Iul-aer finzeiger
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Nr. 122 — 1933
Fulda, Samstag, 27. Mai
10. Jahrgang
Der Kanzler bei den Landwirten
Reichskanzler Hitler aus der
LandwirtschastsauSstellung.
Reichskanzler Adolf Hitler stattete der großen Landwirtschaftsausstellung in Berlin am Freitag früh 7 Uhr einen zweistündigen Besuch ab, bei dem alle Abteilungen der Ausstellung besichtigt wurden. Der Vorstand, die Ausstellungsleitung und das Präsidium der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft hatten sich zur Begrüßung des Kanzlers versammelt.
Der Kanzler befand sich in Begleitung des stellvertretenden Parteiführers Heß, des Staatssekretärs Lammers und des Führers des deutschen Bauernstandes, Darr«.
Für alle Darbietungen bezeugte der Reichskanzler größtes Interesse. Er sprach der D.L.G. Anerkennung für den Aufbau und die Durchführung der Schau aus und gab seiner Freude über die Leistungsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft mehrfach Ausdruck. Überall wurde der Reichskanzler von den Ausstellungsbesucheru mit lebhaften Heilrufen und großer Begeisterung begrüßt.
Bei den Ställen der Tiere hatte eine Deputation der Saarländer zu einer besonderen Huldigung Ausstellung genommen. An vielen Stellen überreichte deutsche Jugend, darunter Kinder im Alter von 2 bis 3 Jahren, dem deuischen Führer Blumen.
Die Reugliederung des deutschen Landstandes.
Ein grundlegender Aufsatz des ReichsbauernführerS R. Walther DarrS.
Der agrarpolitische Beauftragte des Kanzlers und Aeichsbauernführers R. Walther Darrs, der heute bereits Präsident sämtlicher landwirtschaftlicher Berufs- organifationen ist, veröffentlicht nunmehr in der von ihm herausgegebenen Nationalsozialistischen Landpost unter der Überschrift „Zur" Frage der Neugliederung des deutschen Landstandes" Einzelheiten über die Neuorganisation. In diesem Artikel heißt es u. a.: Als Aufgabe steht vor uns, aus der Vielheit der freien und halbamtlichen Verbände eine
Standesvertretung des deutschen Landstaades zu schaffen. In diesen einen Stand müssen die bestehenden Verbände auf einige wenige Sparten, Hauptabteilungen oder wie man es nennen will, zusammengefaßt bzw. aufgeteilt werden. Von diesem Standpunkt aus ergeben sich folgende Sparten bzw. Hauptabteilungen: Die Hauptabteilung, welche
den Menschen
im Landstand betreut, also die eigentlich ständischen Aufgaben übernimmt. — In diese Hauptabteilung wären die freien Verbände einzugliedern, also etwa das, was sich in m Reichsführergemeinschaft des deutschen Bauerntums Wmmengeschlossen hat. Die Hauptabteilung, welche
den Hof,
^landwirtschaftlichen Betrieb betreut, also die eigentlich mriebswirtschaftlichen und betriebstechnischen Aufgaben übernimmt. — In diese Hauptabteilung wären die halbamtlichen und amtlichen Selbstverwaltungskörper, wie es B. die L a n d w i r t s ch a f t s k a m m e r n darstellen, Meinzunehmen. Die Hauptabteilung, welche
das Genossenschaftswesen
streut und also die heutigen Genossenschaften einglie- dert. Allerdings ist dann eine Voraussetzung hierzu, daß me Genossenschaften sich wieder auf ihre alte Aufgabe be- l^ränken. Die Hauptabteilung, welche
die Warenbewegung
betreut, also der Handel mit Erzeugnissen des Landstandes und Betriebsmitteln des Hofes. In diese Hauptabteilung wäre der Deutsche Landhandelsbund einzugliedern. Die Hauptabteilung, welche
das Geldwesen
"s Landstandes betreut. Über Einzelheiten dieser Hauptabteilung soll im Augenblick nicht näher gesagt sein.
, n sonst noch Hauptabteilungen gebildet werden Wien oder wie die innere Aufteilung der Hauptabteilun- gen bot sich gehen soll, ist ün Augenblick nich^ wesentlich ^ entscheiden. Wesentlich ist nur, daß jeder einzelne an- L j' an den Aufgaben mitzirdenken und von seinem Teil au der Entwirrung der Lage mitarbeitet.
*
Richipreise für den Luller-Kleinhandel.
N Set Rcichskommissar für Preisüberwachung wird den Beschwerden, daß der Einzelhandel seine Gewinn- ' Panne beim Verkauf von Butter prozentual berechnet, R^'ung tragen, indem er von jetzt ab laufend den u t t c r k l e i n h a n d c l s p r e i s bekanntgibt, den er Ur ^messen erachtet.
es Reichskommissar steht auf dem Standpunkt, daß de^nuter den heutigen Verhältnissen nicht berechtigt ist, sSM rozentmäßigc Zuschläge zu erheben. ^Hebung eines prozentualen Aufschlages auf die den Kleinhandel Wirch â Wicht bereMal
Die Einlösung der ZeichDerbiWungs- fcheine für Speisefette.
Amtlich wird mitgeteilt: Die von den Verkaufsstellen angenommenen Abschnitte der Reichsverbilli- gungsscheiue für Speisefette werden von den Finanzkassen eingelöst. Die Abschnitte sind von den Verkaufsstellen bei der Annahme durch Aufdruck des Firmenstempels zu entwerten und dann in Einlieferungsblätter einzukleben, die von den Finanzkassen unentgeltlich verabfolgt werden. Das Emklcben
Zur Stärkung der Reichseinheit
Die Vereidigung der Aeichsstailhalier
Der Reichspräsident von Hindenburg empfing in Gegenwart des Reichskanzlers Hitler und des Reichsministers des Innern Dr. Frick die bisher ernannten Reichsstatthalter: von Epp-Bayern, Mutschmann-Sachsen, Murr - Württemberg, Wagner-Baden,Sauckel-Thüringen, Sprenger - Hessen, Kaufmann-Hamburg, Röver-Oldenburg und Bremen. Loeper
Braunschweig mid Anhalt, Dr. Alfred Meyer-Lippe und Schaumburg-Lippe zur Vereidigung.
'Reichspräsident von Hindenburg begrüßte die Herren in einer kurzen Ansprache, in der er darauf hinwies, daß die Einrichtung der Reichsstatthalt-'- eine
neue Klammer zwischen dem Reich und den Ländern bilden solle; sie solle eine einheitliche Reichspolitik ermöglichen und so die Einheit des Reiches stärken; er bitte die Reichsstatthalter, in diesem Sinne ihr Amt aufzufassen
Erregte Verhandlung im Gereke-Prozeß.
Zusammenstoß zwischen Staatsanwalt und Verteidiger.
Vor Beginn der Zeugenvernehmung im Gereke-Prozeß am fünften Verhandlungstag richtet der Vertreter der Anklagebehörde an Rechtsanwalt Dr. Langbehn die Frage, welchen am Prozeß beteiligten Personen die Schutzschrift der Verteidigung zugeleitet worden ist. Ter Verteidiger erklärt, daß möglicherweise einige Presieberichterstatter die Schrift vor Beginn der Hauptverhandlurmen erhalten hätten. Selbstverständlich habe aber in keiner Weise dadurch Stimmung gemacht werden sollen. Weiterhin sei die Schutzschrift möglicherweise außer an den preußischen I u st i z m i n i st e r auch an den früheren Reichsverkehrsministcr T r e v i r a iwi s gegangen. Auf die Frage, ob auch Grqf Westarp die Schrift erhalten habe, erwidert Rechtsanwalt Dr. Langbehn, daß er sich bei der Ausarbeitung der Schrift bet diesen Herren unterrichtet habe.
Landgerichtsdirektor Jasper erklärt, daß er jeden Zeugen vor seiner Aussage fragen werde, ob er die Schrift g e l e f e n h a b e oder nicht. Als erster Zeuge wurde dann der frühere Gemeindevorsteher Hugo Z i m m e r- Düneberg vernommen. Auf Befragen bekundet der Zeuge, daß er im Jahre 1928 in einer Vorstandssitzung
die Umlage für Dr. Gereke beantragt habe, weil ständig darüber berichtet worden wäre, daß Dr. Gereke die ihm zustehende Aufwandsentschädigung niemals in Anspruch genommen habe. Weiter erklärt der Zeuge bezüglich der Zeitschrift D i e L a n d g e m e i n d e, man sei froh gewesen, daß dem Verband diese Last endlich durch Dr. Gereke abgenommen wurde.
Nach kurzer Vernehmung des Buchhändlers H i l l g c r und der Baronin v o n H c i ni tz wurde das Vorstandsmitglied des Landgemeindeverbandes Hildenbrandt vernommen. Zu Beginn dieser Vernehmung fragt der Verteidiger Dr. Gerekes den Zeugen: „Hat der Zeuge Herr Ministerialrat Schellen Ihnen gesagt, er könne die Angaben in dem Aktenvermerk genau belegen und Dr. Gereke käme nicht unter fünf Iahren Gefängnis oder gar Zuchthaus davon?" Zcuac: ,Das ist gesagt worden."
EL kommt nun zu einem
heftigen Zusammenstoß
darf jedoch nur in der Weise geschehen, daß die Abschnitte nur mit ihrer linken Hälfte festgeklebt werden, damit sie bei der Einlösung von den Finanzkassen ohne Zeitverlust auf ihre Echtheit geprüft werden können. Mehrere gleichzeitig vorgelegte Einlieferungsblätter sind zu bündeln. Die Einlieferüngsblätter müssen den Finanzkassen innerhalb des auf den Abschnitten aufgedruckten Zeitraumes entweder durch Übergabe im Kassenraum oder durch Übersendung mit der Post zur Einlösung vorgelegt werden; spätere Einlösung ist ausgeschlossen. Die Abschnitte werden auf fällige Reichs st euern angerechnet; bare Einlösung kann verlangt werden, wenn die Abschnitte im Kassenraum übergeben werden und der Wert der gleichzeitig eingereichten Abschnitte zusammen mindestens zehn Mark beträgt
und zu führen, und wünschte ihnen für ihre Arbeit reichen Erfolg zum Besten ihres Vaterlandes.
Die Reichsstatthalter leisteten hieraus den im Reichsministergesetz für den Reichskanzler und die Reichsminister vorgeschriebenen, ihnen von dem Herrn Reichspräsidenten vorgesprochenen Eid, der folgenden Wortlaut hat: „Ich schwör: Ich werde meine Kraft für das Wohl des deutschen Volkes einsetzen, die Verfassung und die Gesetze des Reiches wahren, die mir obliegenden Pflichten gcwissen- haft erfüllen und meine Geschäfte unparteiisch und gerecht gegen jedermann führen. So wahr mir Gott helfe!"
Die Reichsstatthalter von Hindenburg verewigt.
Unser Bild zeig! die bi c i ch s - st atthallcr nach ihrer Vereidigung beim Reichspräsidenten im Hofe der Alten Reichskanzlei (von links): M u t s ch - mann (Sachsen) — Sauckel (Thüringen) — Murr (Württemberg) — Röver c Oldenburg und Bremen) Wagner Baden) — Sprenger (Hessen) — Loeper (Braunschweig und Anhalt) — Dr. Alfred Meyer (Lippe).
Oer Neichsstatthatter für die beiden Mecklenburg und Lübeck ernannt.
M. d. R. Friedrich Hildebrand.
Der Reichspräsident hat auf Vorschlag des Reichskanzlers das Mitglied des Reichstags Friedrich Hildebrand zum Statthalter für Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz und Lübeck ernannt.
zwischen Rechtsanwalt Langbehn und dem Vertreter der Anklagebehörde, Assessor von Haake. Langbehn wiederholt seinen bereits in früheren Sitzungen gestellten Antrag, Ministerialrat Schellen, der jetzige Präsident des Verbandes der Preußischen Landgemeinden, solle den Saal verlassen. Es habe sich ergeben, daß verschiedene Zeugen ihre Aussagen unter dem Einfluß Schellens eingerichtet hätten.
Assessor von Haake (mit erhobener Stimme): „Ich widerspreche diesem Antrag und erkläre, daß die bisherige Verhandlung nicht den geringsten Anhalt ergeben hat, daß hier Zeugen unter dem Einfluß Ministerialrats Schellen stehen. Es ist etwas anderes, Herr Rechtsanwalt, wenn der Vor st and eines V e r b a n d e s die übrigen Vorstandsmitglieder über seine Tätigkeit unterrichtet, als wenn ein Verteidiger seine Schutzschrift, die ich nur als einseitig bezeichnen kann, von einem Zeugen drücken läßt, der
von der Anklagebehörde als Belastungszeuge genannt ist."
Rechtsanwalt Langbehn verbat sich jegliche Belehrung über seine Tätigkeit als Verteidiger. „Ich erkläre, daß ich nicht das geringste Bestreben habe, hier
Stimmung zu machen, von der sich das Gericht nicht beeinflussen lassen wird. Ich wiederhole meinen Antrag."
Nach kurzer Beratung ivird der Antrag des Rechtsanwalts Langbehn vom Gericht a b g e l e h n t. Nach der Mittagspause wird die Gutssekretärin S u f f e r t als Zeugin gehört, die zur Klärung einiger im Verlaufe der letzten Perhandlungstage zutage getretenen Widersprüche vernommen wird.
Kleine Zeitung für eilige Leser
* Reichskanzler Adolf Hitler stattete der großen Landwirtschaftsausstellung in Berlin einen zweistündigen Besuch ab.
* Der Reichskommissar für Preisüberwachung wird laufend den Buttcrlleinhandelspreis bckanntgeben, den er für angc- messen erachtet.
* Eindrucksvolle SchlagÄer-Gedächtuisfeicrrr fanden überall im Reich statt.