestellt, zu der der Kraftwagen mit den Opera­teuren und den beiden SA- bzw. SS.-Männern eintraf. Einer dieser beiden angeblichen Hitler Leute hat bereits ein G e st ä n d n i s abgelegt.

Führung der Geschäfte der Stadt hätte«. Mit dieser Veranstaltung solle aber auch die

Verbundenheit von Stadt und Land

aufs neue betont werden, das geschlossene Zusammen- stehen aller Deutschen, das Aufhören des Kampfes aller gegen alle verdankten wir der genialen Führung des Reichskanzlers Hitler.

Rittergutsbesitzer F r e i h e r r v o n T h ü n g c n gab darauf einen ausführlichen Bericht über dasWerden unb Wirken der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft" Heute betrage der Mitgliederbestand der DLG. rund 42 000 Mann. Alle Gebiete der Landwirtschaft würden von der Gesellschaft gefördert. Im Vordergründe stehe die alljährliche Große Wanderausstellung, die die Möglichkeit einer

allgemeinen Konkurrenz deS ganzen Reiches in Tierzucht, Maschinen, Geräten und Produkten biete, daneben aber auch eine überzeugende Darstellung der Zu­sammengehörigkeit von Erzeugern und Verbrauchern, von Bauer und Arbeiter, von Landwirtschaft und Jn- biiftric gebe.

StadtverordnetenNorsteber Spiewok wies in seiner Ansprache vor allem darauf hin, daß die Bevölkerung Ber­lins außerordentlich starke Anteilnahme für die Aus stellung gezeigt habe, was mit dem ncuerwachten Gefühl derVolksgemeinschaft" am besten erklärt werden könne. Der Redner schloß mit der Bitte, daß die Landwirte auch für hie luf engstem RMM iusanyn.cn irohnenbeji Mil­

lionen Berliner Menschen Verständnis aufbringen möchten.

Nach den Ansprachen trugen sich Reichskanzler Adolf Hitler, Ministerpräsident Göring, Reichsinnenminister Dr. Frick, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichswehr­minister von Blomberg und die übrigen Ehrengäste in das Goldene Buch der Stadt Berlin ein.

Sensationelle Enthüllungen über die Geschäfte der Firma Morgan.

Washingtoner Staatsanwaltschaft veröffentlicht dieVorzugskunden".

In Washington hat die Staatsanwaltschaft eine Liste führender Persönlichkeiten bekanntgegeben, die von der Morgan-Bank persönliche Darlehen gegen oder ohne an­gemessene Sicherheitshinterlegungen erhalten haben oder denen gestattet wurde, neueingeführte Wertpapiere bei der Morgan-Bank unter dem Ausgabekurs zu kaufen.

Die Liste enthält zahlreiche Namen bekannter Persön­lichkeiten aus Wirtschaft und Politik, darunter Schatz­sekretär W o o d i n , ferner den ehemaligen Schatzsekretär der Regierung Wilson, McAdoo, ferner den Kriegs­minister der Regierung Wilson, Newton Baker. Ein weiterer Vorzugskunde der Firma Morgan roar

der Vater des Aoung-Planes,

Owen D. Aoung. Außerdem enthält die Liste den Namen von R. B. Mellon, Bruder des ehemaligen Schatzsekretärs und schließlich den Namen des früheren Marineministers,, E Harles F. Adams. Bei den Ge­nannten handelt es sich im allgemeinen um hervorragende Mitglieder der Demokratischen Partei.

Die gesamte Prefle der Vereinigten Staaten steht unter dem Eindruck der Enthüllungen über Morgan, die in der gesamten amerikanischen Öffentlichkeit ungeheures Aufsehen erregt haben.

Senator Borah forderte Roosevelt indirekt aus, Schatzsekretär Woodin sofort zu verabschieden, da das amerikanische Volk in der gegenwärtigen schwierigen Lage nur einen Finanzminifter brauchen könne, der über jeden Verdacht erhaltn fei

Auch Coolidge in die Affäre verwickelt.

Der Senatsausschuß zur Untersuchung des Geschäfts­gebarens der Firma J. P. Morgan u. Co Hal weiter fest- gestellt, daß auch der frühere Präsident Coolidge zu den bevorzugten Morgan-Kunden gehört, die neu­ausgegebene Wertpapiere bedeutend unter dem Markt­preis kaufen konnten. Das Verhalten von Coolidge wird als eine indirekte Bestechung angesehen, weil Coolidge nach Ablauf seiner Amtszeit in seiner Eigen­schaft als Vorsitzender des Landestransportausschufles von großer Bedeutung für die Utilitâtsinteressen der Firma Morgan war.

Pflegt eure Muttersprache!

Eine Mahnung der Rrichsrcgierung.

Die S t a a t s k a n z l e i hat an die einzelnen Mini­sterien folgendes Schreiben gerichtet:

Eine nationale Erhebung, wie wir sie jetzt erleben dürfen, sollte nicht nur das Gefühl innerer Verbunden heil in allen Volksgenossen vertiefen, sondern sie auch zur Besinnung auf nationale Güter führen, die der gemeinsamen Pflege und des gemeinsamen Schutzes bedürfen. Ein solches Gut ist die Sprache. Die deutsche Sprache ist der Träger unseres Volkstums auch jenseits der Reichsgrcnzcn. Sie kann diese bedeut­same Aufgabe aber nur erfüllen, wenn sie über alle mund­artliche Eigenheit hinausgehoben,

rein erhalten wird als hochdeutsche Sprech und Schriftsprache.

Das Verlangen nach Pflege und Schutz der deutschen Sprache wird jetzt besonders dringlich, nachdem im Wirbel der letzten Jahrzehnte unzweifelhaft eine Verwilde- r u n g i m A u s d r u ck, d. b. in Wortbildung und Stil, und ein übermäßiger Gebrauch des Fremd­wortes eingetreten sind.

Als berufen zur Führung iverdcn neben den Be­hörden und öffentlichen Körperschaften vor allem die Schulen angesehen werden dürfen. Die Staatskanzlci hat deshalb eine auf die

Sprachreinigung

gerichtete Eingabe des Deutschen Sprachvereins befür­wortend an die Ministerien weitergegeben mib außerdem auf die 1925 herausgcgcbenenRichtlinien für die Aus arbeitung von Gesetzen nnb Verordnungen" und auf die vom Reichsministcrittm des Innern im Jahre 1930 per« ausgegebenenFingerzeige für die Gesetzes- und Amts­sprache" erneut hingewiesen."

Meine Zeitung für eilige Lese»

* über das vorwiegend von Deutschen bewohnte Hultschiner Ländchen haben die Zfdjed)en den verschärften Ausnahmezu­stand verhängt.

* Am Schlaarter - GedenNrruz in der Golzheimer Heide wurden aus Anlatz der bevorstehenden Feier Ehrcnseuer an« gezündet.

* In Elbing fand die Hinrichtung deS Mädchenmörder« Paul Schimanski auS Stein ftal', her am 22 Fanua^ rt» lkiâ-rige» J&to «uuiriset hatte.