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Nr. 123 1933

Fulda, Montag, 29. Mai

10. Jahrgang

Die große Schlageter-Ehrung.

Am Kreuz Schlageters.

Zum zehntenmal jährte sich am 26. Mai 1933 der Tag, an dem AlbertLeo Schlageteraufder Golz- beimer Heide bei Düsseldorf von den Franzosen erschossen jvurde. Ein schlichtes riesiges Kreuz, das Schlageter- Natio naldenkmal, erhebt sich an der Stelle, wo Schlageters Blut in den Sand floh. In jedem Jahr hat hier die nationale Bewegung einen ihrer Besten geehrt, die Ge­dächtnisfeier am 27. und 28. Mai aber gestaltete sich zu einer der gröhlen nationalen Kundgebungen des deutschen Westens. Die Feier zeigte, daß Schlageter nicht umsonst seinen Opfertod gestorben ist, sondern daß aus seinem Blute das erwachsen ist, was er mit ganzem Herzen er­strebte und ersehnte: sein Deutschland des nationalen Erwachens und der vaterländischen Erhebung! Tod, M ist dein Stachel, Tod, wo ist dein Sieg?!

Eine Schlageter-Kugel als Ehrengeschenk für Hitler.

Zu der Schlageter-Gedenkfeier waren auch der Pater Schlageters, seine Geschwister und einige Verwandte eingetrossen. Schlageters Vater wohnte bei dem Gefängnispfarrer Faßbender, der Schlageter auf seinem letzten Gang nach der Golzheimer Heide be­gleitet hat.

Am Sonnabendmorgen riefen die Glocken der Marien­kirche zu einem feierlichen

Requiem für Schlageter und die 112 Opfer des Ruhrlampses.

Die Düsseldorfer SA. hat anläßlich der Schlagetertage ein besonderes Ehrengeschenk für Adolf Hitler an­fertigen lassen. In einem silbernen Kasten ruht auf schwarzem Samt eine der

Kugeln, mit der Schlageter erschossen wurde.

Diese Kugel ist kurz nach der Erschießung aus der Wand der Sandgrube ausgegraben, die als Kugelfang bei der Erschießung diente.

Die erhebende Nationalfeier

auf der Golzheimer Heide.

Die Schlageter-Gedächtnisfeiern in Düsseldorf er­reichten am Sonntag mit der Hauptgedächtnisfeier am Schlageter-Denkmal auf der Golzheimer Heide ihren Höhepunkt. Endlose Züge der SA. und SS., des S^hl- Helm, der NSBO., der Vaterländischen Verbände und Vereine über 300 000 Menschen strömten in das Denkmalsgelände. Drei Stunden dauerte der Anmarsch bei Hellem Sonnenschein.

In großem Halbkreis, zum Teil in Zwanztgerrelhen, hatten die Abordnungen mit den Fahnen, Bannern und Standarten der SA., SS., des Stahlhelm, der studen­tischen Vereinigungen, der Vaterländischen Verbände und Vereine um die

Richtstâtte Albert Leo Schlageters

Ausstellung genommen, wo sich das große schlichte K r e u z tHorreckt. Einen besonderen Ehrenplatz hatten die Mnen der ehemaligen Freikorps. Vor dem Denkmal standen Ehrenwachen der SA. und SS. und eine ^ahnen- abordnung des EV.Falkenstein", dem Schlageter an­gehörte. Vor der Krypta des Denkmals türmen sich

Kränze aus lichtem Grün und frischen Blumen aus allen Teilen des Reiches. In dem Kreis, der das eigentliche Ehrenmal umschließt, haben bte Ehrengäste Platz gefunden. Auch der Vater und der Bruder Albert Leo Schlageters sowie einige Verwandte waren Zugegen. Aus dem weiten Feld standen

bis zu einer Tiefe von einem Kilometer die Kolonnen der SA-, SS., des Stahlhelm, der NSBO., bei Vaterländischen Verbände und Vereine und viele Tausende sonstiger Festteilnehmer. Eine umfangreiche Lautsprecheranlage sorgte dafür, daß die Riesennâge der feierlichen Kundgebung folgen konnte. Dicht beim Denkmal war eine mit frischem Grün und Fahnentuch verkleidete Rednerkanzel anfgebaut. , . .

Dann trafen die Führer am Denkmal ein, an der Mtze Ministerpräsident Göring in blaugrauer miegeruniform, in seiner Begleitung . Staatssekretär Grauert und Prinz August Wilhelm. ^er­weiteren sah man Vertreter sämtlicher Reichs- und preu- Mscher Ministerien, Vertreter der staatlichen und stadti- scheil Behörden sowie Vertreter des Reichsheeres und der -ueichsmarine.

Eingeleitet wurde die Feier durch den Chor Gl- lessen mit.Heilig ist der Herr" von Schubert. Kaplan Hllmer aus Österreich bei Krefeld nahm als erster das Wort. Er pries die Bedeutung des Opfertodes ^co Schlageters, der wie ein Held lebte und wie ein Holger starb. Der junge evangelische Geistliche B c r g- dus Burscheid, der darauf das Wort nahm, setzte an den Wnn seiner Ausführungen das Wort der Heiligen »Ziehe deine Schuhe aus, denn der Ort, worauf du stehst, ist heilig in heiligem Land." Reichswehr- und ^chupokapellen spielten nach seiner Ansprache das Niederländische Dankgebet.

Die Nede des Ministerpräsidenten Göring, ^'âtschließend hielt Ministerpräsident Göxing die. EdeLkrede. Er Mm u g. è

Als vor zehn Jahren im Morgengrauen die Schüsse aufblitzten, da fuhr von dieser Stelle aus ein einziger Blitz durch Deutschlands Nacht und weckte Deutschland aus Ohnmacht und Schlaf. Damals in der Bitterkeit der Nacht pilgerten einige Wenige hier heraus zu dieser Stelle und diese Stelle ward vergessen und verschüttet, so wie das Andenken und das Opfer an Schlageter ver­gessen und scheinbar verschüttet war.

Diese wenigen Männer, alte, bewährte, durch Kampf erprobte SA.-Leute, schaufelten dem deutschen Volk das

Unsere Aufnahnic gibt einen Blick in die Schlageter- Ehrenhallc des Landgerichts Düsseldorf, wo Schlageter von den Franzosen zum Tode verurteilt wurde. Diese Halle wurde in Gegenwart des Justiz- ministers Serri der Öffentlichkeit übergeben.

Gedenken und das Bekenntnis zu diesem Sterben und zu diesem Töten. Und wieder Jahre später, als dieses Kreuz errichtet wurde, da waren aus wenigen Hunderten schon Hunderttausende geworden, bei denen der Blitz die Herzen entzündet, die Seelen entflammt batte und die damit hinter Schlageter traten und sein Opfer in ihre Fäuste nahmen.

Damals, als wir hier draußen standen, da gab es zwei Feiern: In der Sonnenglut des Nachmittags, da bekannte sich jene weiche, ewig schwankende Masse aus einer gewissen Modeeinstellung vielleicht zu dieser Stelle. Als aber die Nacht kam, als die Blitze am Gewitter­himmel zuckten, da standen nur wir hier und i ch unter euch und da sprachen wir von ihm und seinem Opfer.

Damals war das Gedenken an Schlageter An­sporn und Hoffnung für uns. Wir konnten und wollten nicht glauben, daß das Opfer eines solchen Deutschen u m s o n ft gewesen sein sollte. Damals war sein Gedenken A u f le hnung, Empörung gegen ein feiges System, das Deutschland entrechtete, das Deutschlands Ehre und Deutschlands Freiheit vernichtete, Auflehnung und Empörung gegen ein System, das die internationale Klasse zum Idol erhoben hatte.

Das war nicht Schlageters Sinn, nicht sein Ideal; nicht für eine Klasse, nicht für einen internationalen Wahnsinn wollte er kämpfen, wollte er sterben, sein Vaterland, die Ehre seines Volkes, die Frei­heit seiner Nation, das waren seine Ideale und die waren die mistigen, und sie sind heute das Ideal ganz Deutschlands geworden.

Acute, Kameraden, da stehen mir wieder hier, nicht Hunderte, nicht Tausende, nicht Zehntausendc, nicht Hunderttaufende, sondern dieser Platz umschließt das ganze Reich, das braune Heer der Frciheitskolonnen; heute bekennen wir uns zu Schlageter, so wie wir uns durch ein Jahrzehnt hindurch zu ihm und feinem Opfer bekannt haben. Es gibt bei einem befreundeten Volk eine schöne Sitte: Wenn die Führer der faschistischen Abteitun- aen die Namen ihrer Toten aufrufen, dann antwortet die Truppe:H i e r!" Und wenn wir heute den Namen Schlageters aufrufen, dann antwortet heute ganz Deutsch­land:H i e r , z u r Stelle!" Ein einziger App ll, ein Appell zur Erinnerung Schlageters, um ihm zu be­weisen: Ja, wir sind hier, wir stehen für dich, wie du für iiuâ am Pfahl standest, als du dein Leben geben mutztest

Und wenn heute der alte Vater unter uns weilt und seines Sohnes gedenkt und des bitteren Verlustes, der ihn traf, dann soll auch er wissen: Zwar hat er seinen Sohn verloren , e i n e n Sohn dafür hat er heut» Hunderttausende von Söhnen bekommen die in ihm den Vater jenes Mannes ehren, der uns allen Vorbild war. Kameraden, wehrlos leben ist schwer.

wehrlos sterben ist gewaltig.

So stehen wir heute. Das Gedenken an ihn ist heute uicht Hoffnung, nicht Ansporn, sondern ist heute Erfüllung und Zuversicht. Erfüllung dafür, daß sein Opfer so wunderbare Früchte getragen hat, Zuversicht dafür, daß dieses Opfer nicht umsonst gewesen war.

Schlageter, du magst ruhig sein!

Wir haben verhindert, daß dein Blut gestohlen wurde, so wie das Blut deiner zwei Millionen Kameraden, wir haben verhindert, daß du um deine Opfer betrogen wurdest, so wie zwei Millionen deiner Kameraden einst betrogen wurden. Du bist heute das Vorbild für eine deutsche Jugend, die wieder an Deutschland glaubt. Man sagt, du seiest der letzte Soldat des Weltkrieges und auch

der erste Soldat des Dritten Reiches gewesen. So grüßen wir in dir Vergangenheit und Zukunft, ruhmreiche Vergangenheit und schwere, arbeits­harte Zukunft, aber wieder eine deutsche Zukunst und eine Zukunft der Ehre. Er war keinHurrapatriot, er wollte Frieden für sein Volk und sein Vaterland. Er wollte Frieden für sein Volk,

wie ganz Deutschland Frieden will, wenn man ihm den Frieden läßt. Er verteidigte die Ehre seines Polkes, die Freiheit seines Landes. Er wurde zum Kämpfer, weil man diesen Frieden gebrochen hat. Auch Deutschland bekennt sich heute in den Worten seines Kanzlers erneut zum Frieden, bekennt sich aber auch zu seiner Ehre, zu seiner Freiheit und ist entschlossen, Ehre, Freiheit und Frieden zu v e r t e i d i g e u.

Heute dankt und grüßt Albert Leo Schlageter das neue Deutschland und an seiner Spitze grüßt ihn unser Führer, der Volkskanzler A d o l f H i t l e r, er grüßt ihn nicht in üblichem Sinne, nein, der Führer Deutsch­lands und seine Gefolgschaft, das deutsche Volk, dankt heute für deine Opfer durch Taten, dadurch, daß dein Opfer wieder bestehen kann, daß dein Opfer eingemauert ist in das Fundament dieses Reiches. Nicht umsonst war es!

Der Deutsche glaubt wieder an sich selbst und an sein Volk. Formen konnte man zerstören, den Geist konnte man uns nicht nehmen und dieser Geist befähigte Schlageter imb befähigt uns und unsere Kameraden. Und das eine sollt ihr wissen: Solange es lisch in Deutschland Schlageters geben wird, so lange wird Deutschland leben müssen. Dieses Kreuz: E i n st das Fanal des Kampfes in dunkler Nacht, heute das Zeichen, daß Gott das Opfer angenommen und gut be­funden und Deutschland gesegnet hat.

Nach der Gedenkrede Görings verharrten die Hunderttausende zwei Minuten lang in völligem Schweigen, während sich Ministerpräsident Göring zur Kranzniederlegung in die Gruft des Denk­mals begab. Darauf wurde das Lied vom guten Kame­raden gespielt und die Fahnen senkten sich.

Die Ltbegabe des Denkmals.

Nach dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes übergab der Düsieldorfer kom- urissarische Oberbürgermeister Dr. Wagenführ dem Mini­sterpräsidenten Göring das Denkmal als nationales Heiligtum mit folgenden Worten:

Dieses Ehrenmal, das an der Stelle erstand, wo Schlageters Blut in den Sand floß, ist ein Symbol für Manneskraft und Opfermut. Dieses Denkmal ist nicht für uns allein. Es ist nicht für eine Stadt, nicht für eine Provinz, sondern es ist ein nationales Heiligtum für Deutschland geworden, für das ganze deutsche Volk. Darum übergebe ich hiermit dieses Deukmal Ihnen, hochverehrter Herr Minister, als ~bcm berufenen Vertreter Deutschlands und Preußens in Ihre Obhut mit der Bitte, es so hinzunehmen, wie es gemeint ist, als ein Wallfahrtsort für das ganze deutsche Volk. Es soll uns eine Hoffnung sein in schweren Tagen und eine M a h n u n g in guten Tagen, eine Mahnung zur Einigkeit und Treue immerdar.

Ministerpräsident Göring übernahm im Namen der Reichsregierung, der preußischen Staatsregierung und des deutschen Volkes das Schlageter Kreuz auf der Golz­heimer Heide in die Obhut des ganzen deutschen Volkes. Dieses Kreuz, so sagte er, leuchtet in die Zukunft für ganz Deutschland, und ganz Deutschland bekennt sich zu ihm und ganz Deutschland nimmt es daher auch in seine Httt.

Mit dem von mehreren Reichswehr- und Schupo- kapellen intonierten Schlageter-NationalmarschTreu bis zur letzten Stunde" schloß die erhebende, ernste Feier. Mehrere Flugzeuge freisten um das Denkmal.

*

Nächtliche Feierstunde an der Todesstäite Schlageters.

Die Gedächtnisfeier der Hitlerjugend auf der Golzheimer Heide.

Als Auftakt der großen Düsieldorfer Schla­ll c t e r - Gedächtnisfeiern veranstaltete die Hitler-

Kleine Zeitunsi für eilige Leser

* Tie Rcichsrcgierung erhebt für das Ausreisevisum nach Österreich eine Gebühr von 1000 Mark.

* In Düsseldorf fand die große Gedächtnisfeier zur Erinne­rung an Albert Leo Schlageter statt.

* Präsident Roosevelt hat dem englischen Außenminister Simon fern Befremden über den bisherigen Verlauf d^r Ab- r.MungSkonseren» ausgesprochen ..